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Montag, 23. Januar 2017, 15:04

Wege im Wind

Eins...
Meditation. Vor noch einem halben Jahr hätte sie über dieses Wort noch schallend gelacht. Heute allerdings versucht sie wieder einmal hinter das Geheimnis zu kommen, das sich in diesem Begriff versteckt. Sie hat schnell begriffen, daß diese Sache eines der Dinge ist, die sie nicht nur akzeptieren, sondern auch noch mitmachen muß, wenn sie hier bleiben und lernen will. Ebenso schnell aber auch, daß dieses Meditationsding sie an eine innere Grenze bringt, die zu überschreiten sie fürchtet. Sie würde es als eine große, dunkle Leere beschreiben, einen Bereich, der völlig frei von allem ist, selbst frei von Begrifflichkeiten. Der schon bei relativ großer Entfernung Furcht verursacht durch diese endlos scheinende Schwärze. Sie ist das laute Chaos in ihrem Kopf viel zu sehr gewohnt, hat es schon vor Jahren als gegeben hingenommen und diese Stille die in dem leeren Bereich lauert trägt zu der Furcht nur noch bei. Dieser Angst hat sie bisher immer nachgegeben. Zumal es mehr als nur anstrengend ist, geistig erschöpfend wenn sie einfach so für längere Zeit die Konzentration bündeln soll. Auf was denn auch?

Zwei...
Es ist Meisterin Deikan zuzuschreiben, daß sie nicht zum ersten Mal hier sitzt und in aller Stille, die sich bietet wenn die meisten schlafen, einen weiteren Versuch startet. Wenn alles leise ist, sie den Wind mit offenem Geist willkommen heißen kann ohne sich um die Bilder und Eindrücke sorgen zu müssen die mit diesem Wind fliegen. Wenn sie die Ewigkeit vor Augen mit dem Wind ein Stück weit treiben kann. Die einzige Sache nebenbei, die sie an Tatooine wirklich mag: die endlose Weite des Sandes, sie hat immer das Gefühl einen Eindruck von Endlosigkeit greifbar vor Augen zu haben.
Auch die Methode Zahlen als Anker zu nutzen stammt von Meisterin Deikan. Das Mädchen visualisiert sie und konzentriert sich auf genau dieses jedes Mal langsam dahinschwindende Bild der Zahl. Perfekt um die Konzentration zu binden, nicht abzuschweifen in sinnlosen Erinnerungen. Es hilft auch, das Ziel zu kennen. Die endlose Leere tief in ihr selbst. Knapp davor geht ihr mal wieder die Puste aus, wie lähmend wirkt diese Furcht vor dieser tiefen Dunkelheit.
Aber Furcht ist nur ein Gefühl. " .. du wirst lernen, daß deine Gefühle Täuschungen sind, die den Anschein machen dir Wege zu zeigen und in Wahrheit doch nur welche versperren... " Es gibt keine Gefühle, es gibt Frieden.
Sie hat darüber sehr intensiv nachgedacht und so ist es kein hohler Gedanke, den sie innerlich in die Leere schreit. Furcht ist nur ein Gefühl. Gefühle sind Illusionen die uns nicht beherrschen dürfen.Vielleicht ist es die Überzeugung aus all den Überlegungen die ihr den notwendigen Schubs verpasst, das bisschen Mut um auch noch das letzte Stück zu überwinden.

Drei...
Es passiert einfach, mit der Entscheidung selbst schon. Die Leere umhüllt sie und will sie im ersten Moment des erschreckten Begreifens schon zurück zucken - ist der Damm doch gebrochen und sie verharrt...und staunt.


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Sie sitzt in ihrer üblichen Ecke in der üblichen, schäbigen Cantina.
Spielt das übliche Spiel, beobachten, lernen. An der Mimik kann man eine Menge ablesen, wenn man gelernt hat zu beobachten. Und je mehr die Leute Alkohol in sich schütten, umso bereitwilliger zeigen ihre Gesichter, was -wirklich- in ihnen vor geht. Was es einem jungen Mädchen in der Ecke leichter macht, die Flut an Eindrücken in ihrem Kopf, ihrem Körper zu sortieren, zu lernen, wenigstens die Richtung der relevanten Empfindungen zu erkennen. Und spätestens nach der zweiten Prügelei schmeißen die Sec´s die lautesten Säufer raus und es wird einfacher, wieder auf Durchzug zu schalten, sich selbst wieder zu finden in all dem Müll an Fremdem. Spätestens dann ist ihr Wasserglas immer leer und sie fängt an damit zu spielen. Schiebt es zwei Fingerbreit weg, starrt es an, durchdringend, weich, fies und bettelnd befehlend, dass es zurück in ihre Hand rutschen soll. Manchmal gelingt das Kunststück auch, seltsamerweise - so hat sie feststellen müssen - immer dann, wenn sie nicht denkt. Aber schalt mal einer bewusst das Denken ab.
Normal wird sie in Ruhe gelassen, sie weiß lang genug vorher, wann sie verschwinden muß. Diesmal aber findet sie sich plötzlich neben einer Weißhaarigen wieder, die ganz entgegen ihrem strahlendem Äusseren einen Hauch von Klebrigkeit abstrahlt. Das Mädchen hat sowas noch nicht gefühlt, schon gar nicht aus der Nähe. Abstossend und faszinierend zugleich, es weckt Furcht und Neugier. Die Frau spricht ganz normal mit ihr, freundlich. Für Lya klingt es honig-süß, natürlich nimmt sie gern die Creds, selbstverständlich auch die Blanko-ID. Ganz sicher nickt sie brav als die Fremde sie als Gegenleistung nur in ihr Appartement einlädt. Auf einen verdammten Sinful!! Lya lebt nicht erst seit heute auf dem Huttenmond, sie weiß verdammt noch eins was ein Sinful ist und was das nur bedeuten kann. Also passt sie beim Nachhauseweg auf, achtet mit all ihren Sinnen auf das hinter-ihr, sucht nach der dunklen Klebrigkeit die bei aller ausgelösten Furcht doch auch viele Fragen erzeugt hat.


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Sie hat es Meisterin Deikan erzählt, diese Sache die sie bei dem einen Meditationsversuch entdeckt hat. Nun hat sie eine Erklärung dafür und..es treibt ihr auch Stunden danach noch ein Lächeln in´s Gesicht. Freak sein kann sich ja mal echt lohnen. Die Meisterin hat Sing und ihr erste Schritte in Sachen Selbstheilung beigebracht. Lya fand es überraschend leicht - wenn das Ziel erst einmal bekannt ist, findet sich der Weg bald wie von allein. Ob es schon mal Jedi mit Suchtproblemen gab? Die sich ganz und gar nicht mehr aus dem meditativen Zustand lösen wollten, weil alles andere daneben blasser wirkt? Sie dreht sich auf ihrer Schlafmatte, fummelt ihr abenteuerlich aussehendes, offensichtlich selbstgebautes Pad aus ihrem Rucksack. In beiden Händen haltend starrt das Mädchen auf das Display, mehr noch - sie starrt wie hindurch.
Ein leises Piepsen einige Sekunden später dann nickt sie zufrieden und wartet. Weitere Sekunden nur meldet das Gerät eine eingehende Nachricht. "Braver kleiner Bolzen.." murmelt sie leise, als sie die Meldung des Droiden liest. Waath ist also nicht weit weg - sehr wichtig ist das. Immerhin ist er ihre Fahrkarte hier weg, wenn es sein soll, er hat es versprochen.

Schmunzelnd denkt sie an ihre erste Begegnung mit Waath. An den späten Nachmittag an der unteren Prom. Sing und sie hatten da einfach nur gesessen, sich unterhalten und Lya hatte versucht ihre innere Wahrnehmung ganz auf Sing zu richten. Der Rest ging im Nachhinein betrachtet nur noch rasend schnell. In dem einen Moment fühlt sie die dunkle Klebrigkeit, dann erspähen auch die Augen die Weißhaarige die auf die beiden zukommt. Im nächsten Moment war da dieser bärtige Pilot, der einfach ... nicht....da...gewesen ist. Sie weiß noch, wie sie ihn angestarrt hat während er Sing (heldenhaft den Mann als Bedrohung erkannt und sich dazwischen gestellt) einfach beiseite schob und sein Blick an Lya hing. Und sie konnte ihn einfach nicht erfühlen, er sollte gar nicht da sein. Vielleicht war es einfach nur die Neugier auf diese Art des Nicht-vorhanden-seins, ganz sicher aber war da ein inneres Drängen, sich an diesen Bärtigen zu hängen und der klebrigen Dunkelheit nicht nochmal zu nahe zu kommen. Waath gab sich vor Frau Weißhaar als Vater von Sing und Lya aus und damit war es erledigt. Weißhaar schien zwar nicht zufrieden, als die Jugendlichen sich mit Waath zusammen davon machten, doch hatte der 'Vater' seinen Willen wohl ausreichend demonstriert. Anschließend gab es erst einmal eine Standpauke und das strikte Verbot irgendwas 'zu machen'. Was aber noch besser war - er hatte Antworten..und einen Frachter um die beiden Halbwüchsigen nach Tatooine zu bringen.

Daß sie überhaupt noch hier ist, ist Meisterin Prowl zu verdanken. Nach endlosen, langweiligen Tagen in Anchorhead waren die beiden schon nah dran Waath um die Einlösung seines Versprechens zu bitten. Aber diese zuerst auf ganz eigene Art einschüchternde Prowl hat ihr einen Gedankenweg aufgezeigt, der so grundlegend logisch war, daß es sie beinah schockiert hatte. Die einfache Erkenntnis nämlich, daß es keinen anderen Ort gibt, daß sie auf keinen Fall so weiter machen kann, wie vor der Begegnung mit Waath. Daß sie und vor allem Sing, wirklich Anleitung braucht.
Und davon gibt es hier wahrlich mehr als genug für jemanden wie sie, der am liebsten nur beobachtet und zuhört. Sei es nun einer Cathar mit ihren tiefsinnigen Aufgaben, einer undurchschaubaren Heilerin mit mehr Wärme als man ihr zutrauen möchte, einem echt alten Padawan der so herrlich gern erzählt oder diesem Ritter, der bei der Anrede 'Meister' so wunderbar sein Gesicht verzieht.
Dennoch, allein die Tatsache, daß sie nicht einfach gehen darf wann und wohin sie will ist für eine Lya die Höchststrafe. So sitzt sie bei jeder Gelegenheit auf diesem einen Dach, nah am melodischen Summen des Wasserdingens und der verschiedenen Geräte in der Medstation unter ihr, starrt in die Ferne über den Sand hinweg und treibt zumindest im Geiste mit dem Wind dahin.

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Dexter (23.01.2017), Xine (23.01.2017), Aico (23.01.2017), Deikan (23.01.2017), Varelis (23.01.2017), Gryth (23.01.2017), Harlen Gregorius (23.01.2017), Sing (23.01.2017), Waath (23.01.2017), Aloncor Torn (24.01.2017)

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