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Norru

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Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:34

Patchwork Storys

Da ich festgestellt habe, dass ich Geschichten oder ganze Stränge anfange und nicht zu Ende bringe, habe ich mich dazu entschlossen umzusatteln. Ich werde nun eher lose zusammenhängende oder gänzlich unzusammenhängende Texte posten. Hierbei handelt es sich um Fluff. Dieser Fluff dient dazu, Abwesenheiten meinerseits und dadurch Abwesenheiten von Norru zu erklären oder anderen Background zu liefern.





And now we wait




Wie ein einsamer Berg stand das Ungetüm von Kaserne mitten auf einem gerodeten Waldstück. Ähnlich einer Burg umgab eine mächtige Mauer aus Durastahl einen Hof. Dort stand vielerlei schweres, leicht modifiziertes Kriegsmaterial, wie ein Serienpanzer mit neuem Geschützlauf. In der Mitte der Südmauer befand sich ein grosser Turm, der die Hälfte der Mauer bildete und sechs Stockwerke hoch war. Damit überragte er die Mauer um mehr als das doppelte. Die Nacht war ruhig. Alles was man hörte, waren leise Gespräche von Wachposten und manche Geräusche von nachtaktiven Tieren im Wald. Die beiden hellen Monde zauberten einen silbernen Schein auf das ganze Gebiet. Der Turm war mit grossen, erleuchteten Fenstern gesprenkelt. Auf seinem Flachdach blinkten einige Leuchten der Antennenanlage und auf den Mauern leuchteten in regelmässigen Abständen rote Lampen auf.

Auf einem hohen Nadelbaum, mitten im Wald mit perfekter Sicht auf das ganze Gelände, sassen ein Mann und eine Frau in Tarnausrüstung. Die Frau beobachtete durch ein Fernglas das Gebäude, während der Mann auf ein Pad starrte und einige Werte überprüfte. "Immer noch nichts?", brach der Mann die Stille. "Nein, Gilbert, da passiert nichts", gab die Frau seufzend zurück. "Dämliche Fabrik." "Kaserne." "Was auch immer." Sie schwiegen wieder für fünf Minuten, bis Gilbert wieder anfing: "Er ist seit fünf Stunden da drinnen. Was dauert da so lange?" "Wahrscheinlich das Gleiche, wie die letzten drei Mal als du mich das gefragt hast." Gilbert verstaute sein Pad in der Innentasche seines Tarnmantels. "Tut mir Leid, Sharon." "Schon okay." "Es macht mich einfach nervös. Eigentlich sollte das doch nur zwei Stunden dauern; eine rein, eine raus." Sharon nahm das Fernglas von den Augen und liess es am Riemen um ihren Hals baumeln. Sie griff nach einer Wasserflasche. "Er wird schon wissen, was er tut", sagte sie zwischen zwei Schlucken, "gemäss seiner Akte ist es nicht das erste Mal." Sie schraubte die Flasche wieder zu und verstaute sie an ihrem Gürtel. Gilbert kratzte sich mit der rechten Hand einige Male durch die Haare und strich sie dann wieder glatt. "Es passt für mich einfach nicht zusammen." "Wieso nicht?", fragte Sharon mit fragendem Blick. "Hör zu", begann Gilbert, "ich habe schon den einen oder anderen von seiner Sorte gesehen, aber dass sie so etwas machen ist mir bisher nicht untergekommen. Es ist einfach nicht mit dem Bild vereinbar, das ich von ihnen habe. Die sind doch normalerweise irgendwo ein 'leuchtendes Beispiel', auf die eine oder andere Art." "Da kannst du mal sehen, wie wenig du weisst", erwiderte Sharon und warf sich ein Stück eines Energieriegels in den Mund. "Sie machen eine Menge, und sie können eine Menge. Ausserdem hockt da drinn einer von der Sorte, die dich ohne mit der Wimper zu zucken an die Wand klatscht, oder dich absticht... oder dir das Genick bricht. Und soweit ich das kapiert habe, können die sich vor einander verstecken, was wir anscheinend nicht können." Gilbert sah Sharon mit einem leeren Blick an: "Tut mir leid, ich hab ab 'sie machen eine Menge' nicht mehr zugehört." "Dann frag nicht, Idiot", bekam Gilbert eine Antwort geknurrt. "Hab ich nicht...", antwortete der Mann kleinlaut.

Wieder kehrte Ruhe ein. Nach einer guten halben Stunde flatterte ein grosser, massiger Vogel vorbei und stiess einen Ruf aus, der an eine Mischung aus Eule und Geier erinnerte. "Da läuft einem ja ein Schauer über den Rücken." "Nur wenn man so ein Feigling ist wie du, Gil." "Leck mich." "Nicht mal wenn du Pralinen scheissen würdest." Die Nacht fühlte sich immer länger an und die Müdigkeit begann an den Beiden auf ihrem Beobachtungsposten zu zehren. "Hey", zischte Sharon Gilbert an und gab ihm einen Stoss, "bleib gefälligst wach!" Gil hob den Kopf vom Baumstamm an den er sich gelehnt hatte um zu dösen. Dass er dabei hätte vom Baum fallen können schien ihm völlig egal zu sein. Sharon hatte wie Gilbert Ringe unter den Augen, hatte ihre Müdigkeit aber besser unter Kontrolle. Ihr wurde klar, dass sie ihren Partner beschäftigen musste. Er war noch ein Rookie und musste erst noch lernen, dass Schlaf ein Luxus ist. Also begann sie ihn abzufragen: "Gil, wie lautet der Auftrag?" "Infiltration der Fabrik..." "Kaserne." "Was auch immer. Sicherstellen der Blaupausen dieser Exoskelette und möglichst grossen Schaden an den Produktions- und Ausbildungszentren anrichten." "Gut", lobte Sharon. "Und bei der Menge an Sprengstoff die du ihm mitgegeben hast, dürfte letzteres das kleinste Problem sein. Mal ernsthaft, Gil, wie hast du dem Major so viel Sprengstoff aus dem Kreuz leiern können." Gilbet hob die Augenbrauen, woraufhin Sharon die Stirn runzelte. "Was?" Gilbert kratzte sich an der Schläfe: "Gar nicht." "Wie, gar nicht? Wo hast du das Zeug her?!" "Erinnerst du dich an diesen Zwischenhalt den wir an dem Shadowport eingelegt haben?" Sharons Augen weiteten sich: "Ja. Und ich ahne Schlimmes." Gilbert nickte nur. Ächzend schlug sich seine Partnerin die Hände vors Gesicht und schüttelte schweigend den Kopf. "Keine Sorge! Das ist absolut sicher, solange er den Zünder nicht auslöst", beteuerte Gilbert. "Was danach passiert weiss ich allerdings nicht ganz so genau. Ich musste ein wenig improvisieren." "Sithspit... Hast du dir mal überlegt wie wir das unseren Bossen erklären, wenn du ihn in Stücke sprengst?! Oder noch besser; wie wir das seinen Bossen erklären sollen?" "Nur die Ruhe, wird schon schiefgehen." "Genau davor hab ich ja Angst."

Sharon blickte wieder seit einiger Zeit durch das Fernglas auf die Festung. Ihr Training und die Ornitologengene ihres Vater liessen sie trotz der Müdigkeit tapfer ihre langweilige Pflicht der Observierung erfüllen. Zumindest behauptete sie die Sache mit den Genen, die von Gilbert als völliger Schwachsinn abgetan wurde. Plötzlich festigte sich ihr Griff um das Fernglas und ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. "Da passiert was!" Damit riss sie Gilbert sofort ins hier und jetzt zurück. Die Müdigkeit der beiden war wie verflogen. Hinter der Brustwehr der Mauern kam Bewegung auf. Durch die spärliche Beleuchtung der Mauer war zu erkennen, dass imperiale Soldaten sich in Bewegung setzten und auf den Turm zu liefen. Kurz darauf begann das wehleidige Dröhnen der Alarmsirenen. "Er ist wohl doch nicht so gut, wie sie behauptet haben", kommentierte Gil, der mittlerweile sein eigenes Fernglas gezückt hatte. Die Flutlichter der Anlage blendeten für einen kurzen Augenblick die Ferngläser als sie ansprangen, bis diese die Lichtempfindlichkeit automatisch regulierten.



Ein Fenster im dritten Stock des Turms barst von innen. Glassplitter flogen durch die Luft und wurden vom Flutlicht in einen Diamantenregen verwandelt. Dicht dahinter schoss ein dunkler Gegenstand durch das Fenster, der anscheinend für den Glasbruch verantwortlich war. Es war ein schwarzes Bündel, das unförmig durch die Luft schoss. Als es das Flutlicht passierte war durch die Ferngläser zu erkennen, dass es sich dabei um eine Person handelte, die unkontrolliert durch die Luft flog und einen gelben Schweif nach sich zog. Auf halbem Weg zu Boden übertönte plötzlich ein ohrenbetäubender Knall die Sirene. Im hinteren Bereich der Kaserne, teilweise durch die hohen Mauern verdeckt, spielte sich eine gewaltige Explosion ab. Wegen des Lichtblitzes mussten die beiden Wachposten unter schmerzhaften Ächzen die Augen von den überreagierenden Ferngläsern nehmen. Kurz darauf spürten sie den Schlag der Druckwelle auf der Brust. Als sie wieder hinsehen konnten, erkannten sie wie übel die Anlage zugerichtet war, soweit die aufsteigende Rauchsäule das noch zuliess. "Ups...", entfuhr es Gilbert. Mit so einer Explosion hatte er wohl selbst nicht gerechnet.

Nachdem nun auch alle anderen Fenster des Turms zerbrochen waren, tauchte im ersten Fenster ein grosser Schatten im Gegenlicht auf. Der Schatten hatte das Format eines überdimensionierten Wampas. "Das sieht nicht gut aus", kommentierte Gil die Szene. Der Schatten ging etwas in die Knie und sprang kontrolliert aus dem Fenster. Ein kurzes Aufblitzen am Rücken und unter den Füssen vor der Landung deutete darauf hin, dass ein Jetpack oder ähnliches den Sturz bremste. Das Flutlicht, in dem die beiden Figuren sich befanden, offenbarte nun deutlich, dass es sich um eine Person in einem Exoskelett und den gelben Twi'lek Balnam handelte. Das Exoskelett hob seinen rechten Arm und ein heller, blauer Strahl durchschnitt die Dunkelheit. Von nun an ging es schnell. Die beiden Kontrahenten beharkten sich in einem wüsten Kampf. Die Kraft die das Exoskelett seinem Piloten verlieh musste Norru durch seine Geschwindigkeit wieder wett machen. Der Twi'lek wurde dennoch einige Male erwischt und grob durch die Gegend geworfen. Im Gegenzug musste der Pilot einige wenige Verluste an der Ausrüstung hinnehmen und verlor kleine Teile seiner Rüstung.

"Schnell, starte die Maschine, wir müssen ihn da rausholen!", schnauzte Sharon Gilbert an, damit beide endlich in die Gänge kamen. Sie hakten sich an einem Seil am Baum ein und liessen sich in kürzester Zeit auf den Boden. Durch die Hast vernachlässigten sie etwas die Vorsicht, wodurch sie vom einen oder anderen Ast eine gewischt bekamen oder dagegen knallten. Sie landeten kurz nacheinander auf der Hülle des kleinen Shuttles mit dem sie hier her gekommen waren. Es war gerade gross genug um drei Personen eine Weile zu beherbergen und mit mässigen Schilden und Bewaffnung ausgerüstet. Sie rutschten auf der Hülle nach unten und gingen so schnell sie konnten an Bord. "Sharon, warte an der offenen Luke, ich gehe im Tiefflug da rein." Seine Partnerin hakte sich flugs an eine Strebe im Shuttle um sich zu sichern, während Gilbert ins Cockpit rannte. Die Maschinen sprangen an und das Schiff hob ab. Die Geräusche die es dabei von sich gab, waren deutliche Zeugen davon, dass Gilbert nicht sanft mit der Maschine umging. Das Schiff stieg durch die Baumkronen in die Luft und Gilbert konnte sehen, wie der rote Beschuss von den Mauern auf die beiden Kontrahenten auf dem Boden im Kegel des Flutlichts einprasselte.

Norru nutzte den überdimensionierten Körper seines Gegners mitunter als Schild. Er hatte festgestellt, dass es für ihn am leichtesten war, wenn er so nahe wie möglich an diesem Klappergestellt befand. Einem Beschuss der Geschütze würde er unter Umständen nicht standhalten. Die Bewaffnung sah nach einem unangenehm grossen Kaliber aus. Und wenn sich der Soldat auf die Kraft seines Anzugs verlassen musste, hatte Norru wenigstens die Chance schneller zu sein. Das Metall war zu dick und robust um in einer einzigen, schnellen Bewegung durchtrennt zu werden. Also suchte er nach Alternativen, weiche Stellen, Kabel, hydraulische Verbindungen oder Ähnliches mussten doch zu finden sein. Hinter ihm hörte er, wie sich ein Schiff näherte. Während er sich unter einem Schwinger des Anzugs wegduckte, blickte er hinter sich und konnte das Schiff erkennen, mit dem sie hier hergekommen waren. Die Geschütze des Shuttles begannen die Mauern unter Beschuss zu nehmen, als es immer näher kam. Die Luke war offen, die Boardingrampe ausgefahren. Eine deutlichere Einladung musste er nicht bekommen. Der Pilot des Exoskeletts hatte das Shuttle ebenfalls bemerkt und richtete sein Geschütz am Arm darauf aus. Norru hob seinerseits die Hand und verpasste dem Geschütz einen Machtschub. Grösseren Schaden richtete er damit nicht an, aber es reichte, um den Schuss vom Ziel abzubringen. Nun musste er die Beine in die Hand nehmen. Er rannte vor dem Konstrukt davon und auf das Shuttle zu um mit einem Machtsprung die Rampe zu erreichen. Es war eng. Er rutschte mit einem Fuss auf der Rampe aus und konnte sich gerade noch fangen. Kaum war er an Bord, wurde die Luke geschlossen und Sharon rief durchs Shuttle: "Hau ab!" Daraufhin zog Gilbert den Steuerknüppel zurück und das Schiff ging in einen raschen Steigflug über.

Norru lehnte sich schwer atmend in seinen schwarzen Schutzanzug gehüllt an die Schiffswand. Er schwitzte und sein Brustkorb hob und senkte sich schnell. Sharon und er sahen sich eine ganze Weile stumm an. Der Frau stand der Stress ins Gesicht geschrieben. Neben ihr waren durch die Luke einige Blasterbolzen der Mauerbesatzung eingeschlagen. Aus dem Cockpit rief Gilbert: "Was hat da so lange gedauert?!" "Ich musste improvisieren!", blaffte der Jedi zurück. "Was bei den Sternen war das für eine Bombe? Ich dachte schon, mich hat‘s erwischt!" Die einzige Antwort die er erhielt war ein etwas beschämter Blick von Sharon. Das Schiff wurde getroffen, aber die Panzerung hielt dem Stand, was die Schilde nicht absorbieren konnten. "Hier", Norru warf Sharon einen Datenwürfel zu, "die Pläne, zumindest das, was davon übrig ist." Die Frau fing den Würfel auf: "Danke. Warum habt Ihr Euch nicht gemeldet." "Der Commlink war nach anderthalb Stunden hinüber." "Hinüber? Wie?!" Der Twi'lek zog die schwarzen Handschuhe aus und blickte aus den Augenwinkeln zu Sharon. Knapp antwortete er: "Stromschlag." Sharon fiel auf, dass er tatsächlich einige Verbrennungen am Hals davongezogen hatte, von diversen Schnittwunden am ganzen Körper und einem blauen Auge ganz zu schweigen. "... Ich hole das Medikit." Der Jedi nickte und wischte sich mit der Schulter das Blut-Schweiss-Gemisch von der Wange.
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Montag, 1. Februar 2016, 18:57

Scherben


Als die gewaltigen Zugangs- und Laderampen der Thranta-Korvette sich öffneten eilten sofort die ersten bereitstehenden Sanitäter herbei um die an den Luken vorbereiteten Patienten entgegenzunehmen. Nachdem diese erste Welle abgefangen worden war, strömten die Rettungskräfte ins innere des Kriegsschiffes um sich dort derer anzunehmen, die sich nicht mehr selbst bewegen konnten oder gar im sterben lagen. Erleichtert sahen die erschöpften Mediziner und Heiler des Schiffes, die stundenlang um das Überleben ihrer Patienten gekämpft hatten, ihren Kollegen entgegen und akzeptierten Dankbar ihre Entlastung.

Nachdem der erste Ansturm abgeflaut war, verliess Norru ganz an der Kante einer der Rampen das Schiff und betrat das Landepad, wo ihn bereits ein Offizier des republikanischen Militärs erwartete. "Captain M'barr, Sir", stellte sich der Duros-Soldat mit einem Salut förmlich vor und wirbelte sofort herum um dem an ihm vorbeistürmenden Twi'lek auf den Fersen zu bleiben. "Man hat mich zu Ihnen geschickt, um Ihnen zur Hand zu gehen." Die beiden steuerten auf einen Transporter zu. "Gut, Captain", begann Norru, "die Verwundeten müssen so schnell wie möglich in ein Krankenhaus gebracht werden und die Überlebenden zu den nächstgelegenen Büroräumlichkeiten des Ordens, inklusive Grundversorgung. Wir müssen auf sämtliche Ordenskanäle zugreifen können, die uns zur Verfügung stehen. Ausserdem muss ich mit jemandem reden, der sich dafür interessiert warum wir mit einem Schiff voller halbtoter Jedi nach Coruscant kommen." Mit gezücktem Datapad bestätigte der Duros jeden einzelnen Wunsch des Twi'lek. "Verstanden Sir", der Duros zögerte einen Moment, ehe er noch einmal zu dem Jedi sah, "...Sir?" "Ja?" Norru sah den Captain aus abgekämpften, ausgelaugten Augen heraus an. "Was ist passiert?" Norru kletterte, noch immer in volle Panzerung gehüllt, in einen der bereitstehenden Speeder. Während er sich hinsetzte antworte er in knappem Ton mit einem bitteren Beigeschmack: "Der Tempel ist gefallen." Aus grossen, roten Augen sah der Duros Norru an. Man musste kein Jedi sein um seine Verwirrung zu erkennen und er stammelte unbeholfen: "Schon... wieder?" Unter dem scharfen Blick des Twi'lek zuckte er zusammen und salutierte hastig. "Verstanden Sir! Fahrer, los fahren."
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Samstag, 23. April 2016, 17:34

Stolpersteine


In zerrissene, mit Dreck verkrustete und von Maschinenöl verschmierte Kleidung gehüllt, sass Norru auf einem Stein und hielt ein Messer in der Hand. Die Rechte fest um den Griff geschlossen, bearbeitete er einen jungen Baum. Der Jedi musste hier mitten in der Natur aussehen wie ein verschrobener Vagabund. Er entastete den Baum, befreite ihn von seiner Rinde und glich Unebenheiten aus. Norru arbeitete an diesem Stück Holz mit der gleichen Hingabe und dem gleichen kritischen Blick wie an seinem Lichtschwert, das nunmehr eine leere Hülle war; nicht viel mehr als ein seltenes Schmuckstück. Bei seinem Training auf diesem Planeten hatte sich das Holz dieser Bäume als hervorragend für die Verwendung als Waffe und Werkzeug herausgestellt und würde ihm als Stab gute Dienste leisten.

Ihr Weg hier her stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Sie waren aufgebrochen um wie einige andere eine neue Heimat für den Orden zu suchen. Doch schon kurz nach Antritt der Reise hatten sie einen Hilferuf erhalten und weitere Passagiere aufnehmen müssen. Eodoo inklusive Anhang mussten notfallmässig an Bord geholt und medizinisch versorgt werden. Norru wusste genau, wenn eine Reise schon so anfing, konnte das alles in allem kein gutes Ende nehmen. Er schabte mit dem Messer ein Stück besonders hartnäckigen Astlochs ab und schüttelte den Kopf.

Als nächstes wurden sie von Piraten aus dem Hyperraum gerissen und überfallen. Der Überfall hatte alleine durch die abrupte Bremsung viele Leben gekostet. Wichtige Systeme waren ausgefallen, die Schilde und Waffen sowie der Antrieb waren nutzlos und Captain und Crew arbeiteten unermüdlich daran, dass das Boot auf dem sie sich befanden nicht zerbarst. Die Piraten hatten sie im Würgegriff und konnten ihre Bedingungen diktieren. Vorräte, Waffen unterschiedlichen Kalibers und Daten aus dem Bordcomputer wollten sie haben. Das war zwar nicht angenehm, aber man konnte sich damit arrangieren. Nach einigem Feilschen konnte man sich darauf einigen, dass die Infinity im Gegenzug Ersatzteile erhält - mehrheitlich unnützer Schrott, wie es sich herausstellen sollte. Der Halunke verlangte ausserdem einen Lichtschwertkristall und erhielt Norrus. Er konnte und wollte von keinem der Jedi verlangen, seinen Kristall zu opfern.

Nun waren sie auf der Suche nach einem halbwegs sicheren Planeten gewesen, auf dem sie notlanden und Reparaturen durchführen konnten. Zwei Planeten kamen in Frage. Auf dem einen herrschte ein Konflikt, der andere war vergleichsweise primitiv. Sie entschieden sich für letzteren um dort in Ruhe arbeiten zu können. Wie ein Feuerball stürzte die Infinity vom Himmel um pflügte sich durch die bis dahin unberührte Natur. Sie hatten also einen eigentlich ruhigen, friedlichen Planeten aufgescheucht, was sie auch bald zu spüren bekommen sollten. Eine unfreundliche und aufdringliche Fauna war das kleinste ihrer Probleme. Hünenhafte Wesen hatten eine Patrouille angegriffen und es kam zu einem Konflikt mit ihnen den Jarok und Aak auszutragen hatten. Mit vergleichsweise primitiven Waffen ausgestattet stellten diese grossen Humanoiden aber kein nennenswertes Problem dar und bis anhin blieb es ruhig.

Norru stand auf und steckte sein Messer weg und betrachtete seinen neuen, etwa zwei Meter langen Weggefährten. Er begann mit einigen Katas des Kampfstils den er mit seiner Meisterin auf Rendili gelernt hatte. Das grössere Problem, vor dem sie nun standen, war eine Siedlung anderer humanoider Wesen. Die mässig fortschrittliche Spezies wurde von ihnen Kontaktiert, nachdem sie einen neugierigen Besucher verscheucht hatten. Als sie zu dritt dort hin gingen um sich vorzustellen, wurden sie empfangen und direkt zu einem spirituellen Führer gebracht, der ihnen von einer Prophezeihung erzählte, die besagt, dass jene, die ihnen Frieden und Erleuchtung bringen würden, in einem Feuerball vom Himmel stürzten. Ihren Erzählungen zu Folge, gab es klare Paralellen zwischen den Lehren der Jedi und den Glaubensgrundsätzen ihrer Gastgeber. Da sie sich aber vor den Antagonisten ihrer Lehre absichern wollten, wurden ihnen mehrere Prüfungen auferlegt, denen sie nun gegenüberzutreten hatten oder vernichtet würden. Zwei von ihnen sollten sich diesen Prüfungen stellen; die Wahl fiel auf Raryks und ihn. Bis dahin dauerte es noch einen Tag und Norru war entschlossen zu tun, was er tun konnte: sich vorbereiten und der Sache zuversichtlich entgegentreten.

Zufrieden begutachtete er den Stab nach einigen Treffern auf die Bäume und Steine im Umkreis und konstatierte, dass dieser Stab ihm gute Dienste leisten würde. Norru bückte sich und hob den zusammengefalteten Mantel auf. Während er in Richtung ihres Lagers zu marschieren begann, warf er ihn sich um und der Vagabund trottete zurück zum Schiff.
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Dienstag, 26. April 2016, 16:48

Tot




Sie waren als Gruppe hierhergekommen. Einige der Jedi blieben bei der Infinity und machten sich daran, notfalls so schnell wie möglich aufzubrechen um sich dem Zorn der Einwohner des Planeten zu entziehen, sollten ihre "Champions" an den Prüfungen scheitern. Von Soldaten wurden sie zu einem Platz geführt, an dem sie in Empfang genommen und zur weisen Frau gebracht wurden. Nach einigen Förmlichkeiten, Anweisungen und unverhohlenen Drohungen ging die Reise weiter. Neben ihm ging Sheda, die ausser ihm die Einzige war, die eine Waffe bei sich tragen durfte. Alle anderen mussten ihre Lichtschwerter am Eingang ab- und einigen neugierigen Wachen übergeben. Dieser Beutel voller Waffen musste auf sie wie ein Schatz aus einer Legende wirken, waren die Besucher selbst doch schon so etwas wie Sagenfiguren. Die Jedi waren hier, sich den Prüfungen des Klerus zu stellen, um zu beweisen, dass sie keine Gefahr für das Volk darstellten. Was Norru an der ganzen Sache am meisten bedrückte war, dass die Priester hier offenbar glaubten, sie seien hier um sie die Wege der hellen Seite zu lehren. Wie sie eine Ablehnung dieses Wunsches aufnehmen würden, blieb abzuwarten.

Die weise Frau führte die kleine Gruppe, von Wachen in vermutlich zeremonieller Rüstung beschützt, durch die Strassen der Stadt. Überall wurden sie neugierig von den Bewohnern der Häuser beäugt und begafft, obwohl sie offensichtlich vom Grossteil der städtischen Bevölkerung ferngehalten wurden. Von einem Marktplatz führte ihr Weg durch die Stadt in einen Bereich, der Meter für Meter immer antiker wurde, bis sie auf einen Platz gelangten, der von Fackeln gesäumt und von Wachen begrenzt wurde. Der Hohepriester erwartete sie bereits an der Kultstätte zusammen mit weiteren Mitgliedern des Klerus und einer Gardetruppe. Sie wurden aufgefordert vorzutreten und ihre Namen zu nennen, worauf ihnen noch einmal die Prüfungen vorgestellt wurden. Die weise Frau würde sie prüfen und ihren Begleitern stünden die Ehrenplätze zu.

Die weise Frau stand vor einem Tisch oder Altar auf dem sich mehrere Gefässe befanden sowie eine Zeremonienklinge lag. Die Prüflinge traten vor die Frau und erwarteten weitere Instruktionen. Die anderen beobachteten Norru und Sheda, dazu gezwungen diesem bizarren Schauspiel, das über Gedeih oder Verderb der Infinity und ihrer Besatzung und Passagiere entscheiden würde, beizuwohnen. Die Prüfung des Todes, durchgeführt an einem Ritualplatz am Rande einer Klippe, die so weit in die Tiefe stürzte, dass ihr Boden nicht zu erkennen war. In der völligen Finsternis der Kluft war lediglich ein schwacher Schimmer silbernen Lichts zu erkennen, dessen Ursprung jedoch nicht auszumachen war. Als die weise Frau die Klinge über Norrus Handfläche führte und sein Blut in einer Schale auffing, verzog er das Gesicht. Selbstverständlich gehörte bei so einem Prozess auch ein Blutritual dazu. Norru hatte wahrlich oft genug miterlebt, welche Auswirkungen okkulte Rituale wie diese nach sich ziehen können und der Gedanke daran reichte aus, um ihm einen Schauer über den Rücken zu jagen. Sie mussten beide ein Medaillon tragen, dessen Steine ein Eigenleben zu besitzen schienen nachdem sie mit ihrem Blut in Kontakt kamen und ein unnatürlich hohes Gewicht hatten. Kaum lag es ihm um den Hals fühlte er sich, als hätte man ihm ein Joch auf die Schultern gelegt. Haut und Muskeln protestierten gegen die Last und er kämpfte um eine aufrechte Haltung. Ihm fiel es schwer sich auf die Heilung seines Schnittes zu konzentrieren, so als würde ihm das Amulett die Fähigkeit nehmen, sich darauf zu fokussieren.

Die weise Frau befahl ihnen, jemanden aus ihren Begleitern zu wählen, der ihre Stütze sein sollte, jemanden, der ihre letzten Worte vernehmen sollten. "Padawan." Das war keine schwierige Entscheidung. Obwohl er jedem von ihnen sein Leben anvertrauen würde, war es Ashanea, die ihm am nächsten Stand. Sie war es, die sich ihm anvertraut hatte und sie war es auch, von der er am Meisten gelernt hatte. Sheda hatte Karag gewählt. Er kannte beide nicht gut genug, um sich ein Urteil darüber zu erlauben oder gar sich anzumassen zu verstehen, warum die Wahl auf ihn fiel. Die beiden Vertrauten mussten an ihnen vorbei an die Kante des Ritualplatzes treten. Jeweils eine Wache, Hünen in Panzerung, stellte sich neben die beiden. Die Togruta und der Twi'lek nahmen vor der weisen Frau Aufstellung, mit dem Rücken zum Abgrund. Sie sprach einige Sätze und erlaubte den Prüflingen sich an ihre Vertrauten zu wenden und ihnen letzte Worte des Abschieds zu sagen. Keine Zweifel. Kein Zögern. Nur Zuversicht und Widerstand gegen das Schicksal. "Ich bin stolz auf dich."

Sie mussten sich wieder vor der Frau aufstellen und erhielten die Schüsseln, in denen ihr Blut aufgefangen worden war. Darin befand sich nun eine silberne Masse mit roten Schlieren. Der Befehl war einfach: trinken. Sie taten wie ihnen geheissen und bereits bei der ersten Berührung zwischen seinen Lippen und der Flüssigkeit überkam ihn ein Taubheitsgefühl. Mit jedem Schluck machte sich das Gefühl der Taubheit weiter in seinem inneren breit und es fiel ihm zusehends schwerer sich auf die Entgiftung seines Körpers zu stützen. Es war ihm ganz unmöglich irgendetwas gegen diesen Zustand zu unternehmen. Alles um ihn herum verschwamm zu einer unscharfen Masse. Ein stechender Schmerz durchfuhr seinen Körper. Kein Schrei, er behielt die Beherrschung, ächzte und stöhnte aber als der Schmerz ihn dazu zwang sich zu krümmen. Es dauerte nicht lange bis er vom Schmerz und dem Gewicht um seinen Hals auf die Knie gezwungen wurde. Er versuchte sich seiner Umgebung klar zu werden, konnte aber nichts erkennen. Da wo sich eben noch sein Padawan befand ragte nun ein schwarzer Schemen über sie auf und drohte sie zu verschlingen. Er konnte nicht sprechen, seine Kräfte nicht nutzen. Körper und Geist kämpften verzweifelt einen aussichtlosen Kampf und verloren. Auf Knie und Fäuste gestützt musste er sich nach einer gefühlten Ewigkeit des Kampfes geschlagen geben.

Er fiel.
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Montag, 6. Juni 2016, 13:42

Dei Gratia




In ein schlichtes, weisses Gewand gekleidet sass Norru auf dem throngleichen Stuhl der Lehrmeister, erhöht auf einem Podest. Er war ein wenig hineingesunken, sein Ellbogen ruhte auf der Armlehne und die Faust stützte den von Gedanken schweren Kopf am Kiefer ab. Die Finger der anderen Hand trommelten monoton auf der Lehne und sein Blick lag auf einem willkürlichen Fleck des Bodens des gewaltigen Raumes. Das tuscheln der Priester und Adepten die immer wieder im Raum herum gingen und daran vorbei hatte er mittlerweile ausgeblendet. Sheda und ihm war die Macht über ein ganzes Volk in die Hände gelegt worden, weil sie die prophezeiten Gesandten der Götter waren. Ihr Glaube, ihre Wirtschaft, ihre Armeen... Gedeih und Verderb war ihnen anvertraut worden.

So viel in scheinbar so kurzer war geschehen, seit sie von der Klippe in die Finsternis gestossen wurden. Sie hatten sich Prüfungen unterzogen, die ihren Widerstand gegen die dunkle Seite und die Verinnerlichung des Kodex getestet hatten. Umgeben von einem dunklen Nebelmeer und Todeskälte gelang es ihnen nach ein paar Fehlschlägen, ein Schalterrätsel zu lösen. Der Kodex war der Schlüssel gegen die drohende Dunkelheit. Kaum hatten sie bewiesen, dass sie ihn kannten und die List durchschauten, lichtete sich die Dunkelheit und sie erkannten, dass sie nicht in eine bodenlose Hölle gestürzt waren, sondern in eine Schlucht, deren Boden keinen Meter weiter unter ihnen lag. Eine Prüfung des Glaubens.

Aus dem Tal gab es keinen Ausweg, doch es wurde klar, dass sie hier nicht die ersten waren. Überall fanden sie Überreste anderer Leute, wohl jener, die nicht so glücklich waren den Kodex zu kennen oder gar den Sturz überhaupt überleben zu können. Der Zustand der Überreste, zerschmettert, geborsten, gesplittert, erinnerte ihn daran, wie verflucht zäh ein Jedi doch war - der Macht sei Dank. Er fand einige Spielwürfel und nahm sie mit - Leichenfledderei. Sie waren gewiss gezinkt, doch bisher hatte er keine Gelegenheit sie zu testen. Warum er es tat, war ihm nicht ganz klar, aber es fühlte sich richtig an, sie mitzunehmen.

Als nächstes waren sie angegriffen worden. Spinnendroiden, repariert mit allen möglichen Materialien, selbst Knochen, die sie gefunden hatten gingen mit Vibrolanzen auf sie los. Sein Lichtschwert war nach wie vor ohne Kristall. Sheda, eine fähige Fechterin, konfrontierte die Droiden im Nahkampf, während er sich mit der Macht arbeitete um sie zu beschäftigen. Es war ein kurzes aber intensives aufeinandertreffen bei dem beide glücklicherweise unverletzt davon kamen. Am Ende der Schlucht fanden sie die Überreste eines alten Lagers, jedoch nichts von Wert oder etwas das ihnen weiterhelfen konnte.

Eine der Felswände fiel ihnen auf. Sie war anders und ein Blick durch die Macht offenbarte, dass es sich dabei um eine verschlossene Tür handelte. Sie war den Schlössern der Jedi in den Gewölben des Tempels ähnlich, wenn auch ungleich komplexer und grösser. Gemeinsam gelang es ihnen die feinen Hebel, Riegel, Schlösser, Schalter und Mechanismen in der richtigen Reihenfolge zu betätigen, bis sich das Schloss öffnete und die Tür einen Weg durch eine Höhle freigab.

In der Höhle wurden sie von Visionen, Eingebungen der Macht heimgesucht. Sie erfuhren, was auf diesem Planeten passiert war aus nächster Nähe, als Teilnehmer. Ein Ritter und sein Padawan waren - wie die Infinity und ihre Crew - auf diesem Planeten abgestürzt und schwer verletzt worden. Eines Nachts waren sie von den brutalen Einheimischen, mit denen die Infinity auch schon zu tun hatte, angegriffen und besiegt. Sie entkamen dem Tod nur, weil sie von den Leuten, die sie jetzt prüften, gerettet worden waren. Als es den beiden Jedi besser ging, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Haus brannte und einige Bewohner konnten sich nicht in Sicherheit bringen. Die Jedi nutzten ihre Kräfte um die Leute zu retten. In diesem Moment wurden sie für die Bewohner des Planeten zu Helden. Die Hoffnung jemals von der Republik oder dem Orden auf diesem Planeten gefunden zu werden schwand Monat für Monat, Jahr für Jahr. Irgendwann liess der Ritter alle Hoffnung fahren und sie begannen damit, dieses Volk anzuleiten, zu führen. Aus Gestrandeten wurden Lehrer. Aus Lehrern wurden Herrscher. Und als Herrscher schwangen sie sich in den Status von Göttern empor. Sie versuchten die Lehren der Jedi umzusetzen und ihrem Volk näher zu bringen. Über die Zeit wurden ohne die Anleitung der Jedi und nur auf die eigene Interpretation dieses Volkes gestützt aus den Lehren der Jedi eine Religion von Göttern, ihren Boten und falschen Propheten - Jedi und Sith. Eines Tages würden die Boten der Götter mit einem Feuerball zurück auf ihren Planeten kommen, und würden die Erleuchtung mit sich bringen. Ein Machtgeist, das Phantom des alten Padawans, hatte ihnen dies alles gezeigt, damit sie verstehen konnten, was hier vor sich ging.

Nachdem sie gesehen hatten, was sie sehen mussten, verliessen Sheda und Norru die Höhle wieder. Auf dem Weg nach draussen fanden sie einen aufgebrochenen Lichtschwertgriff. Es war die Waffe des Padawans und der Kristall war noch intakt. Sheda zeigte keine Reaktion, er war ihr wohl gar nicht aufgefallen, doch für ihn leuchtete der Stein hell und es schien, als wollte er gesehen werden. Die Macht hatte mit ihnen bisher so viel Schabernack getrieben, dass Norru sich dazu entschloss sich darauf einzulassen und fügte den alten Kristall in sein nutzloses Schwert ein. Es funktionierte.

Es war erstaunlich, wie nah diese Prophezeihung doch an der Wahrheit war. Sie waren Jedi. Sie waren in einem Feuerball hier her gekommen, zumindest musste es aus der Ferne so ausgesehen haben, als die Infinity halbwegs unkontrolliert in die Umlaufbahn des Planeten eintrat und eine Schneise der Verwüstung über die Oberfläche zog. Dass die Bewohner der Stadt glaubten, ihre Prophezeihung hätte sich endlich erfüllt, nachdem so viele falsche Propheten angekommen waren, war nur natürlich. Sie wussten nicht mehr, was die Jedi wirklich waren. Für sie waren die Jedi Götterboten die hier waren um sie zu führen. Nun hatte man Sheda, ihn und ihre Begleiter in einer Zeremonie an die Spitze ihrer Religion gesetzt. Sie mussten sich vor der versammelten Bevölkerung rituell waschen. Ihnen wurde ein künstlicher Padawanzopf aufgesetzt, nur damit er Sheda und Ihm wieder wie bei einem Ritterschlag abgenommen werden konnte.

Wie sollte es nun weitergehen? Sie konnten nicht hier bleiben und schon gar nicht die Götterboten dieser Leute hier sein. Sie waren Jedi. Richtige Jedi. Sie führten eine hitzige Diskussion. Sheda schien lange nicht einsehen zu wollen, dass es sich hierbei nicht um aufgeklärte Corscuanti handelte, denen man mit Vernunft und Logik begegnen konnte. Dass es sich um tief gläubige Leute handelte, deren Heilsbringer in direkter Übereinstimmung mit einer alten Prophezeihung zu ihnen gekommen waren schien sie nicht begreifen zu wollen oder zu können. Nach Norrus auffassung war es wichtig, erst einmal mitzuspielen, sich in eine bessere Position zu bringen und dann zu sehen, wie man sich aus der ganzen Sache herausziehen konnte. Sheda war der Meinung, mit diesem Missverständnis aufräumen zu müssen, dass es das wichtigste sei so schnell wie möglich die Wahrheit auf den Tisch zu bringen. Auf Norru wirkte es, als wäre es ihr völlig egal, dass sie damit das gesamte Glaubenssystem dieser Leute mit Füssen treten würde. Irgendwo hatte Sheda recht, aber so einfach würde das wohl nicht sein. Die Einheimischen machten überdeutlich, was passieren würde, wenn sich herausstellte, dass es sich bei ihnen nicht um die Auserwählten Boten handelte.
Sie diskutierten hin und her, im Kreis und wieder zurück, bis sie sich auf einen Mittelweg einigten. Sie rechneten sich die besten Chancen aus, hier wegzukommen und gleichzeitig das Missverständnis aus der Welt zu räumen und die Leute über ihre Götter zumindest weitestgehend aufzuklären, ohne horrenden Schaden anzurichten, wenn einer von ihnen hier blieb. Er bot sich an, doch Sheda bestand darauf auf dieser Kugel zu bleiben. Nach der abschliessenden Zeremonie, der Salbung, hatte Norru in die Theaterkiste gegriffen und den Hohepriester informiert. Er war überrascht, erhob jedoch keinen Einwand. Es war offenbar genug gewesen, ihm zu versichern, dass der Gelbe Götterbote seine Beste bei ihnen lassen würde, und die anderen Padawane wieder mitnehmen würde, Ritter Jarok und Nelur eingeschlossen.

Er schmunzelte. Jarok hatte überhaupt kein Verständnis für die Situation. Er weigerte sich, den Ritus länger als nötig über sich ergehen zu lassen und wäre dafür fast "entfernt" worden. Er hatte sich bereits bei der Waschung geziert, sich vor versammelter Mannschaft auszuziehen und durch das Wasser zu waten. Er war ein junger Ritter, der offenbar noch viel über Demut und Respekt lernen musste. Dass Efroy und Karag während des Ritus zu Padawanen degradiert worden waren hatte Norru amüsiert, auch wenn er versuchte es sich weniger anmerken zu lassen als Ashanea oder Shiori.

Norru schickte seine neuen Padawane zurück zum Schiff, um die Reparaturen zu beenden und den Abflug vorzubereiten. Nun sass er hier auf dem Thron. Als Götterbote über alle anderen erhoben, mit der Macht über ein ganzes Volk in der Hand. Er vertraute Sheda. Sie würde das richtige tun und nicht den gleichen Fehler begehen, wie die Jedi, die vor ihnen hier her gekommen waren. Er war sich sicher... fast. Sheda war leidenschaftlich, so viel war während der Diskussion klar geworden. Sie war fähig und wusste sich einzufügen. Er war sich fast sicher, denn sie hat einen starken Charakter. Fast sicher. Macht verdirbt den Charakter.
Wo ein Wille ist, ist auch ein "oder".
- Colonel Jack O'Neill

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Samstag, 10. März 2018, 10:46

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In der Nacht konnte man sie am Besten sehen. Ausgebrochene Feuer, die Lichtkegel der Lampen von Plünderern und Gangs, bunte Lichtblitze die scheinbar lautlos in der Ferne hin und her flogen und ein Leben nach dem anderen auslöschten mischten sich mit den kleinen Lichtern von Photorezeptoren und Kontrollleuchten der Droiden, den Funken von Fahrzeugen mit Fehlfunktion und Notbeleuchtung die langsam aber sicher erstarb. Norru war auf einem grossen Trümmerhaufen auf einem Stück Mauer niedergesunken und betrachtete das auf zynische Weise hübsche Bild. Sein Gesicht war von Blut, Schmutz und Schweiss verschmiert, sein Atem ging schwer und die Müdigkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er vergrub sein Gesicht in den Händen, die Ellbogen auf die Knie gestützt und ächzte lang. Es war kalt. Das einzige das ihn in den letzten Stunden warm gehalten hatte, war die ständige Bewegung, das Adrenalin, der dauernde Kampf vorwärts zu kommen. Seinen Mantel war er schon lange losgeworden, aber er war ohnehin nur im Weg gewesen.

Nach einem sehnsüchtig erwarteten Moment der Stille fuhr er mit den Händen über sein Gesicht und die Stirn. Ein weiterer Seufzer kam ihm über die Lippen, als sein Blick auf das vordere Bruchstück der zerteilten Lichtschwertlanze fiel, die etwas weiter vor ihm im Dreck lag. Der abgekämpfte Twi'lek stand auf und ging ein paar Schritte um den Metallzylinder aufzuheben. Für einen Moment ruhte sein Blick darauf und er verlor sich in Gedanken, ehe er seinen Blick löste und schweifen liess. Um ihn herum lagen die Überreste von Droiden wahllos zerstreut, es war nicht auszumachen, welche Stücke zusammengehörten. Unter einem grösseren Trümmer halb verdeckt von Schutt konnte er einen goldenen Panzerhandschuh erkennen. Norru hob den Kopf wieder und sah sich um; er kam aus Westen und musste nun weiter nach Osten. Nocheinmal rieb er sich das Gesicht mit einer Hand und kämpfte erfolglos gegen ein Gähnen an. Der Metallzylinder wurde achtlos weggeworfen. "Fünf Minuten. Weiter, alter Mann. Teya wartet."
Wo ein Wille ist, ist auch ein "oder".
- Colonel Jack O'Neill

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Norru« (11. März 2018, 19:29)


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