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  • »Galvany« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 41

Wohnort: Tempel

Beruf: Jedi - Anwärter

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Sonntag, 17. März 2019, 18:16

[Galvany] Ich will kein Lichtschwert

Großartig. Es regnet wieder.

Ich muss schon eine Weile hier stehen, denn mein Zopf hat sich gelöst. Und auch, wenn ich der Meinung bin, dass meine Haare das letzte Mal als ich nachgesehen habe kürzer waren, und mir nicht über den Rücken und die Brust fielen, habe ich in diesem Moment eindeutig größere Probleme. Ich bin zu Hause vor unserem Haus, und es regnet in Strömen auf das Dach, die schlammigen Wege und die Felder. Muss Spätsommer sein. Ein Jahr für Nachtschattengewächs. Es ist etwa der Zeitpunkt, als mir so im Hinterkopf der Gedanke kommt: 'Da stimmt doch was nicht.' Und ich bin ganz irritiert. Sehe mich um. Der Schuppen ist doch... bei dem Sturm zerstört worden und wir hatten ihn woanders.. hinter dem Haus wieder aufgebaut? Ich wage einige Schritte auf den Felderrand hin. Oryza Sativa? DAS ergibt keinen Sinn. Wächst in feuchteren Regionen. In Wärmeren. Aber nicht ... bei uns ist es zu kalt dafür! Und hier wächst dieser verdammte Reis so vor sich hin. Sieht nach einer guten Ernte aus. Neeeeiin, das ist so wohl kaum richtig. Und da fällt mir dann auf, dass mehr nicht richtig ist. Die Farben sind anders. Fließen ineinander über. So bewölkt wie der Himmel ist, dürfte ich eigentlich kaum mehr als zwei Meter weit sehen in diesem Regen. Als würde der Welt meine Empörung darüber auffallen, grollt und donnert es weit oben, nicht weit entfernt und ein Blitz schlägt irgendwo bei unseren Nachbarn ein. Jedenfalls WÄREN dort die Nachbarn. Wenn das hier Realität wäre. Ist es aber nicht. Ich träume eindeutig. Eine Silhouette. Sehe sie auf dem Feld. Kommt mir bekannt vor und ich stürze darauf zu. Renne hinterher. Die bewegt sich nicht, aber ... irgendwie komme ich nicht näher. Der Regen beginnt langsamer zu fallen. Sollte ich jetzt nicht aufwachen? Ich WEISS, dass das ein Traum ist! Wach auf! Ich höre den Donner. Plätschernder Regen. Dominierend in meinem Gehör. Dann kommt die Silhouette auf einen Schlag näher. Ich wusste es. Sie ist es, und ich will auflachen, doch sie stößt mir etwas entgegen und erschrocken stolper' ich zurück, meine Hand hebt sich und mit einem intensiven Rauschen entlädt sich die Waffe darin und fetzt die Gestalt, die auf mich zukommt auseinander. Regen ändert seine Farbe. Er wird rot, und ich rieche und schmecke Eisen. Ihre Silhouette beginnt zu brennen und sie brüllt fauchend auf, stürzt sich auf mich, und ich drücke erneut ab. Das Rauschen brennt durch meine Ohren, sie verschwindet in züngelnden Flammen, spüre etwas an meinen Beinen. Meine Brüder, meine Schwestern, sie krallen sich in Hosenbeine. Nur die oberen Hälften ihrer Körper, und sie sind nackt und dürr, nur Haut und Knochen, mit eingefallenen Gesichtern, und ihre schwarzen Schlünde starren mich an. Wieso wache ich nicht auf?! "... komm' zurück...", krächzt eine mir wohl bekannte Stimme aus einem Mund hervor, mit nur wenigen Zähnen, und diese treibt er in meinen Unterschenkel. Der brennende Schmerz lässt mich jaulen und ich richtige die Waffe auf ihn. Ist nur ein Traum! Nur. Ein. Traum. Und dann taucht Vater auf, packt meine Hand mit der Waffe und meine Kehle, und er drückt mich an sich heran, während meine Geschwister weiter daran arbeiten mich hinab ins Wasser zwischen den Reispflanzen zu ziehen. "Nur ein Traum?!" Seine Stimme grollt tief und hallt in meinem Schädel nach. "Den ganzen Tag bist du in einem Traum, einem Traum der für dich zu einer Wirklichkeit geworden ist. Große Taten liegen vor dir, ein großes Schicksal, ein Glaube an etwas mehr als nur die Mäuler deiner Kinder durchzubringen." Er glüht wie Feuer, der blutende Regen geht in Flammen auf, die Angst ist das Einzige was mir Kälte über den Rücken bringt, als einzige Abwehr gegen die fürchterliche Hitze. Mein Vater hat Hörner, ist dünner, und ein Loch klafft in seiner Brust. "Du lässt es dir gut gehen, nicht wahr? Zum Sterben hast du uns verurteilt. Geschützt und gefüttert haben wir dich, ein Dach über dem Kopf hast du bekommen, und jetzt, da wir alle unter der Erde sind, glaubst du, du hast nichts von der Schuld zu begleichen? Dann hör mir mal gut zu! Mein Kind! Wir Toten, wir vergessen nicht!" Ich spüre, wie er meine Haut zum Schmelzen bringt, ich spüre es. Ich spüre wie ich herabgezogen werde, unter die Erde, und ich brenne und Schmelze, und er zwingt die Waffe, während er sich über mich beugt, an meine Schläfe. "Du hast keine Erlaubnis zu vergessen. Du hast keine Erlaubnis dein Blu-"

Ich drücke freiwillig ab und schlage mit einem Gefühl völliger Kälte die Augen auf. Ich fühle mich nassgeschwitzt, richte mich auf und angle schnell nach meinem Licht. Schnell. Schnell. In meiner Panik fummle ich mehrmals am Schalter vorbei, ehe ich ihn mit meiner Faust erreiche. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich hasse diesen Traum. Schaue auf meine Hände. Zittern wie verrückt. Ai steckt ihren Kopf vom Bad herein und guckt mich an. "Oha. Scheiße geschlafen?" Reibe mein Gesicht. "... mh-hm." Sie streicht sich's Haar zurück. "Is' ja ätzend. Bin gleich fertig." Die weiß schon, dass ich nicht darüber reden werde. Gut so. Und während sie sich die Zähne putzt, fällt mir auf, dass ich schon wieder eingenässt habe. Dreck.

Nachdem ich mich versteckt um das Problem gekümmert habe und duschen konnte, putze ich mir die Zähne und trete frisch bekleidet aus unserer Kammer. "Gu-ten Morgeeehn, Anwärter!", ertönt es metallisch-melodisch von rechts, zucke zusammen und glotze den Ritter Yba'sukog an. "... oh. Hab' ich dich erschreckt?" Er ist ein Alien, aber ich habe keine Ahnung was für eine Spezies. Sieht aus wie eine überdimensionierte Ameise in humanoider Form, und er braucht eine Art Maske die ständig in seinem Gesicht klebt. Ist er überhaupt ein ER? ... Na. Spielt auch keine Rolle. Ich ignoriere ihn und gehe in Richtung Cantina. Ai und Leslie sind schon zur Hälfte mit dem kargen Mahl durch, nur er schaut auf als ich mich dazu setze. "... immer noch unter strenger Bewachung, Häftling?", grinst er und kriegt von Ai eine Handkante auf die Stirn. "Ah! Warum denn?!" Gucke zwischen Beiden hin und her. "Na, ich war noch nicht fertig! Hör mir verdammt nochmal zu, und stell' dem Häftling keine blöden Fragen!" Witzig. Ich schneide beiden eine Grimasse. "Worum ging's denn?", locke ich mal heraus. Ai stiert mich missmutig an. "Les glaubt nicht, dass ich ein pinkes Lichtschwert haben kann." Starre sie an. "Das ist halt 'SO' ein Schwachsinn. Im Ernst. Dann kann dich doch niemand mehr Ernst nehmen. Dann halten die dich doch nur für eine... uh. Ja diese girly Fanboys von diesen albernen Popsängern!" Sie zeigt mit einem Göffel an dem eine Kartoffel (Solanum tuberosum) hängt auf ihn: "Vielleicht bin ich ja genau das? Ich versteh' nicht wo das Problem sein soll. Pff. Du willst 'grün'. Das hat doch fast jeder. Grün ist langweilig." ... "Grün ist die Farbe der Diplomaten?", mault er. "Wenn ich ein Ritter bin, dann lege ich RICHTIG los. Im Senat werde ich dann sein!" Bin mir nicht sicher, ob das so richtig ist, aber die Beiden wissen tendenziell mehr von der Galaxie als ich, also halte ich mal die Klappe. "Das sind doch nur alberne Konventionen. Oder sowas. Wer will denn uniform zum Rest der Gesellschaft leben?" Ai steckt sich die Kartoffel in den Mund, zerkaut sie, während Leslie mir wortlos seinen Brokkoli (Brassica oleracea) andrehen will. Normalerweise würde ich annehmen, aber mir ist der Appetit vergangen. Vermutlich keine schlechte Idee einfach mal zu fasten. Schüttel' nur den Kopf. "Ich glaub' Jedi tun das vom Orden her im Grunde bereits?", hält er dann gegen an und Ai schüttelt fast sofort den Kopf. "Quatsch. Wenn wir hier korrigiert werden, dann nur, weil es der Ausbildung im Wege steht. Man kann auch ein total individueller, uh... eigenständig denkender Jedi sein." Les: "Ach was. Selbst denken sollen wir sowieso." Und Ai hebt die Hände über ihren Kopf, gewinnend sagend: "Und wenn wir selbst denken sollen, dürfen wir auch selbst entscheiden, und wenn wir selbst entscheiden, dann darf ich auch ein pinkes Lichtschwert haben." Überlege kurz, frage dann: "Du magst Pink doch gar nicht?" Sie sieht zu mir herüber und grinst. "Genau DAS ist ja der Punkt." Kapier' ich nicht, aber ich bin zu müde mich darüber zu beklagen.

"Gar kein Hunger?" Schüttle den Kopf. "Nah. Werde mal ein wenig fasten. Brauch' ja nicht viel Power zum Meditieren." Les zieht eine Grimasse. Er ist kürzlich siebzehn Jahre alt geworden, kommt offenbar von Coruscant und war da in einer großen mittelständigen Familie, meine ich. Seit knapp zehn Jahren beim Orden. Ai ist fünfzehn, auch wenn sie aussieht wie Neunzehn, bereits größer als ich und, laut eigener Aussage, Epicanthix. Weswegen sie so groß ist. Habe sie mal gefragt was das für eine Spezies ist. Sie meinte nur: "Keine Spezies. Das bin NUR ich!" ... Glaube nicht, dass sie einer ist. Ich denke eher sie erzählt viel Müll, wenn sie sich unsicher fühlt. Lasse es ihr durchgehen. Bin ja jetzt nicht der Richter unter den Anwärtern. Absolut nicht. "Hängst immer noch im Sonderplan fest, huh? Mega-Ätzend. Wer trägt mich denn nach dem Lauf später zurück?", fragt Leslie und grinst. Ich zeige auf Ai. Und die droht mir mit ihrem Göffel. Als die Beiden fertig sind, steht Ai bereits auf. Tue es ihr gleich, nachdem ich mir meinen Zopf gebunden hab'. Trage ein rotes Haarband, seit ich das Alte gestern im See verloren habe. Sieht natürlich bescheuert aus. Aber gut. Les hält mich auf und fragt mit einer Hand an meinem Handgelenk: "Ganz vergessen zu fragen: Welche Farbe willst du später haben?" Ich überlege kurz und zucke mit den Schultern. "Keins. Ich will kein Lichtschwert." Er runzelt die Stirn und lässt mich los, steht dann selbst auf. "Wieso'n?" Zucke mit den Schultern und lasse ihn mit der fehlenden Antwort zurück. Gucke den Jedi an, der bereits auf mich wartet: "Und?", flötet er durch seine Maske metallisch, aber irgendwie fröhlich. "Aufgegessen?" Also entweder hat er einen besonderen Sinn für Humor, oder er kann mich nicht leiden. Was ich ihm nicht vorwerfen würde. Behandle ihn ja ziemlich scheiße, objektiv betrachtet.

Folge ihm dann zur Meditation.

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Kelron (17.03.2019), Shifty (18.03.2019), Xine (19.03.2019)

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2

Montag, 8. April 2019, 13:00

Es schneit.

Erst noch irritiert, kommt die Offenbarung recht schnell. Ich träume. Natürlich. Wann ist das letzte Mal gewesen, dass ich einfach eine Nacht lang durchschlafen konnte? Kann mich nicht erinnern. Sehe mich um. Eine Wiese. Oder ein Feld. Sehr flach. Kann nicht besonders weit sehen. Wegen dem Schneetreiben. Mir ist kein Stück kalt. Blinzle und jemand steht vor mir. Hä. "Zirasu. Was machst du in meinem Traum?" Die grüne Haut des wandelnden Daten-Lexikons schaut mich nur an. Trägt eine Robe für längere Reisen. Ist sie in meinem Traum schon vollwertiger Jedi? "Mh. Glückwunsch.", wünsche ich ihr in Ermangelung einer besseren Idee. Moment. Ist es vielleicht 'DIE' Art von Traum? Ohhh... ich glaub' nicht, dass ich mich damit so gut fühlen würde! Also. Vermutlich schon, aber später bestimmt nicht. Und. Ist ja nicht so als hätte ich eine Kammer für mich allein. Stelle mir kurz vor wie Ai wohl gucken würde, wenn ich... ne ne. Lieber nicht. Schüttle den Kopf. Hebe meine Hände: "Tschuldige, aber uhm... ich weiß, ich habe dich gefragt, und du hast in der Realität 'Nein' gesagt, also... würde ich mich nicht besonders wohl damit fühlen, wenn..." Sehe ihr Lichtschwert. "..." Sie tritt auf mich zu. "... natürlich." Und während sich ein Schauer über meinem Rücken ausbreitet wandelt sich der fallende und liegende Schnee um uns herum, ausgehend von Zirasu und mir in rote Farbspektren. Es wird dunkler. Düster. Alles ist rot. Dann entzündet sie ihr Lichtschwert und geht auf mich los. "Ah!" Ducke mich unter dem ersten Hieb. Rolle zur Seite, nehme ihr mit einem Tritt den Halt, bringe den nachsetzenden Schwung aus seiner Bahn. Der zischt nur knapp an meinem Gesicht vorbei. Werfe mich nach hinten. Dann erneut zur Seite, gefolgt von einem Zurücklehnen in überhöhter Geschwindigkeit um einem Stich zu entgehen, der sich als Ziel meine Schulter aussucht. Es brennt grauenhaft. Im nächsten Moment rieche ich mein verschmortes Fleisch. Drehe herum, trete aus und sie taumelt nach rechts. Stoße mich ab, ramme den Zwerg um. Fixiere ihn am Boden, schlage die Waffe aus ihrer Hand. "Hör auf!", ruf' ich dem sich windenden Ding zu. Ist nicht Zirasu. Ist ein Zabrak. Und er weint und starrt mich an. "Warum hast du mich umgebracht?!" Schrecke zurück.

Gefühl des Fallens. Alles fällt in mir zusammen. Dann schlage ich auf dem Boden auf und die harte Realität holt mich ein. Liege auf dem Boden meiner Kammer. Pochender Schmerz an meinem Kopf. Greife hin, merke: Mein Arm ist eingeschlafen. Muss drauf gelegen haben. "... uuurgh.." Ai sieht mich, sitzend auf der Kante ihrer Koje an. "Mann. Ganz schön Turbo, Häftling." Werfe ihr einen Blick zu. Sie grinst. Stehe auf und setze mich auf meine Kante. Reibe mir mit der funktionierenden Hand den Kopf, während der andere Arm nutzlos herabhängt und auf meinem Schoß ruht. "... wie spät?" Sie wirft einen Blick auf ihr Pad. "Exakt: Null Vier Hundert und Fünf." Mir ist irgendwie schlecht und das Licht von Ais Kammerseite hilft mir da nicht unbedingt weiter. "Könntest du..." Deute so in Richtung davon. Sie guckt hin. Dann wieder zu mir. "Ich könnte schon." Starre sie an. Sie starrt zurück. Ah. Verstehe. "Ich hab' dich geweckt." Ai nickt. "Jep." Ziehe eine Grimasse. "Und jetzt bist du sauer." Schulterzucken von ihr. "Ein wenig." Brumme: "Sauer genug, meine Kopfschmerzen anhalten zu lassen." Schmales Lächeln ihrer Seite. "Oh ja!" Kann meinen Arm wieder halbwegs gebrauchen und kämpfe gegen das bescheuerte Gefühl an. Stütze mich auf meine Knie und gucke grimmig rüber. "Klingt nicht besonders 'Jedi', was du da tust." Ai schiebt sich auf ihr Bett, in den Schneidersitz und wippt nach links und rechts, wobei ihr Kopf immer wieder kurz das Licht von ihrer Lampe unterbricht. Miststück. "Ich bin ja auch noch kein Jedi!" Dem kann ich wenig entgegensetzen, nutze also meinen Alters-Vorteil der Vernunft und hebe die Linke: "Hör mal. Tut mir Leid, dass ich dich geweckt habe. War keine Ab-" Sie unterbricht: "Ist mir egal." Starre sie an. "Was?" Ai wiederholt schulterzuckend: "Ist mir völlig egal, was du sagst. Ich bin kein Idiot. Du hattest neun Wochen. Neun Wochen ist das nun her, und du warst KEIN EINZIGES Mal beim Geistheiler." Lasse die Hand sinken. Spüre auch ohne die Macht, dass Ai sauer ist. Also. Richtig sauer. Habe wieder das Gefühl des Fallens. "Häftling. Galvany. Im Ernst. Das geht nicht. Tatsächlich ist es mir völlig egal, was du gemacht hast. Was dir passiert ist. Es. Ist. Mir. Egal. Und nein. Das hier ist kein böser Traum. Nur die Realität. Und ich konnte es noch nie leiden, wenn irgendwelche 'Drama-Queens' die Galaxie für sich gepachtet haben. Hast du dir mal selbst zugehört, im Unterricht? Oder zugesehen? Wie scheiße du dich benimmst?" Oh Mann. Versuche mich zu verteidigen: "Ai, ich habe nie um Aufmerksamkeit ge-" Sie unterbricht: "Du hast sie aber. Warum? Weil die Meister, die die UNS etwas beibringen wollen, merken, dass bei dir was nicht ganz auf Kante gebügelt ist. Und ja. Manche derer Köpfe sind vielleicht mit Stahlwolle gefüllt, aber die Meisten _sicher_ nicht." ... "Und ja. Ich dachte mir am Anfang: Ist schon in Ordnung. Macht Sinn, dass sie sich so verhält. Kein Ding. Aber jetzt. Jetzt ist auch mal gut." Ich senke den Blick und führe gegen an: "... ich habe jemanden umge-" Ai unterbricht mich.

"Heul doch." Schaue auf und begegne ihrem Blick. "Habe dich beim Umziehen gesehen. Ich weiß wie alte Operationsnarben aussehen. Sind'n Haufen Knochenbrüche, nicht? Brauch' dir also nicht zu sagen, dass das Leben verdammt hart ist. Grausam und Ungerecht. Mein Dad sagt, dass man im Leben versuchen muss, die stärkste Person auf einer Beisetzung zu sein. Dass... dass man versuchen soll, die ganze Tragödie, die das Leben ist, zu verbessern. Dass man es _für alle_ besser machen soll. Nicht schlimmer. Galvany. Du bist nicht cool, wenn du zynisch bist. Du zeigst nur, dass du aufgegeben hast. Kapier' verdammt nochmal, dass..." Ai schlägt gegen die Wand bei ihrer Koje. "... der ganze Laden hier. Dass der versucht Leiden zu verringern, statt darüber zu lachen oder es zu vergrößern! Also kneif' deine Arschbacken zusammen und hör auf ihn wie Dreck zu behandeln!" Sehe, dass Ai jetzt weint. "Und wenn du gehen willst, dann verpiss dich. Aber hör endlich auf!" ... Manche Kinder haben's echt drauf. Sage ihr das, und sie muss'n wenig lachen, während sie sich die Tränen wegwischt.

Schweigen eine Weile. Dann stehen wir auf. Gehe zuerst duschen. Dann zum Schrank und suche meine Tunika und mein Zeug zusammen. Zieh's an. Mein Gürtel fällt runter. Okay. Mir ist schon aufgefallen, dass das Zeug immer weiter wird, aber jetzt übertreibt's ein wenig. "AAaaai?", frage ich in Richtung Bad. Sie steckt ihren Kopf durch die Tür in dem eine Bürste in den Locken festsitzt. Zeige ihr mein Problem. "Das ist normal für einen Häftling. Die nehmen immer ab.", behauptet sie und ich starre sie an. "Ich sehe total albern aus. Als würde ich ein Zelt tragen!" Meine Beschwerde stößt auf ein Grinsen. Verenge den Blick: "Und ich glaub' ich bin jetzt größer als du." Grinsen hört auf. "Blödsinn!" Geht in ihrem Handtuch heraus und stellt sich vor mich. Guckt. Ich hebe eine Hand zu meinem Kopf. Sie tut's mir nach. Dann flucht sie. "Nimm' eben erstmal was von mir. Oder so." Sie drückt mir was in die Hand und geht zurück ins Bad. Breite das auf meinem Bett aus und reibe mir den Kopf. "Auch gut." Ziehe mich um. Passt gerade so. Klamotten die tendenziell eher weiter geschnitten sind. "... danke, Ai." Sage ich ins Bad. Sie zeigt mir den Finger. Trete aus meiner Kammer und die Ameise erwartet mich. "Guteeen Moooorgen, Anwärter!", flötet er wie immer gut gelaunt durch seine Metallmaske. Oder ihre. Ich starre ihn an. "..." Er legt den Kopf schief.

Verbeuge mich regelkonform vor ihm. "Guten Morgen, Meister."
Jetzt starrt er mich an. "Wenn's Angebot noch steht, würde ich gern den Geistheiler aufsuchen."
Und er nickt.

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