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Sonntag, 26. August 2018, 20:57

23 NVC - Genesis

Blau-Grüne Augen blickten kühl in das endlose Grau des Himmels. Nur langsam hob und senkte sich der von Nachdenklichkeit erfüllte Körper. Langsam blickte er hinab und setzte den Stift an.

Xines Tagebucheintrag
Viel zu lange schon habe ich mich davor gedrückt wieder einen Eintrag zu erfassen, vor allem mich überhaupt mit derlei zu beschäftigen. Irgendwie kam nie der richtige Moment, die richtige Muse oder mir viel einfach nichts ein, was mich bewegte. Das hat sich nun aber tatsächlich schnell geändert. Ich glaube das Tagebuch hilft mir meine Gedanken zu sortieren und eine Ruhe zu erreichen, die ich im normalen Gespräch nicht erlange. Vielleicht war das Meister Dresarius Gedanke hinter dieser Aufgabe. Vielleicht sollte ich einfach etwas dadurch runter kommen.

Wenn ich manchmal in Gedanken abdrifte In letzter Zeit kommt mir bei meinen Meditationen eine Art Einsicht, oder ist es doch eher Reue? Ich weiß es nicht, aber wenn ich in die Macht eintauche erhasche ich einen Überblick über die Entscheidungen der Gegenwart und Vergangenheit. Es fühlt sich wie tausend Fäden an, die sich durch die Bilder meines Lebens ziehen und mir verdeutlichen welche Entscheidung zur welchen Konsequenz geführt hat...


Der Wind wirbelt durch die Nase in den Körper herein. Mit geschlossenen Augen bebt der Körper durch die aufkommende Energie, erhebt sich, regt sich und senkt sich wieder als die Luft den Leib durch den geöffneten Mund verlässt. Es riecht nach Feuer und Chaos. Zweifelsohne tat das Lagerfeuer im Rücken seinen Beitrag doch waren es eher die Rufe und Klänge von Forthan. Chaotische Seelen in verzweifelten Momenten mit der Briese von Neugier all jener, die zu gucken konnten. Langsam hob er den Kopf wagte ihn zu den Seiten und blickte auf die mit rot durchzogene Altstadt. Der Kälte entgegnete nur die Wärme des Lagerfeuers.

Xines Tagebucheintrag
...“ID“ war ein reiner Alptraum. Wir wissen immer noch so unendlich wenig aber als diese Kinder, dieses...Ding sich einen Zugang zu unserem Verstand verschafft hat, war da so viel Machtlosigkeit. Sie griff tief, die Eindrücke griffen sehr tief. Ich werde wohl nie das Gefühl vergessen an einen Tisch geschnallt zu sein und den Brustkorb geöffnet zu bekommen. Und hätte es im realen Leben wohl kaum erfahren Ebenfalls so eine Entscheidung, die sich durch mein Leben zieht. Doch trotz aller Entscheidungen, was hat es gebracht? Was habe ich bisher erreicht? Den Ritterstand? Na bravo Es kann nicht das Bestreben eines Jedi sein persönliche Erfolge zu erlangen. Seit den Zakuul fühlt sich alles etwas anders an. Und obwohl wir wieder auf Tython sind hat sich dieses seltsame Gefühl in meinem Geist festgebissen. Dieses Gefühl, dass die alten Tage vorbei sind. Das Gefühl, dass wir nur sehr wenig auf Andere zählen können und das die Galaxie weitaus dreckiger geworden ist, als sie ohnehin schon war...


Mit der verschmutzen Hand fährt der Jedi sich entmutigt über das Gesicht, treibt dabei den Schmutz in die Poren, doch es ist ihm egal wie so vieles anderes. Ein nachdenklicher Blick fokussiert den Kommissionsturm während zwei Finger das Kinn um spielen.

Xines Tagebucheintrag
...Ich passe mich an, diese Ausrede habe ich zuvor verwendet. Es war eine Notwendigkeit und daran glaube ich immer noch fest. Wir mussten uns ändern, wir mussten dynamisch agieren. Ich habe viele Jedi gesehen die, während Zakuul die Galaxie zerrissen hat, sich auf einen Planeten zurückgezogen haben um ihr Farmerherz zu beglücken. Das war nie eine Option für mich. Ich kann nichts außer ein Jedi sein musste handeln und konnte nicht zu sehen oder wegschauen. Zakuul forderte viel, nicht nur von meinem persönlichen Kodex sondern auch von allen um mich herum. Fordert es immer noch. Entscheidungen haben uns hierher geführt, meine Entscheidungen. Einige kann ich vertreten, andere verfolgen mich in der Nacht machen mir ein schlechtes Gewissen. Es ist schwierig mit verschwommenem Blick nach vorne auf das Ziel zu schauen und dabei keine der Grenzen zu überschreiten, die am Boden sind.
Definitiv 5 Credits in die „Dumme Sprüche“-Dose
Skye hat das mittlerweile auch festgestellt. Ich spüre es und sehe es ihr an. Sie hadert mich sich und dem was sie tun will, kann und sollte. Es ist sicherlich keine einfache Zeit für meine Padawan und ich frage mich, ob ich ihr ein guter Lehrer bin, ob das was ich tue und wo ich sie hinein ziehe überhaupt gerechtfertigt ist. Es ist eine Sache die Grenze selbst zu dehnen aber eine vollkommen Andere, wenn jemand einem dabei folgt....


Xine legte den Stift kurzzeitig aus der Hand und lauschte in die Ferne. Die Schüsse hatten aufgehört und auf dem Com blinkte ein stechend grünes Lämpchen. Eine Nachricht war angekommen. Der Jedi hoffte, dass sie von Captain Ohyn kam und, dass sie es geschafft hatten die Verwirrung zu nutzen um an den Kreuzer heran zu kommen. Zögerlich aber dann doch recht zügig griff der Rotschopf das Com und öffnete die Textnachricht. „Aurek ist Cern, Aurek ist Cern. Iron Nut ist präpariert. Verlassen Zone.“, las der Jedi gedanklich seinem Selbst vor. Captain Ohyn hatte erreichen können, dass der Kreuzer so schnell wohl keine unmittelbare Gefahr darstellen würde. Zumindest würde es reichen bevor die Soxica, dort auftauchten und mit ihrer Feuerkraft dem Schiff den Rest gaben. Bald wäre es soweit und der Weg zum Turm frei. Xine legte das Com bei Seite, blickte nochmal auf den Turm und dann auf das Pad.

Xines Tagebucheintrag
...Noch wenige Augenblicke, ehe wir den Kommissionsturm auf Forthan betreten können. Das Chaos war ungeplant aber hat doch eine willkommene Begleiterscheinung. Ich wünschte nur, es wären dabei nicht solche Sach- und Personenschäden entstanden. Wieder dieses Denken, diese Art. Eigentlich müsste ich in tiefe Nachdenklichkeit verfallen. Was hier passierte war ist falsch. Doch leider kamen wir zu spät um das unmittelbare aufzuhalten, immerhin konnten wir noch ein paar Bürgern helfen, damit die Soxica ihnen nicht alles wegnehmen. Bald hatte das alles ein Ende. Dieser kleine Bürgeraufstand, die Zakuul auf Forthan und auch der Paladin, der Haeldra zweimal angriff, unzählige Leben auf dem Gewissen hat und noch weitere sich Untertan machen wollte. Auf eine perverse Art freue ich mich auf die Konfrontation. Nicht um das Kampfeswillen aber um die Antworten auf mein „Warum?“ zu erhalten.
Es gibt da dieses Sprichwort:“Sterbe als Held oder lebe lang genug um selbst der Böse zu werden“. Skye hat die Grenze erkannt, ich suche sie noch und hoffe dabei, dass es noch nicht zu spät ist. Seit einiger Zeit frage ich mich wie das alles angefangen hat, wie es dazu gekommen ist. Ich frage mich was wohl mein...Genesis war.


Eine bekannte Person näherte sich von hinten. "Was macht ihr da Meister?", fragte Skye. Der Jedi schaltete das Pad aus und verstaute es in dem Rucksack.

"Nichts"
"RP ist kein Singleplayer"
Ich


Dem Tauntaun-Prinzip sein offizieller Verfechter



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Shifty (26.08.2018), Harlen Gregorius (28.08.2018)

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Dienstag, 26. Februar 2019, 14:34

24 NVC - Hey du, Jedi!

Gelb, Rot und Grau jagten wahnwitzig aneinander vorbei. Zischend, nahezu ohrenbetäubend pfeifend, ertönte der Hall energiegeladener Triebwerke. Der feste Ruck brach die harmonische Formation und ein kurzer Moment des Chaos offenbarte, dass diese Perfektion keinesfalls stabil war. Huttische Flüche wurden gegenseitig ausgetauscht ohne dass doch nur eines seinen Weg zu dem Anderen finden würde. Wut stieg auf und zerkochte so schnell, wie sie gekommen war. Ein fast fataler, ewig gefühlter Moment, löste sich binnen weniger Augenblicke wieder auf. Von hier unten, in der Nähe des Vergnügungssektors, bekam man nichts davon mit. Eine perfekte Symphonie der verschiedener Gleiterbahnen erstreckte sich über den Himmel hinaus, so dass dieser winzige Ausbruch nicht mehr als ein Blinzeln andauerte.

Der fade Blick wollte sich nur widerwillig von der hypnotischen Wirkung des fernen Himmels lösen und sich den Reizen der nahen, unmittelbaren Realität widmen. Mit langsamen Schritten eröffneten die tiefen Bassklänge und das Neonfarbene Licht nur einen winzigen Einblick in die vermeintlich endlosen Möglichkeiten, die jeden erwarten sollten, der sich ihnen hingeben wollte. Es war unverständlich, welche magnetische Wirkung diese Gebiete auf die Bewohner hatten, doch so unverständlich es war, fühlte auch er sich dort immer wieder. Keine Anziehung, kein offensichtlicher Grund, aber jeder Besuch des Planeten führte unmittelbar immer wieder in diesen Sektor. So hatte wohl dieser Ort auch eine Anziehung auf ihn selbst, so schwer er sich auch tat dies vollends zu akzeptieren. Mit jedem Schritt durch die einladende Promenade, empfingen die Lokalitäten ihre Gäste offenherziger, schnell ließ man die ersten Geschäfte hinter sich, es folgten unzählige weitere. Man nahm den verheerenden Unfall eines Swoop-Bike wahr, in waghalsigen Geschwindigkeiten rasten Pod-Renner auf Malastare um eine Menge Geld, das Grüne war schneller als das Blaue, Getränke gab es zum halben Preis und bei all dem Geruch von süßen Leckereien wurde man überhäuft von Eindrücken, politischen Aussagen und unterschwellige Beeinflussungen. Nach fünf Minuten hatte man mehr über Sport gelernt, als man je wissen wollte. Hatte einen Hunger auf Dinge entwickelt, die man zuvor nicht kannte und war von mehr Leuten entdeckt worden, als man erahnen wollte.

Leben pulsierte zwischen den Reklametafeln nicht, es brannte förmlich in wildschlagenden Flammen und entzündete jeden, der sich traute nur einen Schritt näher zu treten. Nach all der Kriege und der Toten, nach all den Verlusten, Ängsten und Schwierigkeiten, hatte nichts davon diesen Ort erschüttert. In nostalgischer, monotoner Unwichtigkeit konsumierten alle Anwesenden weiter ohne auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Eben diese besondere Anziehung und diese hypnotisierende Wirkung der absoluten Isolation von der harten Realität, machte diesen Ort so attraktiv. Er atmete mit tiefen Lungen ein und zog die süßen Gerüche durch die Nase in das tiefste Innere. Selbst surreales Leben konnte sich entspannend anfühlen und bestärken. Hätte das Lichtpanel bereits seit Minuten in sein Gesicht geschienen, hätte er wohl gar nicht bemerkt wie eine Stimme daraus rief. „Jedi, hey Jedi“, warf die Tafel über die Promenade hinweg. Für einige Sekunden mussten sich seine Ohren erst an dieses Geräusch gewöhnen, so tosend wie die anderen Eindrücke alles überlagerten. „Hey Jedi! Ja, genau du!“, sprach die Tafel in die Menge hinein. Fast fühlte es sich wie eine Dauerschleife an, eine Werbemaßnahme und ebenso wurde sie behandelt. Fotos, Aufnahmen, ein kurzes Lachen. Er schaute sich fragend um, ob denn jemand auf diese Aufforderung reagierten wollte. Ein aufkommenden Lichtstrahl blendete ihm ins Gesicht und nachdem er sich Augen gerieben hatte, war er sich nicht sicher ob er gerade jemand hatte laufen gesehen oder dies nur eine optische Täuschung war.

Das Rothaar hatte die Augen weit aufgerissen und presste sich gegen die Wand der kleinen Nebenstraße. Sein Herz bebte vor Aufregung, überrumpelt von der derzeitigen Situation. Er schaute sich kurz um, ob er beobachtet wurde, ehe die in der Nebenstraße befindlichen Tafel umschalteten und einen Chor aus synchron sprechenden Digitalstimmen bildeten. „Hey,…Jedi…kommt her…na los“, ertönte es in Richtung des Rothaars, dass sich gewiss war, gemeint zu sein. Hurtig platzierte sich Xine vor den Monitor. Ein zischendes „Was?“, entfuhr seinen Lippen. „Ihr schuldet mir noch einen oder zwei Gefallen. Ich fordere nun einen ein“, kam es bewusst dominant und herrschend von der Tafel. „Hier!?“, gab der Ritter entrüstet zurück dabei nur wenig Rücksicht darauf nehmend, wie paradox das Gespräch mit der Tafel wirken mochte. Noch ehe die Lippen, die letzten Worte gesagt hatten, blinkte auf der Tafel eine Anschrift auf inklusiver der Anweisung sich dorthin zu geben und das dortige Comlink aufzunehmen. Langsam hob sich eine skeptische Augenbraue und Xine wollte etwas sagen, wurde dennoch kurz darauf von der typischen Werbung für Energiegetränke in unverhältnismäßig hoher Lautstärke angebrüllt. Der Jedi erstarrte vor Schreck und bewegte sich dann in kurzen Schritten von der Werbetafel weg. Er hatte binnen von wenigen Sekunden bereut jemandem einen Gefallen zu schulden.

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Shifty (26.02.2019)