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Dienstag, 10. Mai 2016, 19:17

Graue Zeiten, graue Haare, grauer Jedi?

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Nar Shaddaa, im Jahr 16 NVC. ​




Ein grobschlächtiger Gamorreaner grunzt und fuchtelt mit seiner schinkengroßen Faust, wohl in dem Versuch, dem adrett gekleideten Mann gehobenen Alters, der auf die verzierte Tür zusteuert, den Zutritt zu verweigern.

Der Mann rümpft etwas die Nase, wobei sein perfekt gezwirbelter Schnurrbart hin und her wackelt. "Ich bin mir sehr wohl bewusst, was die Befehle unseres Herren waren, ich habe sie persönlich übermittel, Banthahrin! Es ist dringend, sein Gast wird wissen wollen, was gerade im Holonet aufgetaucht ist."

Mit einem leicht dümmlichen Gesichtsausdruck gibt die Wache den Weg in den kleinen Gang frei, der in die Gemächer des Hutts führt.

Schon während er diesen durchschreitet, kann er Teile des Gespräches im Inneren aufschnappen. Sowohl der Gast als auch sein Arbeitgeber klingen entgegen ihrer üblichen Unterhaltungen, die oft durch das grollende Gelächter des Hutts unterbrochen werden, angespannt. Schon beim Eintreffen lag eine ungewöhnliche Spannung zwischen den Beiden, die er in 60 Dienstjahren für seinen Meister nur selten zwischen den Freunden erlebt hat. Er stoppt kurz, richtet seine Fliege und klopft höflich an, bevor er den Türöffner betätigt.

Der Dienstboteneingang zu den privaten Gemächern schwingt auf und der Butler betritt den Raum. Es folgt ein kurzes Räuspern, bevor er das Wort an den Hutt richtet, der ihn mit fragender und leicht genervter Miene ansieht.

"Ich bin untröstlich Euch in Eurem Gespräch unterbrechen zu müssen Eure Durchlaucht ..."

An dieser Stelle wird er von seinem Gebieter auf Huttese unterbrochen. "Warum tust du es dann, Carrington?" Der Hutt grinst und rollt etwas mit den Augen.

Nach einem kurzen Nicken fährt der Mann fort. "Das Holonot, es gibt eine ... Entwicklung in den Kernwelten, von denen Euer Gast sicher umgehend erfahren möchte."

In diesem Moment fällt der Blick des Butlers auf den Mann, der seinem Herren gegenübersitzt, dieser hat den Kammerdiener bis jetzt wortlos angesehen, hebt nun aber eine Augenbraue.

"Ist der Kanzlerin der Akkhund entlaufen?" kommt es von dem Mann, der einen hölzernen Gehstock zwischen den Fingern der linken Hand balanciert.

"Ich fürchte, es ist ...ernster, Meister Gregorius. Deutlich ernster. Mit Eurer Erlaubnis ..." Carrington deutet leicht fragend auf einen großen Holo-Bildschirm, der in die Wand zu ihrer Linken eingelassen ist und die gesamte Fläche einnimmt.

Urgadda nickt nur und der Jedi lehnt sich in seinem Sessel zurück, den Stock nun still in der Hand.

Auf Kommando erwacht der Bildschirm zum Leben und zeigt Bilder von Corellia, dass sich offenbar einem Angriff durch Zakuul gegenübersieht. Kommentiert werden diese Szenen von einer ernsten Stimme, die von einem Überwältigen Angriff auf den Planeten berichtet und ein düsteres Bild über die Aussichten zeichnet.

Der alte Jedi betrachtete die Aufnahmen nach außen hin ruhig, innerlich schießen ihm allerdings tausend Szenarien durch den Kopf, was dies für die Sicherheit der übrigen Kernwelten bedeuten würde. Wie von Sicherheitsexperten in den letzten Monaten bereits erwartet und vorher gesagt, wird ein Angriff auf Coruscant von nun an nur noch eine Frage der Zeit sein.

Harlen erwischt sich dabei, wie so oft in der Zeit nach dem Angriff auf Tython, an der geistigen Gesundheit der Mitglieder des Sicherheitsausschusses zu zweifeln, die sich so lange nur auf das Sith-Imperium konzentriert hatten. "Narren..." hallte es in seinem Kopf, bevor er sich wieder auf die Bilder konzentrierte, auch die Augen des Hutts ruhen auf dem flackernden Bildschirm.

Harlen reißt sich los und sieht seinen langjährigen Freund direkt an.

"Ich brauche einen Moment und eine sichere Com-Verbindung nach Coruscant. Du erinnerst dich, was wir nach dem Fall von Tython besprochen haben? Ich denke wir Beide wissen, dass ich darauf jetzt zurückkommen muss."

Urgadda lässt Carrington mit einem Nicken verstehen, den Jedi in einen der COM-Räume zu bringen.

"Wenn ich bitten darf, mir zu folgen, Meister-Jedi." Der alte Butler lässt eine förmliche Verbeugung gen Urgadde folgen und macht sich daran den Raum in führender Funktion zu verlassen.

Harlen nickt kurz dankbar und verlässt, Carrington rechtsseitig auf seinen Stock gestützt folgend, den Raum.

"Bedeutet dies, dass Ihr Euren Besuch verkürzen werdet, Meister-Jedi?"

Carrington sieht mit einem fragenden Blick über die Schulter.

"Ja..." kommt es nur etwas wortkarg von dem Jedi, der mit den Gedanken schon ganz woanders zu seien, scheint.



Wenige Minuten Später in einem der COM-Räume des Palastes:


Kaum das die Türen des kleinen Raumes sich geschlossen haben und der Jedi allein ist, lässt Harlen sich auch schon auf einem der Polstersitze niedersinken, der Stock wird etwas achtlos neben ihm zu Boden fallen gelassen.

Er fährt sich wie so oft mit der Linken über die unrasierten Wangen und reibt sich dann einmal über das ganze Gesicht gepaart mit einem langen Seufzen.

Für einen Moment lässt er seine Gedanken schweifen ... die Anstrengungen um Corellia waren vergeben ... die Kämpfe verloren. Die restlichen Kernwelten aufgrund der Verluste der Flotte defacto ungeschützt und vermutlich das nächste Ziel. Es war zu ihren schlimmsten Befürchtungen gekommen, über die er in den vergangenen Monaten so manche Gespräche geführt hatte.

Nach einem weiteren Seufzen ruft er seinen Geist zur Ordnung und schüttelt Zweifel und Gedanken an Bekannte, Freunde und die Zukunft von Orden und Republik ab um sich wieder auf die Situation zu konzentrieren.

Er angelt seinen Stock vom Boden auf, stemmt sich auf die Beine und tritt an das Holocom heran. Routiniert gibt der alte Jedi eine verschlüsselte Frequenz der Übergangsunterkunft des Jedi-Ordens auf Coruscant in das Gerät ein, tritt in den Sichtbereich und stützt sich beidhändig auf seinen Stock.

"Hier spricht Jedi-Meister Harlen Gregorius, Kennung JO-7-XL-9. Ich brauche ein Statusupdate ..."

Nur eine Stunde später und nach eiliger Verabschiedung von seinem alten Freund und Informanten ist der Alte dann mit tiefen Sorgenfalten auf dem Weg zurück nach Coruscant, in der Hoffnung die Hauptstadt noch rechtzeitig zu erreichen, um eilige Notfallpläne auszuführen.


Zurück auf Coruscant​


Nachdem Harlen die Hauptstadt erreicht hatte, wurde er über die katastrophalen Aussichten in Kenntnis gesetzt, die bei einem Angriff durch Zakuul zu erwarten wären. Angesichts der fatalen Fehlentscheidungen der vergangenen Monate war ein Sieg keine realistische Option mehr.

So widmete der Alte seine kurze Zeit auf Coruscant der Ausführung diverser Vorbereitungen für die Zeit nach einer womöglich verheerenden Niederlage. In den Jahren nach dem Fall des Tempels auf Coruscant hatte er in Erwägung solcher Zeiten ein Lager in einem der unteren Viertel der Hauptstatd-Welt in einem alten Schmugglerversteck eingerichtet.

Neben Kleidung für verschiedene Gegebenheiten lagert er dort haltbare Grundnahrungsmittel einige Hilfsmittel und Ausrüstungsgegenstände zudem ein kleines 1-2 Mann Schiff.


Wenige Stunden vor dem Beginn der Belagerung holt er nun Hisoka von der Unterkunft des Ordens ab. Die junge Padawan, die sowohl ihre als auch Harlens wenige Habseligkeiten aus der Unterkunft zusammengepackt hatte, steht bereits vor dem Gebäude, als Harlen von einem letzten Treffen mit einigen Informanten zurückkehrt, die für ihn ein Ohr am Boden behalten sollten, während er abwesend sein würde.

Zusammen fahren die Beiden zu Harlens Notfalllager um dort einige letzte Vorräte, darunter Harlens altes Lichtschwert, aus der Zeit vor seiner Verletzung, welches er dort in einem gepanzerten Waffenschrank aufbewahrt hatte, auf ihre Reise mitzunehmen.

Sie beladen das kleine Schiff, dass mit den drei Taschen und zwei Personen bis an sein Maximum bepackt wird. Als Ziel für ihr temporäres Exil hat der Alte den Planeten Armond 5 ausgewählt.

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Auf diesem war er vor einigen Monaten zu Verhandlungen mit dem Sith-Imperium eingeladen, zu denen es aber aufgrund der Sturheit des Senates nie gekommen war, obwohl die neutrale Welt, bewohnt von überaus rationalen nah-menschlichen Lebewesen, der perfekte Ort für eine Übereinkunft gewesen wäre.

Da dort orbitale Verteidigungswaffen für Planeten gebaut wurden, die Welt eine strikt neutrale Außenpolitik pflegte und durch Weltraumschott und Asteroiden nur mit genauer Kenntnis der Wege in dem System navigiert werden konnte, hielt Harlen es für die perfekte Zuflucht um den ersten Sturm abzuwarten und dort Hisokas Ausbildung weiterzuführen.

Nachdem sie das Schiff beladen haben, bittet Harlen seine Padawan am Schiff vor dem Unterschlupf zu warten. Als sie den Raum verlassen hat, stellt sich der Alte vor einem kleinen Holocom auf, nachdem er die Verbindungsdaten von Urgaddas Palast auf Nar Shaddaa eingegeben hat.

Nach einem kurzen Wortwechsel mit einem der Bediensteten wird er in den Audienzsaal des Hutts durchgestellt.

"Gregorius..." begrüßte ihn sein alter Freund, mit einem fetten, huttischen Lächeln im Gesicht, auf Huttese.

Der alte Jedi antwortet ebenfalls in der Sprache der Hutts, welche er ohne jeglichen erkennbaren Akzent spricht.

"Urgadda, wir sind hier so weit und machen uns jetzt auf den Weg nach Armond. Hisoka und ich werden uns dort einrichten, wobei ich vermutlich aus dem Koffer leben werde. Du weißt ja, dass ich dich darum bitten muss, die ersten Wochen Augen und Ohren für mich offen zu halten, deine Quellen sind zur Zeit vital für mich, da ich mich nicht auf meine republikanischen Kontakte verlassen werde können, sollte deren Systeme zusammenbrechen. Im Gegenzug kommt dir wie üblich meine ungeteilte Dankbarkeit zu."

Der Alte betont Dankbarkeit, als hätte dieses Wort unter den Beiden eine besondere zusätzliche Bedeutung, er schmunzelt für einen Moment.

Der Hutt hingegen nickt wie zum Kommentar und pafft an seiner Wasserpfeife.

"Ich werde dort meinen Langstrecken-Kommunikator aufbauen, sodass du mich erreichen kannst. Sollte es etwas Neues geben, oder du meine Dankbarkeit...nennen wir es mal zu gutem Nutzen bringen willst, kennst du ja unsere Frequenz." Harlen nickt kurz zum Ende seiner Ausführung.

Urgadda nimmt darauf hin das Mundstück der Pfeife aus dem Mundwinkel und und legt es zur Seite.

"Gregorius, du passt mir schon auf deinen faltigen Hintern auf ... wenn du mir wegbröckelst, ist nur noch Carrington da mich zum Lachen zu bringen, ohne Angst vor mir zu haben ... und du weißt, wie humorbefreit der Staubige ist, darauf will ich nicht angewiesen sein ...verstehen wir uns da?"

Harlen gluckst. " Es ist rührend, wie du dich um mich sorgst. Ich würde wahnsinnig gerne weiter über meinen faltigen Hintern sprechen, muss jetzt aber los. Wir hören voneinander." Dann spricht er etwas ernster. "Die Macht mit dir, mein Freund".

Der Hutt nickt und die Verbindung endet.

Wenige Minuten später sitzen Padawan und Meister in dem kleinen Schiff und steuern auf Coruscants hektischen Abendhimmel zu und machen sich auf den Weg nach Armond 5, in der Hoffnung dort eine Zuflucht für die nächsten Wochen zu finden.

Nur Stunden später beginnt die ewige Flotte die Schlinge enger zu ziehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Harlen Gregorius« (11. Mai 2016, 13:14)


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Skyran (10.05.2016), Dexter (10.05.2016), Jade-Lynx (11.05.2016), Deikan (11.05.2016), Aloncor Torn (12.05.2016), Seichiro Kazeru (13.05.2016), Shifty (25.02.2018)

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Mittwoch, 26. September 2018, 17:33

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Lost & Found: Teil 1

Mit dem vertrauten Knattern des Antriebes und einem sanften Rütteln setzte Harlens kleines Zweipersonenschiff, welches er vor vielen Jahren, ob der Formen des Modells und des Geräusches der Antriebe, in „Bumblebee“ umbenannt hatte, im Hangar einer Raumstation auf.
Er deaktivierte Antriebe u. Stabilisatoren und schloss einen Moment, die nun herrschende Stille genießend, seine Augen.
Der Alte seufzte und fuhr sich mit der Linken, wie üblich, zuerst über die unrasierten Wangen, dann das ganze Gesicht.
Er verdrängte die Müdigkeit, geschlafen hatte er in den letzten Tagen nach dem Eintreffen der Nachricht, die ihn her geführte hatte, nur wenig.

Einige Tage zuvor.

Es war später Morgen, Harlen hatte sich für eine kurze Meditation an seinen Lieblingsplatz auf Tython zurückgezogen, am Fuße eines alten Baumes, in dessen Gesellschaft der Alte sich wieder so jung vorkam, wie zu der Zeit seiner Ausbildung im Schatten des alternden Wookiees. Etwas an diesem Gefühl gab ihm einen Funken der Sicherheit u. Ruhe wieder, die er in dessen Gegenwart immer verspürt hatte.

Plötzlich wird er von der Vibration seines Datapads in seiner Tasche aufgerüttelt, der Alte seufzt kurz und macht sich daran das Gerät zwischen seiner Robe und Umhängetasche herauszufummeln.
Nach dem Aktivieren stutzt Harlen einen Moment, eine verschlüsselte Nachricht, ungeöffnet u. weitergeleitet vom Tempel.
Es dauert einen Moment, dann finden die Zahlen ihren Weg durch den leichten Nebel eines alten Gedächtnisses, die Mischung aus Überraschung und Schock lassen ihn erneut einen Moment stocken, bevor Neugier und ein Ordnungsruf an sich selbst dazu führen, dass er das Datapad wieder ansieht.
Der Titel der Nachricht ist die damalige JO-Kennung seines alten Padawans, Kenrel Triber, zur Zeit seines Verschwindens. Er überlegt einen Moment, bevor er denselben Teil seiner damaligen Kennung eingibt, die Nachricht öffnete sich.
Ihr Inhalt bringt schlagartig die Fragen in Erinnerung, die sich in den letzten elf Jahren hartnäckig in seinem Hinterkopf festgesetzt hatten, nur um in ruhigen Momenten auf sich aufmerksam zu machen.
Elf Jahre war es her, dass sein damaliger Schüler aus dem Tempel verschwunden war, nur wenige Tage bevor über seine Zulassung zur Ritter-Prüfungen entschieden werden sollten, keine Vorwarnung war vorangegangen, keine Erklärung gefolgt.
Natürlich hatte der Alte seinen Schüler einige Zeit gesucht, doch seine Spur hatte sich in dem Moment verloren, als er das gestohlene Schiff hinter sich gelassen u. auf ein unbekanntes Transportmittel umgestiegen war, die Lektionen über verdeckte Arbeit und unauffälliges Reisen waren an ihm nicht verschwendet gewesen, hatte der Alte damals freudlos gescherzt.
Elf Jahre später, auf den Tag genau, das erste „Lebenszeichen“ seit seinem Verschwinden.

Eine vertraute Anrede, wenige wirkliche Einblicke in die Verfassung des Autors, abgesehen von einem Hauch Arroganz und der Ahnung, dass der Verfasser das eigene geschriebene Wort ebenso gerne liest, wie hört.
Trotz der gepflegten Wortwahl machte der Inhalt schnell klar, dass ein klärendes oder gar freundschaftliches Treffen hier nicht das Anliegen war.

Zitat

„Meister Gregorius,

die Nachricht Eures Überlebens und die nun erfolgte Rückkehr aus dem Schatten der Vertreibung habe ich mit Freude zur Kenntnis genommen, da sie uns nun die Gelegenheit gibt, einander erneut zu begegnen, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten und die Chance zu ergreifen daraus die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.
Um der alten Zeiten willen habe ich zwei unserer gemeinsamen Freunde zu diesem Moment der Erkenntnis eingeladen, sie werden meine Gastfreundschaft in Anspruch nehmen, bis Ihr hier eintrefft.

* An dieser Stelle öffnet sich eine Bilddatei. Diese zeigt zwei Personen, die jeweils einen Sack über dem Kopf und Elektroschockkragen um den Hals tragen, ansonsten aber physisch unversehrt zu sein scheinen. *

Um Euch die Wiedersehensfreude nicht zu verderben, wollen wir die Identität der beiden für den Moment noch nicht enthüllen.
Da ich mir ansonsten einen intimen Rahmen vorstelle, ich bin sicher Ihr stimmt mir zu, sollten wir auf das weitere Einladen von Personen verzichten, sollte ich den Eindruck gewinnen, dass Ihr Eurerseits Überraschungsgäste mitbringt, müssten wir die Festlichkeiten leider absagen und das wäre doch wirklich Schade, all diese Vorbereitungen mit einem Knall enden zu lassen.
Anbei übersende ich Euch den Ort für unser Wiedersehen, wenn Eurer Gedächtnis Euch nicht im Stich lässt, werdet Ihr diesen Ort und seine Vorzüge sicherlich in bester Erinnerung haben, und ob der nostalgischen Bedeutung meiner Wahl Euren Segen geben.
Ich empfinde die aller größte Vorfreude in Erwartung Eurer Ankunft, muss Euch aber bitten mich nicht länger, als den angegeben Zeitrahmen, warten zu lassen, da unsere Gäste sonst womöglich unter Zeitdruck geraten könnten und Ihr wisst ja, wie sehr man dann unter Strom stehen kann.

Hochachtungsvoll

Kenrel Triber“


*Die Nachricht zeigt ein weiteres Holobild, einer alten Raumstation, die ihrer Aufschrift nach einst einen zur Minengesellschaft gehört hatte.*

Der Alte erinnert sich nur zu Gut an diesen Ort, er und Kenrel waren vor Jahren zusammen dort gewesen, es war das Ende ihrer ersten gemeinsamen Mission gewesen, nachdem Harlen den jungen Mann von seinem vorherigen Meister übernommen hatte.
Die Minengesellschaft war eine Scheinfirma, die als legitime Maske eines Sklavenhändlerringes gedient hatte, beide waren von der Republik zerschlagen worden, nachdem die beiden Jedi den Ring nach einigen Wochen der vorgetäuschten Geschäftsbeziehungen gesprengt hatten.
Der alte und abgenutzte Zustand, den die Station dem Anschein nach hatte, war ebenso eine Maske, wie die Firma, im inneren war sie auf dem damaligen Stand der Dinge gewesen, modernste Überwachungssysteme, Störsender, ein effizientes Sicherheits- u. Verteidigungskonzept und die Möglichkeit sie mit einer Minimalbesatzung problemlos zu steuern, abgerundet von einer potenten Selbstzerstörungsladung, die im Zweifelsfall keine Beweise zurücklassen sollte.

Die Mission war damals nur ein Erfolg, weil es gelungen war, ein Mitglied der Bande umzudrehen, dessen Auftrag darin bestand, im richtigen Moment für eine Ablenkung in Form einer Unterbrechung der Energieversorgung zu sorgen, die den beiden Jedi die Möglichkeit für einen Überraschungsschlag gegeben hatte.

Nach diesem Schwall an Erinnerungen wirft Harlen sein Pad etwas achtlos auf den weichen Waldboden, auf dem er sitzt. In den ersten Minuten nach dem Eintreffen der Nachricht verursacht diese mehr neue Fragen, als sie Antworten geliefert hatte. Wann war dieser Wahnsinn in den aufgeweckten jungen Padawan gekrochen, den er damals kannte? Hatte er diesen Schatten übersehen...aus Stolz über die Fähigkeiten des Jungen unterbewusst ignoriert oder gar nicht wahrhaben wollen?

Bevor er sich mit diesen Fragen weiter selbst verrückt machen kann, ruft er seinen Geist zur Ordnung. Die Situation war unabhängig von möglichen Fehlern der Vergangenheit an einem Punkt angekommen, an dem es ohnehin nicht mehr damit getan sein würde, das Warum zu klären.
Abgesehen davon wird sein ehemaliger Schüler ihm die Antwort schneller und direkter präsentieren, als Stunden oder gar Tage des Nachdenkens, verbracht mit dem Versuch den Fehler in seinen Erinnerungen zu finden, es vielleicht tun würden.

Nach einigen weiteren Minuten, entscheidet er sich dafür, diese offensichtliche Falle auszulösen um zu versuchen den Fallensteller selbst aus der Reserve zu locken. Zudem muss er sich selbst eingestehen, dass seine Neugier angefüttert war und diesem alten Rätsel nun ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden sollte. Er packt das Datapad zurück in die Tasche, ergreift seinen Stock, den er neben sich ins Gras gelegt hatte, und stemmt sich auf die Beine.
Auf dem Rückweg zum Tempel beginnt er damit die kommenden Schritte zu planen.

Um das Leben der Geiseln zu schützen, da zumindest für den Moment davon ausgegangen werden muss, dass sie nicht nur eine Finte sind und in Anbetracht der Tatsache, wie gut die Station gegen unbemerkte Annäherung gesichert ist, entscheidet Harlen sich Kenrels Auflagen, für den Moment, einzuhalten und allein zu erscheinen.
Das kurze Zeitfenster, welches ihm gesteckt wurde, musste effizient genutzt werden, um zumindest ein paar mehr Informationen zu gewinnen.
Harlen wusste, dass ein Zwischenstopp nötig sein wird, daher wird es das Beste sein, sofort aufzubrechen. Seine Gründe zu erklären, würde womöglich zu lange dauern, deshalb gab er, bei seiner Rückkehr zum Tempel, zwar seine kurzfristige Abreise bekannt, verschweigt jedoch erst einmal, dass Corruscant nicht die Endstation, sondern lediglich eine Zwischenetappe auf seiner Reise sein wird.

Nur wenige Stunde nach dem Eintreffen der Nachricht aktiviert er die Antriebe und Stabilisatoren seiner „Bumblebee“ und verlässt Tython auf dem Weg nach Coruscant.

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Shifty (26.09.2018)

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