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Samstag, 16. April 2016, 15:09

17 NVC - Silberner Wille

Die Macht hatte viele Wege das Schicksal und das Leben zu formen. Sie erschuf Leben und nahm es. Selbst die Güte der hellen Seite forderte nicht selten ihren Tribut. Leben, Trauer, Schmerz und Angst begleiteten jemanden auf dem Weg des Lichtes. Der Weg der hellen Seite war kein einfacher, es war kein wandeln über Blumenfelder, über leuchtende Pfade. Oft, oftmals führte dieser Weg über Stock und Stein, hinab in dunkle Schatten um dort das Licht zu bringen das fehlte. Die Macht wusste, welche Opferung dieser Pfad erforderte, welche Überzeugung notwendig war. Folgte man diesem Pfad dann bereitete die Macht einen darauf vor, wenn man sie denn ließe. Herausforderungen, Proben des Willens, der Überzeugung und der Standhaftigkeit konnten schmerzvoll und zerbrechend sein, doch traute man der Macht ging man stärker und gefestigter heraus als zuvor.

Der linke, bandagierte Arm war in einer Schlaufe gebettet, die um den Hals fixiert war. Der junge Mensch saß im Schneidersitz auf seinem Krankenbett, die rechte Hand im Schoß gebettet. Langsam schloss er die Augen und ließ die Unruhe um ihn herum los. Der Schmerz, die Temperatur und das nervige Piepsen verklangen, während der Ritter tiefer in sein Selbst eintauchte und sich der Leere widmete um das Gleichgewicht zu finden. Seine Stimme war leise und flüsternd.

"Wir Jedi sind Wächter des Friedens, Kämpfer für die helle Seite. Keine Krieger."

Als das Piepen von den Sinnen verschwand tauchte der Ritter tiefer hinab und ließ den Geist von den Wellen der Macht aufgreifen, schwang mit ihnen mit und ließ sich hinab in die tiefsten Elemente seines Selbst. Ein feines Licht leuchtete den Weg durch die chaotischen Schichten der Oberflächlichkeit.

"Ein Jedi kämpft nicht gegen etwas, sondern für etwas. Ein Wächter kämpft für den Frieden, nicht gegen den Krieg. Kämpfte man für etwas so erhielt man, bewahrte man. Ein Unterschied zu dem Krieger, der das Böse sah, das Schlechte erkannte aber nicht das Ziel anstrebte das Gegenteil zu fördern. Er kämpfte nicht für das Leben, er kämpfte gegen Tod. Der Weg eines Kriegers brachte immer Zerstörung, denn das Ziel war es etwas zu vernichten, etwas aufzuhalten. Der Weg eines Wächters war es etwas zu erhalten und biete dabei weitaus mehr Möglichkeiten. Frieden sollte gewahrt werden, es war nicht notwendig den Angreifer auszumerzen. Es war vollkommen egal mit welchem Ansatz man heran trat, der Frieden sollte gewahrt oder hergestellt werden."

Die Stimme klang leise während des Abstiegs mit und erzeugte einen Fixpunkt, an dem sich der Ritter tiefer hinab begab. Langsam fühlte er die umarmende Kälte des Ortes, den er schon oft besucht hatte. Heute war, wie vergangene Tage, eine Störung an diesem Ort. Die Ruhe war in Gefahr und kämpfte. Sie wurde konfrontiert und stellte sich der Unruhe, dem Chaos, dass dort tobte. Xine folgte seinem inneren Wegweise und fand sich in der Eiswüste wieder, die das Spiegelbild seines Ichs war. Ein oberflächliches Spiegelbild dessen Kern er gut kannte. Während er sich langsam umschaute begann der Schnee langsam zu wirbeln, er kreiste um den Jedi herum und wurde wenige Augenblicke später zu einem reisenden Tornado. Der Himmel verdunkelte sich und der Ritter stand im Auge des Sturms, der um ihn herum kreiste und alles aufwirbelte. Die Unruhe bildhaft dargestellt.

"Der Kodex kann helfen, wenn ich ihn lasse. Lange habe ich nachgedacht aber ich denke ein neues Verständnis erlangt zu haben...oder altes wiedergefunden zu haben. Die Lehren zeigen uns, dass wir erreichen sollen und nicht verhindern. Wir haben keine Emotionen, nur Frieden. Der Kodex sagt uns etwas zu erreichen, er sagt uns nicht, dass wir das Böse verhindern sollen."

Die Stimme rief gegen den Sturm an. Xines Worte wurden vom Sturm übertönt, klangen jedoch im Kopf noch nach. Es hallte mehrfach. Zuerst senkte er den Kopf, atmete durch und ließ den aufgewirbelten Schnee gegen den Körper prasseln. Sein Blick hob sich erneut und er blickte in den Sturm hinein.

"Das habe ich vergessen! Nach alle was Zakuul getan hat, was wir getan haben, scheine ich vergessen zu haben, dass unsere Pflicht und unser Weg nicht darauf basiert, dass wir gegen etwas kämpfen. Wir kämpfen nicht gegen uns, gegen Misstrauen oder gegen Krieg. Als Jedi, als Mensch und als Machtempfänglicher kämpfe ich für etwas. Für uns, für Vertrauen und für den Frieden. Silverfall hat mir das gezeigt. Frieden, auf Andara sah ich Frieden. Dafür kämpfe ich. Für diesen Frieden und das er sich ausbreitet, dass das Licht strahlt und die Galaxie erleuchtet."

Xine ballte die Hand zur Faust und streckte die Brust in seinem Inneren durch, stellte sich mit Trotz dem Sturm entgegen.

"Wer nur die Dunkelheit sieht, vergisst das Licht. Wer nur das Böse bekämpft, verliert sein Ziel. Kenne deinen Feind aber bekämpfe ihn mit deinen Mitteln, nicht seinen! Ich werde nicht gegen dich kämpfen, nicht gegen den Sturm rennen! Denn nicht du bist mein Ziel. Die Unruhe ist nicht mein Feind, mein Gegner. Deinen Konflikt werde ich nicht mit Konflikt bezwingen. Mein Weg ist die Ruhe, der Frieden und mit Frieden werde ich dir begegnen, mit Ruhe werde ich dich besänftigen. Ich handle nicht gegen das Chaos, sondern für die Harmonie!"

Das Sprechen wandelte sich zu einem Rufen und wechselte in ein Brüllen. Die Worte hallten im Sturm umher, getrieben von Stolz, Überzeugung und Wille. Des Ritters Haltung war standhaft und in seinem Inneren breite sich eine Standhaftigkeit aus, die der Unruhe trotzte.

"Selbst wenn ich Morwena nicht finden sollte, wenn ich es nie tue. So ist der Weg, so hat mich die Macht etwas gelehrt. Denn der Weg führt nicht darüber, dass ich es verhindere das Morwena verschwindet sondern dass ich dafür bin, dass sie wieder zurück kehrt! Selbst wenn der Weg steinig wird oder schmerzhaft, wir haben ein Ziel und ich halte mich nicht auf gegen etwas zu kämpfen, wenn ich doch für etwas kämpfen kann!"

Die Wolkendecke lichtete sich und gab vereinzelte Strahlen frei. Obwohl der Sturm tobte und aufwirbelte verklang doch sein Ohrenbetäubender Lärm unter der Entschlossenheit. Silverfall hatte ihm geholfen, ihn vielleicht sogar gerettet. Vielleicht war es seit Morwenas Verschwinden oder vielleicht seit Tython schon aber als er mit Minuial sprach und dabei erklärte wie Silverfall war spürte er diese neue, aufflammende Kraft, der er sich verwehrt hatte. Ein Wille erzeugte sich und motivierte ihn mit einem Schnipsen schien jegliche Trauer so unendlich weit weg und an ihre Stelle trat Zuversicht. Er hatte sich entschlossen seine alte Denkweise loszulassen.

"Erhebe dich nicht um den Aufprall auf den Boden zu verhindern! Erhebe dich um dem Himmel näher zu kommen!"

Hibiki, Minuial, Shinzu, Aaliyah, Zakuul, Aloncor, Morwena. Die Namen kreisten schallten in seinem Kopf. In ihnen allen hatte er die Fehler gesehen, das Problem. Bei Hibiki war es ihre Bindung, bei Minuial ihre Impulsivität, bei Shinzu ihre Sturheit, Aaliyah war gefährlich, Zakuul übermächtig, Aloncor nicht vertrauenswürdig und Morwena unerreichbar. Langsam schloss er die Augen und atmet durch. Während der Sturm immer schwächer wurde, stieg der Wille. Sein Innerstes überzeugte sich, dass er falsch gelegen hatte. Sein Blickwinkel war ein falscher gewesen und nun sollte dies für die Zukunft geändert werden. Zu diesem Zeitpunkt wusste er, dass ein schwerer Schritt werden konnte aber entschlossener als zuvor wollte er diesen Schritt gehen. Der Sturm bliebt doch Xine zog sich langsam aus seinem Inneren zurück, seine Arbeit war getan und so würde er den Sturm ausklingen lassen, damit die Ruhe, ruhe blieb und Frieden in seinem Inneren einkehrte. Langsam tauchte er hervor, durch die Schichten der Oberflächlichkeit. Langsam vernahm er das nervige Piepen des Überwachungsgerätes. Die Augen waren geschlossen und ein Lächeln zog sich über die Lippen des verletzten Ritters. Das Piepen war nicht nervig, es war ein Symbol dafür, dass sein Herz noch schlug. Er war am Leben. Leise sprach er.

"Wage dich nicht ohne Morwena zurückzukommen...Aloncor."
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Jade-Lynx (16.04.2016), Aloncor Torn (16.04.2016), Deikan (16.04.2016)

42

Mittwoch, 20. April 2016, 16:47

17 NVC - Irreparable Veränderung

Mit langsamen Schritten brachte der Ritter seinen Körper in den Gemeinschaftsbereich der sanitären Anlagen. Zu aller erst führte der Weg zu dem großen Spiegel und dem Spülbecken davor. Ein Mitarbeiter aus der technischen Abteilung putzte sich gerade die Zähne, als er den Ritter in einfachen Leinen erblickte, nickte er knapp und ging seiner Mundhygiene weiter nach. Der Ritter lehnte sich mit dem Becken gegen die Vorrichtung und fuhr sich über das ermüdete Gesicht. Seine blau-grünen Augen starrten in ihr Spiegelbild, begutachteten die dunklen Augenringe und die verschlafenen Augenlider. Die Mundwinkel zuckten etwas angestrengt als der Ritter seinen Arm aud der Schlaufe hob und die linke Hand am Wasserhahn postierte.

"Alles okay?"

Die Stimme des Technikers war zuvorkommend und freundlich während er schon dabei war, den Wasserhahn zu
drehen. Xine schüttelte den Kopf.

"Lasst das, ich muss das machen!"

Hart, beleidigt und erzürnt prallte die Stimme des Ritters auf die Höflichkeit des Technikers welcher verstummte und ihn zwang einige Schritte zurückzugehen. Es war gar nicht gewollt so hart zu sein. Die Nacht war nur erneut anstrengend. Xine drehte den Kopf langsam zu dem verschreckten Techniker, doch bevor er etwas sagen konnte, verließ dieser ohne einen Laut den Raum. Das Seufzen drang vom tiefen Inneren nach außen hervor. Vom eigenen Spiegelbild abgelenkt fiel der Blick auf die linke Hand. Eine Dusche würde jetzt wohl doch eher passen als nur das bisschen Wasser also schwang sich der Ritter in eine der Kabinen.

Er verschloss er die Tür, dann entledigte er sich den Klamotten. Ein paar Momente vergingen bis der junge Mensch trotz Handicap an der Dusche ankam und den Hahn der Dusche mit der rechten Hand umdrehte. Das Wasser prasselte aus dem Duschkopf auf die roten Haare, das Gesicht hinab über den Hals und Brustkorb. Mit geschlossenen Augen stellte sich der Ritter dem Wasserstrahl entgegen und begann das Gefühl zu genießen. Ein reinigendes, allumfassendes Gefühl, dass keine Stelle unberührt lies und auch tief nach Innen vordrang. Sehr locker begann er mit der rechten Hand über den Körper zu schrubben und sich grob zu waschen. Die Hand fuhr über den Brustkorb zum linken Arm wo sie verharrte und der Ritter zusammen zuckte.

"...komisches Gefühl"

Vorsichtig, fast ängstlich strich die Hand den Arm entlang zum Ellenbogen und dann zu der Stelle wo eine hässliche Narbe, die verheilte Verletzung kennzeichnete. Mit einem Murren drückte er die Zähne aufeinander und die Muskeln spannten sich an, als das Gefühl erneut im Körper hochkam und Erinnerungen auslöste. Erinnerungen an Schmerz und Verlust. Der Moment war nicht greifbar und jeder Erinnerung daran lies immer wieder den Schmerz durch den Körper fahren, den er im ersten Moment blockiert hatte. Obwohl alles verheilt war und er nur noch etwas üben musste, so fühlte sich der Arm seltsam an. Die Narbe war der einzige Hinweis darauf, dass etwas passiert war, dass einen Wendepunkt darstellte. So betrachtete es Xine, als einen Wendepunkt, ein Ereignis, durch das er etwas verloren hatte, unwiederbringlich. Knapp strich er immer wieder über die Narbe und fühlte tief im Inneren die Halterungen und Vorrichtungen, die dieses Resultat erzeugt hatten, alles darunter war präsent und lebendig aber irgendwie taub und fremd.

Das Wasser prasselte weiter auf den Körper und schien eine beruhigende Wirkung zu haben, denn der Schmerz der aufkeimte wurde mit dem Wasser einfach mitgerissen und fortgetragen. Xine richtete den linken Arm etwas auf und begutachtete die Handfläche.

"Bist du immer noch ein Teil von mir?"

Des Ritters Worte verklangen im Rauschen des Wassers, welches zu Boden ging während der junge Mensch sich weiter in die Gedanken vertiefte und immer noch dachte, als das Wasser längst aufgehört hatte auf ihn zu strömen. Die Zeit der Veränderung war endgültig da und nun war es wohl auch Zeit, dass er sich endgültig veränderte.
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Deikan (20.04.2016)

43

Dienstag, 26. April 2016, 18:23

Tagebucheintrag: Enttäuschung

Mit einem verzerrten Flackern baut sich das Bild der Kamera auf, es zieht sich ein Streifen durch das Bild, der von oben nach unten gleitet. Ein weiterer Streifen folgt und die gesamte Aufnahme wirkt unscharf. Der Ritter ist auf seinem Bett zu sehen, vor ihm ein kleiner Bonsaibaum und davor noch ein Pad.

"Tagebuch von Ritter Erauqs...17 NVC, Ska Gora."

Der Ritter atmet und spricht ruhig, aber doch etwas erschöpft. Seine Finger fahren über den Bonsai.

"Ich glaube die Kamera hat so langsam einen Schaden. Die letzten Aufnahmen hatten einen Bildfehler und ich glaube die Kamera oder zumindest die optischen Aufnahmeelemente geben den Geist auf. Ich sollte sie mal w..."

Der Ton erlischt für einen Moment und das Bild wird schwarz. Einige Momente später setzt der Ton wieder ein aber das Bild dazu fehlt.

"Ein Bäumchen. Ich scheine ja nicht mal mit mir selbst, einem Padawan oder einem Pad klar zu kommen und jetzt noch ein Bäumchen? Auch wenn mich diese Geste sehr rührt und mir Hoffnung gibt, komme ich nicht drum herum es wie einen schlechten Scherz zu betrachten. Eine Nachricht, die mir sagen soll, dass ich ja auf das Bäumchen aufpassen kann wenn es schon bei Morwena nicht geklappt hat. Eine Nachricht, die natürlich nicht existent ist. Interpretation und Blickwinkel, ich falle ihnen in letzter Zeit sehr oft zum Opfer."

Man hört ein angestrengtes Seufzen ehe die Lippen scheinbar angestrengt zusammen gepresst werden und folglich ein Ton erklingt, der einem spöttischen Ausatmen gleicht.

"Mittlerweile muss ich mich fragen, ob sich alle anderen verändern oder ob ich derjenige bin, der sich verändert. Fließt Stolz durch mich? Arroganz? Yuleena warf mir Arroganz vor, mit der gleichen Begründung wie es auch Shinzu tat. Gestern schloss sich Captain Roche an. Fehlgeleiteter Stolz. Ich weiß nicht ob sie recht haben oder eben nicht. Was ich weiß ist, dass ich in letzter Zeit mich dem nicht entziehen kann. Es beginnt in mir zu brodeln und empört mich. Es ist schon amüsant, dass mich die Worte über meinen fehlgeleitenden Stolz erst recht dazu bringen, dass ich mich im Stolz verletzt fühle."

Ein Seufzen ertönt erneut und für einige Momente herrscht eine Stille, die nur von einem dezent konstanten fiepen der Kamera begleitet wird.

"Stolz, warum habe ich stolz? Wofür? Ist es der Ritterschlag? Ist es das Pflichtgefühl? Ich sehe die Situation klar vor mir und bin überzeugt, sie richtig zu erfassen. Statt das mir gelingt was ich bezwecke, wendet sich das Blatt und alles kommt auf mich zurück, wie eine Lawine aus Empörung und Fehler. Momentan scheine ich zu verlieren, was mein Ziel ist, was meine Aufgabe ist. Als Meisterin Derak, Morwena und mich beauftragte die Mission zu Thyferra zu planen, nahm ich es an und kümmerte mich darum. Gestern dann sehe ich Captain Roche mit Captain Telemnar und Miss Danners. Sie handelten einen Deal über Thyferra aus. Verletzter Stolz trieb mich nicht zu dem Gespräch. Es war...Misstrauen. Ich traue Captain Roche nicht und seine Worte schienen mich zu bestätigen. Ich war mir so sicher, dass er wieder etwas auf eigene Faust tut, dass er gegen Regeln verstößt und sich daraus windet. Doch das ganze scheint größer zu sein als ich annahm, als ich vermutet hatte."

Wieder hört man den Ritter atmen. Gepresst drückte er die Luft aus dem Körper.

"Meisterin Derak und Eryada und Captain Roche führten eine Besprechung. Eine Besprechung in der es um Thyferra ging, um Bacta und um das Duo. Sie führten ein Gespräch, zu dritt. Die Stationsleitung, die Holocron-Beauftragte und die Militärische Leitung. Wen hatte man ausgeschlossen? Die Planungsleitung. Die Entität, die sich darüber Gedanken machte wie man nach Thyferra kommt, was man beachten muss, welche Risiken es gab. Man überging sie und hielt es nicht für notwendig sie mit einzubeziehen. Es war kein Schock, der mich traf sondern eine Bestätigung. Eine Stimme in mir wiederholte, dass es genau wie bei Morwena war, als man lieber verschwieg, dass Ritter Torn sie suchte statt Informationen zu teilen. Als man uns in die Höhle des Löwen gehen ließ und es nicht für nötig erachtete uns zu informieren. Mich kotzt diese selektive Informationsweitergabe an. Wir sind verdammt nochmal Jedi. Ich hatte Vertrauen, dass man mehr tut als auf stumpfe Protokolle zu achten, dass man teilt, lehrt und lernt, aber ich scheine mich getäuscht zu haben. Habe ich das?

So oder so stelle ich den Captain zu rede. Ich bot ihm an das persönlich zu klären aber er ging nicht darauf ein, er erzählte mir in einer vagen Ausführung was von statten ging und als ich erwähnte, dass man die Missionsplanung übergangen hatte wurde Miss Danners hellhörig. Sie sprach kurze Zeit danach von Verrat und Misstrauen. Man hatte ihr wohl etwas gesagt, dass dem widersprach. Wie dumm? Wieso lässt Captain Roche das Thema weiterlaufen wenn er doch weiß, dass er Dinge gesagt hat, die ich nicht wissen kann? Warum führt er so eine heikle Thematik auf dem Balkon? Es gibt doch mehr Leute, die von Thyferra wissen und von solch einer Unternehmung? Das Kartenhaus war instabil und wackelig, es brauchte nur einen übermotivierten, impulsiven Ritter um ein Vertrauen zu zerstören, bei dem ich geschockt bin, dass es existierte. Ich begreife es nicht. Man hätte es doch verhindern können, an mehr als einer Stelle. Stattdessen tut man das was man zuvor tat. Man schweigt, verheimlicht und manipuliert. Nicht nur den Feind sondern auch die Verbündeten. Mittlerweile weiß ich nicht mehr ob das hier noch irgendwas mit den Jedi zutun hat oder ob es sich hier um eine paramilitärische Organisation handelt, die sich nur Republik und Jedi auf die Brust schreibt."

Man hört scheinbare wie eine Faust gegen eine Wand donnert.

"Ist dem so? Oder bin ich es, der blind ist? Der wandelt und einem Weg folgt, der nicht richtig ist? Wer soll mir das sagen? Wer soll es mir offenbaren? Morwena kritisierte den Stützpunkt, Minuial flüchtete schon fast. Ich bin nicht der Einzige der Probleme sieht, aber vielleicht der Einzige, der so handelt wie ich es tue. Vielleicht ist nicht meine Ansicht das Problem, sondern meine Umsetzung. Ich...nein Stolz ist nicht was verletzt bei mir ist. Ich bin enttäuscht und misstrauisch. Ich misstraue. Ich misstraue Meisterin Eryada, Derak und Captain Roche. Ich misstraue, dass sie tun was sie sagen, dass sie handeln wie sie es predigen. Sie verstecken sich in ihren Kämmern und bereden alles unter sich. Keine Zuschauer, keine Beteiligung, denn nur wenn sie so handeln wie sie es tun kann es keine Widerworte geben. Ich habe das Gefühl, dass man uns benutzt. Selektive Informationsweitergabe, Tücke und Beleidigungen. Inkonsequentes Verhalten.

Wer spielt das falsche Spiel? Bin ich es, der sich selbst belügt? Oder sind sie es? Wer soll es für mich aufdecken?"

Ein Klicken ertönt und der Ton verstummt.
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Deikan (26.04.2016), Dexter (26.04.2016), Talasha (26.04.2016)

44

Dienstag, 26. April 2016, 20:41

Tagebucheintrag: Wolf

Man hört ein dezentes Rauschen, welches von Knistern eingeleitet wird ehe das Knistern erlischt und das Rauschen in dne Hintergrund tritt. Eine Männerstimme spricht, ruhig und gelassen.

"Ich habe mich geirrt...ich hatte Recht...revidierte und irrte mich. Schon wieder."

Die Luft fährt gepresst aus dem Körper, ein paar Vögel hört man zwitschern und das Rascheln der Bäume.

"Der erste Ausflug war eine Warnung, der zweite Ausflug war die Konsequenz. Eine unmissverständliche Botschaft. Ziehe dich zurück, lass es sein, sonst zerstört es dich. Die Macht hatte gesprochen, klarer als es die Narben auf meinem Arm schildern konnten. Zuerst sah ich es und war mit ihr im Einklang. Ich sollte es lassen, mich zurückziehen und einen anderen Weg finden. Eine schmerzvolle und entbehrungsreiche Lektion, die mich dort erwartet hatte. So versank mein Inneres in Unverständnis, es suchte, wandte sich und erzeugte Gründe sowie Ausreden. "

Man hört ein Schmunzeln und ein spöttisches Ausatmen.

"Tze...Prüfung, Vorbereitung. Ich redete es mir ein und ich sprach mit Minuial. Sie sagte, Morwena wäre mein Kristall oder zumindest etwas in diese Richtung. Wie einen Kristall sollte ich sie suchen. Minuials Worte klangen verlockend. Ein anderer Blickwinkel, brachte schon sehr oft neue Erkenntnisse also warum auch nicht hier? Die Vision, die ich hatte bestätigte es oder schien es zu bestätigen und so revidierte ich meinen Entschluss. Ich glaube an eine Prüfung, an die Lehre aus dem Schmerz und dem Verlust. Es solle eine Vorbereitung sein. Frust verklang und es stellte sich Wille ein, der Wille weiterzumachen und nicht aufzugeben, denn es gab etwas wofür ich zu kämpfen hatte. Minuial konnte nicht wissen wie falsch sie lag, wir wussten beide nicht wie falsch wir lagen."

Ein lauteres Knacken ertönt und scheint von den Fingern des Ritters zu kommen.

"Morwena hat abgelehnt...mich...abgelehnt. Es ist so traurig wie es amüsant ist. Ich hatte an alles gedacht, dass sie einen anderen Weg gehen würde, das sie in Ritter Torn doch den Partner findet, den sie hatte ausgeschlossen aber mit dem jetzigen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Meisterin Eryada soll sie nun ausbilden. Ich fragte mich...nein ich frage mich warum? Nicht warum der Weg so ist wie er es nun ist, sondern warum gerade sie? Wie kommt es dazu? Das Gespräch mit Morwena war ernüchternd. Meine Strenge, meine Zielorientierung war das Problem. Morwena sah nicht, wo sie ihre Gedanken entfalten könnte. Es erinnerte sie an Ritterin Uniri."

Ein knappes Lachen ist zu hören.

"Wie Ritterin Uniri. Ich kenne sie nicht mal wirklich gut und eigentlich habe ich es nie versucht Morwena einzuengen, eigentlich war das genaue Gegenteil überhaupt der Impuls wieso wir miteinander sprachen. Auf Coruscant beklagte sie, dass man ihren Ratschlägen nicht Gehör schenkte. Ich verstand, was sie sagte. Ist man Padawan, dann denken die Meisten über einen als solcher. Ist man Ritter, ist es dasselbe. Vorurteile und Eindrücke werden auf einen selbst projiziert und die meiste Zeit kämpft man darum sich dagegen aufzulehnen. Es ist so lächerlich ironisch. Morwena beklagte, dass man sie nur als das sehe was sie in ihrem Rang verkörpere und dabei urteilt sie über mich, weil sie etwas von Ritterin Uniri in mir sieht, obwohl ich sie nicht bin und es nie sein werde. Ich bin nicht Ritterin Uniri, ich bin nicht einer der Jedi vor denen Shinzu scheinbar Furcht hat, ich bin kein Mörder wie Aaliyah es sehen mag. Ich bin ich, ein Ritter des Jedi-Ordens, ein Jünger der hellen Seite."

Erneut ertönt dasselbe Knacken.

"Morwena erlangte eine Kenntnis über mich, die ich mir nicht erschließen kann. Woher wollte sie diese Informationen haben? Warum sagte sie nie etwas? Ich tat mein Bestes ihr eben nicht dieses Gefühl zu geben und so sehr ihre Meinung mehr Gewicht hat als meine, ich glaube nicht das ich es getan habe. Ich glaube auch nicht, dass es eben diese Punkte sind. Einen Schnellschuss hatte sie gewagt als sie mich fragte doch jetzt, wenige Tage..Wochen nachdem sie zurückkehrt ist entscheidet sie sich für Meisterin Eryada. Ist es nicht ebenso ein Schnellschuss? Ein Gespräch schien sie so zu faszinieren, dass es die Waage in eine Richtung senkte. Ich weiß nicht, was Morwena bewegt und ob ich ihre Worte entweder nicht verstehe oder aber sie schlicht nicht so sind wie sie scheinen."
*Tief atmet der Ritter ein, was an den hörbaren Atemzügen zu erkennen ist.*

"Ob ich verletzt bin? Ich habe zu lange versucht etwas zu erreichen was ich nicht bin, also ist es Zeit dies zu entlassen. Ja, ich bin verletzt, tief in meinem Inneren hat sich ein weiterer Riss aufgetan, wie es bei Ritterin Cortess war, bei Ritter Dresarius, Padawan Grey. Verletzt aber nicht wütend. Was will mir die Macht damit sagen? Mit allen diesen Schwierigkeiten? Mit diesen Prüfungen? Mit diesem Schmerz und dem Verlust? Ist es nur eine weitere Nachricht, die mir zeigen soll, dass mein Weg, den Weg den ich beschreite, zu ende ist? Darf ich so viel interpretieren? Ich weiß es nicht und mittlerweile häuft es sich und nervt mich."

Die Luft zischt aus dem Mund heraus und prallt gegen das Mikro.

"Was mache ich falsch um diese Ereignisse zu verdienen? Oder mache ich alles richtig und dieser Weg ist der für mich bestimmte? Menschen, die mir nahe sind verschwinden...immer. Meister Sirkos verstirbt, Ritterin Cortess kehrt nicht von einer Mission wieder, Ritter Dresarius löst sich in Luft auf, Padawan Grey ebenso, Minuial flüchtet von Ska Gora, Adrasteya reist eilig ab und Morwena...entscheidet sich um."

Ein Schmunzeln ist zu hören.

"Der einsame Wolf...hm?"

Es knackt und der Ton erlischt.
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45

Samstag, 30. April 2016, 14:57

Tagebucheintrag: Pfad

Ein Fiepen ist zu hören. Das Schwarz flackert, während man auf der Aufnahme erkennen kann, dass die Sekunde verstreichen. Es ertönt ein knarren, metallisches Schleifen ehe das gesamte Bild von einem Türkis bedeckt wird. Langsam wird das Türkis kleiner und man erkennt ein Gesicht, während der Ritter sich langsam von der Linse entfernt. Ein konzentrierter, prüfender Blick scheint etwas hinter der Linse zu begutachten, dann zieht sich ein seichtes Lächeln über die Lippen und der junge Mensch nickt.

"Na...geht doch. Tagebuch von R...Tagebuch von Xine Erauqs. 17 NVC, Ska Gora."

Im Hintergrund sieht man einige Blätter von Bäumen sowie den blauen Himmel. Der Ritter scheint in der Robe und wischt sich einmal über das Gesicht ehe er die Kamera aufhebt und sie dreht um den Fokus scheinbar auf den Horizont und somit die Landschaft von Ska Gora zu richten.

"Ska Gora ist ein wundersamer Ort. Ich habe hier schon oft mein Tagebuch aufgezeichnet aber jetzt fällt mir auf...darf ich das? Immerhin ist das hier ein Stützpunkt und ich zeichne einfach geheime Daten auf."

Man hört ein leichtes Kichern und die Kamera wird wieder Richtung Gesicht gedreht.

"Meisterin Derak, Meisterin Eryada? Wenn ihr jemals das seht, dann entschuldige ich mich schon mal."

Das Lächeln weicht einem Schmunzeln ehe der Fokus wieder Richtung Landschaft geht.

"Seit ich zum Ritter geschlagen wurde, suchte ich meinen Weg, meinen Pfad. Zuerst war es ein nebensächlicher Gedanke, denn irgendwas wird sich sicherlich finden lassen aber mit fortschreitender Zeit wurden die Gedanken stärker, die Sorgen heftiger und Impulse unkontrollierbarer. Ja, was ist eigentlich mein Pfad? Mein Ziel? Tiefe Unzufriedenheit hatte sich breit gemacht. Ich habe mir die letzte Aufzeichnung nochmal angeschaut. Ein einsamer Wolf, der den Pfad alleine entlang wandert. "

Xine seufzt und die Kamera bewegt sich etwas ehe sie umgedreht wird und wieder den Ritter zeigt.

"Nichts von dem wirkt auf mich unschlüssig oder falsch aber ich konnte die Frage nach dem Pfad eingrenzen und ich denke, genau da liegt auch der Kern der Probleme. Es ist der Pfad der fehlt und es hat sich auf sehr viele Weisen gezeigt. Ein Jedi-Ritter ist eigenständig und geht seinen eigenen Weg. Dazu zählen eigene Aufgaben, eigene Spezialisierungen und eigene Motivationen wie Ziele. Arroganz, Stolz, Ignorant. Man warf mir viel vor und brachte es immer und immer wieder in Bezug mit dem Ritterschlag. Mittlerweile merke ich, dass es nicht richtig trifft.
Ich habe mit Jedi-Ritterin Kari Patangaroa gesprochen. Wir kennen uns wirklich kaum und ich habe sie einfach mal gefragt. Ich habe sie gefragt ob ich auf sie arrogant und vom Stolz zerfressen wirke, denn sie ist eine der wenigen Personen, die das beurteilen können. Sie kennt mich kaum und wenn ich nach aussen hin eine solche Darstellung liefere ist sie die Person, die es beurteilen kann. Jeder andere hat Vorwissen und verknüpft Eindrücke mit dem Wissen was er über mich hat. Es wäre verfälscht."

Der Ritter schmunzelt und schüttelt grinsend den Kopf.

"Sie sagte, dass ich etwas arrogant wirke aber auch als ob ich versuche alles richtig zu machen, als ob ich Angst hätte. Ich stimmte ihr zu, denn je länger ich darüber nachdenke, desto sinnhafter ist es für mich. Als ich Padawan war, ging ich zu jedem der sich mir vorstellte hin und bot ihm meinen Vornamen. Selbst Ritterin Thaemer bot ich ihn an und das mehr als einmal. Ich wollte eine bestimmte Ebene erreichen und nach dem Tag als ich Ritter wurde änderte sich das. Ritterin Patangaroa bot ich ihn nicht an obwohl wir beide Ritter waren. Ich hielt mich allgemein mit derlei Sachen zurück und wurde kälter, abweisender. Ich war dabei in das Muster zu verfallen, dass mir Meister Sirkos so hart ausgetrieben hatte. Der kleine, abweisende Junge von Nelvaan, der niemanden an sich ran lies."

Der Blick des jungen Menschen geht an der Kamera vorbei und sein Gesichtsausdruck wirkt offener und fröhlicher.

"Ich habe versucht ein Ritter zu sein, der ich bin. Ich habe einige Ritter gesehen, die so waren wie ich mich verhalten habe und versuchte dieses falsch geglaubte Ideal zu erfüllen. Unbewusst aber doch nicht minder penetrant. Also stand ich auf, verbeugte mich vor Kari und bot ihr meinen Vornamen an. Ich bin zu Mister Bantu gegangen und hab das Gleiche gemacht, selbst Meisterin Eryada habe ich das heute angeboten. Es hat sich...gut angefühlt, richtig und irgendwie auch befreiend. Ich bin ich und egal welcher Titel es sein mag, ich möchte mit den Leuten eine Vertrauensebene erreichen, selbst wenn ich dafür über meinen Schatten springen muss und mit Leuten versuche klarzukommen, denen ich nicht vertraue."

Xine schließt die Augen langsam und wiegt den Kopf etwas hin und her.

"Ich reduzierte meinen Pfad auf drei einfache Fragen. Wie gehe ich meinen Pfad? Wofür gehe ich meinen Pfad? Wohin führt mein Pfad? Mittlerweile habe ich für jede einzelne Frage eine Antwort.

Wie gehe ich meinen Pfad? Wie ein Jedi, mit Willen und Herz.

Wofür gehe ich meinen Pfad? Für den Frieden. Ich agiere für den Frieden, die Harmonie.

Wohin führt mein Pfad? Dort wo ich helfen kann, wo mich die Macht hinleitet.

Gerade die letzte Frage war bedeutend schwerer. Zu sagen, dass ich der Macht folge ist einfach und bringt nur wenig Aufschluss über meine Aktivitäten. Ska Gora ist mittlerweile mehr als nur eine Enklave oder ein Stützpunkt. Ich habe jemanden kennengelernt, der darin einen sicheren Hafen sieht."

Xine nickt und dreht die Kamera etwas, so dass man erneut die Landschaft sieht.

"Ein sicherer Hafen und ich denke das ist meine Aufgabe. Ich will den Leuten helfen ein Zuhause zu finden...nachhause finden und diesen Ort hier zu verteidigen. Wir sind mehr als nur ein Verbund an Kämpfern. Wir haben die Möglichkeit eine Stätte für all die verlorenen Seelen zu bieten, die einen Ort zum rasten brauchen, einen Ort wo man sie braucht. Das wir keine Völker aufnehmen können ist logisch, aber es braucht nicht immer gigantische Massen. Die Denkweise des Gigantischen ist genau der Grund warum die Jedi bisher nicht bestehen. Vielleicht wird mich diese Denkweise beruhigen und dazu führen, dass ich mich etwas mehr entspannen kann. Es ist keine Enklave, kein Stützpunkt, es ist ein Zuhause."

Eine Zeit lang folgt kein Ton ehe das Wort mit ruhiger und tieferer Stimme wieder erhoben wird.

"Wir lassen niemanden im Stich, wir benutzen niemanden und werfen ihn dann weg. Wir beschützen uns und schützen was wir haben. Frieden und Harmonie."
Wir verteidigen unser Revier und schützen unser Rudel."

Man hört ein Lachen von hinter der Linse.

"Okay ich sollte aufhören. Möge die Macht mit uns sein und uns immer leiten."

Kurz klickt es und das Bild erlischt.
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Dexter (30.04.2016), Skyran (30.04.2016), Deikan (30.04.2016), Jade-Lynx (02.05.2016), Harlen Gregorius (02.05.2016)

46

Dienstag, 31. Mai 2016, 22:54

Tagebucheintrag: Moment

Das Bild baut sich auf, im Hintergrund sieht man eine kahle, metallische Wand und das Brummen von Generatoren ist zu hören. Es vergehen einige Momente ehe der Ton abschwächt und das Brummen in den Hintergrund gerät. Anschließend setzt sich der Ritter, gekleidet in grau-rote Gewänder, vor die Kamera.

"So, jetzt ist die Tür zu. Tagebuch von Xine Erauqs, 17 NVC."

Der Ritter reibt sich kurz die Augen während er anfängt zu sprechen.

"Mein letzter Eintrag ist schon einige Monate her. Erfreulicherweise kann ich verkünden, dass sich die Wogen geglättet haben. Leider weiß ich nicht warum. Zurzeit komme mich mit den Meisterinnen und dem Captain weniger aneinander. Das mag entweder an dem Haufen Arbeit liegen oder an einem Verständnis füreinander. Vielleicht haben meine Worte doch etwas erreicht und vielleicht haben ihre Worte etwas bei mir erreicht. Ich weiß es wirklich nicht und kann da nur spekulieren. Tatsächlich fühlt es sich aber entspannend an. Die vergangenen Monate waren anstrengend aber auch hilfreich, denn mein Geist fühlt sich gerichtet und fokussiert an. Vermutlich ist er beschäftigt."

Die Hände des Ritters werden in den Schoß gelegt und der Blick schweift umher.

"Wir gehen weiter, Tag für Tag, Minute für Minute. Immer weiter, einen Schritt nach dem anderen. Wir dürfen uns nicht mit vergangenen Differenzen aufhalten sondern müssen die Situation jeden Tag aufs neue evaluieren. Feinde von gestern, können heute Verbündete sein oder umgekehrt. Die Zeit wandelt sich so rasend schnell, dass ich Schwierigkeiten habe ihr zu folgen. Gefühlte Tage sind eigentlich Monate und manchmal verschwimmen die Dinge einfach im Strom der Zeit. Es ist ein komisches Gefühl und manchmal, wenn ich in mich gehe, dann fühle ich diesen Druck, dass es endet."

Xine lässt seine Finger langsam über die Wange zu seinem Kinn gleiten und nickt dann nachdenklich.

"Jedi bleiben nicht in der Vergangenheit hängen, nicht nur Jedi sondern auch wir alle sollten das tun. Nur wenn wir das tun, was bedeutet Treue? Vertrauen oder Pflicht? Wenn wir nach vorne gucken woran messen wir diese Werte? Sollte ich mich nicht verrechnet haben ist Adrasteya nun gut zwei Jahre weg. Ist sie nun verschollen oder hat sie ein neues Leben angefangen? Ist es Zeit Dinge, dinge sein zu lassen oder solle man ihn nachjagen? Schwierige Fragen auf die ich keine Antworten bisher finden konnte. Dabei geht es nicht mal um Emotionalität sondern um die dumpfe Frage wie weit unsere Treue, unseren Verbündeten nachreicht. Für immer? Wann ist es Zeit loszulassen und es als geschehen zu deklarieren? Ist es Verrat?"

Der Kopf des Ritters senkt sich und die Hände fahren zu den Füßen um sich dort einzuklemmen.

"Es geht voran. Unser Kommunikationsproblem scheint gelöst zu sein zumindest läuft es darauf hinaus. Wir konnten einen ehemaligen Mitarbeiter von Sartech aufspüren. Mit wir meine ich Lyreena und mich. Das ist eine der neuen Verbindungen, die ich knüpfen konnte."

Xine führt die Finger zusammen und schnipps.

"Einfach so. Ich habe sie angesprochen und mich von dem ersten Eindruck gelöst. Die Zeiten haben sich geändert, also muss ich es auch. Die Strenge, die wir Jedi noch anlegen konnten funktioniert nicht mehr. Das Ganze Umfeld ermöglicht das ein Jedi überlebt nur nicht als das, was die Jedi unter sich verstanden haben, was sie gezeigt haben. Vielleicht ist es an der Zeit auf die Söldner, Schmuggler und Händler mehr zu hören, denn dies ist ihre Welt. Das Verborgene indem wir uns nun bewegen. Heimvorteil wenn man so will. Lyreena entpuppte sich als Überraschung, denn hinter diesen harten Schale aus Kampf und Protz steckt eine junge, stolze Frau. Zusammen sind wir Syco Vem, dem Sartech-Mitarbeiter, auf die Schliche gekommen. Zuerst über Graian und dann über Sarelin."

Die Luft wird aus dem Körper gepresst und ähnelt einem Seufzen oder Stöhnen.

"Graian ist Nar Shaddaa, nur ohne Hutten, Gesetz, Moral und mit zwei riesigen Flotten im Orbit, die sich gegenseitig lieber verprügeln als konstruktiv zu sein. Sarelin ist eine stolze Stadt, die auf den sogenannten Paragons aufbaut aber mindestens genauso zerfressen unter dem politischen Konflikt ist."

Langsam fährt die Hand über das Gesicht.

"Egal wie weit Zakuul geht, es ändert sich nichts. Lieber bleibt man auf alten Konflikten hängen statt den neuen gemeinsam zu begegnen. So werden wir das nie schaffen. Aber es gab etwas erfreuliches, vielleicht etwas klein im Vergleich zur intergalaktischen Katastrophe aber dennoch gut."

Die Miene des jungen Mannes wird langsam zu einem Lächeln.

"Idgie Runagate. Ich weiß nicht was mich überrascht oder fasziniert hat. Entweder war es ihre selbstbewusste Art in totaler Ahnungslosigkeit oder aber die Tatsache, dass sie mich, einen Fremden, an einer Theke auf Alderaan um einen Job gefragt hat. Wir hatten zusammen mit Aliera und Morwena ein interessantes Gespräch. Es steht in Aussicht, dass sie nach Ska Gora kommt auch wenn Morwena mit ihren Fragen wirkte, als ob sie das zu verhindern versucht. Vermutlich nur Einbildung, dennoch waren Morwenas Fragen hilfreich. Das gesamte Gespräch war hilfreich. Ich wollte zur ihr in mich gehen. Noch bin ich unschlüssig aber was spricht dagegen? Wenn ich ehrlich zu mir bin...was spricht dagegen? Sie ist nicht fachmännisch ausgebildet? Sind die Jünglinge auch nicht, also bilden wir sie aus. Wir kennen sie kaum? Geht es nicht genau darum? Ska Gora soll ein Zuhause werden, dafür müssen wir Vertrauen haben können. Das Gespräch mit Aliera muss ich mindestens nochmal suchen aber vielleicht ist es genau dieser Moment. Diese Veränderung. Der Moment wo wir uns öffnen, wo wir von einer Basis zu einer Zuflucht werden. Es ist gefährlich, aber Idgie ist bemüht und sie wirkte auf mich ehrlich, sehr lebendig."

Das Lächeln wird zu einem Schmunzeln.

"Und was ist heutzutage schon nicht gefährlich?"

Mit einer Handgeste erlischt das Bild.
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47

Montag, 6. Juni 2016, 16:16

8 VVC - Das Licht der Welt

Kalt und erbarmungslos peitschte der Wind gegen Gesichtsschutz. Das Eis war in leichtes orange getaucht als die Augen durch die Schutzbrille sahen. Karg und leblos wirkte die scheinbar endlose Eiswüste, doch nicht weit konnte man ein paar primitive Zelte an einer Felswand sehen. Es stieg etwas dunkler Rauch hinauf und deutete daraufhin, dass sich dort Leben befindet. Mit kräftigen, zügigen Schritten stampfte die junge Frau in Vollmontur durch den Schnee, der immer wieder von dem Wind aufgewirbelt wurde. Jeder Schritt brachte sie näher an das Dorf heran und weiter weg von ihrem Schiff, dass nach einigen Minuten nur noch eine Silhouette im Wind war.

Der Auftrag war einfach gestrickt. Sie solle die Zielperson und alle zu ihr führenden Spuren vernichten. Es solle nichts übrig bleiben. Die junge Frau hatte nicht gefragt worum es ging, um wen, oder warum die Spur ihres Ziels sie bis in das Koobi-System führte. Als der Auftrag herein geflattert kam, war es bereits klar. Jemand hatte einen Hutten verärgert und war dann einfach spurlos verschwunden. Man konnte sich also nicht an dem eigentlichen Schuldner rächen und so musste die engste Familie darunter leiden. Meistens ging dies nicht ohne Warnung oder Drohung von statten. Eine Warnung auf die der Schuldner hätte reagieren können. Die typische Methodik um jemanden aus der Reserve zu locken.

Sie atmete tief ein und zog den kalten Wind in die warme Lungen hinein. Es war eine schmutzige aber gut bezahlte Arbeit. Die Art von Arbeit, die die meisten nicht machen wollten, doch nicht allen blieb die Wahl. Und wenn man ohne Wahl Aufträge annahm dann stampfte man plötzlich durch kalten Schnee auf einem primitiven Eisplaneten von dem man zuvor noch nie etwas gehört hatte. Langsam lies die Frau in Montur ihre rechte Schulter kreisen und nahm das dort hängende Blastergewehr in die Hände. Fast war sie in Reichweite doch in dem Dorf gab es bisher keine Anzeichen der Zielperson, dafür war das Lager erstaunlich klein und leer. Sie zählte vier der behaarten Tiere auf Beinen und mutmaßte, dass keines davon ein Männchen war. Innerlich lächelte sie kurz ob der Gelegenheit. Der Auftrag war bereits anstrengend genug gewesen, es war gut wenn der Abschluss etwas leichter fallen würde.

In geduckter Haltung näherte sie sich dem Lager, aus dem immer noch der Rauch empor stieg. Mittlerweile war zu erkennen, dass es ein Lagerfeuer gab und dort etwas zu Essen vorbereitet wurde. Die Laufwege der vier Nelvaanerinnen zeigte ein besonderes Interesse für eines der Zelte. Die Art von Interesse, die man möglicherweise Fremden zukommen lassen würde. Erneut atmete sie tief durch und legte das Gewehr an. Durch das Zielfernrohr konnte sie die vier umhergehenden Nelvaaner erkennen. Sie wussten nichts von ihrer Anwesenheit und so gaben sie ein leichtes Ziel ab. Ohne zu zucken, krümmte die junge Frau den Finger und ließ den roten Lichtblitz durch die Luft schnellen. Der Ton war im starken Wind kaum hörbar doch leblos sackte ihr erstes Ziel zu Boden. Drei weitere Lichtblitze folgten und nach einem Aufschrei verklang der Ton komplett und ergab sich dem Rauschen des Windes. Sie erhob sich und rannte zu dem Dorf. In flüssiger Bewegung verstaute sie das Gewehr auf den Rücken und zog den Blaster aus dem Halfter um das Dorf abzusichern. Fünf Zelte, doch es war Ruhe, nur aus einem drang etwas Licht heraus. Mit angelegtem Blaster näherte sie sich dem Zelt und konnte bereits dne Schatten einer Person erkennen. Sie betrat das kleine Zelt, dessen Decke fast ihren Kopf berührte.

Maximal neunundzwanzig Jahre war die Frau mit dunkelroten Haaren. Sie lag in einem Schlafsack während ihr Kopf durch einige Kissen geschützt war. An der Kleidung, die herum lag, konnte man erkennen, dass sie wohl eher dünn bekleidet war. Einige Kerzen erhellten den Innenraum. Ihr Blick war verwirrend. Trotz des auf sie gerichteten Blasters wurde sie nicht panisch. Ihre Augen verrieten Trotz, ihre Haltung Müdigkeit und ihre zitternden Lippen Angst. Die Attentäterin betrachtete das Gesicht und vergewisserte sich über die Identität der Frau.

"Grüße von Tschoba", sagte die Attentäterin bestimmt.

Keine Minute verging und erneut zuckte ein Lichtblitz durch die Luft. Stille erfüllte den Raum und als die Attentäterin ein Zucken aus dem Augenwinkel vernahm schwenkte sie den Blaster rüber. Ihre Stimme war ernst und zornig.

"Komm raus du Arschloch damit ich dich abknallen kann."

Als Antwort bekam sie aber kein Wimmern, keine Bewegung sondern ein Weinen. Das Zelt wurde urplötzlich von Babyweinen erfüllt und fuhr der Attentäterin jegliche Wärme aus dem Körper.

"Was...?", fluchte die Attentäterin während ihr Blick zum Leichnam der rothaarigen Frau hinüber schwenkte.
"Nein, nein, nein, nein, nein", fluchte sie lauter.

Eilig hastete sie um die Ecke des Zeltes und erblickte einen Korb mit zwei Neugeborenen, die sorgsam und vorsichtig in dicker Tücher eingewickelt worden waren. Sie schrien, weinten und verlangten nach Aufmerksamkeit. Die Attentäterin richtete ihren Blaster auf die zwei Kinder und begann zu hadern. Jegliches Selbstvertrauen war gewichen, jegliche Brutalität weggespült. Das Schreien der Neugeborenen hatte die Attentäterin so sehr überrascht, dass ihre komplette Konzentration zersplitterte. Jegliche Spuren hatte man ihr gesagt. Jegliche Spuren schloss diese Kinder mit ein. Es war ihr Job, es war ihr Auftrag. Sie wurde dafür bezahlt. Genau das wusste sie und genau deshalb musste sie es tun. Den letzten Schritt in die Hölle konnte sie nun auch vollends gehen.

Mit brüllenden Triebwerken hob der kleine Frachter von der Eiswüste ab. Im Hintergrund sah man das ehemalige Dorf in großen Flammen lodern, es würde vollständig abbrennen und alles mit sich nehmen. Tief seufzend lehnte sich die Frau in den Pilotensitz. Die Verkleidung war gewichen und zeigte ihr weißes, gefärbtes Haar. Ihr Gesicht war hart aber jugendlich. Sie hatte fast ein gesamtes Dorf ausgelöscht und war vielleicht gerade einmal neunzehn. Für den Moment tauchte sie in ihre Gedanken ab, erinnerte sich an das Geschehene und ihre Entscheidungen. Es war schwer mit so etwas zu leben. An fast jeder Hand klebte Blut aber dieses Blut war anders. In ihrem Herzen spürte sie, wie schwer es wiegte. Ein Babyschreien unterbrach ihre Gedanken, gefolgt von der Protokolleinheit, die begann sie anzusprechen.

"Miss Erauqs, wie soll ich mit den Säuglingen verfahren?", fragte ihr Droide in der typisch höflichen Form.
"Aktiviere deine Lebenserhaltungsprotokolle für Säuglinge und kümmere dich um ihre Gesundheit, 3N" beantwortete sie die Frage.

Der Droide ging davon um seine Aufgabe zu erfüllen als er doch nochmal anhielt.

"Haben die Säuglinge Namen? Mein Speicherchip ermöglicht mir eine...", begann 3N zu plappern.
"Nein, nein, lass gut sein. Ich überlege mir Namen", unterbrach die junge Frau ihren Droiden.

Ihr Blick wanderte über die Frontscheibe in das Sternenmeer hinaus, als sie kurz nickte und sich zu ihrem Droiden umsah um ihm auf den Rücken zu schauen. Gerade wollte sie ansetzen, als sie die Serienkennung ihres Droiden erblickte.

"3N-1X...", sprach sie vor sich hin.
"Ja Ma'am?", erwiderte die Einheit.
"Enix. Der Schreihals heißt Enix", bestätigte sie mit kräftiger Stimme.

Sie drehte sich wieder zu ihrer Frontscheibe, versank in den Sitz und beobachtete 3N aus dem Spiegel, der den Bereich hinter ihr abdeckte. 3N war wieder auf dem Weg zu den Säuglingen, die sie verschont hatte. Ihre Augen fixierten den Droiden.

"Und den mit den kühlen Augen Ma'am?" bat der Droide sie erneut um Hilfe.
"...Xine. Er heißt Xine." sprach sie ebenso kräftig während sie den Droiden durch den Spiegel beobachtete.
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48

Donnerstag, 30. Juni 2016, 18:26

Tagebucheintrag: Zeit

Das Bild flackert und zeigt dann nach einem kurzen Aussetzer das Gesicht des jungen Ritters. Er begutachtet die Linse fachmännisch ehe das Bild sich verdreht. Man hört metallisches Schleifen, ein Klacken und das Wackeln der Kamera ehe diese auf der Schulter des Ritters platziert ist. Als bald sieht man eine Felswand. Leichtes Gewächs bedeckt Stellen der Wand und folgend legt der Ritter seine Hände an die Wand aus Stein. Mit zügigen Bewegungen folgt das Bild der Klettereinlage und nimmt zahlreiche Griffe sowie einen Sprung zur Felskante auf.

"Tagebuch von..."

Xine ächzt kurz, bricht seinen Satz ab und hieft sich auf den Vorsprung hinauf. Man hört wie seine Hände zusammen schlagen und er sich aufrichtet. Das Bild bietet eine weite Aussicht auf große silberne Felder, ein kleines Dorf aus dem Rauch empor steigt und zahlreiche Bäume. Vereinzelte Sonnenstrahlen fallen hinab und wandeln die Umgebung in eine harmonische Komposition aus Natur und Künstlichem.

"Xine Erauqs. 18 NVC, Andara."

Langsame Schritte führen den Jedi wieder an die Felskante zu der er hinab blickt. Die Linse der Kamera folgt jeder seiner Bewegung und bietet die Aussicht auf den tief liegenden Boden.

"Puh. Ist lange her, dass ich das letzte Mal einen Eintrag verfasst habe. Es scheint mir aber wieder notwendig. Wir sind im dritten Jahr nach dem Angriff auf Tython durch Zakuul. Vor geraumer Zeit habe ich eine Art Rücktrittsgesuch an die Meisterinnen verfasst. Sanctuary war nicht mehr dieser Ort wo ich bleiben musste. Es war wie ein tiefes Empfinden, dass mir mitteilte, dass ich gehen musste. Leicht fiel es mir nicht diese Entscheidung zu treffen. Gerade in so einer Zeit bestand immer die Möglichkeit dass aus einem "Auf Wiedersehen" ein "Leb wohl" werden konnte. Mit einem Schnipsen konnte Zakuul alles ausmerzen, was man kannte."

Der Blick hebt sich, zeigt wieder die Umgebung. Gepresst atmet der Jedi aus.

"Andara ist ein wundervoller Ort. Ruhig, harmonisch und friedfertig. Die Zeit scheint hier stillzustehen und Böses sucht man vergeblich, dennoch ist dies ebenso nicht der Ort, den ich suche. Nicht der Platz, an dem ich gehöre wie mir scheint. Ich habe Nachforschungen angestellt, Gefallen versucht einzufordern. Vieles ist so viel schwerer geworden als noch zuvor. Mein Verstand sagt mir, dass ich Sirali finden muss um die Sache mit Andara abzuschließen und dann aber auch dass ich mich den Kontakten von Meister Sirkos widmen muss. Er hatte weitreichende Verbindungen, die ich vielleicht nutzen könnte. Das sind aber nur Vermutungen, Gedanken, Überlegungen und doch sagt mir etwas, dass ich dem nachgehen muss. Mittlerweile bin ich der festen Überzeugung, dass es sich um die Macht handelt. Ich fühle ihre Impulse, ihre Schwingungen und ihre Einflüsse tief in meinem Inneren. Sie ziehen mich fort, meine Gedanken wie auch meinen Körper."

Fast schon spöttisch erklingt ein Lächeln.

"Wenigstens bin ich nicht der Einzige, der von der Vergangenheit heimgesucht wird. Idgie scheint es nicht anders zu gehen. Sie leidet seit ihre damalige Captain das Leben gerettet hat und ihr eigenes dabei opferte. Ich verstehe was sie fühlt und wie sie sich fühlt. Ein schreckliches Gefühl aber anders als ich hat Idgie die Macht nicht. Irgendwie wird sie das verkraften, vielleicht kann ich ihr dabei helfen oder aber auch nicht. Keine Ahnung."

Xine seufzt tief und lässt die Haltung etwas krumm werden.

"Es ist ironisch. Ich fühle wie mich die Macht fort zieht und das Gefühl stärker wird auf Sanctuary nichts verändern zu können. Genau dann taucht Idgie mit einer Botschaft auf, die sie nach Nar Shaddaa leiten will und nicht nur Idgie. Nein auch Aliera offenbart die Entdeckung einer Minenwelt und einem anderen Planeten der als Außenposten dienen kann. Chand...Chandra...Chanda...Cha-Cha. Idgie berichtet von Nar Shaddaa und Aliera von Cha-Cha."

Die rechte Hand fährt kurz an der Kamera vorbei und scheinbar über das Gesicht ehe sie zurück wandert.

"Was Zakuul mit einem Fingerschnipsen einem nehmen kann, haben diese zwei mir mit einem Schnipsen gegeben. Eine Aufgabe. Eine Bestimmung wenn man so will. In einem Augenblick wusste ich, dass ich helfen muss beziehungsweise es zumindest anbieten muss. Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit oder ich sollte eben diese Pause für mich nutzen. Mich sammeln und vorbereiten um bereit für das zu sein, was noch kommen mag. Es herrscht eine seltsame Zeit.

Zeit. Wir leben in der Gegenwart aber tauchen in die Vergangenheit um die Zukunft zu ändern.

Möge die Macht unser Wegweiser sein. Möge sie uns auf dem rechten Pfad halten. Gestern, Heute, Morgen."

Die Hand wischt vor die Linse und die Aufnahme wird beendet.
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49

Montag, 11. Juli 2016, 19:51

18 NVC - Alte Schatten

Plätschernd wurde das Wasser zur Seite getrieben, als dunkelbraune Stiefel hindurch wanderten. Strahlende, grelle Farben spiegelten sich im schmutzigen Wasser und teilten nur einen Hauch des blendenden Lichts von Nar Shaddaa mit. Wohin auch der Blick sich verirrte, war er doch nie frei vom Anblick der künstlichen Tafeln, die ganze Hausfassaden zierten wie Gemälde. Penetrant und Aufdringlich wurde jedem Beobachter ein Energy Drink, ein neuer Speeder oder sonstige Güter durch die Augen ins Gehirn gebrannt. Für einige Sekunden fühlte sich das Innere wie ein Karussel an. Mit blinzelnden Augen versuchte man die Eindrücke zu verarbeiten ehe dies erfolglos abgebrochen wurde. Stattdessen wurde der Kopf gesenkt und die Augen geschlossen. Gepresst verließ die Luft den Körper durch die Nasenlöcher während zwei Finger das Nasenbein reibten.

Einige Sekunden verharrte der junge Mann und widmete sich seiner Selbst ehe er den Kopf wieder empor hob und sich umschaute. Nar Shaddaa schmetterte ihm wieder seine einzigartige Präsenz entgegen. Dabei war es schon sehr freundlich den Müll, den Gestank, die Reklame, Bettler, Gauner, Diebe und den prägnanten Dunst von Gier auch noch "Präsenz" zu nennen. Mit einem tiefen Atemzug fand diese seltsame Mischung seinen Weg in die Lungen des jungen Menschen ehe dieser seinen Weg fortsetze. Eine fließende Handbewegung öffnete den Rucksack auf dem Rücken und zog das eigene Datapad hervor um es mit flinken Fingern zu aktivieren und der Wegbeschreibung zu folgen.

"Noch ein kleine Stück", murmelte Xine in sich hinein.

Aliera, Asura und Idgie waren auf dem Weg den geheimnisvollen Kontakt zu treffen, der so dreist gewesen war und Idgie mit einer doch sehr persönlichen Nachricht konfrontierte. Wer in solchen Zeiten, solch eine Nachricht, so direkt weiterleitete und scheinbar keine Zeit zu verlieren schien, durfte nicht unterschätzt werden. Statt mit den Anderen den Kontakt zu treffen, entschied Xine sich für eine unterstützende Rolle. Ganz im Vorbild seines bisherigen Lebens war er auf der Suche nach Informationen über den noch unbekannten Spieler. Zakuul hatte nicht nur jegliche Regeln ausser Kraft gesetzt, die Xine jemals für sich zu kennen glaubte, sondern schärfte auch seine Vorsicht auf ein Maß, dass er zuvor kaum genutzt hatte. Jede Nachricht wurde analysiert, hinterfragt und Stück für Stück auseinander genommen. Plötzlich waren nicht nur sein Leben von Relevanz sondern auch Ressourcen, Notwendigkeit und Erfolgschance. Das große Ganze musste immer im Blick behalten werden, denn die andere Seite würde es auch tun.

Während er durch die Straßen von Nar Shaddaa wandelte und die zahlreichen Spezies passierte, ertappte sich der junge Mensch erneut dabei wie sein Verstand sich in die tiefsten Windungen von Tücke und List verirrte. Selbst diese Nachricht konnte eine Falle sein. Idgie war immer noch ein unbekannte Faktor mit einer ernstzunehmenden Vergangenheit. Das war ihm bereits auf Alderaan klar geworden, aber er hatte nicht erwartet, dass die Schatten ihrer Vergangenheit sie doch so schnell heimsuchen würden. Idgie war kein Spitzel, keine Ratte aber wer auch immer Midge war. Sie hatte weitreichende Kontakte und vielleicht so weitreichend dass es nur einen eifrigen Zakuul-Agenten bedarf um dieser Spur zu folgen. Er wollte ganz sicher sein, er wollte so viele Informationen einholen wie nur möglich.

"Hm...da wären wir. Keine Wachen, offensichtliche Überwachungsgeräte dafür aber mehrere Fluchtwege", konzentriert und analytisch klang Xines Stimme im lauten Gebrüll der Umgebung.

Der junge Mensch stand mit einigen Metern Abstand vor einem Wohnkomplex in den eher slumartigen Bezirken von Nar Shaddaa. Mit einer erneut flüssigen Handbewegung wanderte das Pad wieder in den Rucksack und der Mensch schritt voran.

"Ein Eingang auf der Vorderseite, einer an der Nebenstraße. Mehrere Fenster mit einer Distanz von weniger als vier Metern zum Nachbargebäude und...", der Mensch blickte während er sprach gen Himmel.

Zwei Jugendliche waren auf dem Dach eines der Wohngebäude und lehnten über die Brüstung. Im Flimmern der Lichter waren sie manchmal schwer auszumachen aber es vergingen wenige Sekunden ehe ein Aluminium Becher auf dem Boden aufprallte und Gelächter von oben herab klang. Die zwei Beobachter schienen Gefallen daran gefunden zu haben, Objekte von oben auf die Straßen zu werfen.

"...ein Dachzugang", vollendete der Ritter seinen mentalen Satz.

Leeto war ein alter Kontakt seines ehemaligen Meisters. Wirklich trauen konnte man ihm nicht, da seine Loyalität von materiellem kontrolliert wurde aber wirkte man feinfühlig auf ihn ein oder bot sogar etwas, dass er brauchte konnte er eine große Hilfe sein. Wenigstens konnte man sich sicher sein, dass er nie die Identität des Menschen offenbaren würde. Er wusste selbst, dass er vermutlich dabei hängen würde und so schwieg er wie ein Grab um nicht eines zu bekommen. Der Rodianer war nicht nur überrascht von dem Ritter zu hören, er wirkte auf Xine sogar noch etwas verängstigt. Irgendwas störte Xine am Verhalten des Rodianers ohne, dass er den Finger genau darauf legen konnte.

Mit zügigen Schritten betrat der Mensch das Gebäude und bewegte sich über das Treppenhaus in die siebten Stock zu dem Zimmer in das Leeto in bestellt hatte. Er kannte das Prozedere bereits und so stellte er sich vor die Zimmertür und kloppte im vereinbarten Takt. Nicht das er diese Methodik für effektiv hielt aber es waren Leetos Regeln und er brauchte Leeto. Der Rodianer öffnete die Tür vorsichtig, sehr vorsichtig. Mit eiligen Handbewegungen zog er den Menschen in das Zimmer hinein und verschloss die Tür wieder hastig. Es klimperte fürchterlich oft denn die Finger des Rodianers zitterten in einem geradezu beunruhigenden Ausmaß.

"G-gut das du es geschafft hast. Wurdest du verfolgt? Bist du verwanzt? Mit Krankheiten infiziert oder sonstig gefährlich?", hämmerte Leeto seine Fragen dem Ritter entgegen.
"Nein, in keiner deiner beschriebenen Fällen. Wieso? Sollte ich mir Sorgen machen?", entgegnete Xine dem Rodianer mit einer dezent besorgten Stimme.

Leeto schüttelte den Kopf und entfernte sich von der Tür. Das Zimmer war spartanisch. Neben einer Couch, einem Schreibtisch, dem passenden Stuhl und einem Holopad war nichts vorzufinden. Alles wirkte eher hastig zusammen gekramt als professionell organisiert. Ohne einen Sitzplatz anzubieten, platzierte sich Leeto auf den Stuhl und tippte auf das Holopad. Er schwieg eine Weile lang wirkte dabei aber nicht minder nervös.

"L-Leeto? Ich brauch Informationen, weißt du noch?", fragte Xine vorsichtig und näherte sich dem Rodianer.
"Ja. ja weiß ich....w-was brauchst du? Ich habe mich etwas umgehört anhand der groben Merkmale aber..ich brauche mehr.", spielte Leeto den Ball zurück.

Xine erzählte ihm von der Nachricht. Er erwähnte Midge, die Zerstörung des Schiffes und auch Idgie. Währenddessen hielt er sich mit zu vielen Details bedeckt und wählte seine Worte mit Bedacht. Als Xine, Zakuul erwähnte zuckt der Rodianer kurz zusammen. Es war ein kurzes Zucken blieb dem Blick des Jedi aber nicht verborgen. Für den Moment beließ er es bei der Beobachtung doch der Mensch war sich mittlerweile sicher, dass den Rodianer irgend etwas belastete.

"Mir wurde die Position eines Schließfaches mitgeteilt. Es ist ein anonymes Schließfach. Zwanzig Credits und man kann es für den ganzen Tag nutzen. Keine Prüfungen, keine Scans und keine Dokumente. Dennoch muss ich wissen wer dort etwas platziert hat. Kontakte zu Midge hat oder hatte. Jemand der auffällig ist, vielleicht sonderbar oder deplatziert wirkt. Einen Namen vielleicht schon.", führte Xine seine Wünsche in der Hoffnung aus, dass Leeto sie erfüllen könne.

Der Rodianer offenbarte sogar, dass er helfen könne oder es zumindest versuchte, doch auch er stellte eine Forderung, denn die Beschaffung würde etwas Zeit in Anspruch nehmen. Für einen Moment war Xine etwas verwirrt als der Rodianer ihn lediglich darum bat sich während der Zeit in dem Zimmer aufzuhalten. Xine musterte Leeto sorgfältig und kam zu dem vorläufigen Schluss, dass der Rodianer in irgendwelchen Schwierigkeiten war und nun wohl den Schutz eines Jedi benötigte. So sehr er ihm nun helfen wollte, seine Aufgabe lag woanders und so verließ er nach einigen Stunden den Rodianer wieder, offenbarte aber dass er nun öfter Kontakt halten will. Das Datapad was Leeto ihm zur Verfügung gestellt hatte, las er aufmerksam durch während er das Gebäude verließ. Scheinbar zu aufmerksam, denn erst als er draußen war bemerkte er die zwei Fleischberge, die an ihm vorbei in das Haus marschierten. Es dauerte nicht lang bis ein Feuer in dem Zimmer ausbrach dass Leeto nur wenige Momente zuvor als Treffpunkt genutzt hatte.

Mit konzentriertem Blick fokussierte er die Fenster und fühlte in der Macht hinaus. Auch wenn er Leeto nicht direkt spüren konnte so fühlte er, dass ihm nichts passiert war. Xine senkte die Augen auf das Pad und las die Informationen über ihren unbekannten Kontakt innerlich vor.

"Falco, Krige...endlich hast du einen Namen."
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50

Sonntag, 4. September 2016, 13:51

21 NVC - Exil

In jeder Geschichte gab es die Gewinner und die Verlierer. So gab es auch in jeder Geschichte die Guten und die Bösen. Natürlich stellte jede Seite die Geschichte anders dar, doch sie alle waren sich einig, dass nur die Gewinner Geschichte schrieben. Sie schrieben sie folglich so, wie sie ihnen dienen würde. In diesem Fall waren die Zakuul die vorläufigen Gewinner und alle Anderen die Bösen.

Doch jede Geschichte bestand aus so viel mehr Charakteren, die weder gut noch bösen waren und das taten was ihrem Sinn entsprach. War es nun stehlen um die eigene Familie zu ernähren oder der einfach Händler, der ein gutes Geschäft suchte. Xine stellte sich die Frage wo er sich nun in diesem Konstrukt befand. War er nun der Böse, der eine neue Ordnung aus falschem Stolz ablehnte und gegen sie agierte? Oder war er der Gute, der Unterdrückung und ein Imperium bekämpfte? Vielleicht, und darüber dachte er in letzter Zeit vermehrt nach, war er nur einer dieser vielen Charaktere, die Taten was sie für richtig hielten. Nur jemand der seinen Weg versuchte auf die beste Weise zu beschreiten.

Der Jedi zog ein Bein heran und stellte den Fuß auf den Stein aus dem der Abhang bestand und auf dem er saß. Seine Finger fuhren über die Stirn, die Wangen entlang über den dezenten, dunkelroten Bart. Kalt war der blau-grüne Blick, der die Steppe fixierte während Xine sich in seinen Gedanken verlor.

Jede Faser seines abgerichteten Verstandes widersprach dem. Jedes Mal, sollte er auch nur einen einzigen Gedanken darin verloren haben, erschien das Selbst seiner Jedi-Ausbildung. Immer zu erklärte es den Sinn eines Jedi, das Vertrauen in die Macht und dem damit verbundenen Kodex, dass die Jedi Hüter des Friedens waren, selbstlos. Vor fünf Jahren hätte er immer wieder zugestimmt, sich daran geklammert und aufgerichtet, niemals aufgegeben.

Ein langsames Lächeln zog sich ironisch über die Mundwinkeln. Doch auch fünf Jahre konnten ihre Spuren hinterlassen und Wunden schlagen, die kein Schwert je erzeugt hätte. Zeit konnten nicht nur heilen, Zeit konnte auch zerstören und zwar auf so eine brutale, qualvolle Art und Weise, dass es möglicherweise nie wieder aufgebaut werden kann. Zakuul gelang es tatsächlich die Galaxie für mehr als nur einen Wimpernschlag in ihrem Würgegriff festzuhalten. Jedi wurden vertrieben, Sith wurden vertrieben und scheinbar trieben alle anderen Mächte in einem unaufhaltsamen Sog auf ihr Ende zu. Xine hatte sein Bestes gegeben und versucht so zu leben wie er es für richtig hielt, doch auch er musste feststellen, dass seine Grenzen näher lagen als er es sich gewünscht hatte.

Vor zwei Jahren hatte er sich Sirali getroffen. Diejenige, die ihn damals schon mal hintergangen hatte. Aus einem unbekannten Grund zog es ihn zu ihr, denn er hatte geglaubt, dass sie helfen könne. Ihre Fähigkeiten und möglicherweise die gemeinsame Vergangenheit konnten eine gute Grundlage liefern. Doch statt Sirali für den Kampf gegen Zakuul zu akquirieren, musste er mit ihr dafür kämpfen nicht von Söldnern getötet zu werden, die Jagd auf Jedi machten. Erneut pulsierte das Gefühl, dass die Zeit der Jedi vorbei war und sie keinen Platz mehr in dieser Welt hatten.

Für einen Moment schloss Xine die Augen, atmet tief ein und lies den Atem aus dem Hals entweichen. Er hatte den Entschluss gefasst zu gehen, sich und seinen Platz zu finden. Den Kampf zu Zakuul zu tragen schien bis dato unmöglich, die Gesellschaft schien sie nicht mehr brauchen oder zu wollen. Lange hatte er mit sich gerungen, denn sollte ein Jedi nicht der Macht folgen und selbst wenn alle Zeichen gegen ihn standen, kämpfen? Doch Jedi sollten auch weitsichtig sein, umsichtig. Dieser kleine Planet, auf dem er sich seit einiger Zeit befand, war abgeschieden und ebenso konnte er hier niemanden mit seiner Präsenz stören und verweilen bis er wieder gebraucht werden würde, bis sich eine Gelegenheit ergab. Vor vielen Jahren hatte Meister Sirkos ihn auf Kashyyyk ausgesetzt, nur war er es, der das Exil suchte und auch annahm. Hätte man ihn noch letztens gefragt warum er ein Jedi war, warum er tat was er tat, dann hätte die Antwort wohl beschrieben, dass seine Ziele, Ziele von anderen waren. Heute müsste er länger darüber nachdenken, länger als er gut heißen würde.

Langsam schob Xine auch das andere Bein auf den Felsen und erhob sich aus der sitzenden Position. Sein Mund öffnete sich und erneut sog er die Luft in sich hinein, ein letztes Mal.
Vor fünf Jahren fiel der Jedi-Tempel auf Tython, vor zwei Jahren suchte er das Exil und nun schien es als würde sich der Wind drehen. Die Macht deutete erneut einen neuen Weg an und er folgte.
"RP ist kein Singleplayer"
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Dexter (04.09.2016), Deikan (04.09.2016), Aloncor Torn (05.09.2016), Skyran (05.09.2016), Harlen Gregorius (18.10.2016)

51

Mittwoch, 21. September 2016, 13:05

21 NVC - Nur ein Sandkorn

Das kahle Meer aus Sand glühte mitten in der Nacht durch die Wärme der zwei Sonnen. Leichter Wind riss Sandkörner mit sich, wirbelte sie auf und trieb sie voran. Spuren des Vergangenen wurden so Korn für Korn abgetragen und vernichteten in quälender Zeitlupe Veränderungen eines Tages. Xine lauschte mit beiden Ohren der nächtlichen Symphonie der Wüste. Verfolgte das Knistern des Sandes und empfing wohlwollend den aufkommenden Wind. Nicht zu selten trieb es verirrte Körner in das Gesicht des Ritters doch ließ er sich mit geschlossenen Augen nicht davon stören.

Xine grub seine rechte Hand in den Sand und festigte den Griff. In Wüsten konnte er sich wohl und frei fühlen, denn hier war es unwahrscheinlich leicht zu denken. In einer solchen Wüste wurde ihm mehr Platz für seine Gedanken geboten als es sein Verstand zu ließ. Alles wirkte unendlich auch wenn irgendwo klar war dsss dem nicht so ist, der Gedanke war schön. Hier konnte er seine Gedanken streuem, zersplittern, hinfort schicken, zusammen ziehen oder verlieren und jegliche Auswirkung, die er üben würde, würde durch den Wind hinfort getragen werden. Jeden Tag könnte er von neuem Beginn und einem anderen Ansatz folgen bis zu dem Moment wo ein Ansatz ihn zur Lösung brachte. Jeden Abend war er bisher hier und lauschte der Wüste.

Heute war es anders. Heute schienen seine Gedanken Hand und Fuß zu haben. Nun, nach längerer Zeit, erfüllte ihn wieder das Gefühl, dass etwas Sinn machte.

"...Yerana", murmelte der Mann langsam in sich hinein.

Trotz allem Krieg war sie immer noch genauso hartnäckig wie vorher geblieben. Sie ist stur, eine Säule und ein Unikat und doch war sie jetzt auf eine nicht beschreibbare Weise weicher. Als er anfangs von ihr verhört wurde, war es ihm egal. Sie hätte stur, bestimmend sein können und es wäre an dem Mann abgeprallt. Tatsächlich prallten ihre Worte ab, versanken zwischen den Körnern und wurden nie wieder gesehen. Doch auch eine Yerana Deikan schien diese Zeiten nicht spurlos überwunden zu haben. Xine musste sich eingestehen, dass es eher eine Fügung war dass er gerade mit ihr sprach, denn eigentlich war ihm genauso wenig danach zu mute wie mit Aliera, Morwena oder Kria zu sprechen.
Vielleicht war es aber auch der Gedanke, dass er gegenüber Yerana keine Verpflichtung verspürte und nicht was er im Stich gelassen hatte.

Xine zog die rechte Hand aus dem Boden und ließ den Sand leise durch die Hand rieseln. Langsam öffnete er die Augen und beobachtete die einzelnen Körner.

Kaum jemand kannte hier sein Gesicht und so sehr er sich beherrscht hatte nicht jeden glücklich anzufallen, so befreiend wirkte es auf ihn ohne jegliche Last einfach in den Tag zu leben. Erst heute hatte er erkannt, dass die Jahre des Krieges und die Parolen unzähliger Redner einen Stolz und eine Pflicht auf seine Schultern geladen hatten, die er nicht tragen konnte. Für alles hatte er eine Erklärung gesucht um Fehler zu finden. Dinge egal wie schlimm sie waren, hatte er versucht auf ein Versagen zurückzuführen, dabei aber den Blick für die Realität verloren. Erst gestern erkannte er, was ihm gefehlt hatte und was die erfahrenen Jedi wohl seit langem verinnerlicht hatten.

Sie waren Jedi und dennoch einfache Wesen. Manchmal waren sie nie in der Lage gewesen etwas schlimmes zu verhindern, sie waren weniger als das was die Leitsprüche über sie sagten. Xine war sich sicher gewesen, dass er seinen Teil beitragen müsste und fen Krieg beenden könne. Zweifellos nie alleine aber ein Prozent wären mehr als nichts gewesen.

Fast schon verächtlich prustet der Mann und schüttelt den Kopf.

"Geblendet von Hoffnung und Zuversicht", ließ Xine es aus dem Hals kriechen.

Jetzt fühlte er anders, er fühlte noch das Echo und es würde anhalten, aber er spürte langsam ein warmes Licht, dass seinen verdunkelten Geist erleuchten würde. Er würde immer wieder solche Probleme bekommen, immer wieder zweifeln. Er war nun am Ende ein einfacher Mensch, der sich mit dem Willen den Schrecken entgegen zu stellen versuchte. Für den Moment ließ er den Gedanken verweilen und überlegte ob ihn nicht das von den weisen Jedi unterschied.

Langsam zog der junge Mann die Luft in den Körper hinein. Immerhin wirkte es befreiend und er fühlte nicht mehr diese Angst vor Aliera, Morwena oder Kria zu treten. Für sich hatte er erkannt, dass einzelne Sandkörner nie dem Wind widerstanden hatten. Viele Sandkörner wurde verwirbelt und brachten keinen Fortschritt doch sie waren nicht alleine und taten was sie konnten. Sollte man es einen Fehler nennen alles zu geben und doch nicht den gewünschten Erfolg zu erzielen? Am Ende war Xine ein Jedi, ein Mensch und nur ein weiteres Sandkorn in mitten der Wüste, dass sich dem Wind entgegen stellte.
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52

Sonntag, 9. Oktober 2016, 14:45

21 NVC - Sand und Staub

Sand und Staub pressten sich durch den Türrahmen in das Innere als Xine den Vorraum der Werkstatt betrat. Seine rechte Hand hämmerte auf die Türsteuerung und die Tür schob sich hinter ihm zu, verschloss dem Sand den Zutritt und dämmte die Geräusche des Windes. Angestrengt atmete er durch die Maske und wischte mit den Händen Staub und Sand von den Schultern. Er fuhr den Staubmantel entlang, klopfte ihn aus und stampfte mit den Füßen auf den Boden.

"Du bist spät dran!", brüllte eine kernige, genervte Stimme aus dem Werkstattinneren dem Mann entgegen.

Xine entfernte den Helm von seinem Kopf und schob die Brille auf seinen Augen hinauf zur Stirn. Schweiß lief den roten Haaransatz hinab und unter den blau-grünen Augen bildeten sich langsam deutliche Augenringe.

"Ich stand im Stau!", brüllte Xine genervt zurück während er das Tuch vor seinem Mund zog und in die Werkstatt hinein trat.

Er kramte in den Taschen auf seinem Rücken während er über den metallenen Boden ins Innere trat. Droidenteile sowie einzelne Kleindroiden waren an den Wänden ausgestellt und obwohl es sich hierbei um den Bereich handelte, den Kunden zuerst zu Gesicht bekamen, erzeugte das schwache Licht, die fehlenden Fenster und die kleine Ölspuren am Boden einen unfreundlichen Eindruck.

"Sehr witzig, Shag!", brüllte Theexl in etablierter Tonlage zurück dabei auf die Pads auf seinem Schreibtisch schauend.

"Du brauchst nicht brüllen, ich bin nicht taub", entgegnete Xine ihm während er um die Ecke trat und den Inhalt seiner Tasche, ein kleines Päckchen, auf den Tisch des Rodianers legte.

Dieser blickte auf und sah in das Gesicht des Rotschopfes. Theexl gelang es mit Hilfe seiner Mimik und Haltung noch weitaus unfreundlicher zu wirken, als seine Stimme es bereits zu Schau gestellt hatte. Kurz nickte Theexl und scheuchte Xine dann mit einer Handbewegung weg.

"Sei nicht so vorlaut Skag oder du sitzt schneller vor der Tür als dir lieb ist. Jetzt geh und mach T19 sauber und vergiss das Ölbad nicht", befiehl der Rodianer ihm und wendete sich dann wieder seine Arbeit zu.

Xine ließ den Umgang über sich ergehen, er wendete sich ab und wischte sich mit einer Hand über die Stirn. Langsam stampfte er vom Büro des Rodianers in die eigentlichen Wartungsräume hinein. Er konnte noch vernehmen wie der Rodianer begann ihm Schmipfwörter auf Huttisch hinterher zu werfen in dem Irrglauben, Xine verstünde sie nicht. Theexl war ein Arsch aller erster Güterklasse doch wenigstens bezahlte er die Arbeit regelmäßig auch wenn mit einem mickrigen Lohn. In gewisser Weise war Xine glücklich diese Anstellung bekommen zu haben, denn all zu leicht war es nicht. Es hatte Theexl schon enorm gewundert dass ein junger, gut trainierter Mann auf einem so verlassenen Planeten nach einer Arbeit suchte und keine Referenzen vorweisen konnte. Auch die Erklärung, dass er ein Flüchtling sei und die Zakuul seinen Heimatplaneten zertrümmert hätten, war nicht genug für Theexl. Xine konnte durch die Macht erspüren wie viel Misstrauen in dem Rodianer steckte und so schwierig es die Sache für den Rotschopf machte, umso amüsierter empfand er es denn schlussendlich hatte Theexls Intuition ihn schon auf den richtigen Weg weisen wollen. Mit Biegen und Brechen akzeptierte Theexl dann aber die Erklärung, dass Xine einer lokalen Miliz angehörte, die bei einem Angriff, ihres Republik verbundenen Planeten, vernichtet wurde. Laut Geschichte hatte Xine nicht viel von der Galaxie gesehen und sein Huttisch bestünde nur aus einzelnen Wörtern. Dabei war die Geschichte nicht mal wirklich gelogen. Die Miliz waren die Jedi und der Heimatplanet war Tython und je mehr Freiheiten Theexl bespaß desto mehr unterschätze er den Rotschopf, zumindest war dies der Plan den Xine anstrebte.

Bisher verlief es gut, denn sobald Theexl etwas im Geheimen sagen wollte, sprach er Huttisch. Xine verstand dabei jedes Wort, ließ sich jedoch nichts anmerken und sein amateurhafter Umgang mit den Droiden war nicht mal vorgetäuscht. So gelang es Xine seine Rolle als Ex-Miliz Noah Arcus wenigstens glaubhaft rüber zu bringen.
P3-T3 piepte munter als der Rotschopf den Wartungsraum betrat und den Staubmantel über einen Stuhl hing. Aufgeregt fuhr der Droide zur vorgesehenen Vorrichtung und ließ sich dort nieder. Die Linse seiner Optiksensoren fokussierte den jungen Mann immer wieder aufs Neue. Leider fehlte es dem Droiden an Wartung und so erzeugte jede neue Fokussierung einen schleifenden, lauten Ton.

"...P3. Lass das, mir bluten gleich die Ohren", fauchte Xine den Droiden an während er sich mit zwei Fingern das Ohr rieb.

P3 ließ eine tiefere Folge an piependen Geräuschen aus seinem Chassis ertönen und senkte etwas den Kopf. Xine hingegen nahm sich einen Hocker, zog den Werkzeugwagen an sich heran und setzte sich vor den meckernden Droiden.

"Du weißt ganz genau, dass ich kein Wort verstehe von dem was du mir sagen willst. Tu uns den Gefallen und hör einfach auf ja?", fauchte Xine den Droiden erneut an. Er machte keinen Hehl um seine Abneigung gegen Droiden.

Bewaffnet mit einem Hydroschrauber löste Xine zuerst einige Schrauben des Droidenkopfes um die Kontakte für die Linse freizulegen. Erneut piepte P3-T3 aufgeregt und erneut mahnte Xine den kleinen Zwerg an. Ein weiteres Schleifen ertönte aus dem Hintergrund und die bekannte Stimme eines Protokolldroiden erfüllte den Raum.

"Ich glaube P3-T3 will sagen, dass...", begann der Droide seine Arbeit um die nichtssagenden Tonfolgen zu übersetzen.

Mit einer Hand am Droiden, hob Xine die andere Hand in welcher der Hydroschrauber lag. Er würdigte den Protokolldroiden hinter ihm nicht eines Blickes unterbrach mit dieser Geste aber sofort dessen Bemühungen. Für einige Sekunden verharrte er so um sicherzustellen, dass es nicht erneut zu Übersetzungsversuchen kommen würde. Mit der Eleganz eines Rancors demontierte er die defekte Linse des Droiden, welcher mit aufgeregten Tonfolgen seinen Unmut ausdrückte. Xine hingegen seufzte nur und wischte sich erneut den Schweiß von der Stirn.

"Wieso muss es grad Tatooine sein? Warum gerade Droiden?", brummte der junge Mann in sich hinein.

"Beim dreibeinigen Tauntaun...ich hasse Droiden", murmelte er über die Lippen hinweg und gab dem Droiden einen kleinen Klaps damit dieser endlich Ruhe gab.
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53

Donnerstag, 13. Oktober 2016, 22:07

21 NVC - Ein Makel unter vielen

Schüsse ertönten im Hall. Xine legte den Kopf nach links. Schweiß ran seine Stirn über die Wange hinab. Er hatte die Augen fest verschlossen und sein Gesicht war verzehrt vor Schmerz und ekel, wie immer wenn er von Alpträumen heimgesucht wurde. Krampfhaft krallten sich seine Finger in das Netz der Hängematte. Ein weiteres Mal legte er den Kopf auf die andere Seite. Explosionen, Schutt, Asche und Schreie schallten im Traum durch den Kopf des Ritters. Er träumte erneut von den Toten und Vergessenen, erneut von seinen Fehlern und Sünden. Augenblicklich lösten sich seine Finger aus dem Netz und er begann ruhig zu atmen.

"...wie oft sucht ihr mich noch heim?", formte der Ritter fast lautlos und erschöpft seine Lippen. Die Augenlider waren schwer und es benötigte etwas Zeit und Kraft diese zu heben. Seine Augen blickten in eine tiefe Dunkelheit in der er nur schwer Umrisse aus machen konnte. Er zog die Luft durch die Nase ein und vernahm den Geruch von abgestandenem Droidenöl und dieser besonderen Gier die einzigartig für Theexl war. Die rechte Hand wanderte zur Stirn um den Schweiß abzutragen während er sich aufsetzte und den Augen Zeit gab sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Schon wieder führten ihn seine Träume nach Haeldra und schon wieder konfrontierten sie ihn mit Schuld und Hoffnungslosigkeit. Xine spürte wie Missmut und Schmerz seinen Körper erfüllte. Sein Herzschlag war heute besonders kräftig zu spüren und so senkte er den Kopf, legte seine Hand auf die Brust und lauschte für einige Sekunden.

"Ruhig...ganz ruhig", flüsterte er sich selbst zu. Vor einigen Jahren hätte er sich solche schwachen Momente nicht eingestanden. Viel mehr hätte er sie direkt gekontert doch mittlerweile war vieles anders und er lauschte lieber diesen schwachen Momenten als ihnen entgegen zu streben. Er hob den Kopf an, mittlerweile hatten die Augen es geschafft zumindest klare Umrisse der Umgebung zu zeichnen. Sofort fiel sein Blick auf den Staubmantel der über den Stuhl gelehnt war. Die Macht ging von ihm aus und rief den Ritter zu sich. Zweifellos waren es die Kristalle zu denen er sich verbunden fühlte.

Xine grub die Hände in das Netz, stützte sich ab und beförderte die müden Füße auf den kalten Boden. Auf Zehenspitzen doch aufrechtem Gang bewegte er sich zwischen den Droiden zu dem Mantel um aus den Innentaschen beide Lichtschwerter hervor zu bringen. Die beiden Waffen in der Hand zu halten erzeugte ein Gefühl von Vertrautheit doch ebenso Unbehagen. Schon lange hatte er sie nicht mehr im Einsatz gehabt, vermutlich würden sie nicht mal mehr richtig funktionieren, dachte er sich.

Wenige Sekunden vergingen und dem Gedanken folgte ein zweiter Gedanke, der den Ritter animierte den Kopf zu schütteln. Sie würden schon funktionieren wenn ihre Zeit gekommen war, dachte er sich. Während seine Augen die Griffe der Klingen musterten, gelangten seine Gedanken unweigerlich zu der jungen Twi'lek Padawan woraufhin er seicht schmunzelte und das traurige Gesicht mit etwas Freude füllte.

Sie hatte alles versucht um ihn von der Enklave fernzuhalten selbst wenn dies bedeutet hätte sich vollkommen lächerlich zu machen. Ihre Methoden waren zwar lustig aber ineffektiv doch vielmehr hatte ihr Selbstbewusstsein und ihr Pflichtgefühl imponiert. Xine musste sich tatsächlich eingestehen, dass er in diesem kurzen Moment doch sehr stolz auf die Padawan war obwohl sie sich zuvor noch nie gesehen hatten. Es war dieses Pflichtgefühl dass er schätze und bei manchen Rittern und Meistern immer noch als fehlend ansah, doch wie solle er selbst urteilen können. In seiner momentanen Verfassung war er niemand, dem er selbst vertrauen würde. Wie sollten dann andere Wesen ihm vertrauen oder auf ihn bauen?

Xine legte die Schwerter wieder zurück an ihren Platz und schlich über den kahlen Boden mit nackten Füßen aus der Droidenwerkstatt zum Arbeitsbereich von Theexl. Zahlreiche Datapads waren unordentlich auf dem Tisch gestapelt. Xine lehnte sich an den Türrahmen und fokussierte den Blick. Er hatte Theexl heute sprechen hören, über einen anderen Händler der wohl Verstärkung durch eine Mirialanerin bekommen hatte. Ganz zum Ärgernis von Theexl war diese sogar wohl noch ausgesprochen bewandert in ihrem Tun. Ein Makel an der Person Noah Arcus, welchen Theexl bereits ausführlich aufgezeigt hatte. Xine interessierte sich nicht für Theexls Geschäfte oder die Beleidigungen doch er traute dem Rodianer viele Dinge zu, ebenso dass er seinem Konkurrenten doch erhebliche Schwierigkeiten machen würde. Noch war sich der Ritter nicht sicher ob er eingreifen wollte und wenn er dies täte, wie er es tarnen sollte.

Angestrengt presste der Mann die Luft aus den Lungen über die Lippen hinaus und wendete sich wieder ab, sein Weg führte ihn zurück zu seiner Hängematte auf der er den Körper wieder ablegte. Die Träume wurden mittlerweile intensiver und anstrengender, das hatte Xine mittlerweile bemerken müssen. Der Schlaf fehlte und wirkte nicht mehr so erfrischend wie noch vor einigen Wochen. Kurz streifte ihn der Gedanke, dass es mit den fehlenden Meditationen zusammen hängen würde doch der Gedanke verflog so schnell wie er gekommen war.

Der Ritter legte sich in die Matte und schloss die Augen. Er atmete schwer durch und dachte erneut an die Opfer von Haeldra, an Sirali und auch an Adrasteya, die er schon seit mehr als vier Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ob es ihr gut geht? Ob sie eine neue Heimat gefunden hat? Je mehr Fragen sich Xine stellte, desto mehr spürte er wie viel Schmerz noch darauf wartete entdeckt zu werden. Er beließ es bei den heutigen Eindrücken und versuchte zu schlafen. So sehr er den Jedi treu blieb und der Macht dienen wollte, so sehr fühlte er sich von der Macht entfernt. Noch nie hatte er sich so weit von der Macht entfernt gefühlt wie in letzter Zeit.
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54

Mittwoch, 30. November 2016, 18:49

21 NVC - Das Gesicht im Spiegel

 Musikalische Untermalung


Fades Licht schien durch das vergilbte Fenster, dabei die feinen Staubkörner in der Luft anstrahlend. Der Geruch von Schweiß, altem Öl und Metall lag in der Luft. Zurzeit war es ruhig. Theexl hatte die Werkstatt verlassen um einen seiner Lieferanten zu treffen. Xine oder besser gesagt "Noah" sollte in der Werkstatt bleiben und aufpassen, dass ja niemand ins Lager eintrat oder sonst irgendwie die Werkstatt unautorisiert betritt. Theexl war dabei so deutlich wie er unfreundlich war. Xine hatte einige Sekunden lang Probleme damit die Beschimpfungen von den Anweisungen zu unterscheiden, schlussendlich hatte er aber verstanden was Theexl von ihm wollte. Der junge Jedi hatte sich in die kleine Reparaturkammer zurückgezogen wo er die meiste Zeit über arbeitete und auch zu Bett ging.

An der Wand zum Fenster stand eine Werkbank auf der sorgfältig die verschiedenen Werkzeuge bereit lagen. Unweit davon entfernt stapelten sich die Droidenteile vor denen eine beschädigte Astromech-Hülle trohnte. Die Hängematte war gegenüber des Fensters, seitlich zum Eingang, zwischen den Wänden gespannt. An der Wand gegenüberliegen von der Tür befand sich ein halb zerbrochener Spiegel mit einem verschmutzen Spülbecken. Auf dem Stuhl daneben war der alte Staubmantel über die Lehne gezogen und das verbrauchte Oberteil sorgsam auf der zerrissenen, ledrigen Sitzfläche zusammen gelegt.

Xine nahm eine metallene Schüssel in die rauen Hände und legte sie in das Spülbecken. Vorsichtig holte er seine Feldflasche aus seinem Staubmantel und füllte das Wasser in die Schüssel. Eigentlich war es seine tägliche Ration an Wasser und so goss er nur wenig in die Schüssel hinein, damit mindestens eine Handfläche bedeckt wäre. Ruhig und sorgfältig verschloss der Jedi die Feldflasche wieder und legte sie zu dem Oberteil auf die Sitzfläche ehe er den Blick zu dem Spiegel wendete und sich darin betrachtete. Die kühlen Augen blickten in das verzerrte Spiegelbild, dass durch die fehlenden Teile grotesk und bizarr wirkte. Xine folgte durch den Spiegel seiner rechten Hand, die über die schlecht verheilten Narben fuhr. Obwohl noch einiges von der alten Form des Jedi zu erkennen war, prägten vor allem das fehlende Training und die Ermüdungserscheinungen der Haut das Spiegelbild des Körpers.

"Du hast abgenommen", entwich es Xine während er sich im Spiegel betrachtete und jede Faser seines Körpers begutachtete. Er hob den Blick und sah sich durch das Spiegelbild in die verschlafenen Augen. Zwei Finger legte er die linke Seite seines Kiefers und schob den Kopf nach rechts. Unbeirrt fokussierten die Augen ihre Kopie im Spiegel. Präzise und Penetrant musterte der Jedi die ehemaligen Einstiche von Splittern am Hals, er verengte die Augen.

"Du siehst müde aus", sprach er mit sich selbst, dabei sein eigenes Selbst akribisch untersuchend. Die Finger wanderten auf die rechte Kieferseite und der Kopf wurde nach links geschoben. Erneut fixierten die Augen die Gesichtshälfte, den Hals und musterten ihn wie ein Stück Fleisch. Der Jedi verengte die Augen als ob er nicht zufrieden war mit dem was er sah.

"Du hast dich gehen lassen", warf Xine seinem Spiegelbild vor und beendete die Beurteilung seines Äußeren. Die Finger lösten sich von dem Kiefer und fuhren als Hand durch die verklebt, verschwitzen Haare. Der Raum wurde von einem kratzenden Seufzer erfüllt und der Jedi stützte sich enttäuscht an dem Spülbecken ab, in die Schüssel mit Wasser blickend. Es fühlte sich seltsam an, sich so zu sehen, dachte sich Xine. Gestern erst hatte er eine Reisende getroffen, die sich maskierte und mit wilden aber klugen philosophischen Ansätzen um sich warf. Aus irgendeinem Grund hatte ihn das berührt, weit mehr als Yerana es bisher getan hatte. Xine konnte sich nicht genau erklären, warum gerade eine Fremde so einen Einfluss gehabt hatte. Die ganze Nacht hatte er bereits darüber nachgedacht und schob es nun zur Seite. Vermutlich erinnerte ihn das Bild der maskierten Fremden einfach zu sehr an ihn selbst. Xine wollte gerade dazu ansetzen seine Hände in das flache Wasser zu legen, da stoppte er und hört eine elektronisch verzerrte Stimme in seinem Hinterkopf hallen. Sie war prägnant und klar wahrzunehmen. So klar, dass sein ganzer Körper versteifte und lauschen musste.

"Nein...denn der Blick auf das Wasser spiegelt. Er spiegelt den Tod durch die Hitze und die Wesen, die man darüber sieht. Und die Frage nach Wasser, sie spiegel denjenigen, der die Antwort darauf gibt", belehrte das Echo im Inneren des Jedi. Xine erinnerte sich an die Worte der Fremden und spürte wie sehr sie in ihm herum schallten und wie laut das Echo war. Die Augen begannen das Wasser zu fokussieren und blickte in sein Gesicht, dass sich im Wasser spiegelte. Er lauschte, öffnete seinen Geist um die Worte nicht nur in seinem Körper sondern auch in seiner Seele schallen zu lassen.

"Ich habe in den Spiegel geblickt. Ich sehe eine Reisende. Ich sehe den Weg den ich gegangen bin und ich erkenne, welche Wege mich zu dem gemacht haben was ich sehe. Wenn ihr in der Lage seid, das wahrhaftig zu erkennen, dann werdet ihr nicht nur euch im Wasser erkennen, ihr werdet ein Teil dieses Wassers...dieser Hoffnung, die viele darin sehen...sein", brannte es sich in die Seele und schallte durch das Mark.

Xine starrte in das Spiegelbild aus Wasser, fokussierte jedes Detail mit Scham, Trauer und Missgunst. Er konnte sich nicht mehr selbst erkennen, nicht mehr erkennen was er sah. Schlussendlich war seine Maske zu seinem Gesicht geworden. Wie konnte er nur so blind sein? Wie konnte er so viel Angst vor dem haben, was er erlebt hatte? Was war passiert, dass ihn auf diesen Weg geführt hatte? Der Jedi schloss die Augen und vertrieb eilig die Gedanken, die sich türmten. Er presste seine Augenlider fest aufeinander um nicht nur die Gedanken zu vertreiben sondern auch die Tränen zu verdrängen, die sich ihren Weg seine Wange hinab bahnten. Fest umklammerten die Hände fast schon schmerzhaft den Rand des Spülbeckens, als das leichte Atmen zu einem Schluchzen verkam. Der Jedi wusste, dass ihn seine Trauer übermannte aber es fühlte sich gut an, für den Moment fühlte es sich so an als ob es genau das wäre, was sein Geist brauchte.

Einige Minuten vergingen ehe der Jedi das Schluchzen was seine Atmung bestimmte wieder unter Kontrolle bekam. Mit unterlaufenen Augen blickte er erneut in das Wasser, dessen Oberfläche noch von den hinab fallenden Tränen in Bewegung war.

"Teil der Hoffnung, die man in mir sieht...", formulierte er zaghaft mit den trockenen Lippen.

"Ich sehe den Weg den ich gegangen bin, ich erkenne welche Wege mich zu dem gemacht haben was ich sehe. Doch erkenne ich die Hoffnung, die man in mir sieht? Ist es das, was ich verloren glaube? Hoffnung?", fragte der Jedi sein Spiegelbild in der geheimen Hoffnung eine Antwort zu bekommen, doch sie blieb aus.

Xine schloss die Augen und nickte kaum merklich. Entschlossener fokussierte er das Wasser, grub seine Hände hinein und schöpfte etwas davon in sein Gesicht. Nachdenklich blickte er in das verschwommene Gesicht, dass ihn anstarrte.

"Dann ist es nun wohl meine Aufgabe herauszufinden, was ich sehe"
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Aico (30.11.2016), Aloncor Torn (30.11.2016), Harlen Gregorius (24.12.2016)

55

Samstag, 24. Dezember 2016, 21:52

19 NVC - Haeldra - Ankunft

Kalter, erbarmungsloser Wind peitschte über die Landschaft hinweg, die aus einigen wenigen Gebirgen bestand auf denen sich der Schnee absetzte um in der Trostlosigkeit zu verweilen. Der XY-Frachter sank durch die dunkelgraue Wolkendecke hinab in den stürmischen Blizzard. Vom Wind getriebene Schneeflocken prasselten wie das Feuer eines Gewehres auf die Außenhülle ein und erzeugten ein turbulentes Gewitter im Inneren des alten Schiffes. Unter dem Druck knarzten die Bolzen, die das Schiff zusammen hielten und ihren Auftrag schon seit Jahren ausführten. Immer wieder glich die Pilotin die starken Böen aus und versetzte das Schiff in einen Zustand ruckartiger Bewegungen. Der Frachter verlor schnell an Höhe. Er wirbelte den frisch gefallenen Schnee auf als er nur wenige Meter über den Boden hinweg sauste und der Schnee durch die heißen Triebwerke Rauchschwaden erzeugte, die dem Frachter penetrant folgten.

Sirali atmete schwer in ihren Schal hinein während sie die Instrumente kontrollierte und Eingaben zur Landung vornahm. Mit den Augen sah man kaum etwas und so verließ sich die junge Frau auf ihre Intuition und die verschiedenen Sensoreinheiten. Die kleinen Schneeflocken saugten sich fest an die Frontscheibe und verdeckten die Sicht auf die Umgebung. Auf den jungen Jedi erweckte der Planet den Eindruck, dass er sein Antlitz lieber verborgen wusste. Er atmete tief durch und fühlte in die Macht hinaus. Viel eher in das tiefe schwarze Loch, dass in der Macht zu fühlen war. Er wanderte in der Macht von sich aus über die verschiedenen, unsichtbaren Fäden zu Sirali, zu dem Schiff und öffnete sich dann dem kalten Blizzard, der ihm die Nackenhaare aufstellte. Er hatte eine ungefähre Ahnung wohin der Frachter flog und folgte dieser Spur doch die Fäden schienen plötzlich in ein tiefes Loch aus Trauer, Sorge und Missgunst zu fallen. Krampfhaft schloss er die Augen und zog sich zurück.

Wie ein donnerender Sturm bollerten die aufgenommen Gedanken, Wünsche und Gefühle in seinem Körper umher. Sie reflektierten in das Innere des Jedis, wühlten Erinnerungen auf und brannten sich tief in die Seele des Menschen. Xine schnaubte verächtlich, denn er spürte wie viel zwischen ihm und Jedi wie Aloncor lag. Letzter war ein Empath, jemand der diesen Gedanken immer zu Gehör schenkte. Er hatte Routine, Können und Erfahrung. Der junge Jedi ließ die geballte gegen die Scheibe prallen als er verspürte wie eine einsame Träne seine Wange hinab lief.

„Wir sind gleich in Petro, Noah“, kündigte Sirali mit einer abwesenden Stimme an. Sie verschob ihre im Gesicht liegenden Haare mit einer Hand hinter ihr Ohr und blickte über ihre Schulter zu dem Jedi. Ihre Augen vermieden es die seinen zu treffen sondern suchten sich einen toten Punkt auf seiner Brust. Es war nicht, dass zwischen ihnen etwas vorgefallen war, es war viel mehr die bedrückende Stimmung, die nun auch Sirali gefangen hatte obwohl sie die Schwingungen der Macht nicht aufnehmen konnte. Ihr sonst so selbstsicheres Gesicht wich einer Mimik die dem Blizzard in Sachen Kälte in nichts nach stand. Xine brauchte die Macht nicht um das Bedauern in ihren blauen Augen zu sehen.
Das aufmerksame Treiben der Triebwerke klang langsam ab und der Frachter verlor an Geschwindigkeit. Es klickte kurz ehe die Landscheinwerfer in das Meer aus Schnee leuchteten doch kaum etwas zur Sicht beitrugen. Die Bewegungen des Frachters wurden stabiler als der Wind seine turbulente Symphonie zum Ende brachte. Wenige Masten, ausgestattet mit einer roten Leuchte am Kopfende deuteten nur schemenhaft die Begrenzungen der Landeplätze an. Zwei Gebäude ragten dem Himmel entgegen und wurden vom faden Licht, dass sich durch die Wolkendecke kämpfen konnte angestrahlt. Wie einsame Riesen erstreckten sich die zwei Gebäude unförmig in den Himmel hinauf. Ihre Außenfassade war eine bizarre Mischung aus verschieden farbigen Metallen. Wind und Dunkelheit verdeckten jedes Detail der Gebilde, doch ihre unorthodoxe Form war klar erkennbar. Eine kleine Windböe traf den Frachter erneut beim aufsetzen, zog ihn nach links nur um ihn aus dem Griff wieder zu entlassen. Sirali stabilisierte den Frachter erneut und ließ ein Stöhnen entfahren ehe sie sich nach getaner Arbeit in dem Sitz versank. Das rote Licht der Kontrollleuchten erfüllte das Cockpit als Triebwerke und Systeme ausgeschaltet wurden. Xine beugte sich über den Co-Pilotensitz und zog den Schal um seinen Hals zu recht. Seine kühlen Augen blickten durch die verschmutzen Frontscheiben nach draußen, begutachteten das Lager. Er konnte einige Blechhütten erkennen, mühevoll zusammengeschusterte Marktstände und Treppen, die wohl aus Schrotteilen bestanden und von Leitungen gehalten wurden. Er kam nicht darum das Lager, Petro, für einen kolonisierten Schrottplatz zu halten. Binnen Sekunden war ihm klar, dass sie sich dem dunklen Loch in der Macht genähert hatten. Sirali öffnete die Ladeluke und erhob sich aus ihrem Sitz, sie blickte ihm nicht ins Gesicht und machte keinen Laut, sondern zwang sich an ihm vorbei ohne den bedauernden Gesichtsausdruck zu verlieren, der ihre sonst so eigenwillige Art mit Demut füllte. Xine löste seine Augen von dem Lager und blickte der brünetten Frau mit den langen Haaren hinter her. Selbst ihr Gang hatte sich verändert und so runzelte er die müde Stirn ehe er ihr hinaus folgte.

Wäre die Macht nicht bereits schockierend einsam gewesen, so hätte es Xine spätestens beim Verlassen des Schiffes jegliche Wärme aus dem Körper getrieben, so nahm er den Anblick schließlich hin, während er Sirali folgte, die auf das Lager zu marschierte und durchschritt. Auf dem Weg erblickte Xine einen alten Mann mit weißem Bart. Er war in Lumpen gekleidet und suchte unter einem Stand aus Wellblech Schutz vor der klirrenden Kälte. Seine Lippen waren blau angelaufen und sein Körper zitterte wild im Kampf noch etwas Wärme zu erzeugen. Sein Körper wirkte schwach und gebrechlich, so dass Xine sich sicher war, dass er nicht mehr lange überleben würde. Der Anblick bekümmerte den Jedi und als er an dem alten Herren vorbei blickte, erhaschte er für den Bruchteil den Anblick eines verstümmelten Kindes ehe die Beine des Jedis ihn fort trugen.

„Was ist hier passiert?“, fragte er mit schwacher und leiser Stimme seine Gefährtin. Sirali ging weiter voraus und ballte ihre Hände zu Fäusten. Es war klar, dass sie selbst auch mit der Situation zu kämpfen hatte, antwortete jedoch abgeklärt und mit einem einzigen Wort.

„Zakuul“, presste sie karg zwischen den Lippen krampfhaft hervor, darauf achtend dass sie nicht die Fassung verlor.

Der Anblick wurde nicht sanfter und durch das Lager „Petro“ zog sich ein armes Wesen nach dem anderem. Sie waren nicht nur verletzt, verkümmert oder bedauernd sondern ebenso hoffnungslos. Dem Schicksal war es egal, wen die Kälte als nächstes zu sich holte. Kinder, Frauen, Männer, egal ob alt oder jung litten unter den harschen Bedingungen. Nur ab und zu fanden sich kleine Heizsäulen, die begehrt waren und deren Plätze von gierigen Halsabschneidern gegen Credits vermietet wurden. Auch hier hatten Gier und fehlender Skrupel seinen Platz in mitten der Armen und Kranken gefunden. Der Jedi atmete durch, riss sich zusammen und versuchte, die doch grausamen Eindrücke zu verarbeiten. Für einige Augenblicke blieb sein Blick auf einem kleinen Jungen die Straße runter hängen. Sein linkes Bein war geschient und er hatte eine Krücke unter die Achsel geklemmt. Sein Körper wirkte schwach und auch er fröstelte. Umso beeindruckender war es, dass jener Junge etwas von seinem kleinen Brotlaib in Zwei brach und es mit einer gebrechlichen Frau teilte. Wie erstarrt fixierte der Jedi die gutmütige Tat des kleinen Jungen und blieb stehen. Er spürte wie Trauer, Stolz und Wut in einem schädlichen Gemisch in seinem Körper umher rasten und seine Emotionen antrieben. Dunkelheit keimte aus den schmalen Spalten seiner innerlichen Festung aus Licht hervor.

„Noah? Kommst du?“, riss Sirali ihn aus seinen Gedanken heraus als sie dann plötzlich vor ihm stand und ihm direkt in die Augen blickte. Sein Blick war erschüttert und verunsichert während der ihre entschlossen war.

„Du weißt, dass wir ihm nicht helfen können“, klärte sie bestimmter Stimme den Jedi auf, ließ jedoch zart den Eindruck erwecken, dass ihr Satz unvollständig war.
Xine nickte, wendete den Blick auf Sirali und nickte erneut. Sirali quittierte sein Nicken mit einer Kehrtwende auf den Hacken und schritt wieder zielstrebig voran, zwischen den armen und kränkelnden Menschen hindurch. Erst auf dem zweiten Blick war ersichtlich wie langläufig das Lager war und wie viel Elend sich auf einem Punkt gesammelt hatte. Je weiter sie durch die Ansammlung aus Weltraumschrott, leblosen Körpern und seltsamen Gebilden wanderten, desto geordneter wurde es. Sirali trotzte dem Wind und hielt schlussendlich an einem Ausläufer des Lagers an. Zwei bewaffnete Gestalten positionierten sich vor den Ankömmlingen und bewachten eine metallene Lucke in ihrem Rücken.

Ihre Gasmasken verdeckten die Mimik doch ihre Körpersprache war eindeutig. Sie trieb die soziale Kälte voran, die jeden Ankömmling schon bei den Landeplätzen begrüßt hatte. Sie waren groß und stämmig gebaut, während Xine seine Chancen abzählte, blieb Sirali vollkommen gelassen.

„Was gibt’s?“, fragte der Soldat mit kalter und verzerrter Stimme durch die Atemmaske. Eine Frage, auf die Sirali nicht antwortete. Sie fuhr mit einer Hand in ihren zerfledderten Mantel und erregte die Aufmerksamkeit der Soldaten, die ruckartig ihr Gewehr hoben. Sirali blieb ruhig, Xine jedoch spannte jegliche Muskeln an und krümmte die Augenbrauen. In der Luft lag die Vorsicht, welche als Begleitung den brennenden Zorn hatte. Eine Situation, die schnell eskalieren konnte. Meist zum Schaden beider Parteien.

„Bitte beruhigt euch, ich werde meine Hand langsam aus dem Mantel ziehen und plane nicht euch zu schaden“, erklärte Sirali ruhig ehe sie eine kleine Plakette aus der Mantelinnentasche hinaus zog und vorzeigte. Xine konnte nicht erkennen, was auf der Plakette zu sehen war doch was immer es war, es zeigte seine Wirkung bei den Wachmännern. Die Soldaten senkten augenblicklich das Gewehr und traten jeweils einen Schritt zur Seite. Der Kleinere der beiden, schwang das Gewehr über die Schnalle auf seinen Rücken und beugte sich zur metallenen Luke herunter um diese zu öffnen. Eine Leiter war im Inneren befestigt und führte tief hinab in das Erdreich.

„Willkommen in Doma“, begrüßte der Soldat die Zwei. Sirali stieg zuerst hinab und Xine folgte ihr in die Dunkelheit.
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Elon (27.12.2016)

56

Dienstag, 17. Januar 2017, 23:23

22 NVC - Melodische Balance

 Musikalische Untermalung



"Momentan sehe ich zwei Seiten..."

Der Sand kratze im Hals, bedeckte den Boden und Teile der Füße. Es war still, nur das Summen eines Lichtschwertes ertönte im Rücken, durchbrach das stille Echo.

"Diejenigen, die gegen Zakuul kämpfen wollen..."

Der rechte Arm hob sich, streckte sich fort. Er schmerzte sehr, wie eine Wunde, eine alte Bürde.

"...und diejenigen, die es nicht wollen."

Der linke Arm hob sich, spiegelten den Rechten. Er wiegte schwer, wie eine Pflicht, alt, eingebrannt und pochend.


Der Jedi lag auf einer verbrauchten Matratze, die lediglich aus einem bespannten und vergilbten Tuch bestand, dass über ein metallisches Gestell gespannt wurde. Er atmete durch und starrte auf die feinen Staubkörne, welche von der porösen Decke hinab fielen.

Die Macht durchströmte den Körper. Jede Faser gab sich dem fließenden Storm hin und ließ sich treiben. Plötzlich war es nicht nur das Fleisch sondern auch diese allumfassende Energie, die jeden Schritt, jeden Schlag und jeden Atemzug um so vieles beschleunigte. Sie war in einer brachialen Gewalt, wunderschön und vertraut.

Xine fuhr sich mit einer Hand über das Schlüsselbein, fühlte den Schmerz den er empfand als der Zakuul-Ritter ihn damals auf Tython dort verletzte. Er spürte das Feuer seines Gegners, dass auf ihn niederprasselte.

"Die Niederlage auf Tython hat dich mehr verändert...vor allem die Jahre in denen du alleine warst..."

Der Jedi setzte sich auf und schnaubte, blies dabei den Sand hinfort der durch die abgestandene, warme Luft tanzte. Seine nackten Füße betraten den rauen Boden. Sand heftete sich unter die verschwitzen Sohlen. Xine schloss die Augen, atmete langsam durch.

"Hast du Angst, deine Fehler von eins zu wiederholen?"

Morwenas Worte schallten nach. Jeder Satz prallte im Inneren des Geistes gegen jede erdenkliche Wand, verbreitete sich und verteilte die Stimme der weisen Padawan.

"Nein", sprach er in die leere Luft hinaus, so wie er es schon Morwena sagte und erhob sich. Der Sand unter seinen Füßen bot halt, bohrte sich aber auch in die Haut hinein.

Sie wirbelte durch den Sand, ihre Klinge, so grell wie die Sonne selbst, folgte jeder ihrer eleganten Bewegungen. Das Grün traf auf das Orange, vermengte sich mit dem Blau. Gleißend und fließend tanzten sie durch den aufgewirbelten Sand. Ein jeder dem anderen ebenbürtig.

"Bist du dir deiner Gefühle wirklich sicher...?"

Xine stützte sich mit der Hand am Eisernen Gestell ab. Wann konnte man sich denn wirklich sicher sein? Gab es nicht immer die Möglichkeit falsch zu liegen? Seinen Gefühlen zu erliegen? War dies nicht die Gefahr?

"Ich habe keine Angst, nur weiß ich nicht die Macht zu deuten. Was ist wenn...?"

Das Grün prallte vom Orange ab, verband sich mit dem Blau, verkeilte sich mit dem Grün. Alle Farben vermischt in einer Komposition des melodischen Brummen.

"Was ist wenn...du die Macht falsch interpretierst?"


Sorgsam ging er einige Schritte durch das Zelt hin zu einem ausgefransten Stuhl , auf dem nicht nur der Staubmantel lag sondern auch eine metallische Flasche. Er erhob sie, öffnete den Verschluss und setze ihn an die Lippen. Baldig rann der Lebenssaft, der Wüsten lebendig machte und Wälder bewahrte, die trockene Kehle hinab. Einst sagte Soota, dass eine simple Frage nach Wasser einiges über ein Wesen ausdrückte. Was drückte der Fluss der Macht aus? Der unendliche Strom des Schicksal, in dem er schwamm, manchmal unterging und wieder auftauchte? Wie sollte er dieses unendliche Gewässer mit seinem begrenzten Selbst erfassen?

Hastig schluckte er und entfernte die Flasche von seinem Mund, seufzend blickte er hinein in das leere Gefäß.

"Leere deinen Geist und lass dich von der Macht leiten.."

Die Beine erstarkten, als die Macht durch sie hindurch pulsierte und der Wind kühlte das Gesicht, als sich der Körper durch die Lüfte bewegte. Das orangene Brummen surrte an ihm vorbei.


Mit einer laschen Handbewegung warf er die Flasche wieder auf den Stuhl. Er hatte es doch bereits getan, meditiert, sich geleert und gelauscht, doch das Meer antwortete nicht. Die Macht antwortete nicht oder so, dass er es nicht verstand. Wie solle er sich leiten lassen?

Das Innere protestierte, als der eigene Fokus der Macht auf den von Morwena traf. Abwehrend schütze er sich, doch im Zweifel an die Macht sauste das Grün zum Orange um dort zu erlöschen. Er hetzte, hechtete und wirbelte den feinen Sand auf, der sich wie ein Schleier über die Padawan legte und umhüllte. Der Sand ließ die Jedi erblinden.

"So wie wir blind waren, wenn dich Macht uns nicht leiten konnte, oder wir uns nicht leiten ließen", presste Xine heraus während er dem Sand zuschaute, der aus seinem Stiefel auf den Boden rieselte.

"Die Macht war überall und doch nirgends, sie umgab einen ohne ein klares Ziel. Verwirrend, verblendend."

Es surrte als das Blau über den Sand huschte und ihn auftrieb.

"In unserer dunkelsten Stunde, dachte ich wie du", sprach die Padawan.

Das Orange und das Blau vermengten sich, es gab zum Stillstand begleitet von dem immer währenden Surren der Melodie.

"...und wie habe ich gedacht?"

Stumm prallte das Bein gegen den Gegner, an der Melodie und dem Sand vorbei. Der Sand holte sich die Padawan. Xine setzte nach, schritt voran, über den Boden, durch den Sand. Das Blau erhob sich, sollte auf das Orange nieder prasseln.


Xine blickte in einen zerbrochenen Teil eines alten Spiegels. Er begutachtete sein eigenes Spiegelbild, die markanten Züge und den getragenen Dreck im Gesicht.

Die Melodie stoppte. Das Orange verharrte, das Blau verharrte doch das Grün surrte und beendete den Tanz. Es strahlte, bedächtig, hoffnungsvoll seinem Meister entgegen, den es nun verriet. Wandte sich gegen den Musiker, vom dem es erschaffen wurde.

"Wer zweifelt und unentschlossen ist kann nicht helfen...er wird sein eigener Tod sein..."


Langsam glitten sie durch die Luft, getragen von dem Energiefeld, dass Xine als die Macht kannte. Beide Lichtschwerter zentrierten sich vor den Augen des Jedi, fokussierten diesen und strahlten ihm mit ihrer eigenen Präsenz entgegen.

"Ich werde nicht nur eines tun. Beides. Zusammen..."

"In Balance", sprach er während seine Augen die Schwerter fokussierten, welche sich langsam in die Hände legten. Er setzte sich wieder auf das Bett, atmete langsam und konzentriert.

"Glaubst du wir schaffen es?", fragte der Ritter die Padawan.

"Wir schaffen es."
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57

Mittwoch, 3. Mai 2017, 20:58

22 NVC - In Gedenken

 Musikalische Untermalung



Ein lauer Wind blies durch die Kronen der Bäume hindurch, trug die rötlichen Blätter hinfort, verteilte sie über das Land. Das rote Haar und die Robe wurden aufgewirbelt, als der
Wind zu einem zweiten Stoß ansetzte. Einzig eine schmale Kerze mit ihrer fackelnden Krone hielt stand. Sie verbog sich, sie krümmte sich nur um sich erneut aufzurichten und weiterhin standhaft zu bleiben. Verflossener Wachs zeigte die Spuren der Bemühungen, wilde und unstrukturierte Linien.

"Alles stirbt, doch lebt in Macht weiter."

Die Gedenkfeier war verheerend auf seine eigene absurde Weise. Sich erneut mit den Vergangenen auseinander zu setzen und ihren Taten noch eine Wertigkeit geben zu müssen, war schmerzhaft. Es kostete viele Mühen durch die Vergangenheit zu reisen und abzuwägen welcher Verlust nun auf einen Stein geschrieben gehörte. Je schwerer die Auswahl fiel, desto mehr stellte Xine fest, dass der Krieg mehr als nur Leben nahm sondern auch Hoffnung, Prinzipien und schlussendlich den Willen verschlang. Das Ergebnis der Bemühungen war Siralis Name auf einem unförmigen Stein. Mit kühlen Augen fixierte Xine die wärmende Flamme der kleinen Kerze.

"Wir sind heute nicht hier, um zu trauern..."

Und doch kam er nicht herum trauernde Gedanken sein eigen nennen zu dürfen. Sirali war ein Teil seines Lebens gewesen und auch wenn es immer wieder Tiefen in der sanften Melodie gab, so waren es gemeinsame Tiefen. Die Macht war nur ein minderer Trost, denn Sirali würde diese Einsicht nichts bringen. Sie war fort und ihre Geschichte damit zu Ende. Ihre Geschichte, die Teil seiner war.

"Über 900 Jahre lang haben Jedi bereits in dieser Enklave gelebt und gelernt und nun ist es an uns, diese Tradition mit Respekt und Stolz weiter zu führen.

Schwer wiegten die Augenlider, die sich langsam über die Augen legten und die Sicht des Jedi in eine tiefe Schwärze tränkten. Der Wind umspielte die Gesichtszüge und glich einer sanften, beruhigenden Berührung. Er dachte viel über sich nach, über sein Leben, seine Taten und seine Zukunft. Was so erbarmungslos egozentrisch klang war etwas, dass nicht nur Jedi sondern jedes andere Individuum von Zeit zu Zeit tat. Sie blickten nach hinten, nutzen ihr jetziges Wissen um den Weg vor ihnen zu verstehen. Wege einzelner kreuzten sich, verwoben sich zu neuen Geschichten und trennten sich erneut. Die Galaxie war ein gigantisches Netz an einzelnen Geschichten zusammengefasst in einem Buch. Doch gar zu minimalistisch war der Anteil jedes Einzelnen. Immer zu reflektierten sie um zu erkennen welche Geschichte ihr Leben schrieb.

"Worte und Erinnerungen haben Kraft und auch wenn jene, die unser Selbst auf ihrer Reise berührten, nun eins mit der Macht sind, werden sie uns nie vollständig verlassen."

Es pulsierte, tief im Inneren seines Herzens. Der Wunsch zu behaupten, dass die eigene Geschichte von Verlust geprägt war. Doch so stark der Wunsch war, so klar war auch die Erkenntnis, dass es stets jemanden gab, der noch mehr Verlust erlitten hatte. Mehr Schmerz ertrug, als der junge Ritter jemals ertragen hatte. Xine trauerte den Geschichten nach, nicht nur derer die vergangen waren sondern auch derer, die er vermutlich nie wieder sehen würde. Seine Geschichte war kein Verlust sondern eine abstruse Balance. Ein stetiges Auf und Ab von Freunden, Feinden und Fremden.

"Bilder mögen verblassen, Erinnerungen uns trügen, doch die Momente, in denen sie unser Leben geprägt haben, werden immer weiter bestehen."

Der junge Ritter hielt es nur für wünschenswert wenn mehr Freunde an seine Seite gestanden hätten als Steine im Kreis lagen.
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Gryth (04.05.2017), Dexter (04.05.2017)

58

Freitag, 23. Juni 2017, 14:02

Tagebucheintrag: Bereit sein

 Musikalische Untermalung


Wo einst Kerzen standen und mit ihrer gleißenden Flamme ein wenig Wärme in die Dunkelheit absonderten, waren jetzt nur noch kühle Stummel zu erkennen. Der Steinkreis war seit seiner Anlegung bereits gewachsen. Es war traurig, wenn zu gleich doch eine gewisse Art von Stolz und Zuversicht von diesen Verlusten ausging. Zumindest konnte man nicht behaupten, dass die Anwesenden den Verlorenen keine Zeit schenken würden. Die sanfte Brise, welche meine Mundwinkel umspielte trieb sich durch das hohe Gras und ließ es rascheln. Angenehm und voller Ruhe reihte sich die Melodie in die harmonische Szenerie ein. Ich stand nur da, meine Hände vergraben in meinen Hosentaschen, auf die Steine blickend.

Es war für meine Verhältnisse vergleichsweise viel Zeit vergangen, seit ich mit der Frage konfrontiert wurde, ob ich jemanden zu meinem Padawan nehme und ihm oder ihr lehre, was ich weiß. Zu meiner Scham verliefen die Themen in der Vergangenheit alles andere als positiv ab und der Gedanke trieb dieses demütige, sanfte Schmunzeln auf die Lippen, das immer dann hervor trat wenn mich etwas besonders an die Vergangenheit erinnerte. Fast selbstverständlich gingen damit die aufkeimenden Emotionen an diese Zeit einher, welche sich nun aufgebäumt hatten und ähnlichem einem Sammler all das alte Zeug hervorkramten. Doch statt mich dem zu entziehen blieb ich genau dort, wo ich bereits stand, blickte in die nicht existenten Flammen. Zu meiner Überraschung war die Frage, ob ich Skye lehren soll, mit meiner eigenen Kindheit verbunden, als ich zum Jedi-Orden kam und als dieser von den Sith überfallen wurde. Mit geschlossenen Augen öffnete ich mich den Gedanken an diese vergangene Zeit.

Coruscant – Angriff auf den Jedi-Tempel
Die Luft war geschwängert von Hass, Furcht und Angst. Mit sanfter Zunge hatte ich den metallischen Geschmack in der Luft aufgenommen. Ich war noch so klein, doch konnte ich bereits erahnen, was diese Atmosphäre zu bedeuten hatte. Furcht trieb sich durch meine Knochen und die Angst war es, die mich lähmte. Was war passiert? Wer war passiert? Und was würde nun noch passieren? Meine Gedanken hatten sich überschlagen und bildeten ein gigantisches Netz aus Fragen, für die es keine Antwort gab. Es verwirrte mich und ich verlor mich in dem Strom der Eindrücke, die über die Macht und meinen Körper auf mich einprasselten. Erst viel später, weit nachdem ich selbst ein Padawan geworden war, hatte ich mich erinnert und erkannt, dass die Einsamkeit sich damals um mich gelegt hatte, wie ein dichter, schwerer Mantel. Lediglich die Anwesenheit eines Jedi und seines Padawan führten mich durch die Ruinen, hinaus in die Freiheit und das Leben. Es war die Hilfe von Meister Soren-Ti und seinem Padawan, die mir damals mein Leben und das anderer Jünglinge rettete, doch mehr als meine körperliche Unversehrtheit, waren sie auch ein mentaler Anker gewesen mit dem ich die tiefsten Schrecken zumindest verkraften konnte. Ich kam nie dazu ihnen für alles zu danken.

Langsam öffnete ich wieder die Augen während meine Erinnerung mich los lies und ich langsam in der Wirklichkeit ankam. Diese Verbundenheit zwischen Soren-Ti und seinem Padawan hatte mich damals bereits unterschwellig beeindruckt und tat es immer noch. Mit der rechten Hand fuhr ich mir über den linken Arm als ob ich die Furcht und Angst abwischen wollten, als ob sie mir aus der Erinnerung gefolgt war. Es gab viele Talente eines Jedi, doch dieses war etwas, dass mir manchmal mehr als Fluch vorkam denn als Segen. Auch Skye hatte ich zur Übung der Meditation geraten, es war zwar nicht so, dass sie es nicht alleine erkannte aber dennoch schien es zu geholfen zu haben als ich ihr erklärte wie viele verschiedene Differenzierungen es dabei gab. Sie verstand, sie akzeptierte es und ich bemerkte dieses Gefühl der stolzen Zufriedenheit.

Tython – 3 NVC
Stolze Zufriedenheit war auch in Meister Sirkos zu spüren. Der gestandene Ritter stand mit verschränkten Armen vor dem schüchternen und nervösen Jungen, den er als Padawan erwählt hatte. Mir. Ich war unheimlich nervös, als mir mitgeteilt wurde, dass ich tatsächlich den Weg eines Padawan beschreiten durfte. Es war und ist immer noch eine Ehre diesen Pfad gehen zu dürfen und ich fragte mich was nun von mir erwartet werden würde. Doch Meister Sirkos stand einfach nur da und blickte auf mich herab. Sein Gesichtsausdruck war neutral und durchbohrte dennoch meinen gesamten Körper tief hinab bis in den letzten Funken meiner Seele. Zuerst stand ich stramm, steif wie ein Brett aber mit zunehmender Dauer lockerte sich meine gesamte Haltung, während Meister Sirkos unverändert starrte. Eine Stunde lang hatte er mich beobachtet und ich ebenso ihn. Dieser Moment hatte etwas Einzigartiges an sich, es war wie ein mehrstufiger Dialog in dem Meister Sirkos nicht nur versuchte mich näher kennenzulernen, sondern ich mich auch an ihn gewöhnen sollte. Und ich tat es. In dieser Stunde wurde mir klar, dass ich nun der Schüler des Mannes war, der mich zu den Jedi brachte. Nicht nur Meister Sirkos war zu diesem Zeitpunkt stolz, ich war es ebenso.

Ich kniff die Augen zusammen während ich mich fragte, ob mein zukünftiger Padawan auch stolz wäre mein Schüler zu sein. Ob Skye stolz wäre meine Schülerin zu sein. Das sanfte Lächeln, dass sich mir aufdrängte wurde sofort von dem inneren Kodex gestraft. Über so etwas sollte ich mir keine Gedanken machen, denn einen Schüler zu lehren durfte kein Eigennutz sein, keine Notwendigkeit. Etwas, dass Sheda nur zu gern betonte. Und dennoch beschäftigte es mich. Der Gedanke wärmte mich, einst an der Stelle von Meister Sirkos zu stehen und in die Augen meines Padawan zu blicken, wohl wissend welche Fragen ich mir damals gestellt hatte. Vielleicht war es auch eben jenes Wissen, dass Meister Sirkos auf Tython abgerufen hatte. Vielleicht sah er mir in die Augen und erinnerte sich an seinen Moment, als er stand wo ich stand. Meine rechte Hand fuhr mir durch das Haar und ich ließ vorsichtig ein Seufzen aus meinem Körper entweichen. Sicherlich hatte er nicht geahnt, welche Maßnahmen er ergreifen würde, welche er ergreifen müsste. Ich denke niemand von uns hatte es zu diesem Zeitpunkt erahnen können.

Kashyyyk – 12 NVC
Scharfer Wind umtrieb meinen Körper während ich hinab in die Tiefe rauschte. Es war eine verhältnismäßig geringe Distanz, doch die Defender wurde in meinen Augen immer kleiner und kleiner. Bevor sie verschwand war alles schwarz um mich herum geworden. Die Dunkelheit umklammerte mich und nicht nur mein Körper, sondern auch mein Verstand wurde hinfort getrieben. Dieser Moment war zerreißend, denn die Person, der ich am Meisten vertraute, hatte sich von mir getrennt. Verrat hatte in meinem Kopf umher geschallt. Einsamkeit hatte sich binnen weniger Momente ihren Weg in mein Herz gebannt. Trotzdem hatte ich nicht den Glauben in meinen Meister verloren. Erst als mehrere Monate vergangen waren schloss ich damit ab, nie wieder zurück zu kehren. Das Gefühl war dort bereits ergreifend und umso schmerzhafter, als Meister Sirkos wieder auftauchte, mich aufnahm und sich um mich kümmerte. Er hatte zu den härtesten Mitteln gegriffen um mich zu prüfen und zu lehren. Danach war mein Vertrauen in ihn, ob gleich seiner Entscheidungen, unerschütterlich gewesen.

Als ich auf Teya in den Himmel blickte zog gerade ein Schwarm Vögel vorbei. Ihr scheinbarer Anführer zog elegant und majestätisch seine Kurven. Der Schwarm folgte, ohne Fragen und ohne Zögern. Ich wollte keinen Schüler, der immer nur das tat was ich ihm sagte, der mich nie anzweifelte, sondern einen der mir sagte was er dachte, der mir Paroli bot, wenn er es für richtig hielt aber mir auch vertraute, wenn ich insistierte. War Skye so eine Person? Gab es einen Padawan der so verfuhr und waren es tatsächlich diese Attribute an denen ich eine Eignung festmachen wollte? Ich verzog die Mundwinkel und schob beide Hände wieder in die Hosentaschen. Langsam drehte ich mich auf dem Absatz und ging langsamen Schrittes von dem Gedenkschrein fort. Welchen Eindruck würde ich hinterlassen?

Raxus Prime – 12 NVC
Feuer, Hass und Stolz ließ die Luft brennen. Obwohl wir gewonnen hatten, klangen die Flüche und Schwüre des Siths nach. Meister Sirkos fiel tödlich verwundet in meine Arme, während sich mein Herz mit Schuld füllte. Ich konnte nicht klar denken und bereute nur jeglichen Atemzug, den ich an diesem Tag getan hatte. So viele Worte wollten durch meine Lungen nach außen treten doch, mein Verstand versagte in der Formulierung meiner Emotionen. Geblendet von den lodernden Eindrücken erkannte ich nicht, dass Meister Sirkos in diesem Moment nicht nur unfassbar stolz war, sondern mich auch geprägt hatte. Der alte Mann hatte sein eigenes Leben gegeben und das meine zu schützen. Er hatte etwas in mir gesehen und war sich sicher, dass ich es fortführen würde. In gewisser Hinsicht war mein Pfad zu einem Ritter sein Vermächtnis an mich. Es hatte mich berührt und motiviert.

Das war auch mein Ziel gewesen. Nicht nur zu lehren, sondern auch weisen zu können, damit mein Schüler seinen eigenen Pfad finden könne. Ich blickte zurück auf den Gedenkschrein und verengte meinen Blick. Noch nie zuvor hatte ich mir so viele Gedanken darüber gemacht und vielleicht war dies die Antwort auf die Frage, die ich mir Jahre zuvor gestellt hatte. Das der Verlust und die Enttäuschungen eben jene Überlegungen nun anstießen und ich erst jetzt bereit war. Bereit um zu erkennen was ich gelernt hatte und zu erkennen was ich lehren konnte. Bereit um einen Padawan auszubilden.

Es klickte kurz als die Aufnahme beendet wurde.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Xine« (25. Juni 2017, 14:24)


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Shifty (23.06.2017), Morwena (25.06.2017)

59

Mittwoch, 23. August 2017, 20:40

Tagebucheintrag: Stur

Sturheit sei das Mittel der Hilflosen. Sie verkörperte die eindeutige Position eines Individuums im Zusammenhang mit dem Versagen jeglicher Mittel. Mit dem Fehlen jeglicher Alternativen. Immer wenn man selbst sich im Recht glaubte, sich auf dem richtigen Pfad wusste, trat sich auf, damit auch keine andere Gegebenheit diesen Pfad ins wanken brachte.

Ich hatte mich, wie auch die vergangenen Tage, in den Wald von Teya zurückgezogen. Anders als dem Chaos in den Städten und der Lethargie in der Enklave, herrschte im Wald die vollkommene Idylle. Die Natur beruhigte mich auf eine wundersame Weise und vermochte auch jegliche Irritation in mir zu besänftigen. Meine Hand strich über die raue und feste Rinde des kräftigen Baumstammes der sich weit über mich regte und den Himmel abdunkelte. Vögel zwitscherten in der hohen Ferne und es fühlte sich an als ob der Boden des Lebens wegen vibrierte. In diesen kleinen Momenten war der Gesang der Vögel mein Kompass, die Bäume meine Säulen und die Natur das Fundament dessen. So banal es auf mich wirkte, so entspannter wurde ich mit der Zeit.

Meine Hände griffen langsam nach einem stabilen Ast über meinem Kopf und zogen den Körper daran hoch bis ich selbst auf den Ast geklettert war. Ich musste schmunzeln, denn diese Klettereinlagen mögen für Außenstehende zurecht verspielt wirken, waren jedoch ein Teil meiner Ausflüge. Mit der Illusion der Intimität, wegen meiner aufgesetzten Kapuze, erklomm ich Bewegung für Bewegung den strammen Baum. Die ersten Meter waren zügig überwunden und je höher ich kam, desto dünner wurden die Zweige, desto vorsichtiger meine Bewegungen.

Hoch oben fühlte sich die Umgebung anders an und vermittelte eine gewisse Freiheit. Die Tage forderten oftmals scharfe Überlegungen und knirschende Zugeständnisse. Eines ums andere Mal waren diese Momente auf Dauer belastend, forderten sie nicht nur Körper sondern auch Geist. Es war schwer steht den Pfad beizubehalten und sich nicht in der wirren Flut von Positionen zu verlieren. Doch diesmal fühlte sich alles etwas anders an, vertrauter. Sicherlich vermochte dies daran zu liegen, dass es gewiss nicht meine erste Meinungsverschiedenheit war, doch trat Skye dieses mal in mein Leben. Manches mal erwischte ich mich beim Schwärmen und mit einem Lächeln im Gesicht. Ihr Meister zu sein war, trotz aller Leitlinien, ein besonders erhebendes Gefühl, dass mir jeden Morgen einen neuen Schub Kraft gab und mich zu Höchstleistungen anspornte. Fremd und doch vertraut war das Gefühl sich egal in welcher Situation zurückziehen zu können und zu wissen, dass ich mit meiner Padawan Gedanken austauschen konnte. Genau dieses Gefühl beruhigte mich, wie auch die Natur diese beruhigende Wirkung hatte.

Die Blätter über meinem Kopf raschelten und als ich nach oben lugte um die Ursache auszumachen, fiel mir ein dünner Ast entgegen auf den Boden. Offensichtlich hatte es sich jemand dort oben gemütlich gemacht und tat gut daran dies Kund zu tun. Innerlich nickte ich, kletterte ein paar Meter hinab und kletterte über die Äste zu einem anderen Baum, der noch unbewohnt schien. Das leichte Lächeln im Gesicht wärmte zu gleich mein Gemüt. Es war schön nur beobachten zu können ohne eingreifen zu müssen und zu wissen, dass es richtig war. Auf leichten Sohlen balancierte ich über die Äste zum nächsten, festen Baumstamm und umfasste diesen, hielt mich daran fest.

Der Enklavenrat plädierte darauf mit der Allianz in Kontakt zu treten und auch Waath durfte sich nun zu den Gästen der Enklave zählen. Beide vertraten jeweils eine Position, die ich nicht teilen konnte und wollte. Ich verstand zwar ihre Perspektiven und glaubte mich unverstanden, doch konnte ich sie nicht teilen. Es war so als ob jede Faser meines Körpers sich aufbäumte und dagegen stemmte. Der Teil der Sturheit, der fest verankert war, erhob sich zur Revolte und schlug um sich. Hätte diese Charakteristik wohl eine Manifestation in menschlicher Form, so wäre ihr Lieblingswort wohl „Nein“. Es war als ob sich mein Universum in das Unendliche zusammenzog und jegliche Möglichkeit für Alternativen ausschloss. Ich konnte es ihr nicht verübeln waren doch die vergangenen Erfahrung Zeuge genug gewesen. Doch trotz aller Bemühungen meines Inneren kamen immer wieder Fragen auf. War dies vielleicht doch ein Weg? Das Erlauben der Sith gar der dunklen Seite? Das Gespräch mit Waath war dahingehend zwar kurz aber doch recht konstruktiv gehalten. Leider ist mir im Detail nicht bekannt wie die Philosophie aussieht, der Waath folgt, aber ihr Potential ist tatsächlich nicht zu verachten. Ich hatte zu Waath gesagt, dass wir beide dieselbe Medaille anders betrachten. Während er die dunkle Seite als Seite der Medaille betrachtete, war die dunkle Seite für mich der aufkeimende Rost, den es zu entfernen galt. Im Nachhall des Gesprächs dachte ich über meine Metapher nach und fragte mich, ob ich vielleicht der Blinde war, der nicht sehen wollte. Vielleicht war ich es der die Welt wie eine Scheibe betrachtete und aus dem Boden entspringendes Gewächs verurteilte, dessen Ursprung einzig allein auf der Kehrseite der Scheibe vorzufinden war.

Meine Schritte vermehrten sich, meine Konzentration stieg an und doch verschwamm meine Wahrnehmung. Jeder Schritt und jeder Handgriff trieb mich vorwärts durch die Bäume. Mein Fuß traf einen Ast, meine Hand schoss über die Rinde und ich schwang mich hinab. Meine Gedanken formten Bewegungen und hatte ihren eigenen Takt, dem ich nun folgte. Es war ein intimes Ritual, bei dem ich mich näher bei der Macht fühlte als zu jedem anderen Zeitpunkt. Ein gezielter Sprung und schon tauchte ich durch undurchsichtige Gemisch aus Blättern wieder auf. Obwohl die feinen Endungen der Äste mein Gesicht stellenweise zerkratzen waren die Bewegungen gefüllt mit Energie.

Morwena hatte mir auf Tatooine die Frage gestellt, ob ich Sorge hätte die Macht falsch zu deuten. Kaum eine Antwort schlauer, stellte ich mir inzwischen die Frage tagtäglich. Doch egal wie sehr ich lauschte, so wenig Antwort erhielt ich. Vielleicht war es auch mein beschränkter Horizont, der mir diese Erkenntnis vorenthielt oder aber einfach die Tatsache, dass es für mich nicht mehr zu erkennen gab. Trotz aller Überlegungen, Reflexionen sowie Ansichten war Skye doch immer ein Teil davon. Meine Gedanken als Jedi wanderten wie zuvor um die Macht und das Wohle der Allgemeinheit doch verschwunden waren jegliche, persönliche Gedanken. Ich fühlte mich nicht allein, erschöpft oder ziellos. Manches Mal war ich einfach nur da und Skyes Werdegang zentrierte sich vor meinem inneren Auge. Plötzlich war da diese Pflicht, die mich dazu antrieb bei Entscheidungen nicht darüber nachzudenken was ich vertreten wollte, sondern was Skye fördern würde. Welche Wege sich für sie eröffneten und wie die Erfahrungen sie formten. Eine interessante Auslegung der Selbstlosigkeit betrachte man die Umstände. Vermutlich war ich auch nicht davon abzubringen Skye zu lehren und zu schützen. Immerhin war die Macht, wenn sie denn sprach, in einer Sache sehr deutlich. Skye war meine Schülerin und es war mein Weg sie zu lehren.

Ich landete auf dem Boden, mit dem Rücken zuerst. Ein Ast brach als ich mich an ihn hängen wollte. Der Aufprall hatte jegliche Luft aus meinen Lungen gepresst und verbannte mich auf den Boden. Mit gestreckten Gliedmaßen blieb ich liegen, lies die feinen Sonnenstrahlen mich immer wieder blenden und genoss den kleinen Moment von Vollkommenheit. Sanft neigte ich den Kopf nach rechts, fokussierte die Unendlichkeit des Waldes. Vielleicht war meine Sturheit der feste Stamm eines Baumes. Vielleicht war ich der Baum, der im Wald statt und seinen Horizont nicht erweitern konnte, geblendet von den ganzen Eindrücken um ihn herum. Und vielleicht war es meine Aufgabe eine starke Grundlage zu bilden, starke Äste an denen Skye hinauf klettern konnte um über alle Bäume hinweg zu sehen und den Horizont zu erkennen, der uns verwehrt blieb.

Sturheit sei der starke Baum im Wald der dünnen Zweige. Er konnte hinderlich sein, denn während sich alle Zweige dem Wind beugten, verwehrte der Baum der Luft zu passieren. Doch man konnte sich auch an ihn anlehnen, die Stille hinter ihm genießen und sich sicher wissen, dass er nicht fallen mag.
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Shifty (23.08.2017)

60

Sonntag, 24. September 2017, 15:20

22 NVC - Jagd auf die Rote Königin

Feuchte Finger rutschen über das Display des glänzenden Datapads hinauf, dabei den unteren Inhalt der digitalen Seite preisgebend. Er verengte die blau-grünen Augen zu einem konzentrierten, prüfenden Blick, während er die Finger vom Pad nahm, ein Stück des Brotes abriss, dass sich neben dem Pad befand und dieses in den Mund beförderte. Sobald der Happen im Mund verschwand wurden die Finger über die Lippen wieder auf das Display geführt und schoben den Text weiter nach oben. Der Bericht über Dorin brachte auch nach dem dutzenden Mal Lesen keine weitere Informationen und doch konnte der Ritter seine Augen davon nicht lassen. Die dort gesehene, maskierte Gestalt erweckte ein Gefühl der Leere im Körper des Jedi und den dazugehörigen Drang diese Leere, diese Informationslücke auch zu schließen. Als er zum dritten Mal die Finger über das Display zog, mürrte die digitale Seite und signalisierte am Textende angekommen zu sein. Seufzend gab er dem Datapad einen Seitenklaps und schob das ausblendende Datapad vor sich über den Tisch. Mit beiden Füßen fest auf dem Boden legte er sich in den Stuhl hinein, murrte vor sich hin und schon bockig das nächste Stück Brot in den Mund.

Langsame, leichte Fußschritte waren hinter ihm zu vernehmen und auch als er die Präsenz von Ritter Amena erkannte, blieb er legere sitzen um den aufsteigenden Wasserdampf aus seiner Teetasse unweit des Datapads zu beobachten. Der Anker in seinem Kopf, gebunden an den maskierten Fremden, wollte noch nicht weichen und so kostete er jeden Moment aus bis schließlich Ritter Amena seine Aufmerksamkeit verlangte. Bewaffnet mit einem Pad, dass zweifelsohne Arbeit hervorbringen würde, begann die Jedi präzise und in stoischer Charakteristik ihr Anliegen auszubreiten. Xine, nickte und wandte seinen Kopf zur Ritterin um ihren Worten nicht nur zu lauschen – was er ohnehin getan hätte – sondern ihr dies auch per Gestik zu verdeutlichen, dabei maskierte er die zuvor gefundene Unzufriedenheit mit neutraler Begeisterung. Lange sollte seine Masquerade nicht anhalten, denn die überbrachte Nachricht von Ritter Amena war bereits in sich eine bedeutende Überraschung für den Jedi. Präsidentin Sidune – ihres Zeichens führende Politikerin der Region Garanis – bat die Jedi um Hilfe. Zwar kreuzte die Amtsträgerin nicht noch persönlich auf, aber war ihr Gesuch eine Handlung, die Xine nach den vergangenen Konflikten nicht erwartet hatte. Sofort begab er sich in eine aufrechte Haltung, wendete sich vollends zu Amena um und lauschte mit voller Aufmerksamkeit dem Gesuch der Präsidentin. Er saugte jede Information wie ein Schwamm auf, das Hauptziel, die Eskorte von Dr.Laano, ihren Aufenthaltsort in Port Sentano, den zeitlichen Druck sowie die weiteren, nebensächlichen Angaben zur potentiellen Gefahr und dem fachlichen Hintergrund. Mitten in Ritter Amenas Vortrag fiel dem Jedi auf, dass dieser Auftrag wohl nicht nur an ihn sondern auch an seine Padawan gerichtet war. Gedacht und Gehandelt zückte Xine sein und kontaktierte Skye, die sich aufmachen sollte um zu dem Gespräch dazuzustoßen, was sie wenige Minuten später auch tat.

Dr. Laano – CEO der Firma Darvantano – war also bereits Opfer mehrerer Anschläge geworden, durch die erst kürzlich ihr eigener Mann schwer verletzt wurde. Seitdem schienen auch sie diese Drohungen nicht mehr kalt zu lassen, weshalb garanissche Streitkräfte, sie nun in ihre Obhut nahmen. Doch war das Versteck kompromittiert worden, Anzeichen waren wohl neugierige Reporter, und man befürchtete bald eine Eskalation der Dinge. Xine zog in Gedanken die Augenbrauen zusammen und hielt an dem Gedanken fest. Bereits schon bei Ritter Amenas Erläuterung des Auftrages stellten sich dem Ritter Fragen. Wie war denn eine Kompromittierung durch die Presse erst ermöglicht worden. Vorhergegangene Erfahrungen mit dem Militär hatten schon dazu geführt, dass Xine die Annahme hatte, dass dort tiefgreifende Korruption auf Befehlsebene herrschte, doch diese Information war in seinen Augen derartig seltsam, dass er sich keinen Reim darauf machen konnte. Auch der grob strukturierte Plan über einen Gebirgspass mittels eines Frachters zu fliegen, bei der derzeitigen Gefahrenlage, verunsicherte den Jedi zunehmend. Obwohl ihn Dr. Laanos Tätigkeiten im Bereich der Agrarwirtschaft nur peripher tangierten, sah er in ihrem eigentlichen Eskortauftrag eine Menge unbekannter Variablen. Dem Mensch stellten sich die Nackenhaare bei dem Gedanken auf. Unbekannte Umstände mochte er auf Missionen am Wenigsten und den Teil, den Ritter Amena deutlich formulierte, den Teil mit dem zeitlichen Druck konnte er nur schwer mit seinem eigenen Ego und den Ansprüchen die er an sich als Kundschafter stellte schlucken. Folglich entließt Ritter Amena, Xine und Skye aus dem Briefing, so dass diese sich aufmachen konnten um Port Sentano zu erreichen. Zum Glück konnte der Jedi seinem Drang nach Informationen nachgeben und stoß damit sogar auf offene Tore, da Ritter Amena auch ein separates Shuttle bereitstellte und sie damit zumindest über den Gebirgspass bringen konnte. Zumindest dezent zufrieden gab Xine, Skye dann die üblichen, kurzen Anweisungen, die sie dazu animieren sollten ihre Ausrüstung zu holen. Mittlerweile fragte er sich, ob Skye irgendwann auch lernen würde ihre Ausrüstung sofort mitzunehmen, wenn sie schon zu einem Briefing zitiert wurde. Neben dem kauen der letzten Brotstücke und dem Austrinken des Tees verflog schnell dieser Gedanken. Er blickte der blonden Padawan hinterher, als diese davon sauste und begab sich dann selbst zu seiner Ausrüstung, die darauf wartete abgeholt zu werden.

Zehn Minuten später

Es ruppelte, es knirschte und obwohl er keine Ahnung von Technik hatte, war sich der Jedi-Ritter ziemlich sicher, dass die Geräusche der Schrottlaube, die der Pilot liebenswürdigerweise „Shuttle“ nannte, nicht normal waren. Für einige Sekunden war der Jedi bereit jederzeit abzustürzen und von einem rostigen Nagel getroffen zu werden, der sich von der Verkleidung lösen, und ihn dann später an einer Blutvergiftung sterben lassen würde. Den Leichnam würde man natürlich nie finden, immerhin flog man gerade über einen mehr als steilen Gebirgspass, der dazu noch mit einer dichten Wolkendecke geschmückt war. Seine verschwitzten Hände, krallten sich nun mehr in den Sitz hinein und scharpten nur weitere Teile des abgegriffenen Leders ab, als er zum dritten Mal versuchte in die Macht einzutauchen und wieder von einem dieser Schublücken rausgerissen wurde. Wie konnte Skye so penetrant ruhig aus der Scheibe in die Landschaft gucken? Ein gewisser, verächtlicher Argwohn bildete sich im zynischen Gedankenkonstrukt des Ritters. Vielleicht war ihr die Situation auch nicht geheuert und sie erstarrte lediglich zu einer festen Säule aus Materie. Wohl wissend ablenkend von der derzeitigen Fluglage überlegte Xine, ob er einen Blick riskieren sollte, um zu ermitteln, ob Skye überhaupt noch atmete. Nach einem beherzten Ruck, der sein Herz sicherlich für einige Momente zum Stillstand gebracht hatte, schloss er die Augen und tauchte in die Macht hinab. Um das unwohlige Gefühl der Auf- und Abs des Schiffes zu überdecken, rezitierte er in seinem Kopf leise den Kodex:

Es gibt keine Gefühle, nur den knarzenden Luftstrom.
Es gibt keine Unwissenheit, nur Unsicherheit.
Es gibt keine Leidenschaft, nur Narrenfreiheit.
Es gibt kein Chaos, nur den bevorstehenden Absturz.
Es gibt keinen Tod, nur diese alte Klappermühle.


Im seinen Gedanken war die eine oder andere Ausführung von Zynismus geprägt doch half sie eine Blockade gegen die allgegenwärtigen Einflüsse von Außen aufzubauen. Es war nicht so, als ob er nie in Fahrzeugen in die Macht abgetaucht war, doch zu seinem Bedauern fand dies tatsächlich oft auf Raumschiffen statt, wo solch eine Achterbahnwürdige Demonstration von Technik in der Regel nicht stattfand und sonst von schreiendem Personal und roten Warnlichtern begleitet war. Als er vollends in der Macht versunken war und die äußeren Eindrücke nicht mehr auf seinem innerlichen Radar hatte, spürte er die Landschaft, die Skye wohl zu Sehen bekam. Flüsse, den sanften Wind und das umtriebige Leben sowie die kühle und doch bildschöne Darstellung der Natur. Auf der Suche nach Gefahrenanzeichen, maschinellen Instrumenten oder äußerst interessanten Formationen, sondierte der Ritter die Machtfäden penibel. Immerhin war die Bedrohung durch die Feinde Dr. Laanos imminent und wäre er derjenige gewesen, der den Angriff geplant hätte, hätte er auf dieser Route sicher das eine oder andere Anti-Luftgeschütz aufgestellt. Entgegen seinen Erwartungen, fand er jedoch keine dieser Artefakte, vielmehr fand er die Sünden der Bewohner, als das Shuttle den Gebirgspass hinter sich ließ und bewohntes Gebiet ansteuerte. Auf vielen Planeten hatte er schon seine Machtfühler ausgestreckt, aber ein derartiger Wechsel von der unberührten Natur zum ausgebeuteten Boden war auch für ihn eine reichhaltige Erfahrung, die sich in eine Ecke seines Gedächtnis brannte. Die Ecke, wo andere starke Eindrücke, wie etwa der Tod eines Freundes oder der Zustand auf Kriegsgebieten, gelagert wurden.

Xine öffnete die Augen zügig um den Gedanken zu entkommen, bevor sich diese ihren Weg aus den Ecken seiner Erinnerung bahnten. Auch der visuelle Inhalt des Frachters konnte nicht überzeugen und unterschied sich nur marginal von dem Gefühlten. Der Jedi erhob sich, sah Skye immer noch vor dem Fenster stehen und begab sich zu dem Piloten, der die einzigartige Fähigkeit besaß den fliegenden Metall noch in der Luft zu halten. Der Pilot deutete – nach Xines Nachfrage ob es Gewässer gab – auf die digitale Karte, die einen See anzeigte, der sich zwar stellenweise durch das Gebirge zog, sonst aber wenig passierbar war. Mit dem Fazit, dass dieser See nicht ausreichte um eine alternative Route darzustellen, traf Xines kritischer Blick danach die Padawan. Hier und Jetzt waren sie bereits auf Mission und es war an den Jedi, Alternativen sowie Ideen zu entwickeln um das Geleit von Dr. Laano so sicher wie möglich zu gestalten, doch Skye blickte hinaus in die Landschaft. Tat sie wirklich so wenig, wie es den Anschein machte, dachte sie nach aber sagte nichts oder war sie vielmehr der Meinung, dass es alleinig seine Aufgabe war? Der Ritter verengte die Augenbrauen und stellte sich selbst die Frage ob es seine Aufgabe war die Mission zu leiten und stellte Skye dabei eine Ressource dar, die er zu nutzen wissen musste. Eilig verdrängte er diesen Gedanken und schüttelte den Kopf. Er würde sicherlich nochmal auf diese Situation zurückkommen , immerhin konnte er den Grund vorschieben, dass er ihr Meister war. Und Meister taten Dinge, die Meister eben so taten, stellte Xine dezent amüsiert fest. Irgendwann würde auch er sicherlich hinter das Geheimnis der Ausbildung kommen.

Der Frachter setzte auf dem Boden auf, woraufhin die Jedi die Stadt durch den Raumhafen betrafen. Kurz nach ihrer Landung, startete das Shuttle wieder und ließ sie somit vorerst alleine in Port Sentano. Dem Feierabend geschuldet hatte man aber das zweifelhafte Vergnügen nie so wirklich alleine zu sein. Menschenmassen zwängten sich aneinander vorbei, Buden mit leckerem und wohl duftendem Essen versüßten die umherwirbelte Luft und allerlei Lärm betäubte die Ohren. Während sich die Jedi durch die Menge zwängten um voranzukommen, gab es begeisterte Anhänger und Konsumenten der Köstlichkeiten. Man trank, aß und lachte zusammen mit Freuden, Familie und Kollegen. So nervtötend die Rücksichtslosigkeit der Passanten war, so erhellend war doch die allgemeine Stimmung. Xine konnte wenig mit solcherlei Dingen anfangen. Er aß was es zu essen gab, trank am liebsten eh nur Wasser und konnte sich auch darüber hinaus wenig für die verschiedenen Geschmäcker motivieren, allerdings spürte er – als er seine Machtfühler streckte – die Freude und allgemeine Ausgelassenheit der Leute um ihn herum und dies motivierte ihn dann weitaus mehr, verdrängte die Gedanken an die Mission aber nicht. Sein eher humoristisch geprägter Kommentar, sich als Bantha-Bude zu tarnen, hatte tatsächlich einen wahren Kern, immerhin würde niemand damit rechnen und sie würden sicherlich unbemerkt durch das Gewirre kommen. Da Xine nicht sonderlich gut kochen konnte und Skye sicherlich auch so ein Talent fehlte, würde das Essen auch die Passanten fernhalten und wäre damit die ideale Tarnung. Ein kleiner Anteil des Ritters trauerte diesem Gedanken nach als er in der Ernsthaftigkeit der Situation verschwand und so fokussierte sich der Jedi wieder auf das Durchreiten des Marktes, welches sich mittlerweile als Straßenfest herausstellte. Indes zwängte sich Skye ebenso durch die Mengen, immer wieder kritisch beäugt von Xine. Er kam nicht darum festzustellen, dass Skye sich besonders passiv heute verhielt. Sie sprach vergleichsweise wenig, gab nicht viel Input und ihre allgemein aktive Attitüde fehlte bisher. Der Jedi schob es auf die vergangenen Ereignisse und den derzeitigen charakterlichen Wandel, den die junge Padawan durchmachte. Er beließ es bei dem Gedanken und schlussfolgerte, dass es wohl jedem mehr half, wenn er die Misson fokussierte und alle sicher nachhause brachte.

Unzählige Zusammenstöße mit Passanten reicher, durchquerte das Duo das Straßenfest und fand sich in einem weitaus weniger frequentierten Wohnkomplex wieder. Es war vergleichsweise ruhig, die Straßen aufgeräumt und neben dem gepflasterten Bodenbelag schien es kaum Sonderheiten zu geben. Skye, die das Pad mit den Instruktionen an sich genommen hatte, führte das Duo in monotoner Haltung zu dem vermeintlichen Versteck von Dr. Laano. Dem wachsamen Blick des Jedi entgingen die zwei „Passanten“ nicht, die zwar ihre Position rotierten, deren Muster aber schnell erkennbar und untypisch für das gerade anstehende Straßenfest war. Allerdings musste Xine zugeben, dass die Observation der Umgebung in der Öffentlichkeit sich derzeit als eine schwierige Aufgabe herausstellte und Anomalien im Verhalten dadurch besonders auffielen. Noch kam der Ritter nicht zu einer Entscheidung, ob es sich bei den zwei Beobachtern um Verbündete oder Feinde hielt, weshalb er sein Tempo, die legere Haltung und den dezent umschauenden Blick beibehielt. Es fiel ihm nicht schwer auch unter Beobachtung – die zweifelsohne statt fand – in der Rolle zu bleiben, vor allem wenn er dabei die Rolle des Miliz-Soldaten Noah Arcus einnahm, der kein Wort Huttisch konnte, schlecht log und sich besonders stark von Lichtsäbelschwingern distanzierte während er umher streunte und nach Beschäftigung suchte. Skyes Tarnung war ihm dabei unbekannt, so unbekannt, dass die Frage aufkam, ob sie denn überhaupt eine besaß und die Aufforderung, sich nicht als Jedi zu erkennen zu geben, überhaupt in ihrer Wichtigkeit begriff oder für notwendig erachtete. Skye zückte das Pad, als das Duo vor der verschlossenen Tür des Versteckes – einem einfachen Wohngebäude – stand und nicht zuletzt erneut durch die offensichtlich platzierte Kamera beobachtet wurde. Das es sich dabei lediglich um eine Attrappe, so hätte Xine es wohl gemacht, konnte der Jedi zwar nicht beweisen, war sich dessen aber äußerst sicher. Die Eingabe des abgestimmten Codes war von Erfolg gekrönt und so öffnete sich die Tür und das Duo trat hinein, dabei die Tür wieder hinter sich schließend. Der schmale Gang, an dessen Ende eine stark befestigte Tür aus Durastahl wartete, war geprägt von Geradlinigkeit und geschmückt mit Banalitäten. Zumindest hatte man erkannt, dass es sich bei den Besuchern um die angeforderte Verstärkung hielt und so öffnete sich das Monster einer Sicherheitstür ohne weitere Passphrasen. Immer noch war sich Xine, oder Noah, nicht sicher welche Rolle ihnen nun offiziell zugesagt wurde. Ein Fakt, der sich recht schnell auflöste, als die rote Furie – später als Dr. Laano bekannt – die Jedi als eben jene begrüßte.

Ihre Stimme war klar, ihre Worte direkt und das Duo kam nicht herum ihre Abfälligkeit über die derzeitige Situation wahrzunehmen, die sie jedem ins Gesicht schleuderte, der sich in unmittelbarer Nähe aufhielt. So konnte man nur erahnen wie es dem Chagrianer und dem Menschen erging, die sich derzeit um Dr. Laano kümmerten. Nicht mal die Begrüßung konnten die Jedi abschließen ohne immer wieder in das Fadenkreuz der Doktorin zu gelangen und sich den Beschwerden und wüsten Theorien aussetzen zu müssen. Xine drängte sich der Eindruck auf, dass die Beschützer die Jedi lediglich deshalb gerufen hatten um sich nicht mehr um den Tornado mit den roten Haaren kümmern zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Jedi, den Beschützern diesen Gedanken jedenfalls nicht verwehren, wäre er denn aufgekommen. Dem Zeitdruck gerecht werdend teilte das Duo seine Prioritäten, während Skye sich um Dr. Laano kümmerte und sie – nach Xines Hoffnung – zum Schweigen brachte, versuchte der Ritter ein Gespräch mit den Agenten zu führen, nicht zuletzt um zu erfahren wie es zu der Kompromittierung kam. Das Unterfangen stellte sich äußerst schnell als unmöglich heraus, als die Doktorin sehr anschaulich präsentierte, was sie von Xines unterschwelligen Plan hielt und den Satz des Agenten erneut unterbrach. Sie wolle Teil der Planung sein und stellte nicht nur Forderungen, sondern hinterfragte auch des Ritters Handlungsweise. Ob er sie ausschließen wolle, fragte sie ihn. Für eine kleinen, sehr kleinen Moment zwischen zwei Gedanken des Ritters, funkte die diplomatische Zurückhaltung, die man ihn gelehrt hatte. Doch so kurz wie der Impuls funkte, umso stärker wurde er von der Direktheit über bügelt. Der Mensch öffnete den Mund gab Preis, dass es tatsächlich sein Anliegen war die Doktorin auszuschließen, sei sie seines Wissens nach nicht bewandert in militärischen Belangen, die solch eine Eskorte nach sich zog. Die Strafe folgte auf dem Fuße, nicht nur hatte er die Doktorin in ihrer Annahme bestätigt, nein, er gab ihr noch das Werkzeug in die Hand um weitere Tiraden des Unmuts zu äußern. Ganz zu Xines Überraschung waren diese nicht von Unfähigkeitsbeschuldungen geprägt, sondern von sexistischen Behauptungen, die er – nach Blick zu Skye – nicht verstehen konnte. Um sich und die kostbare Zeit zu retten verlagerte der Jedi seine Aufmerksamkeit auf die Agenten und übergab indirekt damit Skye die Verantwortung über Dr. Laano. Er konnte ihr ansehen, dass sie die Doktorin ebenso charismatisch empfand wie einen Dampfhammer und war sich sicher, dass die Padawan keine Dummheiten anstellen würde. Anders als der Chagrianer, der immer wieder seinen Blaster streichelte, sobald Laano den Mund aufmachte. Mit einem leicht amüsierten Lächeln nahm er diesen Umstand hin und machte sich daran die Lage festzustellen.

Eine halbe Stunde später

Die derzeitige Räumlichkeit – eine Empfangshalle mit drei Zugängen – wurde rasant erschüttert. Überall bebte es und fast riss es die Anwesenden von den Füßen. Xine spürte die Angst und wirren, die sich von außen in seine Sinne bohrten. Was wie eine Explosion klang, entpuppte sich als deponierte Bombe in mitten des Festivals. Ohne Zweifel waren bei der Aktion einige unbeteiligte Passanten ums Leben kommen. Ebenso zweifelsfrei war die Absicht hinter diesem Anschlag, nämlich der, die Agenten samt Paket aus dem Gebäude und damit ins offene Feuer zu treiben. Während der menschliche Agent seinen Ärger über die Bombe freien Lauf ließ und Dr. Laano bereits zum Meckern ansetzte, bewahrten Skye, Xine und der Chagrianer zunächst die Ruhe, um den nächsten Schritt zu planen. Der Ritter notierte sich positiv, dass Skye nun endlich aktiver wurde und ihre Gedanken zu der Situation preisgab. Er stimmte ihr zu, dass der Fronteingang als Option ausschied und logische Überlegungen nun von Nöten waren, statt irrationaler Bemühungen. Der chagrianische Agent, verwies auf einen Weg durch die Kanalisation, dessen Zugang sich hinter der Tür hinter ihm befand. Ebenso war der Weg durch den Dachstuhl des Gebäudes eine existierende Route, die man über die Tür gegenüber hätte erreichen können. Dr. Laano zeigte sich kooperativ und stimmte dem Weg, entgegen ihrer vorherigen Beschwerden, zu, doch der Ritter lehnte ab. In jeder anderen Situation hätte Xine sofort zugestimmt und wäre durch die Kanalisation gegangen, doch Angesichts eines möglichen Verräters erschien im dieser Weg zu eingeschränkt. Immerhin – für eine Kanalisation üblich – waren die Tunnel eng, geradlinig und meist ohne wirklich alternative Zu- bzw. Ausgänge ausgestattet. Dies hinderte ihn nicht nur als Ataru-Anwender, sondern barg kolossale Nachteile in Konfrontation mit feindlichen Kämpfer, die sich ihnen in den Weg stellen könnten. Der Weg über den Dachstuhl war die Wahl, die Xine treffen wollte aber nicht mehr konnte. Ein eiskaltes Gefühl machte sich in dem Jedi breit und erfüllte sofort jeden Muskeln, Impuls und Gedanken. Für einen Moment fror alles in ihm ein und zwang ihn dazu sehr genau zu lauschen. Sein Gefahrensinn meldete sich und die Macht trieb durch ihn hindurch, offenbarte neben den knirschenden Geräuschen von Blastern und Stiefeln, die auf den Boden trampelten, das Klirren einer Handgranate, die durch die Tür aus derselben Richtung rollte. Der eiskalte Krampf löste sich, die Macht durchflutete den Körper und während Xine die Anwesenden im Raum anbrüllte, streckte er seine Hand Richtung des kugeligen Objektes aus um diesem einen Machtstoß entgegen zu werfen. Mehr als ungenau war diese spontane Reaktion, war Xines Körper der Doktorin zugewandt, die er umwarf um sich selbst als schützendes Schild anzubieten. Ohne zu Wissen um was für einen Typus es sich handelte, postierte sich der Hüne eines Chagrianers schützend vor den Ritter und die Doktorin. Ganz im Gegenzug seines Agentenkollegens der sich in Sicherheit brachte. Er konnte es dem Agenten sowie Skye nicht verübeln sofortigen Schutz zu suchen. Immerhin war die Situaiton so überraschend gekommen, dass niemand sonderlich viel Zeit hatte sich in eine nützliche Position zu bringen.

Der Machtstoß traf sein Ziel, trieb die sich aktive Rauchgranate nach hinten in den Raum und ließ die Tür aufspringen. Nur wenige Sekunden später streute aus dem Nebenraum, der sich mit Rauch füllte, ein Gewitter an farbigen Blasterbolzen. Skye zog ihr Lichtschwert, griff sich die Doktorin und stellte sie unter ihren Schutz. Xine entzündete ebenso seine grüne Klinge, um die ankommende Flut der Bolzen abzulenken und so einen sicheren Rückzug zu ermöglichen. Vor Xines Augen surrte das Grün seiner Klinge umher. Getrieben von der Macht fühlte er den seichten Hauch jedes Bolzens bevor es den Raum verließ und dirigierte in einer wilden Choreographie seine Klinge durch den Raum. Dem Jedi war schnell klar, dass er diesen Status nicht lange aufrechterhalten konnte. Diese Annahme verfestigte sich, nachdem Tränengas, ausgelöst durch eine weitere Granate, den Raum binnen von Sekunden erfüllte. Der Schmerz war unerträglich, brannte er sich in die Augen und den Rachen hinein. Es war wie Feuer, dass er hinunterschluckte und seinen Hals langsam zersetzte. Sich auf die Macht verlassend, schloss er die Augen und den Mund. Er atmete nicht mehr und begegnete dem Schmerz mit einer Wand aus Ruhe und Gleichgültigkeit, dabei griff er auf das langjährige Training als Jedi zurück. Er erinnerte sich an den Kodex, der ihm beschrieb, dass er zwar ein Gefühl wie Schmerz empfand, dies aber akzeptieren und überwinden musste. Die Routine mittlerweile gewohnt, gelang ihm dieser Akt gut. Doch trotz unterdrücktem Schmerz waren die Anstrengungen weiterhin real. Skye tat gut darin mit Hilfe des menschlichen Agenten, Dr. Laano über das Treppenhaus zum Dachstuhl zu eskortieren und dabei nicht zurückzuschauen. All seine Bedenken über Skye verschwanden in diese Moment der stummen Zufriedenheit über die Handlungen der Padawan. Im Gegenzug zu seiner Zufriedenheit spürte er schnell wie er an die Grenzen seiner Ausdauer kam. Langsamen Schrittes bewegte er sich rückwärts zum Ausgang über das Treppenhaus, dabei weiterhin die aufkommenden Bolzen ablenkend um dem verbliebenden Agenten – der gerade sensible Daten löschte - ebenso einen sicheren Rückzug zu gewähren. Mit dem Chagrianer an seiner Seite, verließ der Ritter den Raum und schloss die Tür. Die Bolzen hämmerten dumpf gegen die Wand und so dringlich sich die derzeitige Lage kristallisierte, so erschöpft fühlte sich der Ritter, gepeinigt vom Schmerz des Gases. Der Moment des Durchatmens währte nur kurz und brachte kaum eine nennenswerte Erholung mit sich, so wurde er sofort vom Chagrianer angetrieben um zusammen die Gruppe um Skye herum aufzuholen.

Im Dachstuhl angekommen, verließt der chagrianische Agent den Ritter. Immerhin plante dieser eine Ablenkung zu konstruieren und die feindlichen Kräfte durch ein zerbrochenes Fenster abzulenken. Xine hielt inne und fokussierte den Chagrianer. Für diesen Moment hatte er ein ausgesprochen hohes Maß an Respekt vor dem Agenten, der bereit war sich in besondere Gefahr zu bringen, nicht nur um Dr. Laano sondern auch die Jedi zu schützen. In anderen Situationen hatte Xine solche Maßnahmen abgelehnt und auf die Vollkommenheit des Missionstrupps gepocht, doch mittlerweile war dies anders. Der Ritter hatte – nicht zuletzt durch Zakuul – erkannt, dass manche Opfer dazu gehörten, und dass auch andere Personen bereit waren sich in Gefahr zu bringen um den Abschluss einer Mission zu gewährleisten. Es schmeckte dem Jedi, aus offensichtlichen Gründen, zwar nicht, doch war er reif genug geworden um diese Entscheidungen zu akzeptieren. Dies war wohl eines der wenigen positiven Elemente, die er von der Katastrophe auf Haeldra mitgenommen hatte. Zügig setzte der Jedi seinen Weg fort und krabbelte durch einen Schacht der den Dachstuhl mit einem weiteren Gebäude verband. Hinter sich ließ er den chagrianischen Agenten und die feindlichen Kräfte, nur um vor sich bereits den menschlichen Agenten vorzufinden, der sich in einer bewaffneten Konfrontation mit Skye befand. Xine merkte erst Momente nach seinem Verlassen des Schachtes, wer sich als Verräter entpuppt hatte und war konsequent in seinem Handeln um die Flucht eben diesem zu verhindern. Der kräftige Sog, zog an dem Agenten und riss ihn aus dem Fahrstuhl in Richtung Boden wo er auch augenblicklich das Bewusstsein verlor. Dr. Laano war unverletzt, dessen war er sich nach dem erneuten Aufkeimen ihrer Beschwerden, sicher. Entgegen ihres Befehls den Agenten dazulassen, nahm der Ritter ihn mit und ließ sich zusammen mit Skye und Dr. Laano vom Dach des Hauses aus per Shuttle evakuieren.

Für den Moment war die Situation in den sicheren Händen des Shuttlepersonals und auch wenn er beim Abflug sehen konnte, dass der chagrianische Agent seine Ablenkung unverletzt überstanden hatte, war seine eigene Anspannung nur schwer zu losen. Es war nun offensichtlich wie das Versteck kompromittiert wurde, doch die Anwesenheit eines Verräters konnte weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Nicht nur waren damit militärische Operation seitens des garanisschen Militärs gefährdet, sondern auch die Anonymität der Jedi auf Teya. Xine senkte seien Blick und ging in sich.

Wie lange waren die Jedi noch sicher auf Teya?
"RP ist kein Singleplayer"
Ich



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Gryth (24.09.2017), Shifty (24.09.2017)

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