Sie sind nicht angemeldet.

1

Freitag, 9. September 2016, 13:51

Yeranas Wesenheit

Jedi Enklave - Die Rückkehr
(09.09.2016)

Yerana blickt auf das endlos erscheinende Sandmeer von Tatooine. Dass der Jedi Orden ausgerechnet hier einen Aufbau versucht, mutet für sie eigenartig an. Wenn man Mitglieder des Agri- Korps findet, könnten diese hier nicht viel tun um zu unterstützen – vielleicht noch Höhlenpilze züchten. Hier ist die Möglichkeit zur Eingenversorgung einfach sehr begrenzt. Daneben, hatte ihr Cousin 2 Grades in Anchorhead früher einen Laden und dass sie nun hier ist, während er wohl bei dieser Lord Karaz und Lord Nudarah ist – so er überhaupt noch lebt – hat schon einen gewissen Humor an sich. Dennoch war sie nie ein Freund es dem „Humor der Macht“ zuzuschreiben, was früher gerade Ritter Sagesh Dresarius gerne hervorhob. Ob er wohl noch lebt? Wenn dann hoffentlich noch immer auf der richtigen Seite. Sein Verschwinden damals kam Ihr doch verdächtig vor.

Ein Sandkorn rollt bei einem Windstoß über ein anderes Hinweg nur um am nächsten hängen zu bleiben. Vielleicht würde dieses Sandkorn eines Tages Teil einer riesigen Düne sein, aber jetzt noch nicht. Genauso ist es mit diesem Posten, dieser verdeckten Jedi Enklave. Als sie ankam blieb sie trotz aller Euphorie, die sie im Inneren empfand, vorsichtig. Besser ein mal zuviel aufgepasst als zu wenig, das lehrt einen das Leben. Dennoch, als sie den ersten ihr bekannten Jedi sah, sprudelte wieder die Freude hoch. Sie nahm Meister Skyran Vandorack einfach in den Arm wie einen alten Freund, obwohl sie ihn zugegebenermaßen nicht gerade gut kannte, eher flüchtig. Das gleiche tat sie später bei „Padawan“ Kria Risu. Sie kannte beide nicht gut, also konnte sie auch nicht groß sagen, ob sie sich verändert haben, aber bei letzterer war noch immer das vorhanden, was sie am ehesten als Zurückgezogenheit oder Teilnahmlosigkeit betiteln könnte. Vielleicht war sie aber auch nur noch nicht aufgetaut oder es lag an den vielen schweren Erlebnissen dieser Zeit.

Ein Windstoß lässt sie die Augen zu Schlitzen verkneifen. Eine Schutzbrille zu tragen mag auf Tatooine manchmal wirklich keine so schlechte Idee sein. Die Meisterin, die diesen Posten führt, Vade Savoth, ist für sie noch schwer einzuschätzen. Sie machte einen etwas ernsteren Eindruck, dennoch sind ihre Arme für ankommende Jedi weit geöffnet, so scheint es. Ob darunter die Sicherheit leidet? Nun, sie selbst ist da wohl gerade eher ein Problem. Bekannte Gesichter gleich offen willkommen zu heißen, ohne die Annahme der möglichen Veränderung des Jedi, ist gefährlich. Das selbe bei fremden Machtnutzern deren Präsenz und Vorstellungen einen Jedi auszuweisen scheint. Die Freude könnte sie blenden, sie muss aufpassen. Ritterin Jatara und Ritter Erauqs sind da wohl das beste Beispiel:

Ritterin Jatara, kam immerhin im Schleichmodus mit zwei anderen Leuten von weiten. Daneben verplapperte eine dieser Personen, die sich nur „Kritzler“ nennen lässt, dass es sich hier um einen Auftrag handelt. Er ist wohl Anfang 20 und nur leicht Machtsensitiv. Ihm wurde aber verboten über sich oder das was sie tun zu reden und jedes Wort was er sagte könnte natürlich auch rein vorgetäuscht sein. Dennoch, wenn sie alle seine Worte zusammennahm und als wahr annehmen würde, hätte sie eine Person, die seit Jahren nicht ihre Waffe gebrauchen musste, einen Auftrag hier hat, eine Geheimhaltungstufe – gleich von wem – die viele andere Menschen gefährden könnte wobei er selbst nicht viel wusste und zusätzlich aber nichts gegen das Ewige Imperium zu schaffen hat, da es zu heiß wäre. Hinzu kommt dass Ritterin Jatara der „Commander“ ist. Daneben weiß sie von Padawan Aquae, dass Taina Fox einen Imperialen Hintergrund hat. All das zusammen ergibt ein mögliches Sicherheitsrisiko, sogar die Möglichkeit von Zakuul Spionen. Sie kann nicht 100% sicher sein, dass sich Ritterin Jatara nicht von den Lehren abgewand hat und sie kann nicht sicher sein, dass sie wirklich Freunde der Jedi sind. Allerdings hofft sie, dass ihre Gedanken mehr dem Bedürfnis entspringen, ihren neuen Hafen nicht gleich wieder zu verlieren, ihn zu beschützen, und den Lektionen im Widerstand, in denen sie immerhin auch mit Sith zusammenarbeiten musste, bei denen man deren Absichten durchaus zwei mal hinterfragen sollte. Ein Gespräch mit Ritterin Jatara, würden diese Gedanken, dieses Misstrauen, hoffentlich zum Schweigen bringen können.

Ritter Erauqs hingegen, ist vermutlich mehr ein Fall für lange Gespräche mit einem Geistheiler. Sein Gesichtsausdruck ist hart, seine Worte zeugen von großen Zweifeln und einem schwer gewordenem Gewissen. Er ist des Krieges müde und sein Vertrauen wohl geschädigt. Sie ist sich nicht mal sicher ob er sich zu erkennen gegeben hätte, hätte sie seine Präsenz nicht wiedererkannt. Er ist einem Wink der Macht gefolgt, widerwillig. Sie hat die Befürchtung dass er schnell wieder geht, wenn man ihn bedrängt. Vermutlich wird sie geduldiger sein müssen als früher. Die beste Besetzung für diese Helferrolle ist sie aber nach wie vor nicht. Sie hat sich selbst nun Jedi Heilerin genant, kann nicht nur dem Körper sondern auch den Geist mit Machtfähigkeiten helfen – wenn auch bei weitem nicht so sehr wie den Körper. Wenn sie an Meisterin Sev Pareem denkt, eine lang gediente Heilerin, kommen ihr ihre eigenen Fähigkeiten für solche Gespräche verschwindend klein vor. Eine wirkliche Wahl scheint sie aber nicht zu haben, denn neben dem, dass er auf keinen Fall von Padawan Aquae und Meisterin Eryada erkannt werden will, scheint er auch keinen Wert darauf zu legen von anderen wahrgenommen zu werden, als das was er in Wahrheit ist. Also ist es wohl ihre Verantwortung, egal was daraus entstehen wird, sofern er sich nicht anderen gegenüber öffnet. Natürlich, wenn sie es nun wieder skeptisch betrachtet, kann sie auch bei ihm nicht völlige gefahrlosigkeit bescheinigen. Jemand der diese Zweifel und Hoffnungslosigkeit zu tragen scheint, kann tief fallen und entsprechend schlimmes tun. Möge er nur den Tücken der Situation dieser Zeit anheim gefallen sein und nicht den düsteren Tiefen die darauf folgen können. Sie wird sich um ihn kümmern so gut sie kann – auf die eine oder andere Weise.

Yerana wendet sich ab und geht hinein in ihr Zelt. Trotz des Helmes ist die Sonne, nein, 'sind die Sonnen' heiß und brennen dort wo ihr Gesicht ungeschützt ist. Sie gedenkt nicht die Macht zum Schutz zu nutzen, so es nicht notwendig ist. Im Inneren setzt sie sich auf ihre Pritsche und zieht die Beine zum Schneidersitz, atmet ein mal langezogen tief durch. Die Macht wird sie bei all diesen Punkten schon führen und leiten, darauf kann sie vertrauen, egal wie es ausgeht. Ein Lächeln ziert ihre Lippen und sie schließt die Augen, Wärme erfüllt sie und sie erinnert sich auch an ihre Begegnung mit Meisterin Eryada. Von all den Leuten, denen sie nun wieder begegnet ist, hat sich die Meisterin augenscheinlich am wenigsten verändert und das ist gut so. Es hat sie allerdings sicher mitgenommen dass Kreyma Magejin sich einem grauen Pfad zugewand hat, sie ihn gehen lasste musste. Die beiden waren immer gute Freunde gewesen, oder sind es noch. Wenn sie so darüber nachdenkt, ist es interessant dass Kreyma, der damals mit bei Waath Ausbildung eingesprungen ist während sie weg war, genauso wie dieser einen grauen Weg einschlägt. Ob das Kreymas Einfluss zu verschulden ist? Oder sind die beiden einfach nur auf einer ähnliche Wellenlänge, dass es bei beiden so kam? Man wird es vermutlich nie erfahren.

Sie lässt sich von der Macht durchströmen, meditiert. Der Fluss wärmt sie im Geiste und vertreibt den Gedankenfluss, stoppt ihn. Es hält sich aber alles in guten Maßen. Dort ist keine Unruhe, kein Gefühlschaos oder auch nur ein Ungleichgewicht. Seit sie von Rishi fort ist, wieder im Untergrund auf der Suche war, hat sich eine gewisse Stabilität in ihr gefestigt. Das ist sehr wohltuend. Die Frage wird nun sein, ob sie sich nun auch bei Leuten die sie kennen, bei Aufgaben die die Belastungsfähigkeit eines Jedi herausfordern und vielleicht sogar emotional angreifen wollen, auch noch Bestand haben wird. Sie wird es erfahren und die Macht ist bei ihr, ebenso wie andere Jedi. Möge die Macht mit ihnen allen sein.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (9. September 2016, 15:16)


Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Xine (09.09.2016), Dexter (09.09.2016), Harlen Gregorius (29.09.2016)

2

Donnerstag, 15. September 2016, 16:33

Charakterbildung
(15.09.2016)

Zügig näht Yerana Stich für Stich die Wunde in einer Medi in Anchorhead. Dort sind Ausschweifungen nicht unüblich, insbesondere seit die Sternenfestung verschwunden ist und sich alle wieder ihren Kuchen von der Herrschaft abschneiden wollen. Bis so etwas ausgeknobelt ist, können Jahre vergehen. So sehr sie Gewalt auch lieber ganz abgeschafft sehen würde, so sehr nützt es natürlich ihrer Arbeit. Sie knöpft den Unruhestiftern etwas mehr für eine Behandlung ab und den Unschuldigen etwas weniger - zu viel kann sie da leider nicht differenzieren, ohne dass es auffällt, und gegebenenfalls noch Ärger dafür bekommt. Zumindest ein wenig Gerechtigkeit kann sie so aber geltend machen. Sie muss natürlich Gebühren dafür zahlen, dass sie hier arbeiten kann, wenn sie hingegen eine offene Medi in Estelar führen würde... aber den Gedanken verwirft sie: das würde ein größeres Sicherheitsrisiko bedeuten, also sollte sie es lassen und ihre medizinischen Künste innerhalb der Jedi Enklave auch für jene, die dort 'arbeiten', beschränken. Jetzt noch Halbtags hier und wenn es mal keine größeren Creditsorgen für den Jedi Orden mehr gibt, Ganztags in der Enklave. Das ist vermutlich das beste. Sie legt die Sachen zur Seite und verabschiedet sich von ihrem Kollegen Haresch Maat.

Bei der Rückfahrt mit dem Speeder schaut sie manchmal auf die baufällig wirkende Maschine aber offenbar, sind derzeit genug Leute daran am Rumwerkeln, dass sie zusammen halten und zuverlässig laufen. Ritterin Jatara ist mit ihren zwei Begleitern inzwischen wieder fort. Ihr Schützling „Kritzler“ mit seiner einseitigen Begabung zur unbewussteren Nutzung zur Psychometrie, erregte dabei besondere Aufmerksamkeit im Lager. Als Ritter Jarok davon erfuhr und sich mit diesem Kritzler unterhielt, fühlte sie sich unwillkürlich an sich selbst erinnert, als sie noch ein jüngerer Ritter war: Härte, Strenge und... nun, vor den Kopf stoßend direkt. Dieser Kritzler war aber so oder so ein schwerer Fall und er ging wie er gekommen war: nicht gerade begeistert. Ritterin Jatara hat auch Informationen da gelassen wie sie sie erreichen können. Sie ist der Commander einer Gruppe, die gegen das Ewige Imperium kämpft - gut dass Jatara da weit ehrlicher ist als ihr Begleiter. Sie zerstreute Yeranas Bedenken aber sie hat auch ein Problem: eines, was Ritterin Jatara aber mit sich selbst ausmachen müsse und ihr nicht anvertraute. Ob das wahr war, konnte sie nicht ermessen aber sie vermutete, dass es stimmte. Möge sie die Kraft für sich finden zu überwinden, was immer auch auf ihrer Seele lastet.

Bei Xine hingegen, liegt es weiter bei ihr. Sie hat nun schon zwei Gespräche geführt, dabei war das Ende des erstens wohl katastrophal zu nennen. Ihr übliches Verhaltensmuster von damals kam durch, wenn sie mit Jedi zu Gange ist die ihrer Ansicht nach aus der Reihe tanzen: schnell urteilend und richtig stellend. Das ist aber nicht angemessen für eine Jedi Heilerin, da muss sie einfach mehr Feingefühl zeigen. Nach dem Gespräch mit Meisterin Savoth, der sie nur ein paar grobe Punkte genannt hatte von „ihrem“ Problem bei 'Noah' ging es aber besser. Sie fand es angemessen, dass die Meisterin zumindest darüber eingeweiht ist, dass ein Ritter hinter diesem Namen steckt, der sich aber nicht zu erkennen geben will. Das zweite Gespräch mit Xine lief so jedenfalls besser. Sie konnte sich entschuldigen, sich zurücknehmen, besser zuhören, etwas offener sein und damit auch besser verstehen und mehr erfahren. Praktisch fand sie seine Ideen dennoch nicht wirklich praktikabel oder die Richtumg, in die er scheinbar am liebsten gehen will angemessen, erst recht nicht für den Jedi Orden als Ganzes, aber sie konnte zumindest darauf eingehen ohne ihn dauernd zu belehren oder zu korrigieren. Das kann sie durchaus als charakterlichen Fortschritt bei sich einstufen. Sie ist nun mal doch nicht mehr die junge Ritterin die sie mal war, auch wenn sie nach wie vor eine kleine Hilfe oder einen Rat von anderen gebrauchen kann. Wie sehr sie Xine letzten Endes helfen kann, wird sich einfach zeigen. Sie vertraut dort auf die Macht, egal wie es weitergehen wird.

Mit Meisterin Savoth ist sie inzwischen auch die Ereignisse der Tage durchgegangen. Ein Protokoll für Neuankömmlinge wurde eingeführt, darunter auch ein Code. Wo sie diesen das erste mal las, hörte sie einen Gedanken in ihrem Kopf etwas höhnisch werden, dass ihre Vergangenheit und ihr Geheimnis sie einholt. Wieso auch ausgerechnet Dantooine... Aber sie hat damit abgeschlossen, also stört es sie auch nicht weiter. Ihr Kopf musste nur ein unbedeutendes Kommentar zu ihrem Fehler abgeben - abgehakt. Sie hat mit allem was dort stattfand ihren Frieden geschlossen. Sie schmunzelt, das Lager kommt in Sicht und sie steigt ab um dort ihren Pflichten nachzugehen.

Waath hat sie hierher eingeladen, damit sie einen weiteren Frachterpiloten haben, dem man vertrauen kann. Wenngleich er nicht kostenlos fliegt, so vertraut sie ihm bei weitem mehr als irgend einem geldgierigen Geier. Noch hat er eine Neutralität die gefestigt scheint, würde sich das mal negativ ändern, so würde sie tun was nötig ist, wie sie auch Meisterin Savoth versicherte. Freundschaft hin oder her, das wäre dann ihre Pflicht und diese steht vor allem anderen. Waath weiß das, sie weiß das und jeder der sie kennt weiß das auch.

Ritter Lagenn kam fast zur selben Zeit an wie sie und scheint inzwischen geradezu versessen auf das neuste Mitglied der Enklave: Hanaa. Sein Widerwillen dass er sie nicht nach Kashyyyk mitnehmen kann war deutlich. Aber noch ist sie ein Jüngling und noch sollte sie daher in der Nähe der Enklave bleiben, oder wenigstens auf Tatooine. Sie fragt sich nur ob sie dieser „Versessenheit“, dieser Auffälligkeit, mehr Beachtung schenken sollte oder ob es einfach seine Art ist Freude darüber zu zeigen, dass auch junge Jedi überlebt haben. Sie hofft mal dass es sich um letzteres handelt und wird ab und an ein Auge darauf haben. Nicht dass er dem Jüngling in seinem Eifer schadet. Hanaa selbst ist ein Schwamm von Wissen, ein bereits triefender aber, denn es sprudelt auch ungefragt aus ihr heraus. Da würde sie sich noch bessern müssen, zumal man sie so auch nicht irgendwohin mitnehmen könnte; das wäre viel zu auffällig bei einem 10 jährigen Mädchen, immerhin hier sind sie hier nicht auf Alderaan. Aber sie ist zuversichtlich dass sie dies noch lernen wird.

Ritter Kyon musste weit mehr Befragung über sich ergehen lassen als sie oder andere. Im Grunde war das etwas Ungerecht aber es ist zu hoffen, dass das etwas zu Ritter Jaroks Beruhigung beigetragen hat. Er scheint sehr misstrauisch, zugegeben, damals war er schon nicht gerade offen aber die Zeit des Ewigen Imperiums hat das wohl eher noch forciert. Ritter Kyons Präsenz ist aber hell, seine Geschichte nachvollziehbar und sein Kommentar bezüglich des Sith nur ein Beispiel und daher wohl ein Missverständnis der Verständigung. Sie glaubt nicht, dass sie sich da Sorgen machen müssen, allgemein, dürfte das nur auf wenige Machtnutzer zutreffen die eine helle Präsenz vorzuweisen haben. Sith sind nun mal dunkel - schaffen vielleicht noch ein Vorgaukeln von Neutral - Zakuul neutral und auch wenn die Galaxis noch andere Machtsensitive zu bieten hat, so ist eine helle Präsenz zumindest eine Andeutung dafür, dass die Person bemüht ist Gutes zu tun. Zumal, Meisterin Savoths Maßnahmen scheint dort auch nicht wirklich schärfer vorgehen zu wollen und sie sieht persönlich auch keinen Grund daran zu zweifeln, dass es genügt. Vielleicht hat sie sich da kurzfristig von Ritter Jaroks Misstrauen anstecken lassen. Jetzt nicht mehr.

Es ist schön für sie so viele vertraute aber auch neue Gesichter des Jedi Ordens zu sehen. Die Freude darüber ist nach wie vor vorhanden und wird immer wieder bestärkt. Sie dämpft es zumindest etwas, dennoch: es tut gut. Meister Gregorius ist nun auch hinzu gekommen und deutete scherzhaft auch an, dass sie das ja kaum sein kann, immerhin wäre die alte Yerana doch niemanden einfach um den Hals gefallen und hätte dazu noch warme Charakterzüge demonstriert. Sie schmunzelt bei dem Gedanken. Nun, die Zeiten ändern sich eben und sie wird das beste daraus machen und helfen wo sie kann. Daneben steht aber auch an, sich selbst weiter zu schulen, auch in ihrem Charakter, nicht nur in ihren Fähigkeiten. Das ist wichtig für ihre Aufgabe als Jedi Heiler und diese Pflicht scheint dazu noch dringlicher geworden als früher; in einer Zeit wo so viele straucheln. Sie hofft einfach darauf, dass sie der Aufgabe gerecht wird. Möge die Macht sie leiten.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (15.09.2016), Morwena (15.09.2016), Harlen Gregorius (22.09.2016)

3

Donnerstag, 22. September 2016, 15:00

Der Schleier der Wüste
(21-22.09.2016)

Der Tag begann wie jeder andere. Ihr Tagesablauf war inzwischen etabliert. Am Nachmittag machte sie sich zum Trainingsareal auf, und diesen Weg ging sie wie üblich zu Fuß. Allerdings verzichtete sie auf das Rennen dahin, bei der Hitze. Sie würde im Schatten der Felsen trainieren. Wieso gerade hier eine Jedi Enklave gegründet wurde, wurde ihr während der Blendung vom grellen Wüstensand sogar klar: es stählert und schärft den Geist. Man vergisst nicht so leicht, wie die Realität aussieht, indem man sich an irgend einen grünen Ort zurückzieht, der vielleicht sogar Tython ähnelt und das Leben leichter macht. Hier muss man mit harschen Bedingungen klarkommen, sowie mit den Regeln der Wüste. Diese sind gnadenlos und das selbe gilt für die Regeln dieser Zeit: sich verstecken und die Präsenz verschleiern, oder den Preis dafür zahlen, für sich und andere.

Inzwischen ist es Nachts. Heute Nachmittag, dachte sie bei dieser Verschleierung der Präsenz noch an ihre mangelndes Können, zeitgleich zu heilen und ihre Präsenz zurückzuhalten, was sie im Training aufzubessern suchte. Jetzt hingegen, in der Kälte der Nacht, in einer Höhle ohne Feuer und Decke, denkt sie eher an das was heute Abend geschehn war. Der Gedanken an die möglichen Konsequenzen, jagen ihr einen Schauer über den Rücken. Sie ist so eine Egoistin: Was wäre, wenn sie deshalb gehen, und wieder allein umherziehen müsste. Nicht die Kälte von außen ist es, die sie jetzt erfasst, denn diese kann sie mit den Tutaminis mildern. Nein die Kälte kommt jetzt von innen, erinnert sie an die Zeit allein im Shuttle und an die Hiobsbotschaft in der Raumstation, „diese“ Kälte und „diese“ Leere. Sie merkt dass sie kurz zittert, dann unterbindet sie es auch schon. Ihre Innenwelt muss sie nicht nach außen kehren. Ihr Kopf dröhnt, als wäre ein startendes Raumschiff neben ihr und natürlich schmerzt es auch, weil jemand meinte ihr die Faust gegen die Stirn donnern zu müssen – ohne Helm wäre das sicher noch schlimmer ausgegangen, so ist es nur eine Platzwunde. Leider reicht diese schon, damit ihre Konzentration beeinträchtigt ist und durch die Verletzungen an sich, ihr Gleichgewicht gleich etwas mit. Wenn man etwas weiß, kann man auch dagegen wirken. Für das erste: andere, am besten sinnvolle Gedanken, oder auch „Ablenkung“ und dann Meditation.

Jüngling Hanaa steht vor dem selben Problem wie sie, mit der Verschleierung und zeitgleichen Heilung. Die Kleine hat die Fähigkeit andere zu heilen. Da sie aber noch nicht mal die grundlegende Verschleierung beherrscht, wird sie wohl vorerst auf die Heilkunst verzichten müssen, wenn sie, oder angesichts der Situation vielleicht jemand anderes, nicht gerade mit ihr tief in die Wüste geht, um dort zu üben. Hanaa würde es schwer haben die Verschleierung zu lernen, ist das normalerweise doch erst ab Padawan aufwärts nötig, wenn man in die Galaxis hinausgeht. Nun, inzwischen gibt es diese Schwelle nicht mehr, also wird sie es wohl irgendwie hinbekommen müssen. Wer sie das lehren könnte falls sie weg ist? Ritter Jarok ist ein lustiger Gedanke, bei dem sie auch Schmunzeln muss. Es wäre sicher interessant wie er darauf reagiert und schaden würde es sicher nicht. Allerdings könnte es sein, dass er die selben Konsequenzen tragen muss wie sie, auch weg muss, oder ähnliches. Der Gedanke allein lässt sie flach aber tief durchatmen.

Kein guter Gedanke? Anderer: Ihr Machtraining am Nachmittag, das Präsenz verschleiern und zeitgleich Macht nutzen hatten sie so angestrengt, dass sie das Lichtschwertraining einfach fallen gelassen hat. Gut im Angesicht dessen, was heute Abend geschehen war, so hatte sie körperlich noch mehr Reserven zur Verfügung. Schlecht aber scheinbar für ihren Kopf, für die Findung eines guten Plans, denn was dabei herraus kam, war kein guter und das wird seine Konsequenzen haben. Sie reibt sich mit der Hand über den Verband am Kopf: nein nein und nochmal nein, auch noch nicht gut. Weiter.

Sie denkt an Xine. Der Arme muss es mit der ganzen Last des Leides, die er sich aufgeladen hat, ziemlich schwer gemacht haben. Sich selbst marternd, ohne den Ausweg erkennen zu können. Das ist wohl der Preis, wenn man sich zurückzieht und die Hilfe von anderen nicht ausschöpft. Aber scheinbar konnte sie ihm zumindest helfen, etwas zu erkennen, und das freut sie. Als er aber meinte, er bekäme den Eindruck dass sie das nur gemacht hätte damit er später mal die Maske abnimmt, lachte sie zwar, ist sich im Nachhinein aber nicht ganz sicher, ob er das wirklich als Scherz meinte, so wie er sich verhielt. Sie hoffe mal dass er nicht wirklich so über sie denkt. Sie wird ihm jedenfalls die Zeit geben, die er braucht, um sich wieder der Gemeinschaft zu öffnen. Es Meisterin Savoth mitzuteilen war nötig, alle anderen, könnten für einen Mitjedi ruhig mal etwas Täuschung in Kauf nehmen, wenn es für ihn nötig ist. Hat „sie“ aber denn die Zeit die „er“ braucht? Oder wird sie sich darauf verlassen müssen, dass andere ihm helfen? Ein weiteres Durchatmen, aber diesmal spürt sie etwas Wärme, ausgelöst von einer Sache: Machtvertrauen. Zumindeset für Xine, würde es schon gut gehen. Ein besserer Gedankengang, aber noch kein guter.

Ihre Gedanken wandern zu Waath und Kreyma. Ob sie es nicht doch letzten Endes zu verschulden hatte, das Waath in die Neutralität gerutscht ist, vom Weg abkam? Sie hatte den damligen „Ritter Magejin“ darum gebeten auf ihn aufzupassen, als sie in Gefangenschaft geriet. Da hat sich vermutlich gehobener Respekt vor Kreyma gebildet, entsprechend hörte er später mehr auf dessen neue Ansichten. Nun, sie weiß dass das über drei Ecken gedacht ist, und es vermutlich keiner der beiden so sehen würde. Doch sich um die Vergangenheit Gedanken zu machen, dafür ist es sowieso zu spät: Sie kann nur hoffen, dass beide nicht gen Untergang rennen, mit wehender Fahne der Freiheit, gerade was Waath betrifft. Allerdings hält er sich in seiner Neutralität scheinbar nach wie vor gut. Kreyma ist da schwerer einzuschätzen. Er war mal ihr Freund, ja, aber das ist lange her und er hat sich verändert. Sie kann nicht sagen in was allem, aber sie spürt es. Ihr Vertrauen schwankt bei ihm stark. Xine hält ihn sogar für gefährlich und nicht neutral, Meistein Eryada hingegen vertraut ihm. Schwer zu sagen ob jener recht hat, der derzeit noch seinen Weg wieder festigen und öffnen muss, oder jene, die eine persönliche langjährige Bindung mit ihm hatte oder hat. Der Macht sei Dank muss sie das nicht entscheiden. Es ist nicht ihre Last: Meisterin Savoth wird sich darum kümmern. Sie wird lediglich helfen, tun was nötig ist, wenn es schlecht ausgehen sollte, und wenn sie kann. Bei dem Gedanken an Kreyma hat sie aber ein eigenartiges Gefühl und sie öffnet extra die Augen, sieht doch mal zu ihm, wie er dort sitzt und wacht. Irgendwas war im Kampf, aber sie war beschäftigt gewesen. Irgendetwas war da ... aber etwas was zu Kreyma nicht passte und das war bedenkenswert. Für Paranoia ist jetzt gerade aber nicht die Zeit, sie weiß zumindest dass er ihr gerade nichts tun wird, deshalb schließt sie die Augen wieder.

Sie lenkt die Gedanken wieder zu Hanaa. Das Kind von Amon Stryder und Shanora Garrde... sie wird die Kleine sicher nicht daran definieren, nur hat ihr Aufenthalt bei ihrer Mutter schon mal dafür gesorgt, dass sie ein Negativbild von Politik hat. Sie kann nur hoffen, dass man sie von diesen Erfahrungen wieder etwas reinigen kann, sie leeren, um ein besseres Bild vermitteln zu können, ohne dass sie sperrt. Zwar ist sie selbst nicht der größte Anhänger von der Politik, aber sie kann auch gutes tun und es ist immernoch besser als die Alternativen. Za'eth könnte dasss sicher gut, falls er noch lebt, wovon sie gerade irgendwie verstärkt ausgeht, seltsam. Immerhin macht es aber den Eindruck, als könnte sich Hanna nach dem Gespräch nun wieder auf ihre Ausbildung konzentrieren. Yerana hofft für sie, dass es so bleibt.

Sich auf ihre Ausbildung zu konzentrieren ... das ist ein gutes Stichwort: Yerana ruft sich ins Gedächtnis was sie so gelernt hat, im Laufe der Jahre. Ihr Lächeln mehrt sich etwas und sie geht dazu über liegend zu meditieren, ihr Magen schmerzt auch noch etwas, von einer Knieramme. Das dominiert aber nicht mehr ihren Geist, als als sie es schafft alle Sorgen und Ängste erst mal fallen zu lassen, Wärme sie durchflutet. Das ist wohltuend, ja, das geht sogar soweit dass sie dabei tatsächlich einschläft.

Als sie sie am nächsten Morgen erwacht, sind ihre Kopfschmerzen nicht mehr ganz so schlimm und sie spürt weiter die Wärme die sich ausbreitet, und auch hier nicht von außen kommt, sondern von Innen. Der Grund ist einfach: Selbst wenn sie weg müsste... selbst wenn sie das schmerzen würde, sie kann es akzeptieren, nicht mögen, aber akzeptieren und das bringt Frieden und Ausgeglichenheit. Ein Blick geht zu der Geretteten, die notdürftig in ihre Weste und Kreymas T-Shirt gepackt ist. Wenigstens... haben sie einer Machtnutzerin weiter dieses Dasein erspart. Das wäre doch jede Einsamkeit wert. Vielleicht reicht es aber auch sich zu verstecken, ob im Lager oder außerhalb und immer wiederzukehren. Verhüllung ist in Tatooine nichts ungewöhnliches, und sie hat es schon auf Rishi getan. Es ist zwar nicht schön, nur noch mit Maske/Helm hinaus gehen zu können, damit man ihr Gesicht nicht sieht, aber wenn es die Umstände verlangen sollten: so sei es. Dann legt sich der Schleier eben nicht mehr nur über ihre Präsenzn, sondern ein Schleier der Wüste auch über ihr Gesicht...
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (22. September 2016, 15:27)


Es haben sich bereits 7 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (22.09.2016), Hanaa (22.09.2016), Kreyma (22.09.2016), Karag (22.09.2016), Xine (22.09.2016), Morwena (22.09.2016), Harlen Gregorius (22.09.2016)

4

Sonntag, 2. Oktober 2016, 13:46

Zufriedenheit
(02.10.2016)

Yerana spürt die Feuchtigkeit, die an ihrer Stirn klebt und wegen den Maske nicht so schnell entweichen kann, wie ohne. Das ist ein Nachteil an der Verhüllung und bei einem Helm ist es nicht viel anders, wenngleich dieser doch etwas bessere Belüftungsmechanismen, oder bessere Fütterung vorzuweisen hat. Positiv gesehen spart sie sich aber so zumindest den Sonnenschutz. Da sie derzeit durch die Umstände keine Credits außerhalb verdienen sollte, hilft sie vor allem beim Bauen der Lehmhütten. Sie haben nicht unendlich Zelte und durch den Zuwachs wird es langsam knapp. Die Medstation, die durch manch Zusatz eine etwas stabilere Bauweise verlangt, ist inzwischen auch fertig – zumindest der Rohbau. Sie tippt also noch auf etwa zwei Tage, bis alles notwendige installiert und hineingebracht wurde. Sie kann nicht leugnen, dass sie sich darüber freut. Sie hat immerhin sechs Jahre lang in keiner Medstation des Jedi Ordens gearbeitet, wird diese dann auch noch so klein und spärlich ausgerüstet sein. Wenn sie daran denkt, was sich in dieser Zeit alles gewandelt hat, sei es von der Galaxis bis zu ihr selbst, könnte ihr glatt schwindlig werden – könnte, aber tut es nicht. Sie ist zufrieden, wenngleich bei den Ereignissen der letzten Tagem auch anderes hervortritt:

Kreyma Magejin. Er hatte bei der Befreiiung von Elliya Campbell auf seine neue Art geholfen. Dies hat ihm durchaus das starke Misstrauen des Jedi Ordens eingebracht. Es trübte ihren Geist mit Bedauern, dass er nicht mal nach alten bekannten Gesichtern sehen konnte, nicht mal zum Lager gehen durfte, sei es auch nur für einen kurzen Besuch. Die Umstände, die Gefahr durch die Sache in Anchorhead erfordern es, das kann sie nachvollziehen, ebenso wie die Bedenken ihrer Mitjedi. Bedauerlich ist es dennoch, ebenso wie der Umgang, den sie ihm gegenüber deutlich machten: Meisterin Savoth kam immerhin mit drei anderen Rittern, ihr inklusive, dass das einen bedrohlichen Eindruck erweckte, war nicht verwunderlich. Der gegenseitige Umgang war voll Spannung und von ihrem Gefühl her war es haarscharf, dass Meisterin Savoth ihn hätte einsperren lassen. Allerdings hat wohl doch die Weisheit gesiegt, auf beiden Seiten, so dass man ihn ziehen ließ.

Yerana fand die Art des Vorgehens dennoch zu drastisch und zu hart. Vielleicht lag es auch einfach an dem was sie nun ist: Eine Jedi Heilerin. Sie sah dort einfach noch zu viele Möglichkeiten, dass es auch noch gut gehen konnte und weder konnte, noch wollte ihn so schnell abschreiben oder gleich als Gefallenen deklarieren – und einsperren lassen, hätte er sich vemutlich nicht freiwillig. Sie hätte geholfen ihn einzusperren, auch wenn es Ihr widerstrebte, aber solange er selbst nicht den Eindruck gemacht hätte, dass er ihnen ernsthaft schaden will, hätte sie wohl noch drastischere Befehle ignoriert. Sie hatte vor dem Losziehen zugesagt, den Befehlen zu folgen, aber der Respekt vor der Meisterin war nicht grenzenlos und ein Jedi folgt nicht blind. Vielleicht, ja vielleicht wäre sie sogar soweit gegangen sich zwischen die Fronten zu stellen um zu schlichten. Das hätte vermutlich ihr „Ansehen“ gemildert und ihr Wort infrage gestellt, wäre aber angesichts eines Lebens nebensächlich gewesen. Letzten Endes führten aber solche „hätte, vielleicht, und wenn“-Gedanken zu nichts. Sie war noch etwas verblieben, als die anderen gingen, und hat sich angemessen bei Kreyma verabschiedet, denn auch wenn sie ihn derzeit noch nicht als gefallen betrachtete, so war sein Weg viel zu nahe an dieser Kante, als ob es nicht noch geschehen könnte. Sie hoffte aber, dass er seinen Weg gehen konnte, wenn nicht, würde sie, genauso wie sie es sich bei Waath vorgenommen hat, handeln.

Elliya Campbell. Sie ist ebenso eine Thematik für sich. Sie hat im Bericht alles dazu geschrieben was es zu sagen gab. Würde sie der Padawan helfen können, so man sie überhaupt noch so nennen sollte? Oder würde sie in die Dunkelheit stürzen? Yerana gab sich keinen Illusionen hin: wenn sie nicht wollte, würde sie sie auch nicht retten können. Sie hatte aber die Aufgabe, sie dort hinzubringen, dass sie es wollte, auch wenn das leichter gesagt als getan war. Alles weitere, wäre dann eine Sache der Zeit und der Disziplin von Elliya Campbell. Sie vertraute darauf, dass, was auch immer kommen mag, in Ordnung sein würde. Dementsprechend konnte sie vorgestern auch völlig ruhig und gelassen bleiben. Im Nachhinein, hallte nur eine Kleinigkeit wieder: „Ihr und Euer verdammter Orden verrückter Anhänger längst vergangener Tage!“ Das allerdings nur dem geschuldet, dass es sie an etwas Anderes, oder besser an jemand Anderen erinnerte. Vom Inhalt her, sah sie gerade hier nämlich nur umso mehr, wie wenig „vergangen“ die Jedi sind. Über diesen Jemand ließen ihre Gedanken sie aber einen Moment kreisen, ehe sie zu späterer Stunde in dieser Meditation, diese auch wieder ablegen konnte. Selbst wenn man mit der Vergangenheit im Reinen ist, selbst wenn man alles akzeptiert und abglegt, so heißt das nun mal nicht, dass nie ein Gedanke in die Richtung ein mal kommen könnte, der sich mal klopfend bemerkbar macht. Sie hat den Gedanken eingelassen, ihn betrachtet und dann auch wieder hinaus geleitet: Punkt.

Eine schöne Änderung, die sie durchaus mit Frohsinn erfüllt, ist dass Ritter Za'eth Tanaar hergefunden hat. Ihrem ehemaligen Padawan scheint es gut zu gehen und sich sein Sein als Jedi auch erhalten zu haben. Das freut sie sehr, ebenso wie die Tatsache dass seine Padawan noch lebt, wenngleich sie wohl gerade mit dem Pfad der Jedi strauchelt, von dem was er sagt. In diesen Zeiten kann man es wohl keinem verübeln, wenngleich die Anzahl von Jedi so nur noch geringer wird. Wer weiß wie viele dort draußen ein normales Leben fristen, weil sie die Hoffnung an eine Rückkehr des Ordens in die Galaxis verloren haben oder nicht mehr an den Weg der Jedi glauben. Vielleicht aber, würden auch sie eines Tages ihren Weg zurück finden.

Ihre eigene euphorisch zu nennende Stimmung vom Anfang ihres Hierseins, ist inzwischen verflogen, aber etwas Grundfreude verbleibt, die sicher auch noch lange anhalten wird und sich jedes mal in einen freudigen Funken verwandelt, wenn ein weiterer Jedi den Weg hierher findet – erst recht wenn sie ihn kennt, wie sie zugeben muss. Natürlich freut sie sich auch, wenn jemand den sie nicht kennt überlebt hat, aber die Wiedererkennung von Bekannten und der Erhalt von selbigen, mehrt eben noch den subjektiveren Anteil ihrer Freude. Nichts wofür sie sich schämen müsste, solange sie sich den Tatsachen im klaren ist und es keine schlimmen Ausmaße annimmt. Bei dem Gedanken daran bei bekannten Gesichter zu strahlen, und bei anderen die Mundwinkel nach unten zu ziehen, muss sie sogar lachen. Was für ein absurder Gedanke. Am besten sie geht heute ein mal früher zu Bett, der Tag gestern war etwas lang und in der Hitze machen sich solche Eskapaden einfach doch schneller bemerkbar, als in einem gemäßtigteren Klima. So bestätigt sich für sie: die harten Regeln der Wüste fördern die Disziplin. Schmunzelnd macht sie sich wieder an die für sie untypische Arbeit des Lehmhüttenbaus, natürlich unter Aufsicht des hiesigen Baumeisters, der sich damit wesentlich besser auskennt als sie selbst.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (02.10.2016), Kreyma (02.10.2016), Karag (02.10.2016), Harlen Gregorius (03.10.2016), Elon (03.10.2016)

5

Samstag, 8. Oktober 2016, 16:41

Erwartungen – Heute und Morgen
(08.10.2016)

Yerana schätzt Ehrlichkeit und Offenheit. Direktheit hingegen nicht, wenn sie mit Taktlosigkeit einher geht. Sie weiß selbst dass diese Charakterschwäche von ihr zeitweise noch durchkommt, wenn es sich auch sehr gebessert hat, im Verhältnis zu früher. Gerade bei ihrer Arbeit als Heiler ist sie sehr bemüht, sie nicht zum Vorschein kommen zu lassen. Dennoch bleibt es eine Schwäche in ihrem Charakter, auf die sie ein Auge haben muss. Allerdings, stellt sie nun fest, dass es in Espelar Leute gibt, die sie an Direktheit und auch Taktlosigkeit übertreffen. Sei es Ritter Jarok, der sie an ihr damalige Zeit als junge Ritterin erinnert, oder Ritter Djerak, als Bantha im Prozellanladen:

„Bei Ashla ich halte Euch für attraktiv, ein Teil von mir hätte gern Sex, das zu verneinen wäre im höchsten Maße unreif...“, so begann ein Beispiel von Ritter Djerak. Es war lediglich eine Verdeutlichung für Versuchungen, sachlich vorgetragen, während einer philosophischen Diskussion über die Religion der Miraluka, ihre Ansichten zu Ashla und Bogan, so wie die Verknüpfung zum Jedi Orden mit der hellen und dunklen Seite der Macht. Dennoch: von jedem dahergelaufenen Kerl, erwartet sie solche Andeutungen schon geradezu – Männer sind in der Galaxis irgendwie recht ähnlich gestrickt – von einem Mitjedi allerdings, traf es sie unvorbereitet. Dass ein paar Padawane zwar nicht im Gespräch, aber doch in guter Hörweite waren, machte das ganze nicht besser.
Während er weiter redete als wäre das Beispiel, und ihre Verknüpfung darin, das normalste der Welt, sah sie ihn einfach nur lange an. Vor allem aus zwei Gründen: Um das Gesagte nochmal einzuschätzen und vor allem nicht unbedacht mit etwas herauszuplatzen. Die Belustigung während sie schließlich Tadel und Strenge entgegnete, machten es für sie nicht besser, wenngleich er sich entschuldigte. Wenn sie aber so darüber nachdenkt, ist sie sich nicht mal sicher ob er sich überhaupt für seinen Fehler entschuldigt hat und nicht viel mehr, dass er glaubt, dass er sie als unempfindlicher eingeschätzt hätte, sich verschätzt hat. Darüber kann sie aber nur spekulieren. Entgegen ihrer verbalen Annahme der Entschuldigung, ist ihre Gefühlswelt da durchaus etwas nachtragender, erst recht wegen der Möglichkeit, dass er sich gar nicht als so schuldig sieht. Das könnte wirklich zutreffen bei seiner Art der Einstellung. Er ist ein Jedi und sollte sich entsprechend zu benehmen wissen!

Wieso stört das ihre Gefühlswelt und ihren Verstand überhaupt? Ihre Erwartungshaltung. Ihre eigene pendelte früher zwischen unerreichbar und „knapp möglich“. Damit hat sie sich oft selbst den Kopf angeschlagen, im stetigen Bestreben mehr zu sein als sie war. Inzwischen hat sie die Messlatte zwar runtergestellt, auf etwas, was sie mit Anstrengung auch erreichen kann, dennoch bleibt sie hoch. Die Erwartungshaltung an andere, hat sie eigentlich bei weitem niedriger gelegt, wenngleich sie bei Mitjedi immernoch höher ist als bei anderen. Ritter Djerak hat diese unterschritten, Meister Gregorius nun ebenso. Höflichkeit vor allem als Heuchelei zu sehen... Es betrübt sie und bereitet ihr Kopfschmerzen, wenn sie so etwas von einem Jedi, dazu noch Jedi Meister hört. Sie atmet ein mal tief durch und meditiert.

Als sie nun nochmal darüber nachdenkt, fragt sie sich doch wo das Ganze hinführen mag. Sie hat durchaus die Hoffnung dass der Jedi Orden wieder aufgebaut wird. Dass er trotz dieser schweren Zeiten bestand hat, aber langsam kommt das 'Aber' an dieser Sache. Was für ein Jedi Orden wird das sein? Die ganzen Erfahrung dieser düsteren Zeit treffen nun hier zusammen, indivduelle Eigenarten haben sich deutlich herauskristallisiert und offenbar nicht nur zum Guten. Das wird aber scheinbar eher als Individualität verbucht, und weniger als Charakterzüge und Ansichten, an denen man als Jedi arbeiten sollte. Jeder glaubt vermutlich zu wissen, wie jetzt am besten weiter zu verfahren wäre, was in Ordnung und was verwerflich ist, was dieser Zeit angepasst ist, oder nur übertrieben Freiheitsdrang. Was wird dann daraus wenn alle ihren Weg fahren wollen statt den zu gehen, den sie schon seit vielen Jahrtausenden beschreiten? Der Orden der Individualisten?

Wie soll sie das nur in vernünftige Bahnen lenken? Trotzdem muss sie nun schmunzeln. „Retterkomplex“, fand gestern Erwähnung und sie bekannte sich 'manchmal' für schuldig, als humoristische Einlage. Der Wahrheit entspricht es gerade dennoch. Sie ermahnt sich etwas im Stillen. Die Last mag für jeden größer sein als früher, den Jedi Orden aufrecht zu erhalten und ihn weiterzuführen, aber es ist nicht mehr ihre allein, wie sie es teils während ihrer Reisen empfand, als sie sich noch nicht sicher sein konnte, dass es andere gab. Sie atmet nochmal tief durch. Das Positive ebenso sehen ist wichtig. Hier sind auch Lichtblicke, wie ihr ehemaliger Padawan und nun Ritter, Za'eth Tanaar. Seine Padawan scheint auch zurückgekommen und sie vermutet doch mal, dass sie unter seiner Führung ebenfalls zu einer guten Jedi heranreift. Padawan Rror, dessen Einbringungen in der Gesprächsrunde, doch auch das ein oder andere Lächeln auf ihrem Gesicht hervorzaubern konnte. Immer auch das Positive sehen...

Das ist gerade auch bei Frau Elliya Campbell nötig. Sie gibt sich keiner Illusion hin: Das ist eine sehr traumatisierte Frau, die sie dort zu versorgen hat. Sie bemüht sich darum, erhält aber kaum Zugang zu ihr. Manchmal fragt sie sich ob Frau Campbell sogar soweit geht, sie in Gedanken nicht nur als die neue Sklaventreiberin zu sehen, da sie es ist, die die Begrenzungen auferlegt. Bei dem Gedanken atmet sie nochmal durch. Wie sie es Frau Campbell sagte, wird sie mit ihr mal Nachts hinausgehen, wenn sie entsprechend verkleidet eingepackt ist. Einen intakten Arm kann man mit ein paar Mitteln simulieren, Haar zurück unter einer Kapuze, könnte klappen. Sie wird sehr genau aufpassen müssen, denn das Lager gefährden will sie nicht. Am besten vom Hauptgebäude einfach weiter in den hinteren Bereich, zu den Jedi Zelten, zum Lagerhaus, überall wo eben keine Händlersicht hinüber herrscht und auch keine von außen. Das wird schon. Vielleicht hilft es zumindest ein wenig, Frau Campbells Gemüt mehr in Einklang zu bringen. Vielleicht hilft es etwas, dass sie sich zu öffnen vermag, sie sie nicht mehr als ganz so schlimmen Mensch betrachtet. Wenn nicht? Nun, dann sieht es langsam sehr finster aus. Ohne Vertrauen, oder wenigstens einen gewissen Zugang, wird sie ihr kaum helfen können. Jemand muss auch Hilfe wollen und dagegen streubt sich Frau Campbell derzeit vehement.

Yerana legt sich hin, die Mittagshitze ist immer auszusetzen und sich etwas Ruhe zu gönnen. Sie schaut im Liegen auf ihre trockenen Hände. Nach wie vor, muss sie wohl mehr trinken, außer sie will eine sanfte Haut loswerden, was vielleicht gar nicht so verkehrt wäre. Mit einem Seufzen lässt sie sie wieder sinken. Ihre Schultern fühlen sich schwer an, trotz der Gemeinschaft um sie herum. Vielleicht deshalb, weil das ganze ihren eigene Fehler, in dieser unfreiwilligen Trennungszeit des Jedi Ordens, deutlich hervorstechen lässt. Sie hat ihn akzeptiert, sie hat danach das beste getan was sie tun konnte aber Rückgängig machen kann sie ihn nicht und würde es auch nicht wollen, immerhin hängt daran das Leben eines Kindes und das Glück einer Familie. Wie könnte sie sich da wünschen es wäre nie geschehen? Dennoch, erinnert sie sich noch immer an Ritter Aurels Worte vor langer Zeit und ihre Schlussfolgerung als sie den Fehler begang: dass sie den Weg gewählt hat, der sie zu einer schlechteren Jedi gemacht hat. Sie schließt die Augen, atmet nochmal durch. Bevor wie wieder loslegt, wird sie meditieren und wieder die Wärme in ihrem inneren spüren, die solch dunklen Hauch, solche Anwandlungen vertreibt. Mit einem Schmunzeln, lässt sie ihren Körper dann auch die Ruhe, in dem sie ihren Geist zur Ruhe bringt. Möge die Macht mit ihnen sein. Damit schläft sie auch ein.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (8. Oktober 2016, 16:47)


Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (08.10.2016), Waath (08.10.2016), Karag (08.10.2016), Harlen Gregorius (08.10.2016)

6

Mittwoch, 12. Oktober 2016, 13:19

Demut und Herausforderungen:
(12.10.2016)

Yerana steht weiter draußen in der Wüste und sieht hinaus. Wie lang sie da schon steht? Der Zeit hatte sie keine Beachtung geschenkt. Es ist Mittags und sie hat das Gefühl bei permanenten Stillstand noch zusätzlich gebraten zu werden, dennoch setzt sie sich nun nicht im Schatten des Felsen, bei dem sie steht, sondern an die Sonnenseite. Eine kleine Form der Selbstbestrafung, wie sie es schon lange praktiziert, aber nicht aus dem Grund sich Schmerzen oder Unbehagen zuzufügen, nein, aus dem einfachen Grund ihre Demut vor Fehlern Ausdruck zu verleihen. Eine kleine Eigenart von ihr. Früher war es der einfache Entzug ihres Lieblingstees: Gewürzteemischung 28, wenn sie glaubte etwas verbrochen zu haben, oder sich andere Kleinigkeiten zu verwehren. Hier leben sie schon am Rand des Existenzminimums. Sie hat gestern daher schlicht eine Mahlzeit ausfallen lassen, wenngleich sie sie heute einfordern wird. Immerhin ist es nicht Sinn der Sache sich zu schaden, lediglich eine kurzfristige Entbehrung in Kauf zu nehmen. Das hat sie nun und damit ist es gut. Nach ihrer Zeit hier würde sie ihre zweite Mahlzeit einnehmen. Sie hat sich aber im Blick und nimmt nun auch mal den Helm ab um ein paar tiefe Züge Wasser zu trinken, ehe sie ihn auch schon wieder aufsetzt.

Nach einem Blick zu den Sonnen, beginnt sie mit ihren Händen im Sand zu malen. Sie hat es schon gesehen, auch davon gehört und sie meint sich sogar zu erinnern, dass sie das als Jüngling in der Wüstenbiome des Tempels auf Corsucant auch mal getan hat. Die Erinnerung ist aber nicht mehr sonderlich klar. Die Disziplin und die Weisheit hingegen, ihre Schritte zur Macht hin, diese sind ihr deutlich in Erinnerung. Ein Grund, wieso sie Ritter Djeraks Meinung zu Jüngling Hanaa nicht teilen kann. Sie sieht es als kleine einwöchige Maßnahme, damit sie auch verbale Diziplin walten lassen kann, und er, gleich als eine Zerstörung des wissenstrebenden Mädchens, so hat es den Anschein, wenn er deshalb glaubt, dass sie langfristig schaden erleiden würde. Völlig überzogen. Sie sind Jedi, keine Aufpasser von verwöhnten Adelskindern, die immer alles bekommen was sie wollen, damit sie ja nicht protestieren. Grenzen müssen gesetzt werden und auch mal akzeptiert werden, selbst wenn das Kind es noch nicht verstehen kann oder will.
So wie sie die Meister aber kennt, wäre es nicht unwahrscheinlich, dass Hanaas Woche schon längst herum ist, bis diese sich zu etwas entschieden haben. Es ist natürlich nicht unmöglich, dass Ritter Djerak gesagt hat, sie solle diese Maßnahme noch aussetzen und sicher würde die Kleine dann auch darauf hören, schon allein weil ihm seine Meinung so sicher viel sympathischer ist, da sie ihrer entgegenkommt. Genauso wie Ritter Djerak scheinbar so angetan von der Kleinen ist, das er sie meint beschützen zu müssen wie ein rohes Ei. Eventuell ist das einer seiner Schwachpunkte. Bei Frau Campbell wirkte er schon etwas eigen, als diese ihn Trost suchent umarmte. Vielleicht ein übermäßiger Beschützerinstinkt, wie bei Waath früher. Allerdings wird sie da nicht voreilig sein. Sie wird ihre Schlüsse aus den ganzen Vorkommnissen ziehen, wenn es soweit ist. Einen Fehler entdecken, kann sie bei ihren Handeln jedenfalls nicht und wird sich davon auch nicht aus ihrer, gerade etwas dünnheutigeren, Ruhe bringen lassen.

Wo sie einen Fehler sieht, ist bei der Sache mit Xine oder mit Frau Campbell.

Bei ersterem war es ein seichterer: In einem Anflug, seinem übermäßigen Lob an sie, einen Riegel vorzuschieben, hatte sie erwähnt, dass sie keine so guter Jedi sei und er sich nicht auf sie verlassen sollte. Der alte Xine hätte nachgebohrt, bei dem Jetzigen, ist sie da nicht sicher. Vermutlich nicht, er hat mit Verallgemeinerung gekontert, als sie diesen Moment der Freundschaft dabei wohl schlicht intellektuallisiert hatte. Der derzeitige Xine, hat noch zu viel mit sich selbst zu tun, seine klare Sicht auf andere ist damit noch begrenzt. So die Macht mit ihr ist, müsste sie dies also nicht kleinreden, umschiffen oder ähnliches.

Frau Campbell hingegen, ist ihr größtes Problem. Es war klar ein Fehler sie hinauszubringen, wenn der Schock für sie auch scheinbar dafür gesorgt hat, dass sie etwas mehr Einsehen zeigt. Sie hat sich entschuldigt, aber vermutlich nur aus dem Grund, da sie gemerkt hat, wie nahe sie der Dunkelheit ist, Angst davor hat, und nicht aus ernsthaften Bedauern, dass sie jemanden, oder besser ihr, damit geschadet hat. Die verzweifelte Suche nach einem Rettungsanker, selbst wenn es „nur“ von jener ist, die sie mit einer Sklavenhalterin gleichsetzt - denn dass es so ist, hat sich gestern bestätigt. Vorgestern Abend, besser Nachts, hat Frau Campbell sie auch mit dieser Dunkelheit angegriffen, klein, aber vorhanden und schmerzhaft. In ihrer eigenen Schuldzuweisung, als der Fehler sich zeigte, ist sie wohl tiefer davon durchdrungen worden als sie dachte, und sie hatte kein Machtlicht verwendet um geringfügige Restspuren auch restlos zu tilgen. Das, ihr Alptraum der sie in der Nacht vorgestern heimsuchte, der dadurch geringere Schlaf, die Aussetzung der Mahlzeit, eine versäumte Meditation durch die Ausführung der Mittagspatrouillie, so wie den Stress am Abend durch das Thema Hanaa, hatten tatsächlich auch dafür gesorgt, dass sie Meister Gregorius „schon wieder“ mit ihrem etwas beschwerten Gemüt belästigt hat. Das ärgert sie etwas, auch wenn er wohl gerne ein Ohr für sie hat. Sie hätte dort allein zurechtkommen sollen... was auch noch geschehen wäre, etwas später, wenn sie in aller Ruhe sich um sich gekümmert hätte. Nun, das tut sie jetzt, zusätzlich zu gestern.

Yerana atmet durch, stoppt ihre Sandmalerei und holt zwei Kärtchen heraus die ihr Meister Gregorius überreicht hat. Auf der einen steht „Ich bin nicht allmächtig. (Soweit ich weiß.)“ Was sie nun schmunzeln lässt und auf der anderen: „Ich kenne auch meine Grenzen.“ Sie fühlte sich da doch etwas an ihre anfängliche Ritterzeit zurückkatapultiert. Allerdings ist es nun mal wahr, dass sie hier nicht viel abgeben kann, zwar hat sie um Hilfe gebeten, bezüglich Frau Campbell, aber es ist definitv kein Weg, ein 10 jähriges Kind zu einer so schwer traumatisierten Person zu werfen, „das“ wäre tatsächlich unverantwortlich, selbst bei einem Jedi Jüngling. Sie wird also weiter diese Bürde auf sich nehmen, wie die jedes anderen, den sie zu betreuen hat, weil es ihre Aufgabe ist, und die Reißleine nur dann ziehen, wenn es nötig ist, oder in der Tat jemand da ist, der ihr helfen kann sie zu tragen. Sie kennt ihre Grenzen, sie weiß dass sie nicht alles kann, den Wunsch zu tun, soviel sie kann, weiß sie auch zu zügeln. Sie schiebt sich in den Schatten hinüber, nimmt den Helm etwas ab und meditiert erst mal. Genug geschmort, genug gedacht. Zeit sich negativer Einflüsse zu entledigen, Zeit für die Klärung ihres Geistes und ihrer Gefühle, Zeit für etwas innere Wärme, Zeit für Ruhe.

Sie schaut nicht wie lange sie dort im Schatten meditiert und es interessiert sie auch nicht wirklich. Dennoch fühlt sie sich danach erfrischt, gekräftig, stabil, ruhig und ausgeglichen. Die Herausforderungen hier, fordern sie wieder stärker, als sie es in dieser Untergrundzeit als Traga Gen, das letzte Jahr lang, gewohnt ist, aber damit kann sie klarkommen und wird es auch. Dafür wurde sie ausgebildet. Sie dient der Macht, dann dem Jedi Orden und vielleicht... auch wieder eines Tages der Republik. Sie muss hier nur wieder mehr auf sich achten, bei Bedarf gegebenenfalls auch eine extra Meditation einlegen, um sich diese Ausgeglichenheit, diesen inneren Frieden, auch stets zu erhalten. Sie möchte das wahrlich nicht wieder einbüßen. Möge die Macht mit ihnen sein.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (12. Oktober 2016, 15:04)


Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Xine (12.10.2016), Harlen Gregorius (12.10.2016), Dexter (12.10.2016), Karag (12.10.2016)

7

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 13:05

Veränderungen und Vertrauen
(19.10.2016)

Yerana geht etwas über die Dünen, auf und ab, etwas Sand ist dadurch schon längst wieder in ihren Stiefeln. Irgendwann gewöhnt man sich an alles. Man kann es zwar noch besser abbinden, dass weniger herrein kommt, aber zu sehr eben nicht, ohne für Blutstau zu sorgen. Bei jeder Bewegung schlüpfen also mal ein paar vereinzelte Körnchen rein, wenn man solche Dünen hinauf- oder hinabstieg. Ihre Füße werden ihr diesen kleinen Spaziergang sicher wieder danken, die schon etwas an Hornhaut zugelegt haben, um den Umständen zu begegnen.

Zu sehr abbinden. Das trifft wohl auch auf die derzeitige Situation etwas zu, was ihren Handlungsspielraum betrifft. Ritter Djerak sah ihr Treffen mit Kreyma als ein „hinter das Licht führen“ oder bewusst unterschlagen. Ersterem konnte sie keine Wahrheit abgewinnen, zweiteres, könnte man wohl so sehen, wenn sie darüber nachdenkt. Sie ist Heilerin, ihre Aufgabe ist es anderen zu helfen, das war und ist oftmals etwas, was mit mehr Aspekten einher geht als sich manche bewusst sind. Allen voran, und gegen ihren Charakter lieber Ehrlichkeit und Offenheit walten zu lassen, auch eine Verschwiegenheit, die manchmal schweres abwägen mit einbezieht. Bei Ritter Erauqs war es so gewesen, dass sie nur Meisterin Savoth informierte, dass hinter Noah ein Ritter steckt. Hätte sie es gleich ins Lager posaunt, so wäre es zu vermuten gewesen, dass er sich gleich wieder davongemacht hätte. Bei Frau Campbell musste sie zwangsläufig mehr tun, damit man ihr helfen konnte, der Frau zu helfen und sie gleichzeitig andere wiederum schützte. Wenn manch Jedi wüsste, was sie im Widerstand sogar für sich behalten musste, auch wenn es Risiko behaftet war und schwer fiel, würden manch einem wohl die Haare zu Berge stehen. Sie tut eben was sie tun muss. Bei Kreyma war es ebenso angebracht zu handeln wie sie es tat.

Das letzte Treffen war schon schädigend genug für Kreymas Vertrauen ihnen gegenüber, das letzte was sie dort hätte gebrauchen können, war ein Jedi, dessen Misstrauen durch seine Direktheit so deutlich war, wie die scharfen Schatten der Wüste. Und ja, sie hätte es ihm zugetraut einfach darauf zu bestehen, in seiner neuen Funktion, daher hatte sie sich letzten Endes doch dagegen entschieden, um ihre eigene Pflicht nicht zu verfehlen. Sie hatte einzig sich in Gefahr gebracht, nicht das Lager. Sie war wachsam als sie zu ihm ging und sie war wachsam als sie das Geschenk annahm, das gerde mal die Ausmaße eines knappen Medpacks hatte. Es entsprach zwar den Tatsachen, dass sie derzeit auch noch nicht von etwas Bösen bei Kreyma ausging, das heißt aber nicht, dass sie nicht für die Möglichkeit offen war, dass es bei jeder nächsten Begegnung so sein könnte. In diesem Fall hatte sie sich nach erstem überprüfen der Lage, aber wieder mehr entspannen können. Es war dennoch kein blindes Vertrauen.

Als wäre das ein Stichwort, stolpert sie über einen Stein. Er ist unter dem Wüstensand verborgen gewesen. Man sollte auch nicht blind davon ausgehen, dass jede Düne nur aus Sand besteht. Sie fällt und purzelt den Rest der Düne runter, wo sie sich einen Augenblick gönnt, liegen bleibt. Sie betrübte das Misstrauen, der scheinbar sofortige Vertrauensentzug in dieser Sache... aber es ist wie so vieles: etwas dass sie in Kauf nehmen muss, um das Richtige zu tun. Nach einem Durchatmen rappelt sie sich auf und macht eine Kehrtwendung zurück ins Lager, dem Stein der sie kurz aus der Balance brachte, einen Blick zuwerfend, ehe sie schmunzelt.
Was er wohl dem Rat berichtet hat? Bezüglich Kreyma, angesichs seiner Meinung, sicher nichts Gutes. Sie betreffend? Da ist sie sich nicht sicher. Früher hätte sie vermutlich gesagt, dass sie ebenso eine Nachricht schreibt, um sicherzugehen das es auch von ihre Seite richtig beleuchtet war, genauso wie sie Ritter Djerak beim Gespräch mit dem Rat, bezüglich Hanaa, wohl nicht den Vortritt gelassen hätte. Inzwischen aber, hat sie mehr Geduld und vor allem Machtvertrauen. Wenn der Rat eine zweite Meinung wollte, oder ihre Sicht der Dinge, so würden sie fragen.

Während des Rückweges, fällt ihr aber auch auf, dass ganz schön viele Gedanken mit Ritter Djerak verknüpft sind. Allerding ist das wohl nicht ungewöhnlich, sie haben einfach gerade viele Berührugnspunkte in ihrer Pflicht und daneben, ist es wohl dem geschuldet, dass sie sich derzeit etwa zur selben Zeit ein paar freie Minuten genehmigen.

Jüngling Hanaa Garrde. Sie hatte mit der Kleinen sogar eine nächtliche Wüstenwanderung unternommen um das Problem anzugehen, diesen Trotz und diese Unverständnis. Es war anstrengend gewesen: Hanaa hatte durch ihre junge Jahren ein ziemliches Durchhaltevermögen zu Trotzen und durch die gehobene Politikerart mit Sachen umzugehen, trotz ihrer 10 Jahre, machte die Sache nicht gerade einfacher. Dazu meinte die Kleine noch in ihr Probleme sehen zu müssen, um sich das Ganze irgendwie zu erklären. Als sie dann auch noch anfing hohl nachzuplappern, was sie erklärt hatte, ohne dass da wirkliches Verständnis gewesesen wäre, wurde sie ein wenig radikaler und hat dafür gesorgt dass sie ihren Wortschwall von Hohlheit etwas abwetzen konnte, wenn sie scheinbar schon nicht darüber ernsthaft nachdenken wollte. Das bewirkte zwar erst mal wieder Trotz aber schließlich war es soweit dass sie sich etwas öffnete. Verständnis war da zwar nach wie vor nicht, trotz der vielen Erklärungsversuch davor und auch hier, wie sie nachträglich erfuhr, aber zumindest Akzeptanz und hoffentlich auch etwas Vertrauen. Bei der Ratssitzung wurde jedenfalls entschieden das Ritter Djerak das letzte Wort bei ihr hatte, auch wenn dieser wollte, dass sie als Opposition diente und nach wie vor mithalf. Ob er das nun auch noch so sah? Hmm.

Als sie im Lager ankommt geht sie erst mal in ihr Zelt. Sie hatte noch niemanden von ihrem 'Traum' von Ritter Eodoo erzählt, der sie eine Nacht so schmerzhaft rabiat geweckt hatte. Wem auch? Ritter Djerak? Sie mochte ihn zu vielen Gesprächsthemen hinzu ziehen, aber bei so etwas abstrakt mystischen, eher nicht. Ihren ehemaligen Padawan hatte sie bisher leider immer verpasst, denn von diesem wusste sie zumindest, dass er Ritter Eodoo zumindest grob kannte. Meister Gregorius? Wirklich nicht schon wieder, daneben ist er ihr etwas zu humoristisch veranlagt, was sie bei so einem Thema nicht gebrauchen kann. Sie muss an Ritter Dexter denken, laut Meister Greogorius ist er nach dessem letztem Stand noch am leben. Ein Freund der einen versteht, wäre gerade wirklich sehr angenehm.

Waath ist derzeit der einzige den sie erreichen könnte, aber seit sie hier ist, hat sie das Gefühl dass er sich noch weiter entfernt hat und sie kaum ein Wort reden können, dass für ihn nicht nur dummer Jedi Quark ist. Vermutlich ist es wirklich an der Zeit, dort abzulassen und ihn nur noch als nützlichen Kontakt, oder grober Bekannten zu betrachten, sie bezweifelt nämlich langsam, das viel mehr auf Gegenseitigkeit beruht, als das, so wie er sich verhielt. Solange er sich nicht der Dunkelheit hingibt, geht sie mehr nicht mehr an.

Andenus Dexter... die Frage ist, wie sehr wird dieser sich verändert haben? Xine Erauqs, Kreyma Magejin, Waath Marno. Bei jedem von ihnen gab es eine Zeit, wo sie ihnen viel Vertrauen entgegenbrachte, waren Freunde oder Vertraute. Ersterem bringt sie davon zwar noch etwas entgegen, aber für sie ist er derzeit vor allem ihr Patient, ein Kollege, dem sie kaum mehr von ihrem Inneren eröffnen wird, als sie schon tat, bis er wenigstens mit seinen Problemen klar kommt. Veset Djerak, Efroy Jarok, kannte sie hingegen nur oberflächlich, aber ersterer hatte nun nicht nur zum Miraluka Glauben gefunden, sondern auch Arroganz gemehrt und Ritter Jarok? Nun vielleicht ist er einfach nur gleichbleibend kritisch, wie früher, aber positiv wäre das auch nicht. Der Gedanke dass sich Leute wie Jestocost Alde, Aloncor Torn oder Andenux Dexter ebenso negativ verändert haben könnten, schmerzt sie. Wenn sie den Schmerz aber genauer betrachtet, erkennt sie, dass dort noch etwas anderes mit hineingemischt ist: Egoismus. Denn wer bleibt noch, wenn all jene, auf die sie noch in persönlicher Hinsicht hoffen kann, sich auch so verändert hätten? Niemand. Dann hätte sie keine wirklichen Freunde mehr, sondern nur noch Kollegen und Bekannte, welche mit denen sie besser klar kommt, und welche bei denen das nicht der Fall ist. Natürlich gilt ihre Sorge vor allem dem Jedi Orden, der Gemeinschaft, in den Gedanken ist aber auch gerade Egoismus integriert und das zu erkennen ist wichtig.

Man kann die Dinge aber auch immer positiv betrachten: Sie hatte Freundschaften sowieso immer sehr begrenzt, nur wenige geführt, weil sie es als eine Bindung betrachtet, die zwar in Ordnung gehen kann, hilfreich sein kann, aber nicht muss und auch Probleme zu bescheren vermag. Augenblicklich hat sie niemanden mehr mit dem sie dieses Band fröhnen könnte. Das wird wohl seinen Sinn und Zweck haben. Mit dem Gedanken, schließt sie auch die Augen und fegt alles überflüssig belastende mit der Meditation der Leere hinfort. Dass sie ein Jedi ist, immer bleiben wird und tut was sie kann, ist das einzige was sie für sich wissen muss, um zu tun was wichtig und richtig ist. Daneben kann ein 'Freund' ihr nie verloren gehen, selbst wenn sie ihn nicht hören kann, er nicht dauernd Laut von sich gibt, sie ihn mal nicht versteht: die Macht. Sie lächelt warm, fühlt die Gelassenheit, die Wärme. Möge die Macht mit ihnen allen sein.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (19. Oktober 2016, 17:43)


Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (19.10.2016), Harlen Gregorius (19.10.2016), Kreyma (20.10.2016)

8

Sonntag, 23. Oktober 2016, 13:37

Dunkle Nächte - Helle Tage
(23.10.2016)

Yerana tippt ein weiteres mal auf die Taste des Datapads, ihre Augen huschen über die letzte medizinische Ausgabe einer Fachzeitschrift, die sie vor einer ganzen Weile im Holonet in Anchorhead erstanden hatte. Sie hat sie schon längst durch. Der Inhalt sitzt. Es ist ein Alibi-lesen. Sie könnte genauso gut auf die nächste Wand starren. Natürlich könnte sie aber auch klüger sein und meditieren. Wann war sie aber schon jemals jene, die es sich leicht gemacht hätte? Sie will erst mal darüber nachdenken.

Es tut verdammt weh, aber sie hat es wohl verdient: Vertrauensentzug. Den ersten Grund davon kann sie gut schlucken. Dass Ritter Djerak ihr 'logischerweise' nicht mehr vertraut, wegen der Sache mit Kreyma, das hatte sie schon akzeptier und es war in Ordnung, denn es war eine bewusste Entscheidung mit all ihren Konsequenzen und wenn er das nun mal so sieht wie er es tut, kann sie daran nichts ändern. Das war nicht schön, hatte auch weh getan, aber sie konnte es wegstecken. Der andere Grund hingegen, war und ist für sie komplizierter. Sie ist Heilerin, also ist das letzte was sie tun will, andere zu verletzen, weder körperlich noch geistig. Das hatte sie aber wohl, indem sie sein Problem als Argument nutzte, selbst wenn es nur unter ihnen war – bis auf die Andeutung im Enklavenrat - es war aus seiner Sicht unfair und verletzend. Sie hätte wissen müssen dass auch eine direkte Person nicht unbedingt mit Direktheit umgehen konnte, erst recht nicht, wenn diese dann noch auf die eigene Schwachstelle traf. Die Folge ist, dass er ihr keine persönlichen Probleme mehr anvertrauen wird. Der Trostpreis ist dabei für sie, dass er es wenigstens 'nur' ihr gegenüber nicht mehr tun will, statt niemanden gegenüber mehr. Dieser Preis ist aber alles andere als tröstlich, denn was sagt das über sie aus? Das jeder andere geeigneter dazu ist, als sie, die Heilerin. Fokus auf den Körper hin oder her, das ist die Auszeichnung eines Armutszeugnisses, persönlich an sie addressiert.

Einen Augenblick lang versichert sie sich dass Jüngling Hanaa noch tief schläft, da sie sich nicht sicher ist, ob nicht das, was sie gerade fühlt, auch etwas von außen zu sehen ist. Die Kleine ist aber weg, fertig von dem anfänglichen Stadium des Wumprattenfiebers. Sie hatte Padawan Risu und Rror extra losgeschickt um den Impfstoff zu holen, der ihnen ausgegangen war. Nun ist Hanaa anständig versorgt und in zwei Tagen wird sie sicher wieder gut auf den Beinen sein und es nicht abwarten können, sich wieder um ihren ersten ausgeschlüpften Taurücken zu kümmern. Bei der Kleinen hat sie heute aber auch etwas beobachtet, was ihre Ansicht über sich selbst nur bestätigt. Zum einen, hat Hanaa Ihr gegenüber nichts von der Wumpratten Auseinandersetzung erzählt. Das war der erste Hinweis. Das bestätigt auch in zweierlei Hinsicht, dass sie noch weit von ihrem Status als Padawan entfernt war: einerseits die schlechte Reaktionszeit sich überhaupt ankratzen zu lassen, andrerseits die Unachtsamkeit und die manglende Vorsicht es behandeln zu lassen, daneben war sie scheinbar noch sehr emotional dabei, was auch nur den Tod der Wumpratte angeht. Eindeutig noch nicht soweit. Der zweite Hinweis bezüglich dessen, was sie angeht, bestand darin, wie sich Hanaa extra gerade aufsetzte, als sie später in der Medi wieder dazutrat. Anspannung aufgrund ihrer Anwesenheit. Sie könnte es natürlich allein auf die bevorstehende Verabreichung des Mittels schieben, allerdings hatte sie nicht das Gefühl dass das zutraf. Die Alternative war, das sie wusste was das heißt, sie hatte es schon früher auf Tython ihr gegenüber gesehen: Sich von der besten Seite zeigen, damit niemand an einem etwas aussetzen konnte, besonders sie nicht. Also hatte Ritter Djerak dort vermutlich recht. Hanaa hat sie reingelegt. Wie blind muss sie sein damit das funktionieren konnte?

Wenn sie dann noch an Ritter Erauqs dachte, der ihr fehlendes Verständnis für seine übermäßigen Sicherheitsbedenken sicher nicht als etwas Positives sieht... Sie sieht wie er geradezu immernoch vor Personengruppen flüchtet oder sie meidet, die Maske im Großen und Ganzen doch als Schutz beibehällt und dergleichen. So stößt sie auch dort scheinbar an ihre Grenzen zu helfen. Wenn das aber schon ihre Grenzen sind, sowohl hier als auch in den vorherigen Fällen, was ist sie dann noch?

Sie beginnt jedenfalls schwer zu versagen: Frau Campbell, Ritter Djerak, Ritter Erauqs, Jüngling Hanaa... im Grunde auch bei Waath und Kreyma. Es bewahrheitet sich nun also auch sichtbar für sie, was sie schon feststellen musste: sie ist eine schlechtere Jedi geworden, wenn nicht gar eine schlechte Jedi. Der Gedanke lässt sie schlucken und aufstehen, zur Tür gehen. Leise stellt sie sich in Schatten des Türrahmens als diese aufgeht. Die Nacht ist dunkel, die Sterne am Himmel zwar zu sehen, aber für sie doch auch gerade so glanzlos. Tief zieht sie die kühle Nachtluft in die Lungen und schließt die Augen, lehnt ihren Kopf an der Wand an. Ein paar Minuten, gönnt sie sich absolute Stille in ihrem Geist.

Genug... sie ist diesen finsteren Gedanken schon viel zu lange nachgegangen. Sie setzt sich in der Medi auf den Boden und beginnt zu meditieren. Wie soll man auch einen klaren positiven Gedanken fassen, bei dieser negativen Welle die sie gerade zu erdrücken scheint? Nochmal atmet die tief durch und gibt sich dann der Verbindung mit der Macht hin. Die Meditation der Leere ist erholsam, wie so oft. Sie fegt die dunklen Gefühle ins Nichts, die Gedanken gleich hinterher. Wohltuendes Sein, Stille. Der Zeit schenkt sie keine Bedeutung, ihrer Aufmerksamkeit auch nicht, denn sie weiß, wenn etwas wäre, würde die Macht sie darüber in Kenntnis setzen, sei es dass Hanaa hinausschleicht oder jemand hereinkommt. Auf so etwas konnte sie sich einfach verlassen. Sie gibt sich der Macht hin, dem Leben, dem Sein, lässt sich treiben. Alles wird hinfortgeschwemmt, gereinigt, von der Strömung zum richtigen Weg getrieben.

Als sie die Augen wieder öffnet, ist es offenbar schon hell, das Licht bei der Türritze verrät es ihr. Sie lächelt. Die Macht hat sie durch diese dunkle Nacht geführt und dafür ist sie dankbar. Jetzt kann sie auch wieder klarer sehen. Sie mag was auch immer für eine Jedi sein, aber im Grunde hat sich nichts geändert: Sie tut was sie kann. Man kann alles negativ, aber auch positiv betrachten. Es mochte ihr Fehler sein, wie es mit Ritter Djerak gelaufen ist, aber vielleicht musste es so sein, damit er ein mal sieht, wie verletzend Direktheit sein kann, damit er auch mal merkt, dass nachträgliche Entschuldigungen nicht alles wieder ausbügeln was man damit anrichtet. Vielleicht wird er das nicht jetzt merken, vielleicht erst viel später, aber wenn es dazu beiträgt, wäre es der Sache wert gewesen. Das wäre eine Möglichkeit dass es so kam wie es kam. Das heißt natürlich nicht, dass sie nicht an sich arbeiten müsste. Der Wille der Macht ist keine Ausrede für Fehler, es kann lediglich eine Erklärung dafür sein, wieso etwas passiert, was nicht passieren sollte, tadelnswert bleibt es dennoch. Das wahre Ausmaß allem was passiert, werden sie sowieso nie erfassen können, daher muss man sich nun mal etwas an das halten, was man erfassen kann. Für sie ist es also lediglich eine mögliche Erklärung von vielen.

Bei Ritter Erauqs wird sie keine voreiligen Schlüsse ziehen, genauso wenig wie bei Jüngling Hanaa. Sie wird der Kleinen nochmal auf den Zahn fühlen um zu sehen, ob ihr Gefühl, dass da noch etwas ist, sie trügt. Wenn sie etwas übersehen haben sollte, wird sie ihre eigenen Worte, die sie in einer Unterhaltung zu Ritter Djerak sprach, barer Münze nehmen: Dann ist sie nicht geeignet, wenn sie sich von einer 10 Jährigen über den Tisch ziehen lässt, und dann sollte er sich eine andere Oppositon suchen. Das ist dann die Konsequenz daraus.
Frau Campbell? Vielleicht muss sie dort einfach die Sklavenhalterin für sie sein, damit Ritter Ordo nun der strahlende Retter sein kann, jener der ihr hilft, beiseite steht und nichts mit den Restriktionen zu tun hat, die sie ihr auferlegte. Damit er unbelastet davon ist und sie ein Ventil für Frust und Wut hat in ihr hat, bis sie wieder mit ihren eigenen Gefühlen umgehen kann, die Welt wieder klarer sieht.

Waath Marno und Kreyma Magejin. Ein Thema für sich aber sie kann nicht mehr tun als ein Auge auf sie haben und eine Hand offen hinzuhalten. Wenn diese ihr eines Tages abgeschlagen wird, weil sie sie nicht mehr rechtzeitig zurückziehen kann, wo es nötig gewesen wäre, so sei es. Der Gedanke an technische Prothesen ist ihr zwar stets ein persönlicher Gräul, da sie nichts totes, so integriert in und an sich haben will, aber ihr ist klar dass es auch eines Tages ihr passieren kann. Jedenfalls wird sie bei beiden Hoffnung aufrecht halten, dass sie zumindest auf einen neutralen Pfad bleiben, und nicht in die Dunkelheit fallen. Wenn es doch passieren sollte, wird sie immernoch tun was notwendig ist. Das ist für sie keine Frage.

Yerana atmet durch und lächelt warm. Hätte sie in der Nacht noch gedacht, dass ihr heute früh wieder nach einem Lächeln zumute sein könnte? Nicht wirklich. Wenn man aber auf sein Ausbildung baut und sich an die notwendigen Schritte hält, wenn die eigenen Gefühle und Gedanken einen zu erdrücken scheinen, dann wird man auch wieder sehen können, was nötig ist. Vielleicht ist diese nächtliche Herausforderung, die Ritter Djerak indirekt herbeiführte, auch für sie nötig gewesen, damit sie sieht, dass sie so schlecht doch nicht sein kann, wenn sie es mit Hilfe der Macht schafft sich aus ihren selbst erschaffenen Sümpfen auch wieder herauszuziehen. Sie schmunzelt breit. Lieber wäre es natürlich, wenn sie sie erst gar keine heraufbeschwört, aber das liegt nicht allein an ihr zu entscheiden, wie sie etwas lernt. Sie fühlt etwas in sich hinein aber die Ruhe ist noch da und die Gelassenheit? Die hatte sich in ihrer nächtlichen Kabelei mit sich selbt wohl lieber verzogen, aber da ist sie wieder und sie nimmt sie an wie einen Freund an ihrer Seite. Was ein wenig verquerter Gedanke ist, angesichts ihrer Ansichten zu Freundschaften und wie fürchterlich viele gerade an ihrer Seite sind.

Vielleicht wird Ritter Dexter wieder ein Freund an ihrer Seite sein, das wird sie sehen müssen, ob ihre Freundschaft die Zeit überbrückt und überdauert hat. Ritter Atrax Eldres kommt ihr etwas in den Sinn aber sie gesteht ein, dass sie dort noch unsicher ist. Nicht wegen der Sache beim Tanz, nein, eher wegen der Tatsache, dass er meint sie so gut zu verstehen, dieses übermäßige Verständnis gekoppelt mit einer Nähe, die sie automatisch zurücktreten lässt. Eindeutig zu schnell für sie. Sie wählt Freundschaften mit Bedacht. Vielleicht hat ihn aber auch einfach ihre kleine Schwäche, nach der Sache mit Frau Campbell, zu sehr beeinflusst, ihm in den Kopf gesetzt, dass sie nun dringend jemanden bräuchte. Da kann sie nur mutmaßen, sie kennt ihn zu wenig.

Ein Blick geht zu Jüngling Hanaa, ehe sie hinaus geht und eine der Wachen bittet ein Auge auf die Kleine zu haben, bis sie wieder da ist. Am besten sollte sie nämlich mal nach den kleinen Taurücken und den Eiern sehen, ehe Hanaa danach fragt und unruhig wird. Kranke sollen ihre Ruhe und ihren Frieden haben und sei es nur, das sie sich nicht um ihre Aufgaben und Pflichten Gedanken machen. Wenn sie also erzählen kann, dass alles in Ordnung ist, wenn sie aufwacht, und sich darum gekümmert hat, ist es sicher nicht verkehrt. Daneben wird es für Hanaa heute eine Extraration geben, die erste besorgt sie am besten gleich. Kranke müssen Essen um wieder zu erstarken, daran gibt es nichts zu rütteln. Sollte sie sehen dass es für Doppelrationen noch zu knapp ist, dann wird sie eben auf die ihre verzichten, das wäre wahrlich nicht das erste mal, dass sie das für Kranke tut. Da muss sie nur an Festelan denken oder die Frontline 20-K. Sie glaubt sich aber zu erinnern, dass die vermehrte Arbeit der Padawane und Ritter sich langsam bemerkbar machte und eine zweite Ration für Jüngling Hanaa möglich ist, ohne dass sie gleich fasten muss.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (23. Oktober 2016, 15:22)


Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (23.10.2016), Kreyma (23.10.2016), Hanaa (23.10.2016), Xine (23.10.2016), Waath (23.10.2016)

9

Montag, 31. Oktober 2016, 16:25

Soziale Lasten
(31.10.2016)

Yerana atmet tief ein und aus. Das Training ist beschwerlich. Ihre Versuche ihre Präsenz verschleiert zu halten, auch bei aktiverem Gebrauch der hellen Seite, sind gelinde gesagt ernüchternd. Sie trainiert es mittels des Machtblendens, da diese Fähigkeit ebenso einen hellen Fokus erfordert, wie die Machtheilung. Nach derzeitigen Beobachtungen, glaubt sie nicht, dass sie es mal vollständig hinbekommen wird. Es ist einfach anders, als seine Sinne trotz der Verschleierung mit Bedacht auszustrecken, oder einen kurzen Machtgriff auszuführen, sondern etwas langfristig Fokussierendes, mit einem merklichen Einsatz der hellen Seite. Das verdeckt zu halten, ist ihr schlicht nicht möglich. Wenn sie so weiter trainiert, wird sie den Radius vielleicht etwas eingrenzen können, aber vorsichtig, wird sie dennoch damit sein müssen.

Den Radius eingrenzen... Begrenzungen setzen: das tut sie wohl gerne. Sei es sich selbst Grenzen zu setzen, oder auch zu begrenzen, wem sie was erzählt. Immer mal wieder nur ein Häppchen ihrer Probleme, verteilt auf verschiedene Leute, wovon nur die wenigsten das ganze Problemausmaß zu hören bekamen. Jene Personen waren früher vor allem ein Geistheiler, oder aber auch die Leute, die sie Freunde nennt.
Wenigstens gehört Waath doch noch zu diesen Freunden dazu. Eigentlich sollte sie sich nicht darüber freuen, denn er ist immerhin jemand, der mit seiner Neutralität auch an der Kippe zur Dunkelheit steht. Umso mehr sie sich ihm weiter anvertraut, umso schlimmer könnte es für sie sein, wenn es doch passiert. Die Sorge kann sie aber vernachlässigen, denn er hilft ihr zum einen, und zum anderen, kennt er sie sowieso schon so gut, inklusive ihrem Geheimnis, dass er ihre Schwachstellen nutzen, und sie verletzen kann, wenn er es wollte. Ja, er kann es wohl sogar wie kein anderer, da er der Einzige ist der über dieses eine Geheimnis im Bilde ist, mit dem Ort, und mit den Namen. Zwei andere wissen zwar noch um das Geheimnis selbst, die Details fehlen ihnen aber, sie könnten es nicht finden. Dies hatte sie damals bewusst so gehalten, da sie zwar Hilfte brauchte, aber es auch vor ihren Feinden beschützen wollte: Was niemand kennt, kann auch niemand anvisieren.

Ritter Dexter... als sie ihm über ihre Zeit außerhalb des Ordens erzählte, fühlte sie sich das erste mal, seit sie dies tat, schuldig. Er ist ein Freund, er schien sich nicht zum Schlechten verändert zu haben, zumindest nichts was sie bei den kurzen Begegnungen derzeit bemerkt hätte. Dennoch hat sie einen entscheidenden Teil, das Geheimnis, ausgelassen. Sie muss es noch jemanden „im“ Orden erzählen, jemand der auch wirklich da ist, sollte eines Tages wirklich das Schlimmste eintreten. Aber sie will vorsichtig sein und verspürt Unsicherheit. Was ist wenn der erste Eindruck trügt? Nahezu jeder scheint hier etwas abbekommen zu haben, und manchmal zeigte sich das erst später. Das ist aber nicht der einzige Grund: Sie muss sich eingestehen, dass sie seinen Respekt nicht verlieren will, dass da durchaus auch Angst vor Verachtung und Abweisung ist, und mit letzterem hat sie jetzt schon genug zu kämpfen.

Da muss sie nur an Ritter Djerak, oder Xine, nein, „Noah“, denken. Der Name geht ihr gegen den Strich, wie sie immer mehr bemerken muss. Das ist Xine. Diese Deckung die er vor sich aufgebaut hat, nein eher dieses Loch, einem Schützengraben gleich, steht ihm nicht. Sein Verhalten, welches er teils an den Tag legt, erinnert sie an Waath in seinen schlechtesten Momenten, nur dass sie dort weiß, wie sie es wann zu nehmen hat, und sei es mit einem Seufzen. Bei Xine hingegen, hat sie das Gefühl von abweisendem Angriff, oder auch einfach von einem Beißreflex. Sie spürt die Zurückweisung noch genug, und da denkt er allen ernstes, mit so einer Einstellung könnte er für sie da sein? Während er sie gleichzeitig Meterweise von sich fern hält? Sicher nicht. Vielleicht wird sie aber zumindest das tun, woran Waath sie erinnert hat: Die Leute zu ihr kommen lassen, statt sie zu Bedrängen. Die Frage bei Xine ist nur: als Freund, oder als Heilerin? Letzteres könnte sie weiterhin, es gehört zu ihrer Pflicht, diese wird sie immer noch irgendwie hinbekommen, dummerweise scheint ihm das aber unbehagen zu bereiten. Bei ersterem aber, weiß sie nicht ob sie die nötige Kraft dafür aufbringen kann, wenn er dabei noch weiter in dieser verbalen Form auf sie eindrischt.

Sie fühlt sich ausgelaugt, wenn sie an die ganzen Probleme denkt. Ritter Eldres, hat offenbar auch noch ein Trauma, oder zumindest ein unaufbereitetes Problem, das er nie überwunden hat, so wie er bei einem Gespräch über Bestrafungen von Soldaten reagierte. Sie hatte gehofft dort einen Jedi zu sehen, der keinen Schaden hat und nur überschwänglich mit seiner Hilfe war – wieder gefehlt. An dem Abend, als dies noch obendrauf kam, auf ihre Schultern, wurde sie unruhig und Ritter Djerak merkte es: Er betitelte es mit seiner natürlichen Machtsicht als „flickernt“. Sie zog sich schließlich zurück, ehe es noch weiter ausuferte, als es schon passiert war, dennoch wohl nicht früh genug, wenn er ihr meinte den Rat geben zu müssen, sich jemanden mitzuteilen. Als könnte sie das auch nur in allen Punkten. Sie ist Heilerin, was man ihr mitteilt, bleibt bei ihr. Ausnahmen macht sie nur, wenn es aus ihrer Sicht wichtig ist, oder nicht anders geht, so wie sie Meisterin Savoth auch am Anfang bei Xine um einen Rat bat, ohne Details zu erwähnen, die etwas weiter gesagt hätten. Das Problem ist eher, dass sich das Ganze gerade über ihren Kopf hinweg zu staplen scheint.

Die Verantwortung für Jüngling Hanaa Garrde, hat sie nun aber zumindest abgegeben. Sie hatte Hanaa wie geplant auf den Zahn gefühlt und es war wie sie es befürchtet hatte: Die Kleine hatte ihr das gezeigt, was sie gerne hätte. Sicher, in gut gemeintem Sinne, das hat sie durchaus erkannt, aber nichts destso trotz, hat sie ihre Worte damit nicht verstanden. Sie kann niemanden unterichten, der sie so leicht hinter das Licht führen konnte – auch wenn Ritter Djerak meint sie wäre da zu hart mit sich – und dazu noch so wenig von ihren Worten verstehen konnte, so sehr sie sich auch bemühte es zu vermitteln. Das mag auch ihr Verschulden sein, aber wenn sie es nicht kann, wird sie nicht an Hanaa experimentieren, um es besser zu machen. Sie wird sich nicht mehr in der Form beteiligen, dass sie aktiv in Hanaas Ausbildung eingreift, sofern es die Situation nicht akut erfordert. Jemand anderes sollte dort die Zuständigkeit erhalten und sie hat Ritter Djerak, Ritter Dexter dazu empfohlen. Die tiefe Ruhe die er noch immer zu besitzen scheint, der Frieden... schon allein dadurch ist er ein guter Wegweiser für die Jüngeren.

Andenus Dexter ist einer der wenigen Jedi hier, den sie als Vorzeigebild eines Jedi betiteln würde, wenn er eben noch so ähnlich ist wie damals. Sie hatte bisher aber den Eindruck, dass es so ist, sie hofft es sehr, und das ist noch untertrieben. In der Runde letztens, mit Ritter Djerak, Za'eth, Meister Vandorack und ihm, hatte sie zumindest mal nicht mehr das Gefühl allein dazustehen, um die Ideale der Jedi weiter hochzuhalten. Das war erleichternd, wohltuend, und sie konnte sich innerlich etwas zurücklehnen ohne den Eindruck gewinnen zu müssen, Habacht zu stehen. Auch Za'eth ist, nach ihrem Eindruck, dabei ein sehr guter Jedi zu werden. Allerdings, auch wenn er innerlich noch so gefestigt ist, fehlt da noch irgendetwas, was sie aber noch schwer benennen könnte. Glauben? Machtvertrauen? Harmonie? Nein sie findet das passende Wort nicht. Er wird seinen Weg sicher finden.

Yerana legt sich in dem Zelt hin, die Mittagshitze erreicht gerade ihren Höhepunkt, Zeit ihrem Körper nach dem harten Training die Pause zu gönnen. Sie fragt sich, ob der Enklavenrat inzwischen über ihre Anfrage entschieden hat: Versuchen zu dürfen, die Kopfgeldjäger wegzulocken. Sie ist sich im klaren dass dieser Gedanke in einem Augenblick entstand, indem ihr „nicht helfen können“ sie frustrierte und der Gedanke wenigstens dort zu helfen, sicher etwas tun zu können, erbauend war. Dennoch denkt sie auch ernsthaft, dass es gut wäre, sonst hätte sie den Vorschlag nicht gemacht. Diese Kopfgeldjäger müssen wirklich mal demoralisiert, oder zumindest auf eine andere Fährte gelockt werden, damit sie endlich wieder von Anchorhead verschwinden. Sie will, dass diese Gefahr für die Jedi aufhört, die sie selbst mit zu verschulden hatte. Daher hofft sie darauf, dass man es sie auch ausbügeln lässt, und nicht für zu Risiko behaftet einstuft. Dumm nur, dass jetzt gleich noch eine Anfrage dazu kommen wird. Ob das seltsam wirkt? Vermutlich, gerade weil sie über die Träume, oder vielleicht eher „machttechnischen Übertragungen“, noch nichts erzählt hat, außer gegenüber Za'eth. Vielleicht aber, könnte sie Ritter Eodoo finden, vielleicht lotst er sie wirklich zu sich, wieso auch immer er ausgerechnet sie dazu hernimmt. Sie wird ihm sicher nicht im Stich lassen, wenn er es ist und noch lebt. Im Grunde wäre sie am liebsten schon am gleichen Abend abgeflogen, aber sie muss das Prozedere einhalten. Nach dem Mittagsschlaf, wird sie sich gleich daran machen, Anfrage Nummer zwei zu verfassen. Hoffentlich reicht das was sie zu sagen hat dafür aus... aber die Macht leitet sie, das müssen sie akzeptieren.

Sie schließt die Augen. Es ist alles nicht so schlimm. Hier sind viele Jedi, sie ist nicht mehr allein, auch wenn sie nun wieder mehr Verantwortung hat, so wird sie klar kommen, wie schon immer. Mal leichter, mal schwerer, aber mit Ruhe und mehr Gelassenheit, wobei sie an letzterem hier verstärkt arbeiten muss, damit es auch dabei bleibt, ebenso wie ihre Direktheit im Zaum zu halten. Unter normalen Leuten, mit ihren normalen Problemen, war das irgendwie einfacher. Vermutlich weil sie die Sachen einfach nicht so sehr betrafen. Eine Mittagsschläfchen, eine Meditation und alles wird schon gleich viel besser aussehen. Mit einem Schmunzeln lässt sie von den Gedanken ab und gleitet in die kleine Ruhepause über.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (1. November 2016, 16:15)


Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (01.11.2016), Aloncor Torn (01.11.2016), Harlen Gregorius (10.11.2016), Waath (10.11.2016)

10

Mittwoch, 9. November 2016, 23:22

Leitung der Macht
(09.11.2016)

Yerana sitzt auf dem Pilotensitz des Shuttles, dass die Enklave ihr gestellt hat. Nachdenklich betrachtet sie die gesamte Route, die sie geflogen ist, an dem seitlichen Terminal. Bald wären sie wieder auf Tatooine. Müde schließt sie die Augen und denkt über die vergangenen Tage nach:

Wie ihr Meisterin Eryada den Flug genehmigte, wie sie sich noch mit Ritter Thanju und Meister Gregorius unterhielt, und wie sie dann startete, völlig ohne Plan, wohin es gehen würde, nur mit der Leitung der Macht. In kleineren Maßstäben hat sie sich von der Macht schon führen lassen, gewiss. Wenn sie sich verlaufen hatte, konnte sie so ihren Weg wieder finden; wie oft sie ihrem Gespür durch ihre Machtsinne nachgegangen ist, hat sie nicht versucht zu zählen; manch vorausschauende Ahnung hat sich bewahrheitet; sogar zwei oder drei Visionen, haben sie geführt; und natürlich sind auch ihre Lichtschwertkristalle ihr nie einfach in die Hand geflogen. Sich aber einfach in ein Shuttle zu setzen, abzuheben, und zu hoffen dass einen die Macht schon über eine ganze Galaxie hinweg zum richtigen Ort führen würde, wie es eine Art Wachtraum andeutete, das war etwas Neues.

Dennoch, der Macht zu vertrauen zahlte sich aus. Bis nach Iridonia wurde sie geführt, und der Macht sei Dank, blieb sie auch beim Landeanflug mit dem Shuttle heil, und nur dieses, bekam ein paar Dellen. Wieso mussten dort auch so miese Wetterbedingungen herrschen, und das Terrain so ruppig sein? Tief in einem Höhlensystem, einige Clicks tiefer, fand sie schließlich ihr Ziel, die Person, die sie finden wollte, über Lichtjahre hinweg: Ritter Eodoo. Begleitet von zwei anderen Zabrak. Seine Schritte unsicher und als er strauchelte, musste er von der Zabrak Frau aufgefangen werden, so dass er auf den Knien verblieb. Ritter Eodoo war für einen Zabrak alt, und nun auch sehr schwach geworden. Sie wollte den Medscanner nutzten, aber nach ein paar ersten Worten, verstand sie, dass es kein Mittel und keine Kraft der Galaxie gegen dieses Gebrechen gab: Altersschwäche. Es war einfach Zeit für ihn. Sie spürte tiefes Bedauern, hatte das Gefühl nicht rechtzeitig gekommen zu sein, nicht schnell genug... aber von dem was er sagte, sollte es so sein. Ritter Eodoo hatte das Bild dieser Begegnung schon lange gesehen, wohl ebenso wie sein Eingehen in die Macht. Bevor dies allerdings geschah, stellte er noch seine Familie vor und bat sie,Yerana, um etwas...

Yerana atmet aus. Wenn sie daran zurückdenkt, seine Frau Navam Nerom und seinen Sohn, Garu-Eodoo Nerom, so wie Ritter Eoodos Bitte... Wieso tat er ihr das in seinen letzten Atemzügen an? Lies sie mit allen offenen Fragen zurück, mit diesem Wissen. Wieso tat er das?! Jetzt in Ruhe, nachdem zwei von zwei Missionen beendet waren, spürt sie den Aufruhr bei diesem Gedanken. Soll das ihre Strafe sein? Damit sie stets an ihren eigenen Fehler erinnert wird, mindestens zwölf Jahre lang? Wie konnte ein Ritter seines damaligen Alters noch so etwas getan haben! Wie konnte er, dem sie soviel Respekt entgegenbrachte, selbst so einen kritischen Fehler unterlaufen, obwohl er selbst so kritisch war. Er war nicht sie. Er war doch viel weiser, viel beherrschter! Wieso?! Sie spürte eine Feuchtigkeit an ihrem Gesicht. Wieso weint sie still? Enttäuschung? Schon allein von der Zukunftsaussicht gepeinigt? Nein, sicher nur ihr typisches Ungleichgewicht, wenn sie verletzt ist. Sie wischt sich beiläufig die Feuchtigkeit wieder vom Gesicht. Sie hat es ihm versprochen... sie hat keinen Ausweg, selbst wenn sie wollte. Mit einem kurzen Blick versichert sie sich, dass Anwärter Nerom hinten noch tief und fest schläft.

Das tut er: Kein Wunder, nach der letzten Geldbeschaffung mittels Nexu-Rodeo. Sie hatte versucht so viele Teilnehmer wie möglich, unaufällig, wenigstens vor dem Tod zu bewahren. Einem konnte sie trotz aller Bemühungen nicht mehr helfen, als ein Nexu, im wahrsten Sinne des Wortes, seinen ehemaligen Reiter mit einem Happs einen Kopf kürzer machte. Sie war einfach nicht schnell genug gewesen. Ein wenig könnte sie noch immer fluchen, wenn sie daran denkt, wie es überhaupt dazu kam, dass sie selbst daran teilnahmen: Anwärter Nerom hatte zuvor militärisch übergenau seine Aufgabe nachgefragt, und sie hatte gemeint, dass man als Jedi auch selbständiger denken müsste. Was tat also ein Anwärter Nerom sofort? Beim nächsten mal dachte er wiederum schlicht zu viel selbständig, und statt zu fragen, ob sie ebenso an diesem Nexu-Rodeo teilnehmen will, wie er, meldete er sie einfach beide ein. Sie hätte in dem Augenblick fluchen können.
Nexu... sie ist nicht die zimperlichste und sie kann wirklich nicht behaupten. dass ihr sonderlich viel Angst macht, was materielle Dinge betrifft, aber dummerweise gehören Nexu zu den Ausnahmen. Sie hat eine geradezu lähmende Angst vor diesen Biestern, so dass sie bei Begegnungen mit ihnen stets aufpassen muss, dass sie dann auch tun kann was nötig ist. Gerade darum nahm sie auch teil, trotz Anwärter Neroms Fehler. Was für ein Beispiel eines Jedi wäre sie, wenn sie demonstrierte, dass man von Ängsten, von Aufgaben abgebracht würde, die in diesem Fall nun mal Geld verdienen hieß? Eine von zwei Runden hatte sie mit Biegen und Brechen hinbekommen, auch wenn ihr Herz bis zum Hals schlug, bei dem vielen Adrenalin, und ihre Konzentration zwischendrin kurz versagte, als das Tier brüllte. Sie hatte dabei aber auch gespürt, dass Anwärter Nerom sie zusätzlich noch unterstützt hatte, hätte er es nicht getan, wäre sie vielleicht auch nicht in die zweite und letzte Runde gekommen.
Bei dieser hat sie dann aber schließlich bewusst verloren. Das Preisgeld wurde unter den Gewinnern geteilt, und da ein Cathar es ebenso geschafft hatte, hätten sie zwar etwas mehr gewonnen, hätte dieses doch durch drei geteilt werden müssen, allerdings war ihr das nicht mehr die Risiken wert, zumal sie noch eine andere Mission dabei zu bewerkstelligen hatten:

Auf dieser öffentlichen Ebene, hat sie sich noch Schein-Besoffen, und dabei bewusst ihren „wahren“ Namen, Traga Gen, herausposaunt. Bei einem weiteren Stopp auf Teth, machte sie auch eine kleine Kneipentour, aber streute es dezenter. Ihren Zabrak Begleiter lies sie dabei im Schiff, was dann auch gut war. Nachdem sie schon gen Raumhafen zurücksteuern wollte, bemerkte sie, dass sie verfolgt wurde und hat sich schlicht in die Wildnis begeben. Der Kopfgeldjäger hatte wohl „Glück“ gehabt richtig getippt zu haben, welche Route in den Huttraum sie nahm. Sie hat es zwar hinbekommen ihn ohne sichtbaren Machteinsatz in die Bewusstlosigkeit zu treiben, allerdings hat ihr das auch einen Schuss in den linken Oberschenkel eingebracht. Besser aber so, als grundlos ein Leben beenden zu müssen, nur weil man Lichtschwert oder anderes genutzt hätte, was einen entarnen würde.

Nun auf dem Rückweg, wird sie Anwärter Nerom absetzen, damit er etwas nachforscht. Sie selbst wird das Shuttle landen und Bericht erstatten. Sie kann sich schon denken, dass Za'eth nicht gerade begeistert von dem angedellten Shuttle sein wird. Das Preisgeld ist durch die Tour sowieso schon wieder gut dezimiert, und die Reperatur der Schäden, wird wohl den Rest verschlingen. Aber gut, angesichts der zwei erledigten Missionen, beklagt sie sich nicht. Wenn alles gut gegangen ist, sind die Kopfgeldjäger nun rarer und einen Anwärter mitzubringen, ist normalerweise auch ein Gewinn, noch dazu jemand, der schon an der Schwelle zum Padawan steht.

Yerana steht auf, noch sind sie im Hyperraum, so dass sie dort nicht sitzen muss. Sie geht nach hinten um ihn für seine kleine Aufgabe einzuweisen und zu wecken. Tatooine ist nicht mehr weit...
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (10. November 2016, 06:30)


Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Harlen Gregorius (10.11.2016), Dexter (14.11.2016)

11

Mittwoch, 23. November 2016, 18:04

Erwartungen
(21.11.2016)

Yerana sieht zu den untergehenden Sonnen Tatooines. Die hellen warmen Farben, könnten einen wärmen, selbst wenn es ein Eisplanet wäre. Während sie die Schönheit der Natur betrachtet, schweifen ihre Gedanken dennoch ab, fassen die letzten Tage zusammen:

Heimgekehrt. Bericht erstattet. Spitzen in Unterhaltungen empfangen. Unverständnis erhalten. Lektionen an andere verfehlt und möglichst noch das Beste daraus gemacht. Und ein besonderes Gespräch geführt. Meister Gregorius hatte bei einer Unterhaltung scheinbar eine Ahnung, und er hat es gemerkt, dass sie es gemerkt hatte, und wie sie daraufhin reagierte. Bei der nächsten Begegnung ging sie mit ihm hinaus in die Wüste, und erzählte den Punkt, wieso sie die Thematik bezüglich Ritter Eodoos Fehler aufwühlte, als er nachhakte. Wie Ritter Eodoo so etwas in seinem Alter noch getan haben konnte. Die Verknüpfung mit ihrem eigenen Fehler, der Bürde, durch seinen Sohn, permanent daran erinnert zu werden.

Meister Gregorius hatte sie von ihrem Punkt, ein schlechtere Jedi zu sein etwas abgebracht. Er hat wohl recht, dass es besser ist sich an dem zu messen, wie man mit Fehlern umgeht statt sich dauerhaft dafür selbst herabzusetzen. Fehler macht jeder, wie man damit umgeht ist entscheidend, das hat ihr Meister durchaus auch gesagt. Nicht dass es eine Entschuldigung dafür wäre, dass sie ihn überhaupt gemacht hat, aber es ist Vergangenheit und auch wenn der Fehler Folgen hatte, so waren es für andere immerhin gute. Für sie mag es nicht das Beste gewesen sein, aber sie konnte dennoch daran wachsen. Das was Ihr am meisten geschadet hatte, war rückblickend, das Ganze betrachtet, tatsächlich ihre eigene Herabwertung. Dennoch ist es immer eine potentielle Schwäche. Sie hat sich gelöst, ja, sie sehnt sich nicht nach Mann und Sohn, noch wünschte sie sich da zu sein. Was aber wäre wenn jemand die einstige Liebe ihres Lebens töten wollte, oder die des Lebens, dass sie mit ihm geschaffen hatte? Oder sogar schlimmeres? Sie war nicht so blind zu glauben, das Ihr das dann leicht fiele. Deshalb sollten es nach wie vor so wenig wie möglich Leute wissen: umso weniger es wissen, umso geringer die Gefahr dass so eine Situation jemals kommen mag. Sie würde zwar tun was nötig ist, das ist sie ihrer Ausbildung schuldig – und sie ist sich auch sicher dies tun zu können – aber was es dann mit ihr machen würde, da ist sie sich nicht sicher. Ob sie das Schlimmste einfach mit Hilfe der Macht und anderen verdauen könnte. So oder so, erst mal war sie froh ihre Herabwertung etwas entwertet zu haben.

Kaum konnte sie dort aber etwas einlenken, merkte sie wo sie es nicht konnte: „Lockerer“ zu sein, bei allem einfach zuzuschauen, den Kopf zu neigen und sowas wie „nicht so wild“ zu sagen. Zumindest nicht wenn dies schon alle anderen taten, oder erst gar als normal, oder der Zeit angemessen sahen. Es war schon früher so, dass es lockerere Leute gab, die schlimmstenfalls so weit gingen, dass man sie für einen Frachtercaptain hätte halten können, oder für den nächsten Ganoven. Jetzt aber, schien das Überhand genommen zu haben. Dazu kamen Verhaltensweisen die sie für kritisch hielt, und das alles widerstrebte Ihr sehr. Das Gefühl nahm zu, stetig ein wenig mehr, die Freude vom Anfang ihres Hierseins, wandelt sich teils in Bedauern, was mit dem Jedi Orden passiert ist und in das Bedürfnis, das zu retten was noch da ist. Sie hatte ihrer helfenden Seite zuviel Raum gewährt. Sie wollte schützen, Weg weisen, stützen, zurückführen, weiterführen, korrigieren, zurechtrücken, verbessern... es einfach wieder hinbiegen, egal ob die anderen dafür bereit waren oder nicht.

Ihr Fehler. Auch das, hat Meister Gregorius Ihr klar gemacht. Sie verlangte zuviel, sowohl von sich als auch von den anderen. Dabei hatte sie ihre Erwartungen doch schon gesenkt... aber es ist möglich, dass sie wirklich kompensieren wollte, ihre Meßlatte sich heimlich Stufe für Stufe empor gemogelt hatte. Das hatte auch zu dem Gefühl geführt sich fremd zu fühlen, in einer Gemeinschaft, die Ihr das Vertrauteste sein sollte... Weil sie mehr wollte als es all die anderen zu wollen schienen. Was natürlich nur zu einer Enttäuschung der Erwartungen führen konnte. Sie wird das schwierige Maß finden müssen, das was war zu wahren, aber das was nun mal ist zumindest hinzunehmen.

Ein Schritt dazu ist, manchmal etwas offener zu sein und nicht ganz so ernst, damit sie manch „Kleinigkeit“ – auch wenn es in ihren Augen keine Kleinigkeiten sein mögen – den anderen nicht ständig vor die Nase hält. Beides nichts, was für sie leicht wäre. Daher hat sie Anwärter Nerom unterschwellig hinzugezogen. Neben dem, dass sein Verhalten sich seit ihrer Begegnung drastisch zu ändern beginnt, ist das Verhältnis zwischen ihnen auch sehr angespannt. Scheinbar regt sie ihn sehr schnell auf, auch wenn er die Disziplin hatte keinen negativen Empfindungen nachzugehen – wenngleich es im Trainingskampf haarscharf zu sein schien. Er sollte bei seiner lockeren Art bleiben, vor allem für sich selbst. Aber auch sie profitiert dann davon: Ein Lehrer lernt auch von seinem Schüler. Sie gibt zu, dass sie drauf und dran war ihr Versprechen als hinfällig zu erklären, da es so wie es bisher lief, einfach nicht weiter laufen könnte, wenn es zu einer Meister-Padawan Beziehung kommen sollte. Aber sie haben noch etwas Zeit und nach einem Durchatmen nach ihrem Tief, sieht sie nicht ein, schon aufzugeben. Ritter Eodoos Vision wird, so hofft sie sehr, nicht aufgrund von Altersenilität entstanden sein – sein Verstand wirkte eigentlich sehr klar als er in die Macht überging.

Yerana lächelt. Sie wird sehen, dass sie mit Anwärter Nerom zurecht kommt und wenn er soweit ist, ihn zum Padawan nehmen – so er damit einverstanden ist. Sollte es unüberwindbare Probleme geben, davor, oder währendessen, kann sie noch immer über Ritter Eodoos mögliche Fehlerquote für die stetig wandelnde Zukunft nachdenken. Sie schließt für ein paar Augenblicke die Augen und genießt die Ruhe und die Stille, das Sein. Es schadet nie, ab und an einfach nur zu sein: es tut einfach gut. Ihr Lächeln wird breiter und wärmer als sie diesen Zustand des Seins einfach genießt, und mal wieder etwas mehr loslässt, abseits von einem Meditationszustand. Möge die Macht mit ihnen allen sein.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hanaa (23.11.2016), Harlen Gregorius (24.11.2016)

12

Donnerstag, 12. Januar 2017, 19:59

Die Risiken der Zeit
(12.01.2017)

Yerana blickt mal wieder in die karge Wüstenlandschaft, mit ihrer eigenen Schönheit. Man sollte meinen, ihr sollte dabei langweilig werden, aber sie kann auch die Natur von etwas wertschätzen, was nicht ihrer persönlichen Lieblingsflora entspricht. Es ist viel passiert, seit sie sich ausgiebiger zurückgezogen hat, seit sie sich etwas Zeit dafür nahm. Zeit ihre Gedanken treiben zu lassen, zu sehen wohin sie führen und was sich vielleicht noch zwischen ihnen verbirgt, das ihren wachsamen Geist zu entgehen sucht.

Anwärter Nerom… er würde erst mal im Service Corps verweilen, statt ihr Padawan zu werden. Dies hat sich so ergeben. Ob Ritter Eodoo sich geirrt hatte? Vielleicht doch der Vater aus ihm sprach, seine Vision verfälschte? Oder hatte sich die Zukunft einfach geändert? Immerhin ist diese in stetigem Wandel, selbst die weisesten Jedi Seher wissen nicht immer sicher was passiert. Nun, so würde sie in dieser kritischen Phase zumindest keinen Padawan an ihrer Seite haben, müsste sich nicht um sein Schicksal sorgen, wenn Ihr ein mal etwas passiert. Die Chancen dafür, stehen nämlich gar nicht so schlecht:

Sie weiß dass sie derzeit auf einem riskanteren Pfad wandelt. Sie hilft Leuten, denen manch einer nicht helfen würde, keine zweite Chance geben, oder keine lichtere Pfade zeigen würden, aufgrund der Gefahren. Dies aber, weit abseits von Eseplar. Denn auch wenn sie das Gefühl hat, dass sie das Richtige tut, so hat sie dies für sich entschieden, ohne Absprache, schon allein wegen dem Wissen, wie man selbst mit einem ehemaligen Jedi Meister verfahren ist, der einen neutralen Pfad gewählt hat – mögliche Verfolger hin oder her. Nein, in diesem Punkt kann sie dem Lager als Ganzes nicht mehr vertrauen. Es stört sie immernoch, dass Herr Magejin so gehen musste wie er ging, ohne die Chance gehabt zu haben, andere alter Gesichter wiederzusehen. Wenigstens weiß er, dass sie sie ihn nicht ablehnt – wenngleich sie diese Wege nach wie vor bedenklich findet – er noch einen Halt im Jedi Orden hat, ihn nicht alle anfeinden. Alte Geschichten.

Die neuen sind komplizierter: Eine Person von diesen Geschichten, brachte Waath zu ihr, da er sich seines Weges wohl nicht sicher genug ist irgendjemanden längerfristig auszubilden, wenngleich sie es eher als Rat geben und Weg weisen bezeichnen würde, ausbilden tut sie dort nicht. Es wird sich zeigen, was aus ihr wird, denn viel Diziplin ist da offensichtlich nicht. Es wäre das beste wenn sie das, was sie sowieso kaum zu vermissen scheint, einfach sein lässt, und ein normales Leben führen würde. Dennoch, es ist nicht ihre Entscheidung, zumindest, solange die Frau nicht der Dunkelheit verfällt. Dann wäre es ihre Pflicht als Jedi, dieser Einhalt zu gebieten.
Bei der anderen Person, ist es ein Wechsel, ob sie dessen Unterricht abbrechen sollte oder nicht. Die Macht hatte ihr anfangs den Wink gegeben, und das ist für sie immernoch die oberste Instanz: Die Macht, dann der Jedi Orden… und schließlich, früher, die Republik. Manchmal fragt sie sich jedenfalls, ob er sich wirklich im klaren ist, was er sich wünscht, und ob er weiß, wie schwer das realisierbar ist, was er will. Sein Weg wird jedenfalls ein steiniger, wenn seine Verfolger ihn nicht bald sowieso bekommen, oder er seinen Weg verwerfen sollte, wo sie dann aber, je nachdem, sehen müsste, wie sie mit ihm verfährt. Vermutlich in seinem Übergang in die Macht.

Die Republik: Von allem was sie auf ihren Reisen, und aus dem Holonet, so erfuhr, ist sie sich nicht sicher, ob diese nach wie vor unterstützenswert ist. Noch ist es aber für sie zu früh, dies für sich zu entscheiden, denn: bevor der Würgegriff des Ewigen Imperiums nicht fort ist, kann sie nicht genug von der Republik sehen… jetzt mag auch die Angst regieren, und in Notsituationen, gerät vieles bei vielen aus den Fugen. Allerdings, scheint ihr das Unrecht langsam zu groß, denn die Republik hatte damals schon, als der Jedi Tempel auf Coruscant zerstört wurde, den Jedi die Schuld gegeben. Hatten sie sich je entschuldigt? Irgendwann auch nur gewünscht, dass sie ihnen wieder helfen? Das man keine Wahl hatte, als man sich dem Ewigen Imperium unterwarf, versteht sie noch, aber wie schnell scheint die Republik zu vergessen was man für sie getan hat. Nur fünf Jahre nachdem die Kämpfe aufhörten, und schon scheint es so, als hätte manch einer die Jedi in den Bereich der Legenden verbannt, oder dichtet ihnen nur das Schlechte an, was passierte, nie das Gute. Das liegt wohl in der Natur des Menschen, bei Schlechtem nachtragend zu sein und das Gute zu vergessen. Sie selbst kann sich wohl davon nicht freisprechen, tat sie es doch indirekt etwas selbst, da muss sie doch nur an die Entscheidung bezüglich Herr Magejin denken, wie der Rat entschied, oder an Ritter Djerak, seine persönliche Abweisung, das Misstrauen.

Yerana schließt die Augen für ein paar Augenblicke und atmet durch. Ja, sie hat ihre Fehler, ihre Schwächen, das ist ein Teil von ihr. Diese hat sie zu akzeptieren, denn von manchen weiß sie nicht mehr, ob sie sie noch ändern kann. So lange hat sie es vergeblich versucht und öfter, wo ein großer Fortschritt da zu sein schien, fiel sie da oder dort wieder zurück. Natürlich, sie ist auch nur ein Mensch, dennoch wünschte sie sich manchmal mehr zu leisten, sich stärker zu verbessern. Sie wird es weiter versuchen, aber sie wird ihre Erwartungen nicht mehr so hoch setzen. Manchmal, nur manchmal, hat sie das Gefühl dass es ihr schon zu schwer wird, sie die Last nicht mehr tragen kann, weil sie in all den Jahren zuvor zuviel von sich verlangt hat. Das ist meist dann, wenn sie etwas persönlich trifft, das Positive aus den Augen verliert, oder sie das Gefühl hat, dass sie sich um etwas allein kümmern muss, nur noch die Macht an ihrer Seite hat - als wäre das nicht genug... Sie schüttelt sacht den Kopf und lächelt. Der Macht sei dank, gibt es dazu einen Konterpart: Wenn sie den jungen Zuwachs sieht, die Leichtigkeit und Unbeschwertheit von ihnen, das rege Interesse, den Fortschritt, Jedi miteinander auch wie Jedi philosophieren, oder, wenn ihre Sicht düsterer wird, doch mal jemand unter die Arme greift das zu berichtigen… dann spürt sie wieder die Gemeinschaft, das was wichtig ist und das, was sie getrost vergessen kann.

Schmunzelt wendet sie sich von der Wüste ab, macht sich auf den Weg zurück und denkt noch etwas an die Leute hier: Meister Harlen Gregorius, trotz seinem manchmal zu dominanten Humor, ein weiser Jedi, bei dem sie das Gefühl hat, dass das, was sie ihm anvertraut auch dort bleibt. Padawan Morwena Aquae, die zwar oft noch zu sehr mit dem Verstand arbeitet, aber auf dem richtigen Weg ist, in vielem schon zu helfen weiß. Waath, der trotz seinem Austritt aus dem Jedi Orden, trotz seinem gefährlichen Pfad, ein Freund verblieben ist und auch eine Hilfe für den Jedi Orden, wie dann, als er die zwei Anwärter fand und herbrachte. Ritterin Prowl… die sie zu schätzen gelernt hat, und in der weit mehr inne wohnt, als es auf den ersten Blick scheint. Sie hätte nicht mehr gedacht, dass sie so schnell mit jemandem Freundschaft schließen kann, doch irgendwie, ist es schon eine – erstaunlich. Ritter Dexter hat noch immer seine innere Ruhe, die sie nur bewundern kann, denn egal wie lange sie ihren Frieden und ihre Ruhe hält, die Außenwelt schafft es noch immer, ab und zu etwas von ihr anzukratzen. Sie ist und bleib wohl ein Schiff im Wind, dass stetig seinen Kurs anpassen muss, um Wind in die Segel zu erhalten und kein Spielball der Wellen zu werden, sondern voranzukommen. Ritter Andenus Dexter, einstiger Freund. Sind sie es noch? Als er das erste mal in Espelar auftauchte, fühlte es sich so an, aber bei dem letzten Gespräch merkte sie, dass es noch nicht das Selbe wie früher ist. Sie hat das eigenartiges Gefühl, ihm nicht mehr so nah zu sein wie damals. Baut sie unbewusst Distanz auf, wegen den Wegen, welche sie geht? Oder der Vergangenheit, die sie nicht mehr als nötig teilen will? Vielleicht ist es aber auch weit harmloser, und sie müssen sich erst mal einander gewöhnen – es ist einfach viel Zeit vergangen. Vielleicht, hat sie sich aber auch einfach in manchen Punkten zu sehr geändert, da ist sie sich nicht sicher. Darüber wird sie noch meditieren.

Neben ihren externen Problemfällen, wird sie sich wohl vor allem um Anwärterin Lyarell und Padawan Yais Banter kümmern. Erstere bekommt durch natürliche, oder unbewusst Macht bedingte Empathie, einfach zu viel mit, braucht dort dringend Hilfe, zu lernen, damit besser umzugehen. Dabei hofft sie aber dennoch, dass Meister Gregorius der Bitte von Waath dort auch etwas nachkommt. Padawan Banter hingegen, ist sie noch dabei einzuschätzen. Manchmal hat sie den Eindruck, er ist schon so weit, dass er die Prüfung zum Ritter gut antreten könnte, wenn sie zum Beispiel an den Ausbildungsabend denkt, seine Antworten, die durchblicken lassen, dass er schon ein gutes Stück Weisheit erlangt hat – dann aber, verkehrt sich dieses Bild wieder. Vielleicht hat sie sich da verschätzt, und es wäre besser, wenn er dort mehr in ihr hätte, als einen Mentor. Nun, sie wird noch darüber nachdenken und meditieren, dann noch mit ihm reden was er denkt.

Das Lager kommt in Sicht und sie lächelt, warm. Auch wenn nicht alles ist wie sie es gerne hätte, auch wenn sie anders handeln muss als sie es früher getan hätte, auch wenn sie wieder das sein muss was nötig ist, selbst wenn es ihr schwer fällt… sie sind zumindest wieder eine Art von Jedi Orden, was für viele, inklusive ihr selbst, bei weitem besser ist, als in der Einsamkeit zu leben. Es mag wieder schwerer sein, auch als Jedi zu agieren, nicht nur als Ärztin, aber es ist besser als ein Schattendasein zu führen. Auf dass die Macht sie alle leitet, um den Risiken, die noch vor ihnen liegen, zu meistern und dass das Licht der Hoffnung für alle wieder etwas heller scheinen möge.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (12. Januar 2017, 20:04)


Es haben sich bereits 6 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Yais (12.01.2017), Aloncor Torn (12.01.2017), Aico (12.01.2017), Dexter (12.01.2017), Morwena (12.01.2017), Lyarell (13.01.2017)

13

Montag, 23. Januar 2017, 17:14

Erkenntnisse
(23.01.2017)

Ein mal von der Felswand mit einem Machtsprung abgestoßen, zweimal, dreimal, und halten. Yerana atmet etwas schwerer, während sie dort an der Felskante hängt, beim inoffiziellen Trainingsplatz. Sie ist hier schon eine knappe Stunde, hatte vorher noch anderes trainiert, und wirft nun einen Blick nach hinten, wo Jüngling Hanna Garrde ist, ebenso wie Anwärter Sing Duun und Anwärterin Lyarell – und hoffentlich nützlicheres tun, als ihr beim Klettern zuzusehen; sie sieht das so aus den Augenwinkeln nicht so genau. Während erstere wegen Ritter Djeraks Abwesenheit nicht fort konnte, um ihr übliches Training anzugehen, waren letztere sowieso noch nicht in eine gute Routine eingebunden, weil hier alles anders ist, und man einfach teils sehen musste, wo es passte. Also hatte sie sie kurzerhand gefragt, und so kam es dazu, dass sie sie nun alle drei, vorerst, zu ihrem morgendlichen Training begleiten. Jüngling Hanaa nahm es dankend an und die zwei Anwärter waren freudig dabei, gerade Anwärter Duun, scheint sich besonders gerne zu bewegen. Während sie den weiteren Weg zum Rand der Felsen hochkletternd fortsetzt, konzentriert sie sich stark, um ihre Gedanken fortzusetzen, aber ihr auch keinen unrühmlichen Absturz zu beschweren. Bei der Höhe würde sie einen Sturz zwar durchaus noch halbwegs gut überstehen, aber ein Risiko einzugehen, ist nicht in ihrem Sinn.

Ihre Gedanken wandern zu Ritter Dexter. Sie hat mit ihm geredet, aber noch nichts gesagt, nur ihre Vermutungen geäußert, wieso es sich nicht mehr ganz wie damals anfühlt. Sie wollte ihm schon über Gegenwärtiges erzählen, war sich dann aber doch nicht sicher, und sie wollte ihm auch schon über die Vergangenheit erzählen, aber sie gibt zu, dass die Befürchtung von Geringschätzung da ist. Sicher, bei Meister Gregorius schien es nicht der Fall und er hatte sie auch wieder etwas zurechtgerückt, ihr die „schlechtere Jedi“ aus dem Kopf geschlagen, und sie hatte dann auch noch zusätzlich daran gearbeitet. Er weiß was nötig ist, für den Fall der Fälle, weil irgendjemand sollte es hier noch wissen, aber er ist kein Freund im tieferen Sinne. Er ist ein respektierter Kollege, so etwas wie ein Vertrauter, oder der Ersatz eines Geistesheilers für sie – er war nun mal früher da als Ritter Frell Orden, zumal sie diesen schlechter kennt. Ritter Dexter hingegen, ist ein Freund, den sie auch sehr schätzt, und sie weiß von ihm, dass das auf Gegenseitigkeit beruht, und sie will nicht, dass sich das ändert...

Wo sie so darüber nachdenkt, abwägt, wie realistisch das Szenario ist, dass es sich ändern würde, bemerkt sie aber plötzlich eine Abzweigung in ihrem Geist, die sie betrachtet, dann folgt, und die sie zu einer Erkenntnis führt. Der Grund, wieso die Ablehnung von Hilfe, gar die Abweisung von ihrer Person, sie mehr trifft als früher. Es ist im Grunde so klar, doch konnte sie es die ganze Zeit über nicht sehen: wenn sie schon so, wie sie ist, solcherlei erntet, was wäre erst, wenn sie es wüssten? Diese Erkenntnis und der damit verbundene Gedanke schmerzt, und jede einzelne Stimme von diesen Jedi vervielfacht sich, trägt mehr Gewicht, im Angesicht dessen, wie wenige sie heutzutage sein mögen. Dazu drängt sich ein Gespräch mit Padawan Teagan in ihren Geist, über Gesellschaft, ob sie diese gern hätte und ob sie sie nur mag, weil sie sie braucht. Sie hatte über diese Frage ernsthaft nachdenken müssen, das war einfach keine, die sie sich sonderlich gestellt hatte - immerhin hat man im Zweifelsfall immer noch die Macht. Es mengt sich auch noch das gestrige Gespräch über ihre Befürchtung dazu, dass sich mit der Nachricht von Meistern Savoth, alle zerstreuen könnten, keine Einigkeit mehr zustande kommt. Der Gedanke daran, löst ein Gefühl der Kälte aus, vermengt sich mit dem Schmerz und zieht die Leere an.

Das stört ihre Konzentration und ist ausreichend, damit Denken und Klettern zusammen schief geht. Sie rutscht ein Stück ab, stößt sich dann aber mit der Macht vom Fels ab und landet an der anderen Seite des gegenüberliegenden Fels-Engpasses, bei dem sie kletterte. Ihre Hand brennt etwas vom Greifen des schärferen Felsens. „Alles in Ordnung!“, ruft sie nach unten, selbst noch leicht atemlos, denn vermutlich blieb ihr leichtes Abrutschen nicht vor den Jüngeren verborgen. Mehr tut sie aber auch nicht, und konzentriert sich wieder stärker. Der Gedankengang erklärt jedenfalls wahrlich ihre Empfindungen. Sie hatte angenommen, in ihrer Zeit allein schwächer geworden zu sein, weil sie sich in ihrer Pflicht verausgabt hatte, und der Gedanke könnte auch noch immer zutreffen, aber, das ist nicht das einzige. Allein sein, ist das gedanklich wirklich so schlimm geworden? Bei ihren Reisen schien es ihr nicht so, das letzte Jahr schien es ihr nicht so, es war sogar relativ entspannt, einfach, bis auf das Schattendasein. Trainieren, suchen, helfen, weiterreisen, trainieren, suchen, helfen, weiterreisen, das war einfach, einfach. Aber sie hatte sich gewünscht wieder unter Jedi zu sein, als Jedi zu arbeiten, und dann hatte sie so viele Rückschläge hier erhalten, in ihren hohen Erwartungen, in ihrer, ja, Ungeduld, angesichts der Lage, die Zeit braucht.

Mühsam klettert sie weiter hoch, muss doch mal wieder die Macht dazu nehmen, scheint ihre antrainierte Körperkraft doch wieder nahe der Erschöpfung. Sie zieht sich nach ein paar Minuten des Kletterns aber über die obere Kannte, und setzt sich dort auch erst mal meditierend hin. Ihr Atem ist noch etwas schwerer, aber gleichmäßig, dank ihrer Atemtechnik. Sie betrachtet ihre Gedanken von eben, sammelt sie, dreht sie, wendet sie, analysiert sie und seufzt schließlich. Mit einem gedanklichen Antippen ihres geistigen Fingers, bringt sie das erkannte und zehrende Gedankengebäude zu Fall, und atmet ein mal tief durch: besser. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt… Nun das wäre übertrieben, aber zumindest, hat sie erkannt woher die blödsinnige Reaktion auf Meisterin Savoths Nachricht herkam, wieso sie es so negativ interpretiert hat, wieso es ihre dunklere Vorstellung ankurbelte und wieso ihre Gefühle bei dem Thema so mitmischten. Sie lässt sich etwas in die Meditation fallen, in die Macht, genießt die Wärme, die es ihr beschert, die Schmerz zerfließen und Kälte verpuffen lässt, der Leere keinen Raum gewährt. Ihr Körper schließt sich dem Gefühl an und sie lächelt warm.

Als die Meditation zu Ende ist, macht sie sich mit ein paar Machtsprüngen auf den Weg nach unten, was schnell getan ist: hinunter ist nun mal immer leichter als hinauf. Zeit mit den Jüngeren zurück zu gehen. Sie geben einem wirklich viel. Erst gestern, hat es ihr auch sehr geholfen, sich selbst auch wieder mal an etwas zu erinnern, was sie hier im Gedankengewühl, dem vorangegangenen Schmerz durch das andere Thema, kurz wieder vergessen hatte, ehe sie sich fing: Man ist nie alleine, da die Macht bei einem ist. Sie ist dankbar wieder unter den Jedi zu sein, und helfen zu können. Mit einem warmen Lächeln, macht sie sich mit den Jüngeren wortlos auf den Rückweg.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (23. Januar 2017, 20:28)


Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Dexter (23.01.2017), Lyarell (23.01.2017), Sing (23.01.2017), Kari (23.01.2017)

14

Dienstag, 7. Februar 2017, 18:26

Einsamkeit und Gemeinschaft
(07.02.2017)

Langsamen Schrittes geht Yerana durch die Wüste zurück gen Posten. Normalerweise joggt sie hin und zurück, nach einem Treffen mit einer komplizierteren Person namens Remun. Dies deshalb, um zum Einen zu sparen, und zum Anderen, damit sie nicht beantworten muss, wofür sie den Speeder braucht – sie will nicht mehr lügen, als sie zwingend muss, für diese Treffen. Im Verhältnis zu Teya IV ist es aber so abartig heiß, dass es sie gerade niederdrückt. Man kann sich wirklich viel besser an ein normales Wetter anpassen, als an ein extremes. Was sie auf diesen Planeten erwartet hatte, war sowohl Licht als auch Dunkelheit.

Die Reise fing recht harmlos an, der Anflug, Landung und die Formalitäten waren relativ unproblematisch. Dann begannen aber die ersten Widrigkeiten: Unruhen durch die Wahl, scheinbar kranke Pflanzen, Wildkatzen die sie auf den Speedern angreifen wollten, ein Regenschauer der die Reise verlängerte, eine angegriffene und teils verwitterte Ruine, schließlich sogar eine potentiell tödliche Falle und Dunkelheit. Den positiven Aspekt des Praxeums, der dieser Ort noch ausstrahlte, das Lernen von den vielen Jedi zuvor, die helle Seite, wurde davon verunreinigt, oder war zumindest ein großer dunkler Schandfleck auf der weißen Weste des Ortes, der eindeutig störte.

Die Quelle zeigte sich nach intensiverer Suche schließlich in Forme einer Kette mit einem roten Stein, ein dunkles Artefakt. Der arme Mann der sie hütete, sie wer weiß wie lange schon um den Hals trug, hat ihr Mitgefühl: er hatte sich etwas aufgebürdet, was nie seine Bürde hätte sein sollen. Diese Kette war machtvoll dunkel und ihr war recht zügig klar – erst recht als sie sie angefasst hatte um sie erst mal wegzuwerfen – dass sie nicht umsonst in Sicherheit verwahrt wurde. Durch die Berührung und durch die verstreichende Zeit, sickerte die Dunkelheit sogar durch ihren gut trainierten Geistesschutz, als wäre dieser nur ein sehr feines Sieb. Im Nachhinein fragte sie sich, ob es dieser Einfluss war der hindurchgekommen war, der ihre Gedanken davon abhielt die Schlüsse zu ziehen: In die leere Kiste, die mit Kristallen versehen war, passte die Kette perfekt und sie war offenbar noch intakt. Nahm sie an, dass der Mann sie deshalb rausgenommen hatte, weil sie kaputt war? Sie meint diesen Gedanken gehabt zu haben. Oder war es etwas anderes? „Sie“ wollte es eindämmen, ihr Machtlicht dafür nutzen, das nämlich ebenso, obwohl sie schon ahnte, dass jemand anderes bereits getan hätte, wäre es so einfach. Wollte sie tatsächlich diese Herausforderung? Das wäre ungewöhnlich für sie...

Doch was immer es war, sie bekam das Machtlicht nicht mal stabil ausgestrahlt, so sehr war die Dunkelheit schon durchgesickert, beeinflusste sie zu sehr für so eine reine Wirkung der hellen Seite der Macht. Ihre Handlung war angesichts der Tatsachen sträflich fahrlässig. Durch die Dunkelheit waren so viele wirre Fetzen da, Kleinigkeiten, die sich plötzlich Meter hoch auftürmten, zu riesigen düsteren Gedankengebäuden in ihrem Geist wurden. Die Einflüsterung ließen ihre Schultern schwer werden:
Die über die Zukunft des Ordens hallte bleiern wieder, die Gedanken, natürlich ins negativste verzerrt, waren traurig, erdrückend, niederschmetternd. Was würde aus dem Jedi Orden werden? Könnte er seinen alten Glanz überhaupt zurückerhalten? Würde er das sein, was er mal war, was seine Prinzipien und seine Traditionen angeht?
Ob sie noch eine gute Jedi war? Der Gedanke wurde vom Einfluss forciert, aber das Thema hatte sie inzwischen doch eine Weile durchgekaut und als Antwort für sich gefunden: Sie mag keine besonders gute Jedi sein, aber eine wirklich schlechte, ist sie deshalb wohl auch noch nicht.
Sie bräuchte mehr Kraft… ja, bräuchte sie. Mehr Kraft für so vieles, es wäre schön wenn sie sie hätte, aber sie hat eines schon früh verinnerlicht, und das ist, dass man dazu auch die nötige Weisheit und den Frieden bräuchte, um damit auch umgehen zu können. Beides war bei ihr nicht ausreichend vorhanden, für mehr Macht. Diese Einflüsterung stieß damit auf taube Ohren.
Als Ritter Dexter die Kette nahm um sie in den Tresor zu bringen, landete diese Dunkelheit allerdings einen unerwarteten Treffer: Sie hatten sich vor Espelar lange nicht gesehen. Er wollte dass sie vor geht, die restlichen Worte waren sicher nur eine Ausflucht. Ihr Wissen, dass jeder fallen kann dränge sich hervor, ebenso ihr Mangel, anderen ebenso leicht vertrauen zu können wie der Macht. Die Einflüsterung, er wolle es für sich, war im Anflug eines plötzlichen Misstrauens gar nicht so abwegig. Allerings: Dann müsste sie erst recht dafür sorgen dass diese Kette so schnell wie möglich verwahrt wird, keinen Einfluss mehr ausübt. Sie entriss ihm die Kette und kaum, dass sie in Sichtweite war, pfefferte sie sie in die Kiste wo sie hingehörte, schloss jene manuell.

Selbst in dieser kurzen Zeit bis dorthin, schaffte es das Amulett durch die direkte Berührung sie nochmal kräftig zu erschüttern. Ritterin Patangaros Machttechnische Unterstützung, die sie in ihrem Chaos nur entfernt am Rande wahrnahm, verhinderte vermutlich schlimmeres. Dennoch war das für sie schlimm genug, denn ihre Ängste wallten hoch: Angst vor Verachtung, Angst nutzlos zu sein und Angst vor Ausgrenzung. Der Gedanke dass sie verachtet würde, für das was sie getan hatte, im ihren Wert helfen zu können weiter sinken würde, zu ernst wäre mit ihren Ansichten, als dass man sie akzeptieren könnte. Dazu teils zu gewagt in ihren Hilfestellungen, um es dulden- und um noch dazugehören zu können. Dass der Orden sich in eine andere Richtugn entwickelt, als der, der sie noch folgen könnte. Das alles führte dann zu einem ihrer schlimmsten Ängste: Angst vor der Einsamkeit. Sie weiß nicht wann genau diese Angst für sie so groß geworden ist, in dieser langen Zeit außerhalb des Jedi Ordens. Sie weiß nur, dass das was früher kaum Bedeutung hatte, bis auf die gegenseitige Hilfe, nun umso wichtiger für sie ist und das Gegenteil, die Einsamkeit, ihr Angst beschert. Sie will das Gewicht nicht mehr alleine tragen. Sie will nicht mehr jedweden sozialen Kontakt vermeiden, um ihren Aufgaben dort draußen angemessen nachgehen zu können. Sie will nicht mehr von einem Ort zum anderen suchend durch die Galaxis ziehen. Sie will nicht mehr alleine sein... Unbemerkt hatten sich bei diesen erschütternden Gedanken Tränen in ihre Augen geschlichen, die sie fortwusch, ehe sie sich mit Hilfe von Ritter Dexter erhob und hinaus ging. Er schloss den Tresor hinter ihnen und dann war es wieder ruhig, die Dunkelheit bis auf ihr Echo fort.

Yerana lässt sich mal auf beide Knie nieder, dort mitten in der Wüste Tatooins. Ein paar Augenblicke verharrte sie einfach, ehe sie ein paar große Schlucke trinkt und dann noch etwas verweilt. Von all den blödsinnigen Gedanken, die durch die Dunkelheit einen Bestärkungsschub bekamen, hielten sich nur zwei Sachen nach dem Wegsperren der Kette hartnäckiger fest: zu einem kleinen Teil die Zukunft des Ordens, und ihr Platz darin, zum anderen die Gefahr vor der Einsamkeit. Der Gedanke, dass nur ein Orbitalbombarment zur rechten Zeit ausreichen würde, um ein Großteil der Jedi in der Enklave zu töten, und den Rest wieder zu versprengen... Die Vorstellung lässt sie die Kälte von damals verspüren, die Leere, so sie überlebte, sie wieder alleine wäre, wieder die Last allein tragen müsste. Nutzlos zu werden, oder einsam zu sein, scheint eine ihrer größten Ängste, bei allem anderen hatte sie Machtvertrauen, dass es kommen würde wie es kommen sollte. Sie hält kurz etwas die Hände vor das Gesicht, reibt dann aber nur kurz drüber und stemmt sich wieder auf.

Im Lager angekommen füllt sie noch ihr Wasser auf und zieht sich in ihr Zelt zurück. Es folgt eine äußert lange Meditation, ein intensive Ruhephase in Forme von einer dicken Portion Schlaf und einer weiteren Meditation am Morgen. Sie lässt sich die Zeit die sie braucht, und schafft es auch, einige dieser Gedanken zu beschwichtigen und sich die Sorge zu nehmen. Was letzten Endes bleibt ist die egoistische Angst, nicht mehr alleine sein zu wollen. Sicher wird sie immer tun was ansteht, und wenn sie sich Jahre lang in die tiefste Wüste allein verkriechen müsste, um der Macht zu dienen, würde sie es ebenso tun. Das heißt aber nicht, dass sie deshalb bei ihren persönlichen Gefühlen unverwundbar wäre. Die Einsamkeit würde sie... stören. Auf dass es nie mehr so weit gehen möge. Sie braucht auch die Gemeinschaft, neben der Macht.

Dabei denkt sie an Ritter Dexter, wie sie ihm ihr Geheimnis vor der Reise anvertraut hat. Seine Reaktion war für sie unerwartet, wohl einfach, weil sie dort immer erst mal von einer negativen ausging. Es erleichterte sie aber auch, sein Verständnis, seine Worte, wenngleich sie das Lob nicht annehmen konnte. Sie tat was sie tun musste im Angesicht des Fehlers, das war für sie einfach das mindeste um ihn auszubügeln. Sie verstand aber seine Gedanken und akzeptiert ja auch wer sie ist, mit allen Stärken und Schwächen. Das ein Voranschreiten aber auch mit einer Schwäche einher gehen kann, da ist sie sich nicht so sicher. Andrerseits, gehören zu den meisten Entwicklungen wohl Stolpersteine. Wenn sie an das Gespräch denkt und an den Halt den er Ihr gab, schämt sie sich für ihr Misstrauen, dass die Dunkelheit hatte hervor bringen können, wenn auch nur so kurz. Er ist ein guter Freund, das sollte sie nicht mehr so schnell vergessen, er würde nicht so schnell fallen, und wenn doch, würde sie es auch deutlicher merken.

Yerana atmet noch ein mal tief durch, ruft sich einige schönere Ereignisse in ihrem Leben heraus, an die sie sich bewusst erinnert, meditiert noch mal, ehe sie aufsteht und aus ihrem Zelt hinaus tritt. Zeit wieder das zu tun wofür sie lebt: zu helfen und der Macht zu dienen. Sie ist nicht mehr allein. Möge die Macht mit ihnen sein. Mit dem Gedanken, macht sie sich an ihr Tageswerk.
Jedi Chars: Yerana Deikan und Girru Wuhri

"Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles."

~ Chinesisches Sprichwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (7. Februar 2017, 22:28)


Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Kari (07.02.2017), Lyarell (07.02.2017), Hanaa (07.02.2017), Dexter (07.02.2017)

Ähnliche Themen